Tepco zeigt erste Bilder aus dem Reaktor nach Kernschmelze
20. Jänner 2012, 13:09
Temperatur innerhalb des Sicherheitsbehälters angeblich 44,7 Grad - Erneut Kritik von Global 2000
Tokio - Mehr als zehn Monate nach der Havarie im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist die Radioaktivität im Inneren immer noch hoch. Die ersten Bilder aus dem Reaktor 2 seit der Kernschmelze zeigen weiter hohe Strahlung, Dampf und rostige Metallteile, teilte die Betreiberfirma Tepco am Donnerstag mit. Kritik kam erneut von der Umweltschutzorganisation Global 2000.
Tepco hatte die Fotos mit Hilfe einer ferngesteuerten Sonde von 8,5 Millimeter Durchmesser gemacht. Es sei zwar kein Brennstoff und kein Kühlwasser gesehen worden, die Temperaturen seien jedoch konstant und die Schäden durch das Erdbeben im März hielten sich in Grenzen, sagte ein Sprecher. Einige der Teile, die im Sicherheitsbehälter fotografiert wurden, konnten bisher noch nicht zugeordnet werden. Laut Tepco zeigen die Bilder auch die innere Wand des durch Hitze und Feuchtigkeit stark angegriffenen Behälters.
Die Firma hofft, mit den Untersuchungen Risse und Löcher zu entdecken und besser reparieren zu können. Außerdem registriert die Sonde auch unter anderem die Temperatur. Am Donnerstag wurden innerhalb des Sicherheitsbehälters den Angaben zufolge 44,7 Grad Celsius gemessen. Der Wert bestätigt die japanische Regierung, die das Kernkraftwerk im Dezember als stabil bezeichneten hatte. Das gilt nur, wenn es im Reaktorkern kühler als 100 Grad heiß ist.
Wasserstand wohl niedriger als erwartet
Nach der ersten 70-minütigen Messung am Donnerstag sollen auch Bilder aus den zwei weiteren Reaktoren gemacht werden, in denen es zur Kernschmelze kam. Tepco sieht den ersten Versuch als Erfolg. "In Anbetracht der schwierigen Verhältnisse haben wir es ganz gut bewältigt", sagte der Sprecher. Es sei ein erster Schritt. "Leider haben wir kein Anzeichen des Brennstoffes entdeckt". Auch sei kein Kühlwasser zu sehen. Das deute darauf hin, dass der Wasserstand niedriger sei als erwartet, und stelle damit die Genauigkeit der bisherigen Messgeräte infrage.
Kritik an den Messungen übte Atomexperte Reinhard Uhrig von Global 2000 im Gespräch mit der APA: "Dampf und radioaktive Gase würden die Sicht behindern, sagte der Betreiber und bekräftigte, dass der Reaktor sich in Kaltabschaltung befindet - dies ist aber ein Widerspruch in sich: Der heutige Versuch bestätigt unsere Einschätzung direkt nach der Jubelmeldung von Tepco Mitte Dezember, dass sich eben auch der havarierte Reaktor 2 nicht im Zustand der Kaltabschaltung (cold shutdown) befindet: Wären die geschmolzenen Brennelemente unter 100 Grad heiß, würde kein Wasserdampf entstehen."
Das Atomkraftwerk war bei einem Erdbeben und nachfolgenden Tsunami im März 2011 schwer beschädigt worden, sodass das Kühlsystem ausfiel. Es war die schlimmste Atomkatastrophe seit der Explosion eines Reaktors im ukrainischen Tschernobyl. (APA)
Sollten die bisherigen Daten stimmen, wird der Unfall im AKW Fukushima kaum Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen haben, sagt die Uno. Trotzdem wollen viele nicht zurück in die betroffenen Gebiete
Bei einem durch ein Erdbeben ausgelösten Tsunami starben tausenden Menschen - Durch die anschließende Atomkatastrophe mussten hunderttausende ihre Heimat verlassen
Entweder lebe ich in einer anderen Welt oder ich brauch auch nen Schnaps :)
Wenn ich dusche, dann dampfts auch und der Spiegel beschlägt sich. Eigentlich sollte ich ja voll mit Brandblasen sein. Soweit ich weiss, ist in Japan nun Winter.
Was ist Wasserdampf: Wasserdampf ist "Temperatur" und "Druck" abhängig. Beim Tripelpunkt=Dampfpunkt des Wassers (Temperatur = 273,16 Kelvin =0,01 °C, Druck p = 610,6 Pa) bestehen Eis, Wasser und Wasserdampf nebeneinander...
das thema die hirnige sicht?
autofahren im nebel (=Wasserdampf) bei knapp über 0°C vermutlich auch ....
die radioaktiven gase sind wohl auch besonders nebelhaft.
der herr atomexperte ist wohl auch etwas vernebelt!
Ist nun gemeint: es fehlt das Wort Wasser, vor dem dampfenden Duschwasser?
Oder bezieht Ihr Komentar sich auf den Satz:
"Wären die geschmolzenen Brennelemente unter 100 Grad heiß, würde kein Wasserdampf entstehen."
Wasser entwickelt Wasserdampf ab 0,01°.
Beginnt das Wasser zu kochen entsteht gasförmiger Wasserdampf, aber Gas sieht man nicht, also kann das die Sicht "nicht" behindern.
Erst wenn sich die Wassertröpfchen bilden, behindert es die Sicht, das kann aber eben schon ab 0,01° passieren.
Was ist der Zweck dieser Aussage? Meint man bei Tepco ernsthaft, im Inneren eines AKW-Reaktors gäbe es im Normalzustand keine Radioaktivität, oder ist man dort der naiven Auffassung, dass die Radioaktivität nach dem "cold shutdown" verschwinden würde?
Wenn der Kühlwasserspiegel niedriger ist als erwartet, ist das vermutlich nicht so gut. Da man auch kein Brennmaterial gesehen hat, ist es wahrscheinlich nach unten durchgeschmolzen, oder? In die Luft hat es das Zeug wohl nicht geblasen. Könnte es sich einfach nur am Boden des Reaktorbehälters gesammelt haben?
Die Kamera war nur im inneren des Containments, man hätte also nur Brennmaterial gesehen wenn es irgendwo aus dem Reaktorbehälter ausgetreten wäre und sich verfestigt hätte bevor es weiter nach unten gewandert wäre.
Eine eindeutige Aussage lässt sich aufgrund der aktuellen Erkenntnisse also nicht treffen. Könnte sein, dass der Brennstoff noch im Reaktorbehälter ist, könnte aber auch sein, dass er sich bereits in das Fundament gefressen hat, an der untersuchten Seite des Reaktors ist jedenfalls nicht.
kann mir jemand das bildrauschen genauer erklären: da gibt es zum einen aufleuchtende punkte - vermutlich durch ionisation am bildsensor durch die strahlung hervorgerufen. daneben gibt es hell leuchtende streifenartige "schlieren" ist das auch durch die strahlung hervorgrufen?
,,Das gilt nur, wenn es im Reaktorkern kühler als 100 Grad heiß ist.''
also fuer solche saetze haette ich in jeder von mir besuchten schule - auch in der volksschule - einen fehlerpunkt oder zumindest einen verzweifelten blick meiner deutschlehrer_in geerntet ...
Aber das wesentliche steht schon im Artikel:
Kühlwasser ist niedriger als vermutet, kein Kernbrennstoff entdeckt. Letzteres kann entweder "gut" oder sehr schlecht sein.
Gut: Das Material ist noch irgendwo im Reaktordruckbehälter, dh die Brennstäbe sind nicht so stark geschmolzen, dass sie sich weiter nach unten gefressen haben.
Schlecht: Richtig, zumindest außerhalb der Sichtweite der Kamera und damit derzeit sehr schwer aufspürbar.
Ich hoff, dass bei deiner Darmspiegelung sich nicht ein ähnliches "Bildrauschen" zeigt. Dürftet in wohl ein Hinweis auf Strahlung sein die im Bild Sensor Ionisationsspuren hinterlässt und damit das Rauschen.
Was die Bilder aber zeigen sollen ...?
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