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Kriminalitätsrate: Starker Anstieg bei Gewaltverbrechen

20. Jänner 2012, 19:52
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    foto: lukas barth/dapd

    2011 wurden mit 540.007 Fällen 4262 Delikte mehr zur Anzeige gebracht als im Vorjahr (plus 0,8 Prozent).

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    Übersicht zu und Entwicklung der Kriminalität in Österreich.

Einbrüche und Diebstähle gingen 2011 zurück, die Gewalt gegen Leib und Leben nahm zu

Wien -Wien - Ohne Gesetz, keine Strafe: Das ist einer der Grundsätze der heimischen Rechtsordnung. Der Deliktekatalog des Strafgesetzes beginnt mit dem Verbrechen des Mordes und endet mit Völkermord, dazwischen liegen in der derzeitigen Fassung 246 Delikte (ohne Unterparagrafen). Im Vorjahr wurden nach diesem Regelwerk österreichweit 540.007 Anzeigen erstattet, verglichen mit dem Jahr 2010 ein minimales Plus von 0,8 Prozentpunkten.

Generell also kein Grund zum Feiern für Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (VP), aber auch kein Grund für eine Katastrophenstimmung. Bei den "Big Five", zu denen Franz Lang, der Direktor des Bundeskriminalamtes, die Sparten Einbruch, KfZ-Diebstahl, Gewalt, IT-Kriminalität und Wirtschaftsdelikte zählt, gibt es allerdings zum Teil auffällige Unterschiede:

  • Einbrüche: Österreichweit ist bei Einbrüchen in Wohnungen und Häuser eine leichte Tendenz zum Minus zu erkennen. Dennoch erhalten im Schnitt täglich immer noch rund 43 Haushalte ungebetenen Besuch. Signifikant ist der Rückgang im Burgenland um 12,6 sowie in Wien und Niederösterreich um mehr als vier Prozent.
  • Autodiebstahl: Im Vorjahr wurden landesweit 5158 Kfz als gestohlen gemeldet, um die Hälfte weniger als noch vor sechs Jahren.
  • Gewalt: Die Gewaltanzeigen gehen wieder nach oben. Im Vorjahr gab es 174 Fälle vorsätzlicher Tötung und fast 40.400 vorsätzlicher Körperverletzungen - das ist der höchste Wert seit zehn Jahren. Anzeigen wegen Vergewaltigung sind im gleichen Zeitraum von 625 auf 977 gestiegen.
  • Internetkriminalität: Delikte, bei denen das Internet eine Rolle spielt, haben enorme Zuwachsraten. 5100 Fälle wurden 2011 zur Anzeige gebracht (2002: 600). Mikl-Leitner gibt sich wenig optimistisch: "Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht." Doch im Kampf gegen Kinderpornografie im Netz gibt es immer wieder spektakuläre Erfolge. Erst dieser Tage wurden 25 verdächtige Österreicher ausgeforscht.
  • Wirtschaftsdelikte: Im Schatten diverser Korruptionsskandale mit Millionenschäden steigen auch kleinere Kreditkartenbetruge an. Und wieder gerade im Onlinebereich, egal ob Gauner per PC oder Smartphone einsteigen. Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl kündigte an, wieder eine starke Wirtschaftspolizei aufzubauen.

Worauf Pürstl und sein Landespolizeikommandant Karl Mahrer besonders stolz sind, ist, dass die Aufklärungsrate in Wien auf 35 Prozent gestiegen ist. Vor zehn Jahren wurde in der Bundeshauptstadt nicht einmal jedes vierte Delikt aufgeklärt. Österreichweit liegt die Quote bei 43 Prozent, am höchsten ist sie in Vorarlberg, wo sechs von zehn Verdächtigen geschnappt werden.

Was den moderaten Anstieg der Gesamtanzeigen betrifft, fallen nur das Burgenland mit einem Plus von 11,6 Prozent auf 10.391 Anzeigen und Niederösterreich mit 78.634 Anzeigen (plus 7,5 Prozent) aus der Rolle. Den stärkste Rückgang im Jahresvergleich gab es in Wien (minus 3,25 Prozent).

Zu erwähnen ist noch, dass 95 Prozent aller Anzeigen keine Verbrechen, sondern Vergehen betreffen, also Delikte, die mit weniger als drei Jahren Haftstrafe bedroht sind. Eine Anzeige bedeutet weiters noch lange nicht, dass der Vorwurf richtig oder beweisbar ist, das muss ein Gericht feststellen. Denn ein weitere Grundsatz lautet: ohne Schuld, keine Strafe. (Michael Simoner, DER STANDARD, Printausgabe, 21./22.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 80
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Nirvanacharly
 
00
ist ja durchaus politischer wille zu

erkennen, die delikte gegen leib und leben nehmen zu, die eigentumsdelikte ab. das ist in wirtschaftlich sehr belastenden zeit ein erfolg der neoliberalen, anstatt das man sich das nimmt was man braucht, von dem der zu viel hat, haut man seinem nächsten eine runter, aus aufgestauten aggressionen und ohmachtsgefühlen, da bedarf es einer wende zu: eat the rich, aber bitte nicht wirklich wörtlich nehmen, zumindest noch nicht, aber 300 kältetote sprechen dafür.

Selfdefense
12
31.1.2012, 09:45
Gewalt gedeiht, wo Machtunterschiede sind

und seit der administrativen Entwaffnung der Bürger ist das Risiko des Gewaltverbrechers gesunken. Garantiert unbewaffnete Opfer können mit größerer Aussicht auf Erfolg angegriffen werden.

Um das Ausmaß des Ansteigs zu kaschieren, wird die "britische Zählmethode" angewandt: Bei den "begangenen Straftaten" wird nach Täter zusammengefasst, bei den "geklärten Straftaten" jedoch einzeln gezählt.

So wird aus einer gefassten Einbrecherbande mit 20 Einbrüchen 1 begangene Tat und 20 geklärte Taten. Ergibt mit 40 ungeklärten Einbruchen eine Aufklärungsrate von 20/41 oder knapp unter 50%. Klingt viel besser als 20/60 oder 33%...

Hueher
00
28.1.2012, 10:14
und ich höre immer vom Ministerium............

.........die Krimirate geht zurück?????? Na ja, vielleicht muß noch mal der PKW von Frau Ministerin geklaut werden damit die Raten stimmen oder.............???
zB. der 14.Bez. war bisher immer ruhig, seit ca. 2 Jahren wirds ungemütlich dort!! Aber die Halunken werden nach der Verhaftung sofort wieder auf freiem Fuß angezeigt, damit sie gleich wieder weitermachen dürfen.................so siehts nähmlich in Wirklichkeit aus!

Glasperlenspieler
01
23.1.2012, 13:53

"Gewalt: Die Gewaltanzeigen gehen wieder nach oben. Im Vorjahr gab es 174 Fälle vorsätzlicher Tötung."

Davon sind aber über 100 Fälle Mordversuche, bei ca. 50-70 handelt es sich um vollendete Morde.

Bei einer Bevölkerung von 8,5 Mio. Leuten haben wir also eine der geringsten Mordraten auf dem Planeten (0,5-0,9 Morde pro 100000 Leute, Vergleich USA: 5 Morde pro 100000 Leute).

Und seit das Waffengesetz 1997 verschärft wurde, sind die Morde im Schnitt von über 100 vollendeten auf die oben genannten 50-70 zurückgegangen.

Bei den Anstiegen der letzten Jahre dürfte es sich also um statistische Schwankungen handeln, denn die Mordrate war bei uns noch nie so niedrig wie zwischen 2005 und 2010.

Glasperlenspieler
00
Was genau

bezwecken Sie mit einem Link zu diesem Artikel hier ?

§83SPG
00
22.1.2012, 17:20

Mit dem starken Anstieg der Gewaltanzeigen hab ich so mein Problem. Ich habe nämlich den begründeten Verdacht, dass die Gesellschaft in Wirklichkeit immer weniger gewalttätig wird, was zur Folge hat, dass körperliche Übergriffe viel, viel eher angezeigt werden. Heute werden, nur als Beispiel, oft Raufereien unter Kindern oder Jugendlichen der Polizei und damit der Staatsanwaltschaft angezeigt, die vor 10 Jahren (und natürlich davor) in keiner Statistik aufgeschienen wären. Genauso beim Thema Gewalt in der Familie, wo auch die Vergewaltigungen dazu passen.
Eher als die Gewalt selbst, haben sich deren Wahrnehmung und Aufarbeitung stark verändert.

albeit
00
28.1.2012, 03:31

die Ansicht kann man vertreten; 2005 wurde die verplichtende Dienstzeit für junge Männer bei Heer von 8 auf 6 Monate reduziert ; das gibt beim Delikt der Freiheitsentziehung ein Minus von 2 Monaten bei jedem jungen Österreicher

dagegen wurde vor drei Jahren die Kindergartenpflicht eingeführt; 5 x 4 Stunden jede Woche muss nun neu jedes 5jährige Kind Aufenthaltsvorschriten neu einhalten

unkenrufe
00
23.1.2012, 14:24
naja, aber in beiden fällen

angezeigt oder unangezeigt haben wir ein problem in der gesellschaft. unangezeigt herrscht jedenfalls das unangenehm muffige repressivere klima. sie wissen, wo sich keiner was sagen traut und man gefälligst alles einzustecken hat ...

Ausgeflippter Lodenfreak
00
23.1.2012, 19:10

Aber die Ursache für den Anstieg der Anzeigen, dass es wirklich mehr Gewalt gibt, erfordert ganz andere Maßnahmen als die, dass sie nur schneller und früher angezeigt wird.

unkenrufe
00
23.1.2012, 23:22
die rechtliche komponente ist natürlich nicht die einzige

erziehung zu friedlicher konfliktlösung im vorfeld wäre hier das stichwort - aber, rechte zu haben und sie im ernstfall geltend machen zu können ist schon was schönes, wenn jemand brutal das recht des stärkeren einsetzt.

dajonny
012
22.1.2012, 11:41

auch nicht schlecht zum Thema Wohnungseinbrüche:
"Bei den ermittelten Tätergruppen handelt es sich zu 72,8 Prozent um fremde Tatverdächtige
vor allem aus Serbien, Rumänien und Ungarn."

und das bei ca. 40 Einbrüche pro Tag
http://www.bmi.gv.at/cms/cs03d... i/1093.pdf

Wird spannend wie man sowas lösen kann - Grenzen zu ist sicher keine Lösung, abwarten bis diese Länder unseren Wohlstand erreicht haben?

Der Wicht
 
11

Sie meinen, bis wir auf deren runter sind.

van.der.stiege
06
22.1.2012, 13:04
tja... die österreicher muessen halt einfach lernen....

... sich den veränderten gegebenheiten anzupassen :))

Ausgeflippter Lodenfreak
02
23.1.2012, 19:14

Manche würden sagen, dass ist alternativlos und so ist das nun einmal in einer globalisierten Welt und man muss lernen damit zu leben. Allerdings habe ich meine Zweifel, dass über diese Zahlen auch gesprochen werden soll, wenn die Menschen besser politisch gebildet werden sollen, damit sie richtig wählen.

dajonny
00
22.1.2012, 13:54

so einen dürfte ich eh nicht in meiner Wohnung erwischen...

Erwin Wolfram
92
21.1.2012, 22:08
uebersetzung

in nazistaaten immer: opfer = taeter, taeter zu arm um nicht beidhaendig einzustecken... zusehen verboten, sich kuemmern verboten, aufzeichnen verboten, gehen verboten, drehen verboten, denken verboten, essen verboten, darueber reden verboten...

CyberCop
212
21.1.2012, 14:02
ich kann mich nur wiederholen:

.) sofort die voratsdatenspeicherung auch auf inhalte erweitern.
.) rasterfahndung undbedingt verstärken.
.) internet weit restriktiver überwachen.
.) internetsperren umgehend ausweiten.
.) autobahnen lückenlos mit kameras überwachen.
.) alle ausländer sofort abschieben.
.) kleinkriminelle (landendiebe, hanfraucher, etc) ohne lang zu fragen in untersuchungshaft stecken.
.) geldstrafen um das 10-fache erhöhen.
.) steuern für otto normalverbrauchen auf das 2-fache erhöhen.

und das alles NUR für IHRE sicherheit

ps: steuern evtl. auf das 3-fache erhöhen - schließlich brauchen die unschuldsvermuteten großkriminellen und auch die banken unser geld.

van.der.stiege
11
21.1.2012, 13:13
jetzt mal ernsthaft:

wie genau wird hier aufgeschluesselt??

in österreich leben und gemeldet können inländer (die mit pass) und ausländer sein (die mit nicht-ö pass).

wenn nun einer mit staatsbuergerschaft x, der jedoch nicht in ö wohnt, mit all jenen der staatsbuergerschaft x die jedoch in ö wohnen, in einem topf geworfen wird 'verfälscht' dies natuerlich auch die statistik und erweckt den eindruck, dass die im land lebenden auch krimineller sind.

fallen die dann in eine 'touristengruppe' oder wie wird da unterschieden??

Hellcat
01
21.1.2012, 14:20

In der polizeilichen Kriminalstatistik wird ganz einfach nach Staatsbürgerschaft unterschieden. Aussagen über die Kriminalität der in- und ausländischen Wohnbevölkerung liefern der Sicherheitsbericht und der Integrationsbericht.

h.c.affe
 
10
21.1.2012, 13:06
an meine landsmänner stramm und...!

österreich sollte sich einzäunen und eine eingezäunte volksgruppe werden. die äusländer mit die kriminellen gene die wir nicht mehr loswerden, die könn ma ja noch ausnehmen. lass ma SIE die häusln putzen und geh ma sie an wenn uns der sinn danach steht. stehlen ja eh nur diese fremdländer... geh bitte

Hellcat
01
21.1.2012, 13:00

Wenn eine Anzeige zu keiner Verurteilung führt, dann bedeutet das nicht unbedingt, dass Vorwurf falsch war.
Das kann bedeuten, dass das Strafverfahren durch Diversion erledigt wurde, dass der Täter vor der Verurteilung verschwunden ist, dass der Täter als unzurechnungsfähig eingestuft wurde, oder dass der Täter noch nicht strafmündig (unter 14) war.

baumsteigerfrosch
1136
21.1.2012, 00:17
Thema Ausländer

1. Ich bin Deutscher. Jawoll und mit ganzer Seele. Mein Urgroßvater allerdings ist ein Untertan von Franz Josef gewesen.
2. Es gibt auch einen Haufen Deutsche in Österreich, die Mehmet, Hassan, Milojko usw. heißen. Hab vor Gericht mal gegen einen ausgesagt... Das war zwar ein dt. Staastbürger, aber nachdem er einen Dolmetscher brauchte, seh ich ich nicht ein, daß das mein Landsmann sein soll.

Grüße

h.c.affe
 
132
21.1.2012, 12:47
geh bitte...

vor allem sind sie ein dodl.

Ihr Hassan Mustafa

PS: gewöhnen sie sich dran, früher ist besser als später für alle beteiligten...

die Resi-Tant Evil
414
21.1.2012, 11:35

"... Thema Ausländer, 1. Ich bin Deutscher ..."

Nun, dann sind Sie für uns Österreicher ein Ausländer. Denn das hier ist Österreich, nicht Deutschland.

Nicht, dass Ihr Migrationshintergrund für uns Österreicher ein Problem wäre - Sie sind uns willkommen ... wenn Sie bisschen Integrationswillen zeigen. Denn "jawoll und mit ganzer Seele Deutscher", das können Sie in Deutschland besser sein als bei uns hier (hab irgendwie das Gefühl, gerade Ihnen muss ich nicht eine historische Persönlichkeit als Beispiel dafür nennen).

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