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"Die Reichen werden reicher"

Interview | 21. Jänner 2012, 18:17
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    foto: deuticke verlag

    "Bestseller sind nicht planbar", sagt Deuticke-Verlagschefin Schmidt, aber man kann viel lernen, wenn sie passieren ...

Die Deuticke-Verlagschefin Martina Schmidt über den richtigen Riecher, sehr gute Nasen, große Ketten und kleine Verlage

Stefan Gmünder sprach mit ihr.

STANDARD: Daniel Glattauer, Paulus Hochgatterer, Dimitré Dinev, Radek Knapp, Daniel Kehlmann - alles Autoren, die ihre literarische Karriere unter Ihrer Verlegerschaft begannen oder wie im Fall von Alex Capus erst richtig lancierten. Sie scheinen einen guten Riecher für Texte zu haben.

Schmidt: So etwas kann man wohl kaum über sich selbst sagen. Ich bin ein Einzelkind und habe mich manchmal sehr einsam gefühlt. Daher habe ich, auch weil meine Eltern eine riesige Bibliothek hatten, sehr viel gelesen. Ich glaube, das war die eigentliche Ausbildung, um später gute Autoren und Texte erkennen zu können, und zwar weniger auf einen intellektuellen als auf einer Gefühlsebene.

STANDARD: Apropos Gefühl. Lässt sich Hochliteratur heute überhaupt noch verkaufen?

Schmidt: Der Begriff Hochliteratur hat sich für mich nie erschlossen. Ich finde, es geht um das Gefühl, das Autoren den Lesern vermitteln. Und es ist entscheidend, ob dieses Gefühl authentisch ist oder nicht. Leser merken das genau.

STANDARD: Was macht neben Authentizität ein gutes Buch aus?

Schmidt: Ich habe als Kind ganz naiv zu lesen angefangen, auch Bücher, die überhaupt nicht für mein Alter geeignet waren. Ich kann mich erinnern, dass ich mich sehr ärgerte, wenn ich ein Buch - beispielsweise Heideggers Sein und Zeit - nicht spannend fand. Ich verstand damals nicht, dass Sein und Zeit kein Buch für mich war. Vielleicht hat es mit dieser Lesersozialisierung zu tun, dass ich nach wie vor primär gern Bücher lese, die ich spannend finde. Spannung ist für mich ein Kriterium, das sehr ernst zu nehmen ist. Wenn man beim Lesen bemerkt, dass man nach drei Buchseiten auch schauen könnte, ob man eine SMS gekriegt hat, oder mit dem Gedanken spielt, die Blumen zu gießen, ist es kein gutes Buch.

STANDARD: Jeder Verleger träumt davon, einen Bestseller zu landen.

Schmidt: Bestseller sind nicht planbar. Ich glaube, man muss unterscheiden, ob man ein Buch macht, weil man glaubt, der Markt wartet darauf, das würde ich ganz falsch finden. Anders ist es, wenn man bei einem Buch erkennt, dass es ein Bestseller werden kann, weil der Markt darauf reagiert. In diesem Fall kann man Werbegeld und Marketingmaßnahmen einsetzen. Bei Daniel Glattauers Gut gegen Nordwind war es zum Beispiel so, dass sich durchaus nicht alle im Verlag damals sicher waren, dass das ein Riesenbestseller werden würde. Die ersten, die das klar gesagt haben, waren die Vertreter. Gut gegen Nordwind war ein nicht geplanter Bestseller und für alle Beteiligten eine wichtige Erfahrung. Bei den weiteren Büchern von Daniel Glattauer konnte man dann davon ausgehen, dass es Bestseller werden ... aber ich bin nach wie vor überzeugt, dass kein Verlag einen Bestseller auf dem Reißbrett entwerfen kann. Und das ist sehr beruhigend.

STANDARD: Sie haben zuweilen lange an Autoren festgehalten, die nicht von Anfang an so erfolgreich waren wie heute, wie etwa Paulus Hochgatterer und Daniel Kehlmann. Heute, so scheint es, wird auf schnellen Erfolg gesetzt?

Schmidt: Das sind allerdings Beispiele, bei denen der Erfolg nicht lange auf sich warten lassen hat ... im Fall von Daniel Kehlmann leider nicht mehr bei uns, weil er uns verlassen hat. Ich versuche, solange es irgendwie geht, zu einem Autor zu stehen. Weil wir auch Geld verdienen müssen, wird es schwierig, wenn nach zwei, drei Büchern keinerlei Licht am Horizont wahrzunehmen ist. Wenn wir sehen, dass sich etwas entwickelt, halten wir an diesem Autor fest. Es ist eine große Entscheidung, ein Buch von jemandem zu verlegen, weil es eben um mehr geht als um ein Buch. Es ist die Entscheidung für einen Autor. Man hat als Verleger dann die Pflicht, sich zu kümmern.

STANDARD: Täuscht der Eindruck, dass sich der Bestsellermarkt nur noch auf einige wenige Autoren fokussiert?

Schmidt: Das ist auch bei uns zu spüren. Die Bestseller werden immer größer, und die Autoren, die früher 5000 Exemplare verkauft haben, verkaufen heute nichts mehr. Die Mitte ist verlorengegangen. Es gibt Autoren, die wenig verkaufen, und es gibt Autoren, die sehr viel verkaufen. Warum das so ist, kann ich nicht sagen, ich weiß nur, dass es als Verlegerin sehr schwierig ist, damit umzugehen, zumal es in einem Haus Autoren gibt, die sehr viel Erfolg haben, und andere, bei denen das Gegenteil der Fall ist. Die Armen werden ärmer, und die Reichen werden reicher - auch im Verlagswesen.

STANDARD: Was heißt, nichts mehr verkaufen, ein paar hundert Stück?

Schmidt: Seit wir einen deutschen Eigentümer und einen deutschen und Schweizer Vertrieb haben, heißt wenig 2000 Exemplare.

STANDARD: Hat sich für Sie etwas geändert, seit der Deuticke Verlag, der früher dem Österreichischen Bundesverlag gehört hat, an Hanser verkauft wurde?

Schmidt: Ja. Die Möglichkeiten sind viel größer als früher. Der Druck allerdings auch.

STANDARD: Im Jahr 2000 schrieben Sie in Ihrem Essay "Glühwürmchens Rache" (NZZ), der Ast, auf dem Verlage säßen, sei schon einmal länger gewesen. Gewachsen scheint er in den letzten zwölf Jahren nicht zu sein.

Schmidt: Grundsätzlich hat sich geändert, dass es E-Books gibt, was für uns kein Nachteil ist, weil wir die verkaufen wie normale Bücher. Es handelt sich dabei allerdings um einen bei weitem nicht so großen Anteil, wie man meinen könnte. Alle Sieben Wellen hat im Hardcover und Taschenbuch eine Million Bücher verkauft und im Vergleich dazu 5000 E-Books. Wobei es sich bei den Glattauer-Lesern wahrscheinlich um eine Leserschaft handelt, die eher E-Book-affin ist. Das E-Book wird uns sicher nicht umbringen. Es wird eher passieren, dass Menschen weder E-Books noch Bücher lesen, weil es mittlerweile so viele andere Medien gibt. Die Zeit etwa, die heute auf Facebook verbracht wird, fehlt als Bücherlesezeit. Ich glaube aber, dass sich alle diese Probleme im Rahmen hal-ten ... die Verleger haben immer gern gejammert. Verschärft haben sich die Marktbedingungen durch die großen Buchhandelsketten, die, wenn sie geneigt sind, Bücher zu unterstützen, dafür auch viel verlangen. Wenn es weiter in die Richtung geht, dass man als Verlag keine Chance hat, wenn man den Ketten nicht bestimmte Zahlungen für ihre Werbung und damit indirekt für Platz in Buchhandlungen leistet, dann wird das für kleine Verlage ein Desaster. Aber gerade die Kleinverlage probieren literarisch viel aus.

STANDARD: E-Books sind in den deutschsprachigen Ländern durch die Buchpreisbindung ähnlich teuer wie Hardcovers.

Schmidt: E-Book-Bestseller kosten in den USA zuweilen weniger als einen Euro. Ich weiß nicht, was die Folgen wären, wenn der Preis für E-Books auch hier freigegeben würde. Ich habe trotzdem keine Angst, weil ich glaube, dass ein richtiges Buch, das man wie einen Freund mit nach Hause nehmen kann, immer wichtig bleiben wird.

STANDARD: In der Schweiz wird im März abgestimmt, ob die Buchpreisbindung nach fünf Jahren wiedereingeführt werden soll. Wie ist Ihre Meinung?

Schmidt: Die Preisbindung ist gut, weil sie das Buch als Kulturgut und damit die Rechte der Autoren schützt. Ich finde, Bücher dürfen etwas kosten.

STANDARD: Es heißt, das Schicksal eines Buches stehe oft schon vor seinem Erscheinen fest, hauptsächlich hänge es von der berüchtigten Vertreterkonferenz ab.

Schmidt: Die Vertreter haben in ihrer Gesamtheit eine sehr gute Nase dafür, was sich verkaufen lässt. Dem kann man sich nur beugen. Ich kann natürlich ein Buch machen, auch wenn die Vertreter nicht daran glauben. Ich habe aber mittlerweile gelernt: Diese Leute wissen, was man verkaufen kann. Punkt. Das sind in unserem Verlag 13 deutsche, Schweizer und österreichische Vertreterinnen und Vertreter, die in Summe eine so große Erfahrung haben, dass es keinen Fall gibt, den ich kenne, in dem sie sich getäuscht hätten.

STANDARD: Das klingt seltsam.

Schmidt: Nein, die können das einfach erschreckend klar einschätzen. Es gibt diese Zensur, die ich im Kopf habe, wenn ich ein Buch einkaufe. Ich versetze mich kurz in die Situation während der Vertreterkonferenz und stelle mir vor, wie es ist, dieses Buch zu präsentiere. Dafür hat man ungefähr eine Minute Zeit. Bei einem Buch, bei dem ich nicht in einer Minute sagen kann, um was es geht oder was es ist, wäre ich sehr vorsichtig. Das klingt brutal, aber die Wahrheit ist, wenn man bei der Vorstellung eines Buches anfängt herumzuschwadronieren, ist das kein allzu gutes Zeichen, weil es sich um ein Buch handelt, das sich schwer vermitteln lässt. Und ein Buch, das sich schwer vermitteln lässt, lässt sich nicht gut verkaufen.

STANDARD: Und doch schaffen immer wieder Bücher den Durchbruch, von denen man es nicht erwartet hätte.

Schmidt: Die Mundpropaganda rettet sogar Bücher, die in Verlagen erscheinen, die kein gutes Vertriebsnetz haben, und macht unbekannte Autoren zu Stars. Die Mundpropaganda ist immer noch das entscheidende Kriterium. Die Vertreter stellen dem Buchhändler zwar ein Buch in den Laden, und der Buchhändler will es dann auch verkaufen - aber er kann es nicht verkaufen, wenn die Kunden nicht anfangen, darüber zu reden, aufgrund von Berichten in den Medien oder, weil die Nachbarin das Buch gelesen hat.

STANDARD: Es scheint, als würden immer mehr Bücher geschrieben.

Schmidt: Ich habe auch den Verdacht, dass mehr Leute schreiben als lesen. Ich habe ein permanent schlechtes Gewissen, weil ich meinem Lektürepensum hinterherhinke, diese Bürde schleppe ich dauernd mit mir herum. Das Verrückte an diesem Beruf ist, dass man für das, was man am liebsten tut, keine Zeit mehr hat, was auch damit zu tun hat, dass der Tsunami von unverlangt eingesandten Manuskripten demotivierend ist. Ich habe gestern zufällig ein Manuskript aus dem Stapel gezogen, das ich toll fand, was extrem selten ist. Es wird zu viel geschrieben - und zu wenig Gutes. (Stefan Gmünder, DER STANDARD/ALBUM - Printausgabe, 21./22. Jänner 2012)

Martina Schmidt hat in Wien Gebrauchsgrafik und Germanistik studiert. Sie ist seit 1991 bei Deuticke tätig, war von 2000 bis 2003 Verlagschefin und ist seit 2004, seit Hanser den Verlag übernahm und bei Zsolnay angliederte, Programmleiterin für Deuticke.

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Posting 1 bis 25 von 66
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Fredauer
00
25.1.2012, 14:34
selten

dass verlage sich trauen was neues auszuprobieren, dabei gibt es doch so viele spannende texte

Zitronenbaum
00
24.1.2012, 10:11
"Ich habe auch den Verdacht, dass mehr Leute schreiben als lesen."

Ich hab bis jetzt noch nie erlebt, dass jemand der ernsthaft schreibt nicht lesen würde. Von daher sind gerade Autoren (ob Hobbyautor oder professionell ist einerlei) die besten Kunden der Buchbranche. Nicht umsonst geben diverse professionelle Autoren den Tipp an Jungautoren: Viel lesen! Auch Genreübergreifend.
Mich faszinierend Bücher, die nicht hunderte Sätze brauchen, um zu erklären, wo die Charaktere gerade sind oder was sie tun, sondern es einfach zeigen. So will ich auch schreiben können.
Meiner Meinung nach fördert man durchs schreiben das lesen genauso.

Pyg Malia
01
23.1.2012, 11:33
Eines sollte man

bei aller berechtigten Kritik an der Entwicklung von Zsolnay/Deuticke nicht vergessen (gilt auch für mich): Ausgehend von den Eigentumsverhältnissen und der Persönlicheit des Münchener "Chefs" dürften Martina Schmidt (Deuticke) und Herbert Ohrlinger (Zsolnay) eher der Schwanz sein, mit dem Michael Krüger (Hanser) wedelt.

Franz Klug
02
22.1.2012, 22:25
Mehr Begeisterung für schwerere Literatur wäre schon möglich!

Neben dem nicht vorhandenen Einsatz - weder Verlag, noch große Buchhandelsketten, noch Medien - für etwas "schwerere" Literatur, kommt noch für den Qualitätshandel erschwerend die Titelflut dazu.
Es wird nicht nur zu viel geschrieben. Es wird auch zu viel publiziert. Bzw. bei den Publikationen wird hauptsächlich Mainstreaming gemacht.
Also die VertreretInnenkonferenz als Gradmesser für Literatur könnte anders ausschauen, wenn alle wirklich auch mehr Qualität wollten.
Die mittleren Auflagen - 5000 - sind weggebrochen, weil die Großkonzerne Thalia, Hugendubel etc., die mittleren Buchhandlungen mit Ihrer Qualitätsauswahl vernichtet haben und ihre Regale meistens nur mehr mit Leichtromane, Krimis, Kochbücher und Gartenbücher vollstellen.

Pyg Malia
18
22.1.2012, 13:05
Ein Verlag wie Deuticke,

gestärkt duch die Glattauer-Millionen, sollte es sich leisten, auch innovative, wagemutige österreichische Literatur zu bringen. Aber wenn heute ein junger Thomas Bernhard mit dem "Kalkwerk" im Deuticke Lektorat erscheint, wird der höchstens zum nächsten Witz bei der Vertreter-Sitzung.

cosomo
 
00
22.1.2012, 12:32
E-Books?

Meiner Meinung nach ist der E-Book-Hype nichts anderes als eine grandiose Marketing-Strategie von Amazon und Co. Amazon veröffentlicht ja keine Verkaufszahlen, aber seltsam ist es schon, dass in den Top-100 bei Amazon.de auf Rang 1 und 3 zwei englischsprachige Bücher zu finden sind. Das sagt wohl alles über die Verkaufszahlen von deutschen E-Books.

In den Foren bei Amazon.de herrscht einzig der Markt der Eitelkeiten. Jeder Hobby-Autor preist sein Werk an, aber kaufen will fast niemand. Es wimmelt dort nur so von verkannten Genies, die zudem über die etablierten Verlage herziehen, weil die ihre "Meisterwerke" nicht veröffentlichen wollten.

Das einzig tolle sind die Gratis-Klassiker der Weltliteratur. Das ist wirklich interessant.

oas
00
22.1.2012, 01:23
Den Verdacht

dass mehr geschrieben, denn gelesen wird, habe ich auch. Untrstellte man in der klassischen Bildungsvorstellung noch, dass die Fertigkeit des Schreibens die des Lesens beinhalte, ist das seit Erfindung der Tastatur nicht mehr so gewiss…

Trollblume
00
22.1.2012, 00:20

Frag mich nur - was hat der Titel mit dem Artikel zu tun - sollte das nicht irgendwie .... ?

Rosa Grün
 
00
22.1.2012, 00:37

wieso, ist doch klar.

Trollblume
00
22.1.2012, 07:53

Nein, ich finde ihn nicht im Artikel, den Bezug zur Headline - "Die Reichen werden reicher". Bitte erklären Sie es mir.
Sonst: Interessantes Interview, aber: ich bin mir sicher, dass das Buch in der heutigen Form keine Zukunft hat. Schmidt schreibt, "Der Begriff Hochliteratur hat sich für mich nie erschlossen." Mir erschließt sich nicht, warum Literatur an Bücher gebunden sein sollte, wenn es andere Möglichkeiten der Verbreitung gibt. Sie denkt zu eng. Das eBook in der heutigen Form ist nur ein Übergangsstadium, und die Verlage verschlafen alles.

Rosa Grün
 
01
22.1.2012, 09:44

"Die Bestseller werden immer größer, und die Autoren, die früher 5000 Exemplare verkauft haben, verkaufen heute nichts mehr. Die Mitte ist verlorengegangen. Es gibt Autoren, die wenig verkaufen, und es gibt Autoren, die sehr viel verkaufen. Warum das so ist, kann ich nicht sagen, ich weiß nur, dass es als Verlegerin sehr schwierig ist, damit umzugehen, zumal es in einem Haus Autoren gibt, die sehr viel Erfolg haben, und andere, bei denen das Gegenteil der Fall ist. Die Armen werden ärmer, und die Reichen werden reicher - auch im Verlagswesen."

und wenn sie sich darunter nichts vorstellen können, denken sie jetzt noch an herrn glattauer.

ich lese gerne bücher in bücherform. e-book oder ausdrucke sind für mich nicht das wahre.

Trollblume
01
22.1.2012, 12:03

ich liebe bücher auch, und herkömmliche texte in form von eBooks interessieren mich nicht im geringsten! Aber die literatur der zukunft wird und kann sich nicht auf das wort beschränken, sondern alle sinne ansprechen, alle medien nutzen, hypertextuell und interaktiv sein auf eine weise, die wir uns heutenoch nicht vorstellen können. Da würde ich mir einen viel innovativeren, spielerischen Umgang der 'alten' Verlage wünschen, sonst sind die Leute, die heute die Schule besuchen, weg - und ich kanns ihnen nicht verübeln.

Rosa Grün
 
10
22.1.2012, 12:18

da ist guter rat teuer!

tatsache ist, dass mit der heutigen jugend eine generation heranwächst, die nicht mehr auf die klassische weise liest. sowieso geraten die klassischen medien immer mehr ins hintertreffen. viele bleiben auf der strecke, manche gewinnen dazu. vielleicht gilt auch hier: die reichen werden immer reicher, die armen ärmer.

Trollblume
10
22.1.2012, 14:37

ich würde das nicht pauschalisieren, aber es tun sich auch neue möglichkeiten auf! glaube, dass wir das noch nicht abschätzen können, bin aber zuversichtlich, denn: die menschen werden sicher nicht insgesamt blöder!
was ich mich frage ist: warum interessiert das die verlage nicht? und: ist das buch wirklich nur eine ware?

Rosa Grün
 
10
22.1.2012, 17:29

also zB ein ebook mit links, visuals oder postingmöglichkeit um es ganz simpel auszudrücken?

Trollblume
10
23.1.2012, 01:13
lassen wir uns überraschen!

ja und nein, auch 'links' und brücken in die reale welt - geo-tags, living books, aktionen ...
es gibt kunstprojekte, wo gedruckte bücher mit medien interagieren und umgekehrt, sehr interessant ist auch der produer- in den social media, wie zB in diesem twitter-live-kunstwerk - http://tweetscapes.de/. da werden tweets in töne verwandelt - in diese richtung denke ich eher. aber lassen wir uns überraschen!

Pyg Malia
11
21.1.2012, 23:37
Gediegenheit

Mir kommt vor, dass sich bei Deuticke (wie bei Zsolnay) seit einiger Zeit eine gediegene, teils "kuschelige" Qualität breit macht, deren literarischer Anspruch jedoch nicht zu explizit sein darf (das würde dann wahrscheinlich Käufer abschrecken). Von Kalibern wie Jelinek oder Bernhard, Broch oder Musil weit und breit nichts zu sehen.

R., der Hundefreund
00
23.1.2012, 18:18
Dazu müsste es solche Kaliber erst geben...

Haben´s schon alles gelesen von den erwähnten Autoren? Ja? Dann besteht ja noch Nachholbedarf, alleine an Goethe denkend...

Pyg Malia
00
24.1.2012, 10:39
Klotzen

Mir geht's gar nicht ums Klotzen.
Aber es gab tatsächlich mal eine Zeit (ist gar nicht so lange her), da haben Werke wie "Das Kalkwerk" oder "Die Liebhaberinnen" die Gegenwartsliteratur ausgemacht und nicht "Alles über Sally" oder "Madalyn". Peter Turrini hat mal gesagt, Publikum und Verlage dürsteten damals nach neuer, "wahnwitziger" Literatur.
Kommt wohl so schnell nicht wieder.

Diplomatenpass a.D.
02
22.1.2012, 10:27

Deuticke ist heute nur mehr kommerzieller Mainstream. Der Verlag hat mit jenem, in dem einst Die Traumdeutung erschien nichts mehr gemeinsam.

Trollblume
03
22.1.2012, 12:04

Schmidt gibt ja zu, dass sich ihr der Begriff 'Hochliteratur' nicht erschlossen hat ;-)

Xulu Hulu
00
22.1.2012, 11:45

Paulus Hochgatterer und Michael Köhlmeier und Monika Helfer und Peter Henisch sind Mainstream?!

Pyg Malia
02
22.1.2012, 12:16
Im Vergleich mit

der "Klavierspielerin", der "Auslöschung", dem "Jahr in der Niemandsbucht" sind die Werke der von ihnen genannten Autoren tatsächllich Mainstream (vor allem in der sprachlichen Bearbeitung ihres Stoffs.)

R., der Hundefreund
11
23.1.2012, 18:34
Gnädigste sind mit Verlaub etwas überdrüber,

... bzw. dem "ich bin das Salz der Erde2-Syndrom verfallen.

Pyg Malia
00
24.1.2012, 10:44
Och jö!

Da macht's jemand seinem geliebten Vierbeiner nach und kläfft.
Brav' is er! Ganz a Braver!
Und: nein, ich bin nicht das Salz der Erde, ich bin ganz zufrieden, wenn ich meinen Tafelspitz nicht versalze.

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