Proteste gegen Spar-KV

AUA-Belegschaft fürchtet das Schlimmste

20. Jänner 2012, 13:28
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    foto: rene van bakel

    Die AUA-Mitarbeiter fürchten laut Betriebsrat ein Semperit-Schicksal ...

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    ... die Gewerkschaft droht mit Streik.

Der Vorstand will drastische Änderungen bei Kollektivverträgen und Konzernstruktur, die Belegschaft lehnt das ab

Wien - Bei der AUA geht es rund. Die deutsche Lufthansa muss bei ihrer Tochter die hohen Verluste wegbringen. Der Vorstand wird deshalb den Tochterkonzern umbauen - samt allen Kollektivverträgen, teuren Zuschlägen, Arbeitszeitregeln und Pensionssystemen. Am Montag hat die AUA-Spitze einseitig einen neuen Kollektivvertrag ausarbeiten lassen, den die Betriebsräte allerdings verweigern. "Selbstverständlich" werde man dem nicht Folge leisten, sagte GPA-djp-Vizechef Karl Proyer am Freitag vor knapp tausend protestierenden Beschäftigten in Wien.

Für die AUA unter ihrem neuen Vorsitzenden Jaan Albrecht geht es nun nicht mehr nur um Einzelmaßnahmen wie einen fünfprozentigen Gehaltsverzicht, der nach drei Jahren wieder aufgefressen ist. Das wurde den Belegschaftsvertretern in den angelaufenen Verhandlungen klargemacht. Und: Die jetzigen Pläne gelten als ultimativ. Viel Zeit ist nicht mehr. Die Gewerkschaft wollte daher noch am Freitag mit Albrecht verhandeln. Einen Ad-hoc-Gesprächstermin bekamen die protestierenden Mitarbeiter aber zu Mittag nicht.

Management und Berater basteln an Spar-KV

Das Management überarbeitet mit Hilfe eines dafür engagierten internationalen Beraters alle Strukturen. Davon ist auch die Tyrolean betroffen, deren Pilotencrews heute schon bis zur Hälfte billiger kommen als die Mannschaften nach den ursprünglichen AUA-Tarifverträgen. Ob die Tyrolean weiter ausgetöchtert bleibt oder mit der AUA ganz zusammengelegt wird, ist in Prüfung.

Ende Februar dürfte die Gangart jedenfalls verschärft werden. Am 29. Februar steht das neue Sparpaket wieder im Mittelpunkt der Beratungen der Aufsichtsräte. Da will die Lufthansa zumindest erste Fortschritte sehen, wohin die Reise geht. Die AUA muss auch ihre Kapitalstruktur verbessern.

Gewerkschaft kämpferisch

Die Gewerkschaft lehnt einseitige Vorgaben ab und stellt sich auf einen größeren Arbeitskampf ein. Das gaben GPA-djp-Vize Proyer und AUA-Bodenbetriebsratschef Alfred Junghans am Freitag nach einer Betriebsversammlung des Bodenpersonals in Wien-Schwechat bekannt. Die Leute seien verängstigt und hätten Angst vor einem Schicksal wie bei den alten österreichischen Reifenwerken, sagte Junghans: "Man macht die Leute billiger, und dann geht es sich doch nicht aus." Proyer wiederum rechnete vor, dass nach den bisher bekannten Sparplänen des Vorstands bei den Abfertigungen 15.000 bis 30.000 Euro ("an Perspektiven", Anm.) fehlen würden. Bei den Vorrückungen gehe es um 500 Euro pro Monat weniger. Dazu kämen jede Menge weiterer Grauslichkeiten in dem Entwurf. "Das kann man von uns nicht verlangen", so Proyer.

Keine Rede von Konkurs

Obwohl es in den Plänen des Managements um das nachhaltige Überleben der AUA geht, ist für Junghans "keine Rede von Konkurs im Moment". Dazu gebe es keine Veranlassung. Auch Proyer lehnt es ab, über eine Insolvenz zu spekulieren, und warnt davor, der Belegschaft mit solchen Szenarien zu drohen.

Die Gewerkschaft kritisiert auch die Aussage des Vorstands, dass die Personalkosten explodieren würden. Man habe immerhin 1500 Mitarbeiter abgebaut. Junghans' Rechnungen zufolge sind die Personalkosten in Bezug auf die Gehälter in den vergangenen zwei Jahren um 17 Prozent zurückgegangen. Und überhaupt machten die Personalkosten der rund 2600 kaufmännisch-technischen Mitarbeiter nur sieben Prozent der Gesamtkosten der AUA aus.

Bereitschaft zur Auseinandersetzung

Proyer versicherte Bereitschaft zu einer größeren Auseinandersetzung. Für weitere Betriebsversammlungen und allenfalls einen Streik wartet die Belegschaftsvertretung den 29. Februar ab, an dem die entscheidende Aufsichtsratssitzung zum bevorstehenden Sparpaket stattfindet. Vor allem aber ist das ein Stichtag für die Inflationsabgeltung für Teile der AUA-Gagen.

"Wenn dann schon ein Cent fehlt, sehen wir uns wieder", kündigte die Gewerkschaft an. Dann ist für Proyer auch eine Urabstimmung über Streiks fällig. "Vernünftigen Verhandlungen" will sich die Belegschaft aber nicht verweigern. Und die AUA-Passagiere spürten beim Abflug nur kleinere Verspätungen. (APA)

Kommentar posten
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Paul Sabrinski
03
22.1.2012, 07:29
An alle Angestellten: Bleibt standhaft!

Auch die miesesten Knebelverträge und sklavenartige Arbeitsbedingungen können ein Unternehmen nicht retten, wenn das Managment unfähig ist. Siehe Schlecker.

h k
31
21.1.2012, 07:44
Erinnert irgendwie an griechische Verhaltensweisen

)so(
15
21.1.2012, 02:08
Die AUA über Personalkosten sanieren zu wollen, ist wie den Klimawandel durch Pkw-Fahrverbot bekämpfen zu wollen

Beides zählt nur mit 7% bzw 5% zu den (Kosten-)Verursachern. Das Problem: Die restlichen 95%igen Hauptursachen wirken weiter. Deren Beseitigung kann man sich dank der medial verstärkten Aufregung elegant sparen. Bis der Endzweck erreicht ist.

MiFi
94
20.1.2012, 22:29
Und wieder ein Unternehmen dass von der

Gewerkschaft in den Ruin getrieben wird ...

gr.ado
 
00

... wohl eher vom alten österreichischen Management, welches z.B. die 39 Monatsgehälter Abfertigung nach 25 Jahren zugelassen hat (x12.000,00 mtl. Durchschnittsgehalt/Pilot) ...

Pauli Feuerstein
41
21.1.2012, 05:48
Denke auch, dass die Gewerkschaft der Untergang der AUA war und ist!

Das Management der Lufthansa ist fähig, das hat es bewiesen, die variablen Kosten ex Sprit werden durch die Gewerkschaft repräsentiert - das muss schief gehen!

Maggot Brain
11
21.1.2012, 13:44

Komischerweise sind die Personalkosten bei der Lufthansa in D höher... Also kanns nicht daran liegen.

McDonnell Douglas
00
22.1.2012, 14:24
Aber der Ertrag ist höher (mehr C-Klassse)

Maggot Brain
00
23.1.2012, 21:36

weil LH mehr langstrecken-destinationen hat?

MiFi
10
21.1.2012, 17:59
Vielleicht liegt es am Personal in Kombination mit den Kosten ...

Maggot Brain
00
22.1.2012, 00:17

Stimmt. Das Lufthansa Personal ist konsequenter im Umgang mit den Passagieren.

walter helfmann
00
21.1.2012, 00:35
seit wann heisst lufthansa gewerkschaft?

Schwedenbombe
 
02
20.1.2012, 23:16
Aber sie können behaupten sie haben Interessen vertreten

Aber leider keine Arbeitsplätze erhalten...

Physikus75
05
20.1.2012, 22:04
Skylink = AUA

Die Swiss-Air konnte von der LH erfolgreich saniert werden. Die AUA scheint von dilettantischsten Managern (Mag. Ötsch "Die AUA ist saniert") total in den Boden gefahren sein.

Irgendwie erinnert mich das stark an das Skyline-Desaster.

Das kommt halt heraus, wenn in leitenden Posten nur Politgünstlinge sitzen (ganz egal welcher Couleur)

FatFaceRicky
04
20.1.2012, 22:02

Das kann nicht sein, der Ötsch hat den Laden doch schon saniert.

ikepod
81
20.1.2012, 21:55
wer brauch noch die AUA?

lasst sie sterben. das ist der markt.
wird hoffendlich nicht gerettet wie die banken!

walter helfmann
10
21.1.2012, 00:57
lufthansa braucht die aua -

zumindest den namen - für landerechte.

wer braucht eigentlich den deutschen kranich?

jahrzehntelanges buhlen um businesskunden auf kosten der economieclass kann sich nicht rechnen.

da zahlten und zahlen die vielen kleinen passagiere den besseren komfort für einige große, dürfen dafür bei den serviceleistungen nachteile akzeptieren.

aua - swiss - lufthansa sollten den personInenkreis der businessclas evaluieren. überraschung?

ikepod
00
21.1.2012, 08:57
die haben keine chanse.

ein beispiel
ich fliege regelmässig zwischen LJ und CDG
für 150€ inklusive allen abgaben.
ich würde für die gleiche strecke mit dem auto 200€ sprit verbrauchen in eine richtung.
wie kann dass sich wirtschaftlich ausgehen?

frank rosner
00
26.1.2012, 14:16
LJ gibt es nicht - alle arports

haben einen 3lettercode - also ist ihr beispiel nicht nachvollziehbar. aber wie sich das augeht - liegt vielleicht an der masse der pax, die transportiert werden, würden sie mit einem neunsitzerbus fahren - wäre es umgerechnet auf den einzelnen auch an sich billig. sofern ich ihrem posting ansatzweise folgen konnte

ikepod
00
26.1.2012, 23:52

16euro für die kredietkatenzahlung!!!
vermutlich 60€ flughafengebèhr.
da bleiben 70 euro für die fluglinie?
hin und zurück!!
in eine richtung:
wenn 200 leute drinnen sitzen macht das 7000€ für drei stunden einsatz , wenn sie schnell sind.
sie zahlen damit sprit, das flugzeug, die mannschaft, service, ersatzteile, und was weiss ich noch alles.

ikepod
00
26.1.2012, 23:44
sorry

LJU ? für Ljubljana.

blablabla blablabla
00
20.1.2012, 21:12
zu Recht,

alles ist Pleite.

Manche diskutieren hier darüber wie wenn sie ins Wasser gefallen wären, welche Tropfen sie jetzt abwischen müssten um wieder ganz trocken zu sein.

Nein, diese Krise hat eine andere Qualität wie viele bald bemerken werden.

airbus348
13
20.1.2012, 20:43
So kann es nicht funktionieren

wie sich das der neue Vorstand vorstellt.
Die Rechnung wird er dafür schon noch bekommen

Araquin
01
20.1.2012, 20:09
Wenn man sich die Kommentare so durchliest..

..sollte man meinen, die meisten hier sind sehr vermögend. Vielleicht schreibt ja hier auch nur der AUA-Vorstand.

Den restlichen Vakuumbesitzern (zwischen den Ohren also) sei in Erinnerung gerufen, daß die meisten von euch ohne das langen Ringen der "Beton"-Gewerkschaften (das Wort wird hier zu oft verwendet, um nicht an konzertierte Wortspenden zu glauben) für ordentliche Lähne und Arbeitsbedingungen bestensfalls als Taglöhner unterwegs wärt. Schaut euch das 19.Jahrhundert genauer an.

Als Einzelkämpfer könntet ihr nämlich alle einpacken. Wenn man euch umsonst kriegen könnte, würde man es machen.

Vitaminbombe
53
20.1.2012, 19:36
satt der GPA

würde hier die GÖD viel besser passen, denn vieles der Betroffenen (mit Altverträgen) erinnert an Beamte ...

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