Der Gründer von Wikileaks gab dem "Rolling Stone" ein ausführliches Interview
Kurz vor Weihnachten traf das "Rolling Stone"-Magazin den Wikileaks-Gründer Julian Assange in seinem neuen Haus in England. Erst vor kurzem ist er vom Landsitz eines Unterstützers dorthin gezogen. 363 Tage hatte er sich in dem großzügigen Haus in Hausarrest befunden.
Warten auf Gerichtsprozess
Umgeben von Unterstützern wartet er nun auf seinen Gerichtsprozess am 1. Februar. Dann wird entschieden, ob er nach Schweden ausgeliefert wird. Dort wartet auf ihn ein weiterer Prozess, weil er zwei Frauen sexuell belästigt haben soll.
"Ich bin pleite"
Trotz der Länge des Interviews erfährt man nicht viel Neues. Allerdings gesteht Assange ein, dass er pleite ist. Seinen Kampf gegen eine Auslieferung finanziert er aus eigener Tasche, obwohl er der Meinung ist, dass Wikileaks die Kosten übernehmen sollte.
Kein Geld mit Buch verdient
Mit seinem Buch habe er kein Geld verdient, sagt Assange. Diese Behauptung hätten "unsere Gegner" aufgestellt. Auch dass er eine Million Pfund auf einem Konto besitzt, sei ein Lüge. Seine ehemaligen Anwälte würden die Rechte an seinem Buch halten. Er hatte sich von ihnen 2011 getrennt, weil er angeblich ihre Gehälter nicht zahlen konnte. Wie er seine jetzigen Anwälte bezahlt, blieb offen.
Spendenaufruf
Intern.de hinterfragt die Angaben von Assange, wonach Wikileaks nicht für seinen Rechtsstreit aufkommt. Schließlich fordert man auf der Wikileaks-Website auf, für den "Wikileaks and Julian Assange Defence Fund" zu spenden. Es stellt sich die Frage, wer das gespendete Geld bekommt. Wikileaks musste im Oktober den Betrieb aus Geldmangel einstellen.
Hoffen auf Revolution
Auf die abschließende Frage im Interview, wann er glaubt, wieder in Freiheit für Wikileaks arbeiten zu können, sagt Assange: "Auf die USA bezogen müssen wir auf eine Revolution hoffen." (soc)