Julian Assange im Interview: "Ich bin pleite"

Bericht | 20. Jänner 2012, 11:55
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    foto: (c) ap

    Julian Assange wartet auf seinen Gerichtsprozess.

Der Gründer von Wikileaks gab dem "Rolling Stone" ein ausführliches Interview

Kurz vor Weihnachten traf das "Rolling Stone"-Magazin den Wikileaks-Gründer Julian Assange in seinem neuen Haus in England. Erst vor kurzem ist er vom Landsitz eines Unterstützers dorthin gezogen. 363 Tage hatte er sich in dem großzügigen Haus in Hausarrest befunden.

Warten auf Gerichtsprozess

Umgeben von Unterstützern wartet er nun auf seinen Gerichtsprozess am 1. Februar. Dann wird entschieden, ob er nach Schweden ausgeliefert wird. Dort wartet auf ihn ein weiterer Prozess, weil er zwei Frauen sexuell belästigt haben soll.

"Ich bin pleite"

Trotz der Länge des Interviews erfährt man nicht viel Neues. Allerdings gesteht Assange ein, dass er pleite ist. Seinen Kampf gegen eine Auslieferung finanziert er aus eigener Tasche, obwohl er der Meinung ist, dass Wikileaks die Kosten übernehmen sollte.

Kein Geld mit Buch verdient

Mit seinem Buch habe er kein Geld verdient, sagt Assange. Diese Behauptung hätten "unsere Gegner" aufgestellt. Auch dass er eine Million Pfund auf einem Konto besitzt, sei ein Lüge. Seine ehemaligen Anwälte würden die Rechte an seinem Buch halten. Er hatte sich von ihnen 2011 getrennt, weil er angeblich ihre Gehälter nicht zahlen konnte. Wie er seine jetzigen Anwälte bezahlt, blieb offen.

Spendenaufruf

Intern.de hinterfragt die Angaben von Assange, wonach Wikileaks nicht für seinen Rechtsstreit aufkommt. Schließlich fordert man auf der Wikileaks-Website auf, für den "Wikileaks and Julian Assange Defence Fund" zu spenden. Es stellt sich die Frage, wer das gespendete Geld bekommt. Wikileaks musste im Oktober den Betrieb aus Geldmangel einstellen.

Hoffen auf Revolution

Auf die abschließende Frage im Interview, wann er glaubt, wieder in Freiheit für Wikileaks arbeiten zu können, sagt Assange: "Auf die USA bezogen müssen wir auf eine Revolution hoffen." (soc)

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Posting 1 bis 25 von 90
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Das hat System
02
22.1.2012, 08:42

Geh bitte, gebt's erm doch einen Diplomatenpass!

Erwin Wolfram
00
21.1.2012, 22:16
...

Was, hat er sich mit "Diplomaten" angelegt?

Shrike
18
21.1.2012, 22:13
Wer sich mit den Mächtigen anlegt

Zivilcourage ist eben nicht mehr gefragt. Alleine schon die Kommentare, die man hier teilweise findet zeigen, wie hirntot manche bereits sind. Wikileaks hat viel dazu beigetragen, die Diskussion über Offenheit von Regierungsinformationen anzustoßen. Das Hubschrauber-Video hat zudem wieder einmal gezeigt, wie zynisch und menschenverachtend auch moderne Kriege geführt werden.

Man kann über Assange denken was man will, aber es geht nicht um seine Persönlichkeit, sondern was er getan hat und was ihm angetan wurde. Seine Initiative war wichtig und er wurde ganz offensichtlich von Geheimdiensten in die Falle gelockt. Die sexuellen Anschuldigungen gegen ihn sind doch völlig lächerlich.

quo_vadis_austria
00
12.2.2012, 14:19
"Wikileaks hat viel dazu beigetragen, die Diskussion über Offenheit von Regierungsinformationen anzustoßen."

... und - haben sie das Gefühl das ausser "Diskussion" (und damit der Identifizierung der "nichtkonformen" Subjekte im Volkskörper durch den Sicherheitsapparat der übrigens dringend verdächtig ist mittels Kontrolle von Naziskins gezielt türkische Migranten in Deutschland ermordet zu haben!) irgendetwas brauchbares herausgekommen ist?? (ACTA, PIPA, ...)

eolith421
11
26.1.2012, 12:28
Offenheit von Regierungsinformationen

Es ist richtig, dass ich als österreichischer Staatsbürger das Recht haben soll(te) die Offenheit der Regierungsinformationen zu fordern, immerhin bin ich auch Steuerzahler. ABER, mich gehen nichts die Regierungsinformationen der USA, Deutschland, Frankreich, etc. an, da ich nicht deren Staatsbürgerschaft habe. Wikileaks hat aber diesen Unterschied nicht kapiert.

Loxoceles
00

Wenn die Regierungsinformationen der USA das eigene Land betreffen, dann gehen sie sehr wohl auch Sie etwas an: Es könnte sich um Spionage handeln.

Einige wikileaks-Depeschen waren darüberhinaus auch Mitanlass für den Arabischen Frühling.

Liberaler Atheist
113
21.1.2012, 18:03

Mein Mitleid hält sich sehr in Grenzen.

grumbleduke
 
14
22.1.2012, 03:55
"Mein Mitleid hält sich sehr in Grenzen."

vielleicht aus Solidarität zu Ihrem IQ?

peaks
152
21.1.2012, 16:18
Julian Assange im Interview: "Ich bin pleite"

Hackeln gehen wäre so eine Idee....

Ja, dürfen's denn das ?
15
21.1.2012, 20:14
Hackeln gehen wäre so eine Idee....

Bei eingeschränkter Bewegungsfreiheit (ich glaube - Hausarrest) und drohender Auslieferung an Schweden ?

eolith421
11
26.1.2012, 12:32

Daran ist er selber schuld. Vor was hat er denn so eine Angst, dass Schweden ihn in die USA ausliefert? Und dann, er könnte dort maximal wegen Anstiftung zu einer Straftat angeklagt werden, wobei die Mehrheit der US Kommentatoren der Ansicht sind, dass er überhaupt nichts zu befürchten hätte. Er ist und bleibt ein Selbstdarsteller.

Loxoceles
00

Sind Sie schon mal in einem US-Gefängnis gesessen? Kennen Sie das US-Rechtssystem?

eolith421
00

Ich kenne das System soweit, dass sich bisher kein Staatsanwalt gefunden hat der bereit wäre Anklage zu erheben, und kein Richter gefunden wurde der bereit wäre einen Haftbefehl auszustellen.

plebs et principes
145
21.1.2012, 15:31

mal ehrlich! wenn ich geheime us-dokumente veröffentliche, die darüberhinaus - meine pers. meinung - nicht besonders informativ waren, dann darf man sich nicht wundern, wenn man da in große schwierigkeiten kommt.

für mich ist er ein wichtigtuer, der verblendet war von einer idee, die im netz zustimmung erfährt. aber mit info-freiheit hat das überhaupt nichts zu tun.

Shrike
17
21.1.2012, 22:15

Genau. Zivilcourage ist doch sowas von out. Wer braucht das schon, wo man den Regierungen doch völlig vertrauen kann.

Hugo Strudl
15
21.1.2012, 17:09

War außerordentlich informativ, das meiste wurde jedoch von den Medien genauso stark verfolgt wie der Fall des Whistleblowers, der die Murdoch Zeitung auffliegen lies.
Dass der, der ein Netzwerk von Regierung, Polizei und Medien auffliegen lies am Tag von Murdochs Aussage vor dem Parlamentsausschuss ohne Todesursache verstarb interessiert weder den Standard noch irgendein anderes Medium weiter.
Genauso ists mit den Depechen. Außerordentliches wurde zu Tage befördert aber nicht an die große Glocke gehängt.

Ja, dürfen's denn das ?
00
21.1.2012, 20:16
Dass der, der ein Netzwerk von Regierung, Polizei und Medien auffliegen lies am Tag von Murdochs Aussage vor dem Parlamentsausschuss ohne Todesursache verstarb interessiert weder den Standard noch irgendein anderes Medium weiter.

Echt wahr ?

Das habe ich tatsächlich in keinem Medium gelesen.

toast buster
33
21.1.2012, 13:26
Kämpfer für Recht und Wahrheit

mussten immer am schlimmsten leiden. Korrupte Ausbeuter und Lügner dagegen, gelten seit jeher als tragende Stützen unserer Gesellschaft.
Ob sich das jemals ändern wird?

zhang sanfeng
121
21.1.2012, 11:31

hm. keines verbrechens überführt, noch nicht einmal vor gericht gestanden, aber trotzdem schon ein jahr arrest hinter sich und finanziell ruiniert.
man stelle sich vor, der hätte sich auch noch des tierschutzes verdächtig gemacht...

Isabella Conceicao
03
22.1.2012, 14:47

während khg & freunderl noch immer frei herumlaufen! zum kotzen!!

Liberaler Atheist
57
21.1.2012, 18:05

Würde er sich endlich freiwillig der schwedischen Justiz stellen anstatt in seinem Fluchtort in England alle möglichen Rechtsmittel ergreifen, ginge es sehr schnell. Also selbst schuld.

MD Love
12
22.1.2012, 11:44
England>Schweden>USA>Gunantanamo>X

noch Fragen?

eolith421
01
26.1.2012, 12:38

England > Schweden > USA > ?
Warum glaubt eigentlich jeder Assange würde in den USA in irgendeinen Gefängnis verschwinden, weil das irgendwelche Politiker der Tea Party gesagt haben? Es wurde dort gegen ihn bisher nicht einmal Anklage erhoben. Vielleicht fordert das State Department und das Pentagon Assange Kopf, nur im Gegensatz zu Österreich ist die US-Justiz wirklich unabhängig!

Loxoceles
01

In den USA könnte es sein, dass er vor ein Militärgericht gestellt wird, nicht vor ein ziviles.

eolith421
01

Irrtum: Vor ein Militärgericht kann nur ein Mitglied der US-Streitkräfte gestellt werden, oder ein Spion der im Auftrag einer feindlichen Macht agierte. Wenn also Assange nicht für einen Geheimdienst arbeitet kann er nicht vor ein Militärgericht kommen.

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