"Versorgung mit Psychotherapie ist beschämend"

  • Christoph Klein und Eva Mückstein diskutierten
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    Christoph Klein und Eva Mückstein diskutierten

Bundesverband der Psychotherapeuten fordert Maßnahmen vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger

Psychotherapie wird in Österreich viel zu selten von den Krankenkassen finanziert, beklagt die Psychotherapeutin Eva Mückstein. Christoph Klein vom Hauptverband ortet historische Ursachen. 

Standard: In Österreich wurde die Psychotherapie erfunden, der Berufsverband der Psychotherapeuten ortet aber eine krasse Unterversorgung. Inwiefern?

Mückstein: Wir gehen davon aus, dass mindestens 110.000 Menschen in Österreich eine Psychotherapie bräuchten, denn laut Schätzungen hat jeder Vierte im Laufe seines Lebens ein Risiko, psychisch zu erkranken. Nur 70.000 Menschen nehmen in Österreich Psychotherapie in Anspruch. 35. 000 bekommen die Behandlung von den Kassen finanziert und werden in Versorgungseinrichtungen betreut, 30.000 müssen die sogenannte Kostenzuschussregelung in Anspruch nehmen, sie zahlen die Psychotherapie privat, bekommen aber von den Kassen pro Sitzung nur 21,80 Euro ersetzt. Dieser Betrag wurde seit Jahren nicht erhöht. Mehr als die Hälfte der Betroffenen hat entweder kein oder nur ein geringes Einkommen, sie können sich diese Therapie also kaum leisten. Drastisch formuliert, werden psychisch Kranke in unserem Lande im Hinblick auf die Behandlungsmöglichkeit Psychotherapie diskriminiert. Man könnte von unterlassener Hilfeleistung sprechen.

Klein: Das stimmt so nicht. Psychotherapie ist eine wichtige, aber verglichen mit der Medizin junge Leistung, die von den Kassen laufend ausgebaut wurde. Wir sind auf einem Niveau, das heute über dem liegt, das der Gesetzgeber mit der dafür gewidmeten Beitragserhöhung zur Verfügung gestellt hat. Zu den von Ihnen erwähnten 70.000 werden übrigens weitere 65.000 Menschen von Ärzten mit psychotherapeutischer Ausbildung betreut. Das sind meist kürzere Behandlungen, die nicht geringzuschätzen sind, zumal viele ja immer noch Scheu haben, zum Psychotherapeuten zu gehen, diese Hilfe aber gut annehmen können. Wir wollen die Versorgung trotz des Drucks zu sparen weiter verbessern, liegen aber auch jetzt nicht so schlecht, wie manchmal behauptet wird.

Mückstein: Die Behandlung durch einen Arzt mit Psy-Diplom ist aber doch keineswegs als Psychotherapie einzustufen. Psychotherapie hat sehr geordnete Rahmenbedingungen. Sie ist längerfristig angelegt, denn Veränderungs- oder Bewältigungsprozesse brauchen Zeit. Insofern ist Ihre Rechnung falsch, ein Scheinargument, um die Situation besser darzustellen. Dazu der internationale Vergleich: Bei uns liegt der Versorgungsgrad für Psychotherapie bei 0,8 Prozent, europaweit ist das beschämend wenig. In den deutschsprachigen Nachbarländern nehmen 2,5 Prozent der Bevölkerung diese Behandlung in Anspruch - und zwar voll finanziert durch die Krankenkasse.

Standard: Konnte der Hauptverband eine Unterversorgung bei psychisch kranken Menschen durch Psychotherapie feststellen?

Klein: Wir haben in Österreich generell zu wenig solide epidemiologische Daten, an denen Versorgungspolitik ansetzen könnte. Weil psychische Gesundheit ein wichtiges Thema für uns ist, sind wir dabei, eine Strategie zu entwickeln, die auf einem von uns selbst erhobenen und 2011 veröffentlichten Überblick über die Versorgungssituation beruht. Dem zufolge nehmen jährlich 900.000 Menschen in Österreich aufgrund psychischer Diagnosen das Sozialversicherungssystem in Anspruch. Das heißt aber nicht, dass all diese Menschen psychotherapiebedürftig sind. Das für den Versorgungsgrad wohl wichtigste Merkmal ist, ob Menschen, die Psychotherapie wollen, sie in zumutbarer Zeit bekommen. In unserer Studie haben unsere Vertragspartner - meist sogenannte Versorgungsvereine, die Psychotherapie auf Krankenschein anbieten - eine durchschnittliche Wartezeit auf einen Therapieplatz zwischen null und fünf Monaten gemeldet.

Mückstein: Aber wir wissen doch alle, dass die Praxis ganz anders aussieht. Ich bekomme zweimal pro Woche Anrufe von Menschen, die eine Psychotherapie auf Krankenschein suchen. Aber die Hürden sind enorm. Das System mit den Versorgungsvereinen, das im Jahr 2000 etabliert wurde, ist gescheitert. Wir sehen über die Jahre, dass nicht sehr viel mehr Menschen zur Psychotherapie kommen, obwohl sie dazu bereit wären.

Standard: Was wäre ein besseres Modell?

Mückstein: Ein Gesamtvertrag, wie er seit 20 Jahren gesetzlich vorgesehen ist und bei den Ärzten praktiziert wird. Bei Kassen-Psychotherapeuten sollte es einen Tarif geben. Wer zum Wahltherapeuten oder -therapeutin geht, sollte 80 Prozent des Tarifs zurückerstattet bekommen. Das funktioniert ja auch im Wahlarztsystem so. Die Forschung belegt ja auch, dass die Behandlungen im niedergelassenen Bereich nicht nur extrem kosteneffizient, sondern auch sehr erfolgreich sind. Trotzdem verweigern die Kassen bis jetzt einen Gesamtvertrag.

Klein: Nicht ohne Grund. 2000 hat kurz vor Abschluss des unterschriftsreifen Gesamtvertrags der Bundesverband der Psychotherapeuten angekündigt, alle Psychotherapeuten, die gegen den Vertrag juristisch vorgehen wollen, zu unterstützen. So kann eine Vertragsbeziehung nicht funktionieren. Stattdessen haben die Krankenkassen Verträge mit Gruppen von Psychotherapeuten abgeschlossen, die Psychotherapie auf Krankenschein anbieten wollen, eben den Versorgungsvereinen. Daneben gibt es den Zuschuss zu privat bezahlter Psychotherapie, der bewusst nicht angehoben wurde, um die vorhandenen Mittel auf den Ausbau der kassenfinanzierten Psychotherapie in den Versorgungsvereinen zu konzentrieren. Eine Erhöhung des Zuschusses würde den Patienten dagegen nur teilweise zugute kommen.

Standard: Inwiefern?

Klein: Mangels Richttarif gäbe es keinerlei rechtliches Hindernis, die privat verlangten Honorare um den gleichen Betrag zu erhöhen wie den Zuschuss - aus Patientensicht ein Nullsummenspiel.

Mückstein: Es ist ärgerlich, wie Sie wesentliche Details dieser Kontroverse ausklammern. Der Rahmenvertrag 2000 kam deshalb nicht zustande, weil er in der Form damals für zwei Drittel aller Psychotherapeuten das berufliche Aus bedeutet hätte. Sie wären nicht mehr abrechnungsberechtigt gewesen. Dagegen musste man sich wehren. Ihrer Logik zufolge müssten Psychotherapeuten dann wohl auch ihre Honorare reduzieren, wenn der Zuschuss weniger wird. Ich verweise noch einmal auf das Wahlarztsystem, das durchaus gut funktioniert.

Standard: Im Bericht des Hauptverbandes ließ eine Zahl besonders aufhorchen: Für Psychopharmaka werden 250 Millionen Euro ausgegeben. Gibt es eine Erklärung?

Klein: Medikamente sind gerade bei schweren psychischen Erkrankungen oft ein unverzichtbarer Beitrag zur Lebens- und Arbeitsfähigkeit der Betroffenen. In unserer Studie haben wir aber festgestellt, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil bestimmter Medikamente nur ein Mal verschrieben wurde, obwohl sie nur bei längerer Einnahme wirksam und sinnvoll sind. Unsere Erklärung: Es dürfte zum Teil an der Compliance, also der Therapietreue von Patienten, zum Teil an der Präzision der Verschreibungen liegen, deren Hauptlast die Allgemeinmediziner tragen. Wir werden den Dialog mit der Ärzteschaft in dieser Frage suchen.

Mückstein: Aus unserer Sicht gibt es drei Gründe für die hohen Medikamentenkosten. Die Marketingstrategien der Pharmaindustrie, der Zeitmangel der Ärzte und die fehlende Kontrolle. 78 Prozent der Psychopharmaka werden von Hausärzten verschrieben, ein Besuch dort dauert durchschnittlich sechs Minuten. Eine Diagnose kann in dieser Zeit nicht gestellt werden. Dabei wissen wir, dass bei leichten und mittelgradigen Störungen Psychotherapie erfolgreicher als Psychopharmakatherapie ist. Bei mittleren bis schweren Störungen sollten Psychopharmaka und Psychotherapie kombiniert werden. Auch das ist in Deutschland bereits Standard.

Klein: Sie sprechen schwierige Abgrenzungsfragen an. Psychotherapie ist auch ein wichtiger Ansatz für Persönlichkeitsentwicklung und -entfaltung. Die Krankenversicherung darf aber nur zahlen, wenn auch tatsächlich eine Krankheit vorliegt.

Mückstein: Da schauen wir sehr genau hin.

Klein: Psychotherapeuten sind keine Vertragspartner der Kassen.

Standard: Wer indiziert denn die Psychotherapie?

Klein: Nach derzeitiger Rechtslage ist eine ärztliche Untersuchung Voraussetzung für Psychotherapie als Kassenleistung. Nach den ersten zehn Stunden braucht es eine chefärztliche Bewilligung. Auch eine Diagnostik durch klinische Psychologen kann ärztlich angeordnet werden.

Mückstein: ... obwohl Psychotherapeuten genauso wie Ärzte zur eigenständigen Diagnostik berechtigt und ausgebildet sind. Das System traut sich nur nicht, bei den Ärzten einzugreifen, bei den Psychotherapeuten hat man weniger Hemmungen. Menschen wird Therapie verwehrt, die bereit sind, sich behandeln zu lassen. Das geht nur, weil psychische Erkrankungen immer noch ein Tabuthema sind und psychischKranke keine laute Stimme haben, um aufzuschreien.

Standard: Ließen sich nicht Kosten zum Beispiel für Psychopharmaka zugunsten von Psychotherapie umverteilen?

Klein: Wie? Wenn ein Patient zum Arzt geht und dieser nicht Psychotherapie vorschlägt, sondern ein Medikament verschreibt, liegt das in der gesetzlichen Behandlungsfreiheit. Wir geben heute für Psychotherapie und klinisch psychologische Diagnostik 70 Millionen Euro aus. Ohne rechtliche Möglichkeit der von Ihnen angesprochenen Umverteilung bräuchte es für eine schnelle Aufstockung zusätzliches Geld. Politik und Öffentlichkeit aber sagen: Ihr habt Schulden von mehr als einer halben Milliarde, ihr müsst konsolidieren. Wir sind also in der Klemme. Auf der einen Seite sagt man uns: Macht mehr für psychisch Kranke, auf der anderen Seite sollen wir sparen. Psychologisch gesehen ist das ein sogenannter Doublebind. Es ist unmöglich, beides zu erfüllen.

Mückstein: Man muss der Politik aber auch vorwerfen, dass seit 1992 der gesetzlich vorgesehene Ausbau von Psychotherapie nicht umgesetzt wurde. Nur ein geringer Teil all jener Menschen, die Psychotherapie in Anspruch nehmen wollen, bekommen sie finanziert. Das derzeitige Versorgungssystem ist gescheitert. Man sollte nicht rückwärtsgewandt sondern zukunftsorientiert agieren und an einem neuen Gesamtvertrag nach dem Muster des ärztlichen Systems arbeiten. (Karin Pollack, DER STANDARD Printausgabe, 23.01.2012)

Eva Mückstein ist Präsidentin des Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie. Sie arbeitet als klinische Psychologin, Psychotherapeutin und Supervisorin.

Christoph Klein ist seit 2008 stellvertretender Generaldirektor im Hauptverband der Sozialversicherungsträger. Der Jurist und Sozialexperte war zuvor in der Arbeiterkammer in Wien.

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Lange und kostspielige Ausbildung, laufende Fortbildungen, usw...

Ein guter Psychotherapeut kann sich auch gutes Geld kosten lassen.

Gier

Diese Therapeuten sollten nicht so gierig sein und es zu leistbaren Preisen anbieten, wenn man 4x/Monat zum Therapeuten geht, sind 400-500 Euro gleich weg!
3 Patienten am Tag a 100 Euro 5x die Woche ist gleich 6000 Euro im Monat!!!!!!!!!!!! natürlich brutto, aber man lasse sich das auf der zunge zergehen!

Vergleichen, dann mosern ....

Zur Gier der Psychotherapeuten:
Nehmen wir an, es sind 5 Patienten am Tag a 100 €. Sagen wir 11 Monate pro Jahr. Dann sind das sogar 10.000 monatlich und 110.000 per anno. (Brutto)
Davon geht noch Miete und ggf. Fortbildung/Supervision ab.

Was blieb 2010 einem Hautarzt durchschnittlich als Bruttogehalt nach Abzug der Praxiskosten?
Ziemlich genau dasselbe. (laut:
http://money.oe24.at/Service/G... ich/785437 )

Wessen Leistung sollte mehr wert sein? ... schwierig zu beurteilen.

Hinter den Medikamenten steht die............

finanzkräftige Pharmaindustrie!

Wer steht hinter den Therapeuten?

Bei einem Burnout mit Medikamenten eingestellt, wird man niemals gesund! Lediglich sediert!

Hab jahrelang verschiedene Antidepressiva genommen! Wo mir der Arzt immer versicherte, bei den neuen Präparaten blablabla!

In Wahrheit bekam ich je nach Präparat verschiedene sexuelle Probleme!

Dann machte ich eine Psychotherapie und all meine Sorgen und Probleme waren hinweggefegt, als ob einer mein Gehirn neu aufgesetzt hätte!

Übrigens die Ausgaben für Arzneimittel betrugen in AT 13 % der Gesundheitsausgaben.

Schau, ein Arzneimittel muss die Eigenschaft haben, dass die Vorteile die Nachteile (=Nebenwirkungen) überwiegen.
Und wer bei einem Psychiater ist, soll sowieso auch einen Psychotherapeuten konsultieren.

sowas dummes, wenn man in einem akuten burn-out ist - und denn wünsche ich meinem ärgsten feind nicht - kann man mit reinem gequatsche gar nix bewirken, da gehört einfach die medikamententherapie dazu, damit der patient wieder halbwegs ansprechbar wird - und nicht auf ewig in seinem kokon verweilt.

Es kommt natürlich immer auf das Stadium drauf an!

Wenn ich nur mehr da sitz und schau! Dann geht vermutlich nichts mehr mit Therapie!

Außerdem brauchen sie auch das Glück, den richtigen Therapeuten zu erwischen!

Aber das Antidepressivum alleine hilft ihnen überhaupt nicht! Das glauben eben nur die Ärzte!

Googeln sie einmal Antidepressivum und sie werden feststellen, man weiß gar nicht, warum die helfen sollten! Mann vermutet eben dies und jenes!

Und dann googeln sie einmal auf die verschiedenen Seiten von Burn out- und Depressionskranken - dann werden sie merken, dass die alle darüber klagen, dass eben die Antidepressiva nichts helfen!

Ich selbst arbeite im psychiatrischen Dienst und muß leider immer wieder feststellen, welche Medikamente helfen und welche eben nicht!

Ich ersuche um eine wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit

von Psychotherapie und die Offenlegung, was die diversen Zirkel für die Ausbildung neuer Psychotherapeuten verlangen, dann reden wir üebr Kassenverträge, gell.

Die Wirksamkeit von Psychotherapie ist in unzähligen Stunden belegt worden.

Die Nicht-Wirksamkeit von Psychopharmaka (Antidepressiva) auch. Dazu lesen man zB bei Irving Kirsch nach, der sämtliche Studien zur Wirksamkeit von Antidepressiva in einer Metastudie untersuchte und der zum Ergebnis kam, dass Placebos mindestens so effektiv sind.

PTh. -Ausbildung

Da, muss man ja, an richtigen Stellen nachschauen bzw. sich erkundigen.
http://www.psychotherapie.at

Sie erhalten eine ausführliche Liste von Studien, die die Wirksamkeit von Psychotherapie wissenschaftlich belegen, im Gesundheitsministerium.

Ausbildungskosten sind variabel, aber im Allgemeinen der Ausbildungsleistung angemessen.

Liab finde ich von Fr. Mückstein, daß sie die hohen Medikamentenkosten u.a. durch fehlende Kontrolle verursacht sieht.
Fr. Mückstein, welche (Qualitäts)kontrolle gibt es denn in der Psychotherapie bis heute bitte genau ?
Ich sag´s Ihnen: Genauso viele und gute wie in der Kirche, nämlich gar keine. Nur das unter den Teppich kehren von Mängeln funktioniert bei PT-Verbänden dank vergleichbaren Dogmatismus genauso perfekt wie bei Papst Benedikt.
Und Herrn Klein würde ich raten, einmal zu recherchieren, welchen esoterischen Schwachsinn die Kasse jetzt schon mitfinanziert. Weil das Türschild des Therapeuten ist nämlich keine Garantie für eine anerkannte Therapiemethode.

Da sind Sie schlecht informiert.

Lesen Sie zB nach im Psychotherapiegesetz, das seit 1991 in Österreich gilt. Da ist die Ausbildung, die Qualitätskontrolle u.a. genau geregelt. Psychotherapie ist in Österreich nur dann zugelassen, wenn eine der 22 nachweislich wirksamen Methoden angewandt wird und diese darf auch nur durch Personen angeboten werden, die eben diese Ausbildung absolviert haben und sich zB nachweislich über mindestens 100 Stunden in drei Jahren laufend fortbilden.

Sie betreiben hier offensichtlich Missinformation.

Schön, daß es ein Gesetz gibt. Kontrolliert wird aber trotzdem nicht.
Von den 22 Methoden ist keine einzige nachweislich wirksam - am wenigsten NLP - die ist nämlich kurzerhand von einer Ministerin für wirksam erklärt worden. Das ist keine Qualitätskontrolle, sondern ein Witz.
Wer kann bitte hinter verschlossenen Türen kontrollieren, welche Methode angewandt wird ? Allein ein Blick ins Internet genügt, um zu erkennen, daß die Therapeuten ungeniert anbieten, was sie wollen, völlig egal, welche Ausbildung sie genossen haben. Und das kümmert genau niemand.

Interessant, dass Sie das nicht loslassen hat und Sie mehr als zwei Jahre für die Antwort gebraucht haben.

Scheinbar haben Sie diese Zeit aber nicht für Recherche genützt. Denn Ihre Aussagen sind ehrenrührig, kreditschädigend und FALSCH.

(Bis auf die Unwirksamkeit von NLP. Deswegen wurde der Entscheid von Frau Rauch-Kallat ja auch bis heute nicht umgesetzt und NLP ist bis heute nicht anerkannt.)

Kurzum: Möglicherweise haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht. Das ist aber kein Kriterium für "die Psychotherapie" in Österreich.

Natürlich ist NLP anerkannt - Sie haben halt einfach keine Ahnung:

http://bmg.gv.at/home/Schw... iemethoden

Und tun Sie mir einen Gefallen: Kommen Sie nicht mit irgendwelchen Spekulationen, sondern mit Fakten. Daß Qualitätskontrolle in der PT inexistent ist, ist eines.
Einfach mal "energetische Psychotherapie" googlen. Da kommen Sie auf zig Psychotherapeuten, die unter dem Deckmantel von anerkannter PT den größten esoterischen Schrott KK gestützt anbieten. Was genau wird da also kontrolliert ?

verbrechensopfer

40jahre hat mich keine Sau Ärzte gefragt was ich habe,etwa ein Trauma,ne,anstatt hat man mich in die Schublade der Arbeitsscheuen gesteckt.Es wird Zeit und es kommt die Zeit wo ich dagegen vorgehen werde.Verklagen um zu meinen Recht zu kommen wird mir eine grosse Ehre sein.

"Mehr als die Hälfte der Betroffenen hat entweder kein oder nur ein geringes Einkommen, sie können sich diese Therapie also kaum leisten."

Das wundert mich nicht. Die Stundensätze der Psychotherapeuten beginnen bei 80 EUR für 50 Minuten, Tendenz steigend. Wenn man wöchentlich einmal hingeht, sind wir schon bei über 300 EUR im Monat! Hallo?? Eure Kunden sind psychisch Kranke, die oft eh schon Mühe haben ihren Alltag zu schaffen und einen Job auszuüben.

Die Stundensätze sind zu hoch. Man verdient in einem durchschnittlichen Job pro Tag netto ungefähr soviel, wie man in 50 Minuten Psychotherapie wieder ausgibt. Da stimmt doch etwas nicht!

Ich kennen billigere TherapeutInnen, die dennoch gut sind.

Pschotherapie ist ein härterer Job, als man sich gemeinhin vorstellt. Am besten können sich das die PatientInnen vorstellen, denn auch sie machen die Erfahrung, wie hart Psychotherapie sein kann. Nur liegen natürlich die Härten für TherapeutInnen woanders, als für PatientInnen. Insofern ist eine adäquate Entlohnung in Ordnung. Sie können auch nicht 40 Stunden pro Woche therapieren, dass hält kein Mensch aus.

Es sind nicht die Stundensätze zu hoch, es sind die Kassenleistungen zu gering. Aber das ist ja nicht nur ein Problem bei Psychotherapie. Es ist ja kein Zufall, dass ausgerechnet Augen und Zähen so schlecht kassenbeleistet werden, denn das sind essentielle Basics - man vorenthält, wo die Leute erpressbar sind, weil sie es haben müssen.

Dass 80 Euro viel sind für Menschen, die ein Durchschnittseinkommen beziehen, ist klar. Umso wichtiger wäre, dass die Kassen leisten. Das Problem ist nicht, dass 80 Euro zu viel wären, sondern dass im Gesundheitswesen immer mehr operative Bereiche

krankgespart werden. Das ist solange notwendig, solange eine kleine Schicht von Priviliegierten bedient werden muss.

Wenn man bedenkt, dass Selbständige von ihrem Honorar Umsatzsteuer (nicht im Fall von Gesundheitsdienstleistungen), Kosten für Büro-, Praxisräume, Weiterbildung, Supervision, Coaching, Dienstreisen, Steuerberatung, Sozialversicherungsbeiträge, Einkommensteuer bestreiten müssen sowie darüber hinaus vorsorgen müssen für Urlaube, Krankenstände, Umsatzschwankungen sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, dann sind 80 Euro für eine Einheit kein schlechtes aber auch nicht gerade ein fürstliches Honorar.

Die Stundensätze sind für eine derartige Leistung, wie sie ein Psychotherapeut erbringt, in Ordnung, wie ich persönlich finde.
Ein Schulmediziner arbeitet ja auch nicht für ca. 25 Euro die Stunde, was der Krankenkassenverband aber im Falle der Psychotherapeuten lächerlicherweise für adäquat hält.

Der Skandal ist also nicht, dass die Therapeuten ihre Stundensätze haben, sondern dass sich der Krankenkassenverband weigert, mit ihnen auf einer vernünftigen Basis Verträge auszuhandeln und damit seit 20 Jahren das Gesetz auf Kosten der Versicherten bricht.

Welche großartige "derartige Leistung" erbringt denn

ein "Psychotherapeut", die nach einer exakten Diagnose und einer zuverlässig heilungserfolgversprechenden Therapie den tiefen Griff in Krankenkassen/Steuerzahlertaschen rechtfertigen würde?

Bitte verlangen und erwarten Sie nicht, daß der Steuerzahler jahrelange kostspielige Plauderstunden finanziert...

Die Annahme, dass es dort um Plauderstunden geht, beruht auf Unkenntnis. Tatsache ist, dass vom Gesetzgeber eine psychotherapeutische Behandlung einer ärztlichen gleichgesetzt ist - und das zu Recht.

Das mag jetzt ein paar Schulmediziner mit mechanistischem Weltbild tief in ihrer Ehre kränken, ist aber so.
Was also der Krankenkasseverband zu tun hat, ist das Gesetz einzuhalten, welches er seit 20 Jahren erfolgreich - da ungeahndet - bricht.

Was der Krankenkassenverband zu tun hat, ist dieses

Gesetz den Realitäten entsprechend ändern zu lassen.

Wenn jemand glaubt sich um teures Geld per Therapeutenplaudern seine Psyche einrenken lassen zu müßen, dann soll er das aus eigener Tasche bezahlen.

Scharlatane wie die Zuckerkugerlesoteriker!

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