Sink positiv

22. Jänner 2012, 16:34
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Der Grund, "Nie wieder" ein Kreuzfahrtschiff zu betreten, liegt für Guido Gluschitsch nicht am Essen und auch nicht am Kapitän

Sollten Sie einmal mit einem Kreuzfahrtschiff auf Grund laufen, machen Sie sich schon jetzt auf die Frage gefasst, ob Sie je wieder einen Fuß auf einen solchen Kahn setzen werden. Denn die kommt bestimmt.

Ich gehe bei Costa jedenfalls nicht mehr an Bord. Nicht weil Kapitän Schettino anscheinend in einem Anflug von "Gedankenlosigkeit" eine Art Schifferlversenken 3.0 inszeniert hat.

Ich bin schon recht detonationsreich vom Motorrad gefallen, so dass es wirklich wehgetan hat. Ich hab schon mehr Autos in Kiesbette gesetzt, als ich Liftkarten gelöst habe. Und ich habe in meiner Karriere als, ähem, mittelmäßiger Segler schon einige Jollen gekentert. Diese Rückschläge haben mich aber nie davon abgehalten, wieder auf- oder einzusteigen oder in See zu stechen.

Nein, es ist auch nicht wegen des mittelmäßigen Essens, warum ich bei Costa nicht mehr mitfahren werde, und auch nicht, weil ich den Altersdurchschnitt mehr als deutlich drücke. Das Animationsteam hat in mir schon am ersten Abend diesen Entschluss des "Nie wieder" reifen lassen.

Beim Auto kann ich das ESP ausschalten - und das mache ich auch gerne und oft. Meine Motorräder mussten sich schon vorm ersten Anstarten von allen ABS-Teilen trennen. Ich steh eben nicht so auf die Zwangsbeglückung. Aber so einen Animateur auf der Costa kriegst du mit Schrauben oder gutem Zureden nicht weg.

Der einzige Ausweg, der mir für ein wenig Ruhe blieb, war, mich bereits vier Tage vor dem Untergang der Costa Concordia mit einer ausgewachsenen Grippe ins Bett zu legen. Aber nur im Bett zu knotzen, ist mir zu wenig Motorsound für einen Traumurlaub. (Guido Gluschitsch/DER STANDARD/Automobil/20.01.2012)

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    Auf einem Kreuzfahrtschiff ist's immer lustig. Ob man will, oder nicht.

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