Das Auto als Kollektivgut

Bewegung im Kopf

Gastkommentar | 20. Jänner 2012, 09:48

Das Internet schleift kulturelle Unterschiede sehr schnell ab und schafft konvergente Lebensstile. Ein privates Auto gehört dann nicht mehr unbedingt dazu - das verändert nicht nur unseren Begriff des Automobils, sondern auch die Städte, in denen wir uns bewegen - Von Andreas Knie

Wie wird sich der Verkehr in der Zukunft entwickeln? Wenn wir auch zukünftig in offenen, demokratischen Gesellschaften leben wollen, dann wird der Personen- und Güterverkehr jedenfalls nicht zurückgehen; gesellschaftliche Teilhabe heißt Bewegung im Kopf - aber eben auch im Raum. Moderne Gesellschaften zeichnen sich weiterhin dadurch aus, dass ihre Mitglieder einen hohen Grad von Individualität pflegen. Im Verkehr heißt dies, jeder und jede möchte zur eigenen Zeit und möglichst im eigenen Raum fahren. Doch damit entsteht nicht nur ein Problem ausreichenden Platzes, sondern auch genügender Rohstoffe. Im Jahre 2011 basieren 90 Prozent aller Ortsbewegungen von Menschen und Gütern auf fossilen Energieträgern. Weltweit hat der Verkehrssektor an dem "Klimagas" CO2 einen Anteil von 25 Prozent: Es wird erwartet, dass der Anteil in den nächsten Jahren noch dramatisch ansteigt. Wenn wir also weiterhin demokratische Gesellschaften haben möchten und wir uns gleichzeitig den Zielen der Nachhaltigkeit verpflichten, ist die Aufgabe für die Zukunftsfähigkeit insbesondere der Städte klar gestellt.

Nimm doch mal den Bus

Wie lassen sich möglichst viele Nutzungsprofile auf eine Fahrzeugflotte packen, ohne dass es zu Einschränkungen oder Unbequemlichkeiten kommt? Denn muss es wirklich ein eigenes Fahrzeug sein? Ok, man kann nicht erwarten, dass zukünftig ausschließlich der öffentliche Nahverkehr, also Busse und Bahnen, genutzt werden. Aber wenn jeder mit seinem Privatauto fährt, wird keine effiziente Stadtgestaltung möglich sein. Warum sollte man sich daher nicht mit dem Gedanken anfreunden können, dass der Verkehr von morgen in einer nachhaltigen Stadtlandschaft konsequent öffentlich ist - ein Kollektivgut, das jeder und jede und unter bestimmten Umständen zu bestimmten Konditionen nutzen kann. Es ist ganz gleich, ob man Bus oder Bahn, Auto oder Fahrrad nutzt, alle Verkehrsmittel sind Teil einer neuen öffentlichen Verkehrslandschaft. Das Privatauto in der Stadt wirkt zunehmend wie aus der Zeit gefallen.

Die Frage ist nur, findet ein solcher Ansatz Resonanz beim Publikum? Für junge Leute taugt das Automobil heute schon nicht mehr zum Angeben. Da bieten iPhone, iPad, Kleidung oder Reisen viel mehr Möglichkeiten zur sozialen Differenzierung. Man möchte weiterhin fahren, oft und flexibel, aber man braucht dazu kein privates Auto. Welche Marke man fährt, wie hoch die Leistung des Motors ist oder gar wie viel Zylinder unter der Haube versteckt sind, wird für immer mehr Menschen immer unwichtiger. Und dies nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch in den großen Städten Nordamerikas, ja sogar in Peking und Shanghai sind diese Tendenzen bereits jetzt zu erkennen. Das Internet schleift kulturelle Unterschiede sehr schnell ab und schafft in rasanter Eile konvergente Lebensstile. Was wir weltweit erleben, ist daher eine neue Deutung dessen, was wir Automobil nennen. Selbstbeweglichkeit bindet sich nicht mehr an ein einziges technisches Gerät, das unsere Väter noch vom Zigarettenautomat um die Ecke bis hin nach Italien zum Urlaub gefahren hat.

Das Auto ist nicht mehr Statussymbol

Heute wird Automobilität durch eine Vielfalt von Möglichkeiten interpretiert, die den schnellen Wechsel der verschiedenen Verkehrsträger je nach Gelegenheit ermöglicht. Das einzelne Verkehrsgerät verliert dabei an Aufmerksamkeit und an Bedeutung, immer wichtiger werden die notwendigen digitalen Zugangsmedien. Mit den unterschiedlichen Smartphones und, zukünftig noch wichtiger, mit den verschiedenen Apps lässt sich viel besser angeben als mit einem Mercedes oder Porsche. Paris und London sind bereits heute die Städte, in denen man diesen konsequenten Umbau der Verkehrslandschaft zu einem kollektiven Gut beobachten kann. (Andreas Knie, derStandard.at, 20.1.2012)

Autor

Andreas Knie, The European, ist Politikwissenschaftler am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und Hochschullehrer an der TU Berlin.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 87
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Idefix der zweite
 
00
22.1.2012, 19:21

Mit den unterschiedlichen Smartphones und, zukünftig noch wichtiger, mit den verschiedenen Apps lässt sich viel besser angeben als mit einem Mercedes oder Porsche.

Spinner

global_citizen
41
22.1.2012, 13:09
Internet beschleunigt die Landflucht

bei allen Infrastrukturen gibt es "Economies of Scale"
egal ob Kanal, Strom oder Verkehr; relativ neu
ist der Internetzugang: entgegen allen Beteuerungen
ist leistungsfähiges Internet auf dem Land
nicht finanzierbar. Ein Glasfaserknoten für unter
10.000 EW ist nicht finanzierbar. Ähnlich wie
in Italien werden auch in Österreich viele Dörfer
sterben, der Versuch diese Entwicklung aufzuhalten
ist Raubbau an der Zukunft unserer Kinder.
Echte Lebensqualität ist, wenn 20-30 min zu Fuß
zu Arbeitsstätte hat, ohne im Autogestank zu
ersticken. Der Traum vom Häuschen im Grünen
ist ausgeträumt, leider muss man die Leute
zu ihrem Glück zwingen, jegliche Förderung
von KFZ-Pendlern ist mittelfristig einzustellen.

Lectrice
01
22.1.2012, 18:21

Sie eignen sich wirklich perfekt als Hendl in der Legebatterie brav die Zukunft Ihres Nachwuchses zu retten, zu mehr allerdings nicht.

Ausgeflippter Lodenfreak
01
22.1.2012, 17:15

Wie soll das in unserer immer schnelleren und fordernden Arbeitswelt denn funktionieren, dass man immer in 20 - 30 Minuten Gehweg von der Arbeit wohnt? Das ist vielleicht einmal durch Zufall möglich, aber bei jedem Wohnsitz- oder Arbeitsplatzwechsel ist das für die meisten unmöglich.
Ich finde es immer wieder witzig, wie manche innerhalb oder um den Gürtel-Wohnende ihre Privatsituation auf alle Menschen verallgemeinern.

x aeins
13
22.1.2012, 13:24

lieber Freund aus Boboville: ausser Wienern, und Leuten, die ein Haus im Wienerwald haben, gibts noch was, was du keinesfalls erahnen kannst: eine genuine Landbevölkerung

Carlos Clementin
11
22.1.2012, 09:45

Solange die Öffibetreiber unfähig sind ein gutes Netz aufzustellen, die Auslastung zu koordinieren und der Staat lieber in Prunkbauten, Stadien und Politikerdenkmälern (wie Seebühnen) etc das Geld versickern lässt wirds nicht besser.

morgen war gestern
04
22.1.2012, 09:41

"Heute wird Automobilität durch eine Vielfalt von Möglichkeiten interpretiert, die den schnellen Wechsel der verschiedenen Verkehrsträger je nach Gelegenheit ermöglicht. "

Ja eh. Aber wie soll das für den städtischen Raum funktionieren, wenn gleichzeitig die ländliche Infrastruktur zerstört wird? Wenn es 40km außerhalb von Graz nur mehr 3 Busse täglich gibt, führt sich jede Diskussion über öffentlichen Verkehr und einen "schnellen Wechsel der Verkehrsträger" ad absurdum.

Verkehrspolitik wird in Ö von Menschen in Ballungszentren gemacht, die im Grunde bis auf ihre Wochenendausflüge in die ländlichen "Reservate" keine geistige wie erfahrungsmäßige Anbindung an den Rest des Landes haben. Das verunmöglicht innovative leistungsfähige Konzepte.

x aeins
01
22.1.2012, 13:03

seh ich ähnlich. Die Frage ist, ob dünnbesiedeltes Gebiet überhaupt mit brauchbarem Öffi-Netz beschickbar ist: der Haselsteiner wird das nicht machen, der will Geld verdienen. Daher wird es weiterhin einen sinnvollen Mix geben müssen: Städte, Fernverbindungen möglichst mit Öffis, kleinräumiges dünn besiedeltes Gebiet mit PKW

morgen war gestern
00
24.1.2012, 09:01

du weißt aber, dass die mehrheit der menschen in Ö nicht im urbanen raum wohnt? du weißt aber, was passiert, wenn man den ländlichen raum ausdünnt und unattraktiv macht (thema: landflucht und daraus resultierender städtischer kollaps, auch im verkehr)?

wenn es um alternative energie, innovative landschaftspflege, sanften tourismus, ökologische landwirtschaft, nachhaltige naturraumgestaltung etc. geht, weiß die politik, wo wir "eingeborenen" leben. das gibt's dann auch regen durchgangsverkehr durch unsere reservate. davon bleiben uns dann ein paar glasperlen vom großen weißen mann aus der stadt.

wenn wir aber außer diesen glasperlen - huch! - auch öffentlichen verkehr, kurze schulwege etc. wollen, dann ist feuer am dach - hugh.

BCN1
05
21.1.2012, 14:35
Richtiger Ansatz!

Grundsätzlich stellt dieser Artikel die richtigen Fragen: Ändert sich das Mobilitätsverhalten in den modernen Städten, und wenn ja, könnte man durch kluge Strategien über den Verkehr auch das Zusammenleben an sich verändern, zukunftfähig machen?
Was stimmt ist, dass europäische Städte durch das Verkehrs-Problem strukturell, sozial wie wirtschaftlich zu kollabieren beginnen. Gerade der Kaitalismus sucht ob der mieserablen Situationen in Europäischen Stadtgesellschaften bereits den Ausweg in Fernost, wo Gesellschaft beinflussbarer ist, als in den europäischen Demokratien mit ihren vielschichten föderalistischen Strukturen. Verkehr ist ein wesentlicher bestandteil unserer Gesellschaft, und braucht radikale Visionen und reale Reformen.

BCN1
07
21.1.2012, 14:45
Veraltet

Die heutige Verkehrslogik ist nach wie vor ein Relikt aus dem 19Jhd. in dem sich das Ziel des Schaffens "Eigentum für quasi Jedermann" auch über Individualverkehr ausdrückt. Wie die Pferde, Kutschen und Kamele der grauen Vorzeiten, sind heute noch immer die Autos Maßstab für Stadtplanung. Wir versuchen im 21. Jhd. noch immer die Verkehrslogik des 19.Jhds zu "optimieren", anstatt zukunftsfähige Logiken und Praktiken zu finden. Die Städte würden radikal anders aussehen und funktionieren, wenn wir ohne Auto denken, planen, arbeiten und leben wollten. In weiterer Folge würden auch Suburbane Bereiche und Landschaften völlig anders funktionieren und sich völlig anders integrieren. Ich glaube, über diesen Zugang ließen sich Utopien entwickeln!

morgen war gestern
01
22.1.2012, 09:46

ja. schon. solange aber verkehrspolitik von menschen gemacht wird, deren erfahrungshorizont an der grenze ihrer stadt aufhört, wird die realität weiterhin so aussehen, dass es z.b. 40km außerhalb von graz nur mehr 3 busse täglich gibt, tendenz sinkend (im ferienfahrplan sind es 2).

solange das so ist und die urbane bevölkerung den ländlichen raum in ihrem protest alleine lässt, wird sich kein innovatives und leistungsfähiges verkehrskonzept entwickeln lassen.

10 jahre in graz und 4 jahre in moskau hatte ich kein auto, brauchte auch keines. seit ich außerhalb wohne, ist das auto u.a. die einzige möglichkeit, überhaupt berufstätig zu sein. von dingen wie medizinischer versorgung, etc ganz zu schweigen.

BCN1
02
21.1.2012, 14:55
Autostadt

Letztlich war es doch die Moderne, die eine Optimierung der Verkehrlogik im Modell Autostadt für die Städte des 20Jhds entwarf - Irritierend ist nur, dass Stadtplaner auch heute noch keine Weg gefunden haben, aus der passiven Ohnmacht gegenüber der Automobil- und Erdölindustrie gefunden haben. Der Grund dafür ist die Politik, die sich nur auf eine Lebensdauer von max. 5 Jahren (Legislaturperiode) optimiert und für die echte "Nachhaltigkeit" in Wahrheit politischer Selbstmord wäre. Die Stadtplaner stecken fest in den Gesetzen, Verodnungen und Reglements, die seit dem 19Jhd. nur grammatikalisch aber nicht inhaltlich auf moderne und zukünftige Herausforderungen angepasst wurden!

Reisezug
01
22.1.2012, 08:41
Ja, bitte ! Mehr Bewegung im Kopf....

Ich stimme Ihnen hier vollkommen zu !

Ein Umdenken, also mehr Bewegung im Kopf, wäre sehr sinnvoll.....und ich freue mich, wenn ich hier lese, dass das schon einige machen ! Ich bin auf alle Fälle dabei !

Auto ja, aber bewusst einsetzbar. Öffis, Rad und zu Fuß ist aber ebenso ein Teil unserer Fortbewegung !!

....und wenn die Verkehrsplaner hier auch noch Bewegung in den Kopf bekommen, wäre das sensationell !

morgen war gestern
00
24.1.2012, 08:56

klingt gut. hilf uns: wann immer du davon hörst, dass wieder einmal busverbindungen im ländlichen raum eingespart werden (ist weider mal in planung), beteiligst dich du und möglichst viele deiner freunde, bekannten, etc. an protesten, bleibst nicht passiv. wenn - wie jetzt - wieder einmal landschulen (hervorragende übrigens) geschlossen werden und kinder damit fahrzeiten von bis zu 4 stunden täglich antreten müssen, dann geh raus auf die straße und hilf uns.

dann wird das auch was mit der vermeidung unnötigen verkehrs.

Reisezug
00
24.1.2012, 12:38
Stadt und Land...

Lieber *morgen war gestern*,

Gerne bin ich aktiv dabei, wenn es darum geht Busverbindungen oder Schnellbahnverbindungen noch mehr am Land zu forcieren ! Nicht toll finde ich auch die Schliessung der Landschulen, aber das ist ein anderes Thema.

Bei der Verkehrsplanung sind immer die Gegebenheiten von Stadt und Land zu berücksichtigen. Was ich mit bewusst eingesetzten Auto meine, ist, dass es viele "Städter" gibt, die quasi mit dem Auto nur ums Eck´fahren um sich Zigaretten zu holen oder eine Zeitung....und das ist ja wohl nicht nötig, oder ?

Pfuideifi
01
21.1.2012, 16:16
BCN1, ich kann Ihnen nur zustimmen!

Es gibt für den urbanen Raum intelligentere Verkehrskonzepte als Stau, Parkraumnot, Lärm, schlechte Luft, etc etc

Und der Vergleich mit dem 19.Jht trifft es exakt!

Was wir brauchen, is ne Neuorientierung im Denken.
Nicht umsonst nennte sich der Artikel "Bewegung im Kopf".

otto strammer
03
21.1.2012, 14:18
Wieviele Autos/Familie?

2 bis 20 Personen können je nach Struktur durchaus carsharing betreiben-wenn man das will.
Warum soll man das wollen?
Mit den frei werdenden Ressourcen kann man viele andere schöne Dinge tun, wenn wieder mehr Platz auf den Straßen wäre, könnten auch die, für die das Auto Lebensinhalt und Selbstzweck bleibt (auch die darf es geben) den Verkehr mehr genießen.
Ich zB besitze ein bescheidenes Auto mit dem 2-3 Familienmitglieder abwechselnd fahren, ich selber benutze vorwiegend Öffis, Fahrrad und Fußkraft, weil ich selbst keinen Führerschein besitze und das Privileg eines zu Fuß erreichbaren Arbeitsplatzes habe.
Würden Alternativen wrklich ausgeschöpft bzw Vorurteile aufgegeben, könnte viel eher Platz für Diversität bleiben.

Di Fazz
13
21.1.2012, 12:09

Was ich bei vielen Postern nicht verstehe ist dieses schwarzweiße entweder-oder denken. Wenn ich tatsächlich zwei Kisten Mineralwasser (oder Bier :)) transportiere nehme ich das Auto. Eine einzelne Kiste transportieren wir übrigens tatsächlich mit dem Ulf, nur einmal im Jahr brauchen wir mehr.
Zum Skifahren fahr ich mit dem Auto. Wenn wir zu viert Verwandte am Land besuchen fahren wir mit dem Auto.
In die Arbeit von Wien nach Wien fahr ich mit den Öffis. Auch wenn ich 15min mehr brauche.

Deshalb: Weg mit den allgemeinen Fixkosten für das Auto. Weg mit der KfZ-Steuer, Weg mit der Nova, Weg mit der Vignette. Dafür kostenneutrale (für die Allgemeinheit) Anhebung der Steuer auf Treibstoff. Dazu gehört auch der Strom für's KFZ.

Ben Hemmens
01
21.1.2012, 22:46
Nach Ihrem Ansatz müsste man aber auch

das Abstellen des Autos finanziell stärker belasten.

Wenn man das Auto nur für eine begrenzte Teilmenge der Wege braucht, dann ist es nicht mehr effizient, ein ganzes eigenes zu besitzen. Diese Ineffizienz könnte der Allgemeinheit wurtscht sein, wenn nicht das Porblem wäre, das Autos verdammt viel Platz verstellen; Platz, der unsere Städte räumlich zu sprengen droht, was einer Zerstörung gleichkommt, weil: was ist eine Stadt, wenn nicht eine dichte räumliche Verflechtung von Orten und Personen und Funktionen?

Di Fazz
02
21.1.2012, 23:28

Mein Kübel steht 320 Tage im Jahr in einer Tiefgarage. Wüsste nicht, wieso das Abstellen meines Autos vom Staat belastet werden sollte. Für Platz an der Oberfläche werden die Kosten ohnehin auch immer mehr.
Im Gegensatz zu vielen anderen hier sind mir als Fußgänger, Radfahrer, Öffibenutzer (und auch als Autofahrer ;) stehende KFZ lieber als fahrende.

Ben Hemmens
00
23.1.2012, 11:47
Ich habe bewusst "Abstellen" geschrieben, ohne auf die vielen diskussionswürdigen Details

in diesem Bereich einzugehen.

Was Tiefgaragen angeht: wenn deren Errichtung und Erhaltung vom privaten Immobilieneigentümer finanziert werden, und alle ihrer Benutzer sie so nutzen würden, wie Sie für sich angeben, dann wäre das tatsächlich wenig problematisch.

Aber Sie leisten sich da einen ziemlichen Luxus, weil diese Mobilitätsbedürfnisse sehr viel günstiger mittels CarSharing zu erfüllen wären. Gut für Sie; aber die meisten Tiefgaragenbenutzer kalkulieren knapper, d.h. sie verwenden die Plätze intensiv für ihre alltägliche Mobilität, darunter auch viele Fahrten, die sehr wohl eine Belastung für öffentliche Verkehrssyssteme sind (Pendeln innehhalb der Stadt oder vom Speckgürtel zB).

Di Fazz
00
23.1.2012, 12:58

Ja, unser Auto ist ein Luxus. Es ist eine relativ großes Auto, das aber kaum mehr was (Geld-)Wert ist, also schwer zu verkaufen.
Carsharing ist auch nicht einfach (obwohl ich sogar dabei bin), weil ich 7 Straßenbahnstationen bis zur nächsten Garage mit Dendeldriveautos fahren muss.
Trotz der hohen Fixkosten für das Auto bin ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln billiger dran als täglich mit dem Auto ins Büro zu fahren.

Wenn andere täglich mit dem Auto die Garage verlassen, ist das immer noch kein Grund, das ABSTEELLEN des Autos zu belasten. Diesejenigen FAHREN ja auch mehr.

wrdl brnft
10
21.1.2012, 15:24
da bin ich völlig bei ihnen

wahlfreiheit ja, aber nein zum ideologisch aufgezwungenen "umdenken", nach dem motto alles was nicht auto ist, ist "gut", alles was zum komplex auto gehört ist "böse". es ist heute nicht einmal mehr eine straße durchsetzbar, die auch anrainern vorteile bringt, z.b. der kapuzinerbergtunnel in salzburg. weil jeder straßenneubau automatisch gleich ein "wahnsinn" ist.

Ben Hemmens
00
21.1.2012, 22:53
Manchmal ist ein Straßenneubau einfach

wahnsinnig teuer.

Ich war zu der Zeit, als die Grazer Nordspange in Betrieb ging, beruflicher Vielfahrer und konnte diese Verbindung schätzen; sie ersetzte eine Gagend von heillos überlasteten Gassen. Auch die kommende Südspange hat was – für den Autoverkehr.

Aber bei den Kosten dieser beiden Projekte und bei der Liste der anderen Projekte, die mangels Finanzierung auf die Realisierung warten und ebenfalls viel für die gesamte Mobilität der Leute in dieser Stadt (Straßenbahnausbau) bringen würden, muss man die Prioritäten bzw. die zeitliche Reihung schon diskutieren dürfen.

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