RFJ-Funktionär soll bei Nazi-Versand bestellt haben

20. Jänner 2012, 10:12
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Kundenliste durch Hack von Anonymous öffentlich - RFJ-Chef: "Angriff politischer Gegner"

Mit der Aktion "nazi-leaks" haben Anfang Jänner unbekannte AktivistInnen aus dem Umfeld von Anonymous für einige Aufregung gesorgt. Über eine neu aufgezogene Web-Plattform wurden die bei Hacks erbeuteten Daten einer Reihe von auf rechtsextreme Devotionalien spezialisierten Versandhäuser veröffentlicht. Wie eine erste Analyse des Materials zeigte, waren unter den BestellerInnen Personen, die eine offizielle Polizeiadresse als Kontakt angegeben hatten. Zudem wurde offenbar, dass der Neo-FPÖ-Abgeordnete Mathias Venier in der KundInnendatenbank des bei Rechtsextremen beliebten Modelabels Thor Steinar gelistet wird.

Vorwurf

Wie sich nun zeigt, ist Venier aber nicht der einzige FPÖ-Politiker mit solch einschlägigen Vorlieben: Wie orf.at berichtet, soll auch ein Salzburger Funktionär des "Ring Freiheitlicher Jugend" (RFJ), der offiziellen Jugendorganisation der FPÖ, bei einem Naziversand bestellt haben. Dabei beruft man sich ebenfalls auf eine von Anonymous im Netz veröffentlichte Kundenliste. Bei dem betreffenden Versand sollen unter anderem rechtsextreme Musik und Aufnäher mit eindeutigen Parolen wie "Treu dem vereinten deutschen Vaterland" angeboten werden.

Abwehr

Auch wenn nicht bekannt ist, was der RFJ-Funktionär im Einzelnen bestellt hat, wirft doch alleine das Umfeld ein bezeichnendes Licht. Zu einer Stellungnahme war er nicht bereit, statt dessen meldete sich der Salzburger RFJ-Chef Markus Steiner zu Wort. Dieser ortet einen "Angriff politischer Gegner", da der in der Kritik stehende Jungpolitiker seiner Einschätzung nach "sicher nichts mit Nazi-Gedankengut zu tun" habe. (red, derStandard.at, 20.01.12)

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