Großrazzia gegen Megaupload: Vier Festnahmen, Seite down
20. Jänner 2012, 07:11
foto: reuters
Der mutmaßliche Megaupload-Gründer Kim Schmitz gehört zu den Verhafteten. Die Polizei in Neuseeland beschlagnahmte Gegenstände im Wert
von mehreren Millionen Dollar, wie Luxus-Autos sowie umgerechnet
acht Millionen Dollar von den Beschuldigten. "Wir haben nichts
zu verbergen", zitierten neuseeländische Medien Schmitz. Den
Beschuldigten drohen jeweils fünf bis 20 Jahre Haft.
Die Sperrung von Megaupload fällt in eine Zeit, in der in
den USA gerade über zwei Gesetzesentwürfe debattiert wird, um
Online-Piraterie und Fälschungen stärker zu ahnden.
foto: apa
Die Beschuldigten vor dem Haftrichter.
Gründer Kim Schmitz unter den Verhafteten - Vorwurf: "Massive Urheberrechtsverletzungen"
Bei einer Razzia in Neuseeland sind vier Drahtzieher der von US-Behörden gesperrten Datentausch-Plattform Megaupload festgenommen worden. Es handle sich um drei Deutsche und einen Niederländer, teilte die Polizei mit. Sie handelte auf Ersuchen der amerikanischen Bundespolizei FBI, die den Plattformmachern massive Urheberrechtsverletzungen vorwirft. Die Urheber haben nach FBI-Angaben mindestens eine halbe Milliarde Dollar Einnahmen verloren. Die Festgenommenen wurden noch am Freitag vor Gericht geführt.
Durchsuchung
In Coateville nördlich von Auckland durchsuchten 70 Beamte ein Anwesen. Dort wohnt der 37-jährige Kim Dotcom, der in früheren Jahren unter den Namen "Kim Schmitz" und "Kimble" immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hatte und in der Anklageschrift des Eastern-District-Gerichts in den USA als Gründer von Megaupload genannt ist. Die insgesamt sieben in den USA Angeklagten sind vier Deutsche, ein Niederländer, ein Slowake und ein Este.
Umfang
"Dies ist eine der größten kriminellen Urheberrechtsanklagen, die in den USA je erhoben worden sind", teilte das US-Justizministerium mit. "Sie zielt auf den Missbrauch einer öffentlichen Speicher- und Verteilerplattform, um Verstöße gegen geistiges Eigentum zu begehen." Unterlagen der US-Behörde findet sich bereits im Netz.
Beschlagnahme
Auf dem Anwesen bei Auckland wurden nach Angaben der Polizei Wertgegenstände und Geld im Gesamtwert von sechs Millionen neuseeländischen Dollar (3,73 Mio. Euro) sichergestellt. Darunter waren ein Rolls-Royce Phantom sowie mehrere Gemälde. Bodyguards hätten den Beamten am frühen Morgen zunächst den Zutritt zu dem Anwesen verwehrt, teilte die Polizei mit.
Racheaktion
Die Webseiten der amerikanischen Bundespolizei FBI und des US-Justizministeriums waren am Freitag nicht zu erreichen. Die Hackergruppe Anonymous hatte für das Abschalten der Plattform Rache geschworen und unter anderem diese Seiten als Ziele ihrer Attacken genannt. Die neuseeländische Presse hatte die Anklageschrift und die Pressemitteilung des FBI vor dem Angriff kopiert und veröffentlicht.
Plattform
Bei Megaupload konnten Daten aller Art hochgeladen werden. Nach den Vorwürfen der US-Behörden waren darunter auch in großem Stil illegal kopierte Musik, Filme, Fernsehprogramme und digitale Bücher. Megaupload habe mehr als 175 Millionen Dollar illegalen Gewinn gemacht und den rechtmäßigen Eigentümern der Inhalte einen Schaden von deutlich mehr als einer halben Milliarde Dollar zugefügt, erklärte das Justizministerium. Ein weiterer Vorwurf lautet auf Geldwäsche.
Die Aktion hat zu heißen Diskussionen in der Online-Community geführt, da Megaupload keineswegs nur für den Tausch von urheberrechtlich geschütztem Material genutzt wurde. So wurden darüber auch viele legitime Dateien getauscht, gerade unter den EntwicklerInnen von alternativer Android-Firmware erfreute sie sich großer Beliebtheit. Zudem haben die Betreiber von Megaupload immer darauf verwiesen, dass sie mit den Rechteinhabern zusammenarbeiten und alle beanstandeten Dateien umgehend entfernen. Im Gegensatz zu anderen Plattformen gab es auch keine Suchmaschine, die entsprechenden Inhalte konnten also nur über einen direkten Link aufgespürt werden. (APA/red)
Ich lass mir jetzt dieses Bitmuster als digitales Kunstwerk urheberrechtlich schützen und verklage dann jeden, der das irgendwo auf einer Website nutzt.
Viele Leute verstehen leider den Unterschied zwischen kopieren und stehlen nicht.
Wenn man ein Lied kopiert hat man es nicht gestohlen. Wenn man einen Film kopiert hat man ihn auch nicht gestohlen.
Das Ganze ist Verarschung an uns, da man uns so klar machen möchte das man ja immer schön brav Alben und Blurays kauft ;-)
Die gesamte Film und Musikindustrie soll von mir aus aufhören mit ihren Produktionen wenn man sie so schädigt und sie so arm ist :-)) Dann kommen eben Neue die sich den Bedürfnissen von Grund auf besser anpassen. Bye, bye Hollywood Mafia :-))
Kim Schmitz ist mutmaßlich ein Hochstapler, aber ein Vergleich mit Udo Proksch ist inakzeptabel. Gerade angesichts des Stop-OnlinePiracy-Act (Kritik "Under SOPA, you could get 5 years for uploading a Michael Jackson
song. One year more than the doctor who killed him.") http://tinyurl.com/7apo6zq wäre etwas mehr Reflexion angebracht anstatt purem Nachplappern von US Nachrichtenmeldungen.
Ich würde von einer Qualitätszeitung erwarten, dass ein bisschen hinterfragt wird, ob die Vorgangsweise der Sicherheitsbehörden wirklich angemessen oder übertrieben war.
Da ist jemand, der Server im Internet zur Verfügung stellt, die von Usern vorwiegend zum Tauschen von nicht legalen Kopien von Software und Filmen verwendet werden. Klar dass das irgendwann abgedreht wird. Aber dass da ein Aufgebot von 80 Polizisten entsendet wird, die Herrn Schmitz aus dem "panic Raum" rausschneiden, das sind ja ca 3x so viele Einsatzkräfte wie bei der Aktion der USA gegen Bin Laden.
1) ist es nicht Aufgabe einer Zeitung zu "hinterfragen" ob eine Vorgangsweise wirklich angemessen oder übertrieben war. Eine Qualitätszeitung sollte sachlich recherchieren und berichten - keine Wertungen hier anstellen.
2) Wenn sich jemand mit einer abgesägten Schrotflinte irgendwo einsperrt, dann hätte ich als Polizist auch lieber ein paar Leute mehr da. Außerdem waren scheinbar die meisten Polizisten nicht für die Verhaftung sondern für die Durchsuchung des Anwesens danach da.
Nein, da liegen Sie falsch. Von einer Qualitätszeitung darf man selbstverständlich erwarten,
dass es Berichte und Kommentare gibt. Das ist ein "hallmark" von Qualitäts-Journalismus. Genau das macht Armin Wolf in der ZIB2, das machen viele exzellente Journalisten weltweit. Sie hinterfragen, abstatt nur nachzuplappern.
Einfach Copy und Paste von Reuters und APA Pressemeldungen ist schlicht zu wenig. Da bräuchte man ja überhaupt keine DENKENDEN Journalisten mehr, sondern nur mehr Praktikanten.
Im übrigen will ich Ihnen ein Wort von Rousseau mit auf den Weg geben: Die Herabwürdigungen sind die Argumente derjenigen, die über keine Argumente verfügen.
Ich würde Ihnen empfehlen, diesen Satz nicht per Copy und Paste zu Gemüte zu führen, sondern mal SCHARF darüber nachzudenken...
Wird jetzt das ganze Internet (wie Cogent) angeklagt?
Laut Meldungen wurden auch alle Beschäftigten des internationalen Backbone-Betreibers und Hosters Cogent im US-Hauptquartier vorläufig festgenommen. Nicht, daß nun auch die Carrier für ihre Kundendaten haften sollen.
Was soll das heißen? Runterladen?
Die sollten jeden der dort etwas Illegales Runtergeladen hat zur Rechenschaft ziehen und auf das härteste Verurteilen.
Kann ja nicht sein das fast jeder der einen PC zuhause mit Internetanschluß hat denkt das er in einem Selbstbedienungsladen ist und Urhebergeschützte Dateien so mir nichts dir nichts KLAUEN kann.
Ich würde vor keinem von euch meine Geldtasche liegen lassen. Die währe 100% danach ausgeplündert.
Diebisches Pack kann ich nur sagen.
warum soll man nicht legal Inhalte konsumieren?
In AT ist es legal z.B. auf movie2k.
Mit antdownloader im FF kann man die dann lokal speichern und ganz einfach auf dem Handy offline konsumieren.
Ist doch toll!
Bezahlt ist das ganze auch schon mit einer Zwangsgebühr auf Datenträger und Drucker.
Dank CIS habe ich übrigens letztes Jahr über 500€ an Druckkosten gespart.
Du darfst ja weiter alles kaufen aber lass die anderen in Ruhe die völlig legal Filme im Internet ansehen.
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