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Salt Lake City - Neun Tage nach ihrem schweren Trainingssturz ist Sarah Burke, die Ikone des Ski-Freestyle, in einer Klinik in Salt Lake City gestorben. Die Kanadierin, die als Vorreiterin ihrer Sportart kommende Woche bei den X-Games der Extremsportarten in Aspen/Colorado (26. bis 29. Jänner) ihren fünften Titel gewinnen wollte, hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass 2014 im russischen Sotschi erstmals Medaillen in der Superpipe vergeben werden. 2005 wurde Burke Weltmeisterin in der Halfpipe.
Die 29-Jährige war am 10. Jänner beim Training für eine Veranstaltung ihres Sponsors in Park City/Utah gestürzt. In einer Superpipe schlug sie beim Versuch eines Flat Spin, einem Sprung mit eineinhalb Drehungen, hart mit dem Kopf auf. Nach Reanimationsversuchen wurde die viermalige X-Games-Siegerin mit dem Rettungshubschrauber nach Salt Lake City geflogen, dort ins Koma versetzt und operiert. Nach einem Herzstillstand sei es dann aber durch einen Mangel an Sauerstoff im Blut zu irreparablen Gehirnschäden gekommen, teilte ihre tief erschütterte Familie mit.
"Sie ist friedlich im Kreis ihrer Liebsten eingeschlafen. Ihren Wünschen entsprechend werden ihre Organe gespendet, um das Leben anderer zu retten", erklärte Iris Yen als Sprecherin der Familie. Eine öffentliche Trauerfeier sei in den kommenden Wochen geplant.
Sarah Burke, die auch als Action-Darstellerin in diversen Skifilmen auftrat, kannte die Risiken ihres Sports und war sicher, damit umgehen zu können. "Du trägst einen Helm, ein Schutzpolster, alles, was nötig ist", sagte sie 2010 in einem Interview mit dem US-Fernsehen. Doch zuletzt wurde das Risiko in ihrem Sport immer größer. Die Wände der Superpipes ragen inzwischen fast sieben Meter in den Himmel. Ihr Fall macht deutlich, dass bei Stürzen aus dieser Höhe das Schlimmste nicht wirklich zu verhüten ist.
Tausende Kondolenz-Nachrichten gingen auf der Facebook-Seite des kanadischen Sportidols ein. "Unser Land hat einen großen Verlust erlitten", teilte der kanadische Skiverband mit. "Die Ski-Familie verlor eine wundervolle Person. Sie wird diese wundervolle Person in ewiger Erinnerung behalten", erklärte Kanadas Snowboard-Verband CSA. "Meine Gedanken und Gebete gehen an Familie und Freunde", schrieb die Alpinskiläuferin Julia Mancuso.
Zusammen mit ihrem Ehemann Rory Bushfield galt Burke als das Traumpaar des Wintersports. Im September 2010 hatte sie den kanadischen Freestyler geheiratet und trainierte mit ihm in Whistler Mountain, dem Schauplatz der Schnee-Wettbewerbe bei Olympia 2010 in Vancouver. Bis zuletzt hatte er auf eine Rettung gehofft: "Sarah ist sehr, sehr stark, sie wird es schaffen", hatte er immer wieder versichert.
Bei einem Trainingssturz in der Halfpipe von Park City hatte 2009 auch der US-Snowboarder Kevin Pearce schwere Kopfverletzungen erlitten. Nach zweijähriger Pause stand Pearce im Dezember 2011 wieder auf dem Board, Wettkämpfe kann er nicht mehr bestreiten. (sid/red)
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