Bei Experimenten an der Uni ist womöglich eine hochgiftige Chemikalie ausgetrete
Dresden - Ein Chemie-Unfall an der Technischen
Universität Dresden hat am Donnerstagabend einen Großeinsatz von
Feuerwehr und Rettungskräften ausgelöst. Rund 100 Menschen - zum
größten Teil Studenten - wurden in Krankenhäuser gebracht. Ernsthaft
Verletzte gab es jedoch nicht. "Es befindet sich niemand in einem
kritischen Zustand", sagte ein Feuerwehrsprecher. Nur drei Betroffene
hätten anfangs so starke Vergiftungserscheinungen gezeigt, dass sie
sofort in eine Klinik gebracht werden mussten. Auch ihnen ging es im
Laufe des Abends schon wieder besser. Alle anderen Beteiligten seien
zunächst untersucht und dann später mit Bussen lediglich zur
Beobachtung in Krankenhäuser gebracht worden.
Eine Sprecherin der Hochschule sagte, die Studenten seien mit
Grundlagen-Experimenten beschäftigt gewesen, als der Alarm ausgelöst
wurde. Bei welchem Experiment etwas passiert sei und um welche
Chemikalien es gehe, müsse noch untersucht werden. Spekulationen um
Augenzeugenberichte, wonach es sich um eine hochgiftige
Arsen-Wasserstoff-Verbindung gehandelt haben soll, wollte sie nicht
kommentieren. "Das ist alles noch nicht sicher", betonte sie.
Den Angaben zufolge hatte eine Studentin während der Experimente
plötzlich über Übelkeit geklagt. Mehrere Beteiligte hätten außerdem
wohl eine Art Knoblauchgeruch wahrgenommen, hieß es. Daraufhin sei
das gesamte Gebäude wie vorgeschrieben geräumt und die Feuerwehr
gerufen worden. Die schickte nahezu alle verfügbaren Retter und
Fahrzeuge zur Uni und sperrte den Unglücksort weiträumig ab.
Einsatzkräfte in Schutzanzügen kümmerten sich um die Studenten und
sicherten das Gebäude. Messtrupps durchsuchten die Räume nach der
Ursache für den Zwischenfall. Wann erste Ergebnisse vorliegen, konnte
der Sprecher am späteren Abend allerdings noch nicht sagen.
Etwa 70 Studenten und Betreuer seien an den Experimenten beteiligt
gewesen, sagte die TU-Sprecherin. Die übrigen 30 Betroffenen hätten
sich aus anderen Gründen in dem Gebäude aufgehalten. (APA)