Perspektive

Pelinkas Niederlage als Chance für die SPÖ

Kommentar der anderen | 19. Jänner 2012, 20:03

Brief eines hoffnungsfrohen Basis-Funktionärs - Von Andreas Babler

Was für eine Erleichterung: Die Strategie der Pelinka-Kritiker hatte Erfolg. Erkämpft von kritischen ORF-Redakteuren und -Redakteurinnen, flankiert von Printjournalisten und von Persönlichkeiten wie Elfriede Jelinek oder Peter Weibel.

Aber auch innerhalb großer Teile der Sozialdemokratie wird dieser Zwangsrückzug als Erfolg verspürt. Es ist immerhin das erste Mal in der Ära Faymann, dass eine Spitzenbesetzung der "Yuppie" - Fraktion rund um seine Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas nicht umgesetzt wurde. Da nutzten auch die parallel gelaufenen eher plumpen Distanzierungsversuche in der Debatte um den konkreten Besetzungsversuch im ORF nichts.

Tatsache ist, dass der Ausgang der Causa Pelinka auch den kritischen Kräften innerhalb der SPÖ wieder Mut und Perspektive geben kann. Eine innerparteilicher demokratiepolitischer Frühling bei einer gleichzeitigen inhaltlichen Erneuerung der Sozialdemokratie kann allerdings nur dann stattfinden, wenn die bestehende Inhomogenität der Anti-Yuppie-Bewegung zumindest in zentralen Politikfeldern zusammenfindet.

Notwendige Neuorientierung

Von den in der Öffentlichkeit quantitativ unterschätzten Funktionären, die sich ideologisch - so wie ich -´ in einer klassisch sozialistisch/sozialdemokratischen Polittradition sehen, bis hin zu Initiativen wie jener der "Sektion 8" , die einen modernen demokratiepolitischen und reformökonomistischen Ansatz repräsentiert: Die Schnittmenge für ein gemeinsames Vorgehen ist dabei groß.

Primär gilt es, die Auseinandersetzung um eine innerparteiliche Demokratiebewegung zu führen, welche einen zukünftigen Diskussions- und Positionsfindungsprozess, beginnend von "unten" bei den Basisinitiativen, Sektionen und lokalen Parteiorganisationen als Kern hat. - Inhaltlich ist der aktuelle Widerstand gegen den koalitionären Schulterschluss zu Schuldenbremse und Sparkurs sicherlich ein guter Ansatzpunkt für gemeinsame Vorgangsweisen im Bereich konkreter Umverteilungspolitik.

Dazu braucht es allerdings ein konsequentes Auftreten gegen die vorherrschenden "Yuppie" - und Umfragenorientierungen. Erst dann wird diese notwendige Neuorientierung hin zu einer modernen politischen Partei mit einer lebendigen geschichtlichen Tradition zu vollziehen sein.

Und so gesehen ist das Scheitern Niko Pelinkas bzw. seines SPÖ-Netzwerkes am Küniglberg auch eine Chance für die Gesamtpartei. (Andreas Babler, DER STANDARD, Printausgabe, 20.1.2012)

Andreas Babler, ehemals Verbandssekretär der Sozialistischen Jugend Österreichs, und der Weltjugendinternationalen, ist SPÖ-Stadtparteivorsitzender in Traiskirchen und Mitglied des niederösterreichischen Landesparteivorstands.

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Posting 1 bis 25 von 29
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rotfuechsin
00
22.1.2012, 17:40
Alles in allem....

....muss die SPÖ das schon erst nehmen, was da an Vorwürfen und Bedenken kommt. Auch und vor allem wenn es Kritik aus den eigenen Reihen ist.

chrilly donninger1
02
20.1.2012, 18:15
Ich bin quasi bei den Kinder- und Naturfreunden

aufgewachsen und war in meiner Jugend in diesen Vereinigungen sehr aktiv. Die Mama hat alle Ehrenzeichen die man so bekommen kann.
Man hat mir unter der Federführung des damaligen NR. Abgeordneten Tull sehr übel mitgespielt. Der Tull hat bei einer Diskussionsveranstaltung gegen den 18-jährigen Chrilly den kürzeren Gezogen.
Wobei der Tull dann auch von den eigenen Genossen hinterdrücks gemeuchelt wurde. Ehrenwerte Gesellschaft halt.
Ich habe nicht zu hoffen gewagt, einmal in das Grab der SP pinkel zu können. Es ist mir ein Vergnügen, sie hat es nicht anders verdient.
Das Vergnügen wird nur etwas durch die Erkenntnis getrübt, dass nix Besseres nachkommt.

chrilly donninger1
21
20.1.2012, 18:00
Es ist nicht die Idee der Sozialdemokratie Tod

Aber diese Partei ist so Tod wie von der Jelinek beschrieben.
Es wird nix Besseres Nachkommen, aber es ist auch nicht Schad um diese Partei.

cybercon
 
02
20.1.2012, 16:24
Die Vereitelung eines miesen politischen Postenschachers

als "Frühling" für die Partei zu verkaufen...
dieser Wabler hat das Zeug zum typischen SPÖler!

rotfuechsin
00
20.1.2012, 17:16
wo steht das

eigentlich sagt der kommentar von andi babler genau das gegenteil aus. es ist gut, dass dieser "miese postenschacher" nicht funktioniert hat...

chrilly donninger1
00
20.1.2012, 17:58
Und welchen Beitrag hat er selbst

zur Vereitelung geleistet?

byron sully
01
20.1.2012, 15:05

ich weiß nicht, ob die spö noch zu retten ist. da müßte nämlich auch faymann höchstpersönlich weg und nicht bloß pelinka. die gescheiten köpfe in der spö bringen es ja nicht in höhere positionen, dazu sind sie zu wenig auf krone-linie.

Land der Zwerge
01
20.1.2012, 14:09
Meine Hochachtung!

Auch wenn ich die SPÖ für nahezu verrottet halte, ist es schön zu sehen, dass es dort noch Menschen gibt, die keine karrieregeilen, zivilversagenden Hirnederln sind. Dank an Andi Babler.

chrilly donninger1
12
20.1.2012, 16:28
Wo war der Andi Babler

als die Sache noch nicht entschieden war?
Wahrscheinlich eine längere Sitzung am Klo.

Land der Zwerge
00
20.1.2012, 19:25

Der Dank galt dem Kommentar, nicht dem Karriere-Purzelbaum des Pelinka-Rotzbuben...

Jener und die Lauras, Rafis, Pekos, Marcins etc. und in weiterer Folge auch deren Dulder darüber (mittlerweile vielleicht auch schon eher daneben) arbeiten eh mit voller Kraft an der Delegitimation der Sozialdemokratie.

Dass nichts gscheiteres nachkommt und der Rest der politischen Sesselpicker um nix besser sind ist halt leider auch ein Drama...

rotfuechsin
00
20.1.2012, 18:50
danke

für ihre seriösen beiträge - so kann man sicher gut diskutieren:-)

Christ in der Zeit
23
20.1.2012, 13:14

Hoffnungsfroh ist gut! Aber bekanntlich stirbt ja die Hoffnung zuletzt.

Bei der letzten Nationalratswahl gab es in Traiskirchen gerade einmal 39% SPÖ Wähler - ein Minus von 11 %, die diretissima zur FPÖ übergelaufen sind, die damit 24,4 % erhielt und die ÖVP mit 15,7 % auf den dritten Platz verwies.

Was läuft da in Traiskirchen schief, Herr Babler?

Das Ergebnis für 2013 werden wohl auch Sie nicht mehr verhindern können.

Kind des Proletariats
10
20.1.2012, 15:02

die spö hält in traiskirchen bei 70 % der stimmen. soviel ich weiß ist traiskirchen damit die niederösterreichische gemeinde mit den höchsten spö-anteil.

da läuft also noch am wenigsten schief.

schief läufts dort, wo über faymann und seine protektionskinder abgestimmt wird. da gebe ich
andi babler vollinhaltlich recht, diese partie muss weg!

chrilly donninger1
01
20.1.2012, 18:02
Wer Wahlergebnisse lesen kann hat einen Vorteil

http://wahl08.bmi.gv.at/gm_30639.htm

Kind des Proletariats
01
20.1.2012, 19:38
eben.

http://www.noel.gv.at/Politik-V... 010IT.html

auf GEMEINDEebene knappe 70% - dort wo u.a. bablers arbeit beurteilt wird. machen sie das mal nach herr chrilly!

Land der Zwerge
01
20.1.2012, 19:27

Wer NR-Wahlen und solche zum Gemeinderat untercheiden kann, auch...

rotfuechsin
02
20.1.2012, 11:37
Bravo!

Manche Personalentscheidungen innerhalb der SPÖ erinnern tatsächlich an die Pelinka/Wrabetz Geschichte. Andi Babler und Co. haben Recht mit ihrer Kritik an den yuppies und auch die inhaltlichen anmkerungen sind richtig. nur sie werden es schwer haben gegen die windmühlen...

Almi66
07
20.1.2012, 07:37
Alte Zöpfe abschneiden!

Nicht nur Faymann und Rudas sind das Problem, sondern auch die Mitarbeiter im direkten Umfeld, die es sich eingerichtet haben, die sich unterworfen haben, die gelernt haben, dass selbst gute Ideen gefährlich sein können, in einem Umfeld, wo nur der Chef gute Ideen haben kann.

Der Fisch fängt beim Kopf zum stinken an, hier sind aber auch die Flossen schon gammelig!

Pierre d´Aubusson
00
20.1.2012, 02:19
Und wieder einmal ganz weit vom Thema: d' Aubusson.

Hab ich doch bei den Neuerungen zum Forum gelesen, daß man sich überlegen sollte, auch eine Verständigung vom Nichterscheinen eines Psots zu senden.
Und wie kommt das daher, zu dem Thema?
Weil ich mir irgendwelche Antworten auf ein Psot erwartet hätte, aber da gibts nichteinmal mehr den Artikel.
Und das Psot ging irgendwie so:

Wenn es genügt, in der Krone einen Leserbrief zu schreiben, um Kanzler zu werden
und wenn es genügt, im Standrad ein paar Psots zu schreiben um Pelinka im ORF zu verhindern,
dann hätten wir doch besser dem Standrad einen Leserbrief geschrieben und in der Krone gepsotet, dann wäre sowohl Faymann als auch Pelinka verhindert worden.
Nur die Rudas bleibt. Als Strafe für die SPÖ.

(Is doch zum Thema, odr?)

ferdl90
00
20.1.2012, 00:43
tschüss mit ü

lola1234
02
19.1.2012, 23:51
just forget it,

das wird nix mehr. Der brain drain ist bereits jenseits der kritischen Größe.

Mihilist
 
01
20.1.2012, 03:14
Stimmt

Das aktuelle Unverständnis für kritische Einwände und alternative Positionen war in den Führungsetagen der Partei wohl noch nie so groß. Es geht dort um den persönlichen Machterhalt mehr als um politische Inhalte. Das, was immer mit der Phrase "dafür stehen wir" endet, ist gefälliger Politpop, der seine drei Akkorde rauf und runter trällert.

Walter Bimini
02
19.1.2012, 22:45
nachdem die spö nichts dazu beigetragen hat, wird es ihr auch nicht viel nützen.

Veronika Lenz
00
19.1.2012, 20:53

die Chance ist sicherlich richtig-aber der Kleine kann einem mittlerweile fast leid tun

Mihilist
 
01
20.1.2012, 03:15

Vorsicht beim Streicheln, er könnt noch schnappen.

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