Ausgeklügeltes Ritual

Die wundersame Illusionskunst der Laubenvögel

19. Jänner 2012, 20:02
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    foto: l. a. kelley

    Typische "Land-Art- Installation" eines Laubenvogels. Die Dinge davor sind streng perspektivisch angeordnet - je besser das dem Männchen gelingt, desto höher ist seine Chance auf Sex.

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    foto: l. a. kelley

    Die selbe Laube aus der Perspektive eines Weibchens auf die vor dem Eingang platzierten Objekte.

Männliche Vögel imponieren den Weibchen mit raffinierten optischen Täuschungen

Washington/Wien - Sie sind nicht ganz so prächtig, wie die Paradiesvögel, ihre Verwandten auf Papua-Neuguinea. Das nicht ganz so schrille und bunte Äußere machen die in Australien und Neuseeland beheimateten Laubenvögel durch kunstvolle Installationen wett, mit denen die männlichen Vertreter bei der Damenwelt Eindruck schinden.

Die Männchen der Singvogelart bauen einen imposanten Laubengang und dekorieren ihn mit einem Sammelsurium heller Objekte. Der Laubenbau variiert von Art zu Art; grundsätzlich gilt: Je unscheinbarer das Männchen, umso prachtvoller fällt die Laube aus. Bis jetzt ging die Forschung davon aus, dass sich die Weibchen sich mit Konstrukteuren der schönsten Lauben paaren - und ihre Bauten quasi als "sekundäre Geschlechtsmerkmale" angesehen werden. Dieses Prinzip ist insofern evolutionär schlau, als die Männchen durch ihr fehlendes buntes Gefieder weniger Feinde anlocken. 

Video 1: Während das Weibchen in der Laube sitzt, versucht das Männchen mit seiner "Kunst" Eindruck zu schinden.

Video 2: Erfolg für den "Künstler": Offensichtlich gefiel dem umworbenen Weibchen, was ihm da präsentiert wurde.

Nun haben zwei australische Biologen das Paarungsverhalten von Graulaubenvögeln (Ptilonorhynchus nuchalis) genauer unter die Lupe genommen und eine verblüffende Entdeckung gemacht: Die Weibchen lassen sich nicht nur von der Schönheit der Lauben beeindrucken, sondern vor allem davon, ob den Männchen eine bestimmte optische Illusion gut gelang.

Wie Laura A. Kelley and John A. Endler im Wissenschaftsmagazin Science (Bd. 335, S. 335) berichten, arbeiten männliche Laubenvögel mit "Perspektive": Sie platzieren größere Steine, Knochen und Schalen weiter vom Laubeneingang weg, kleinere näher davor. Da weiter entfernte Objekte kleiner erscheinen, entstehe so der Eindruck, alle gesammelten Objekte seien nahezu gleich groß. Ausgerichtet sei das Ganze auf den Blickwinkel des Weibchens aus dem Laubengang.

Das Erstaunliche ist nun, dass Männchen bei den Weibchen umso beliebter sind, je besser ihnen die perspektivische Täuschung mit den vermeintlich gleich großen Objekten gelingt. Einigermaßen unklar sei, warum gerade diese optische Täuschung eine entscheidende Rolle beim Paarungserfolg spiele. Die Forscher vermuten, dass solche optische Illusionen auch bei der Paarung anderer Spezies eine Rolle spielen. Der Homo sapiens wird dabei indes nicht genannt. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 20.01.2012)

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Posting 1 bis 25 von 28
1 2
paolo
00
20.1.2012, 19:17
vorspiel

kann so schön sein

Llullaillaco
00
20.1.2012, 16:07
Immer eine Frage der Perspektive

Standard: "Ausgerichtet sei das Ganze auf den Blickwinkel des Weibchens aus dem Laubengang."

Man könnte es auch andersherum interpretieren. Die kleineren Teilchen vor dem Eingang sollen dem Weibchen größer erscheinen. Alles eben nur eine Frage der Perspektive? Frgt sich allerdings, ob das Weibchen aus dem Gang gelockt werden soll oder in den Gang. Letzteres scheint mit logischer. Wer lockt schon eine potentielle Sexpartnerin vom heimischen Bett weg? Oder ticken Vögel anders?

wizenstain
00
20.1.2012, 20:56

es geht hier um kino

public observer
 
11
20.1.2012, 14:59
der ganze aufwand für eine sekunde "vögeln"

Mynnia
00
20.1.2012, 15:11

Nichtmal...Kloaken...,

Calimero22
02
20.1.2012, 14:43

push-up und große autos ;-)

schönwetter
10
20.1.2012, 12:50

also das verhalten im 2.video als erfolg zu bezeichnen, na ja, würd eher von vergewaltigung sprechen

Dem Grind Sein Kind
08
20.1.2012, 12:13

Also ich täusche optisch sehr wohl, wenn ich den Bauch einzieh..

länge ist die neue breite
40
20.1.2012, 13:44

erkennt jeder - mehr sport und der bauch ist geschichte.

samuel kant
01
20.1.2012, 10:54

homo sapiens wird dabei nicht genannt...

nicht notwendig. plastische Chirurgie kennt jedes kind.

Cogito Ergo Dumm
11
20.1.2012, 10:40
Wie man's macht, ist es falsch...

Wenn der männliche Vogel ein unscheinbares Gefieder trägt, ist das evolutionär schlau, denn er lockt weniger Feinde an.
Wenn er allerdings ein besonders prächtiges Gefieder trägt, paaren sich die Weibchen auch gern mit ihm , da er signalisiert: ich bin im letzten Jahr all meinen Feinden entkommen.
Wofür soll man sich nun entscheiden...

/Ironie off/

spacedakini
03
20.1.2012, 09:34

Als Homo Sapiens-weibchen kann ich sagen, dass der Blick aus der Laube mit den (vermeintlich) nahen Gegenständen ein Gefühl von Geborgenheit vermittelt.
Umgekehrt, von aussen, ein Gefühl von Weite und Offenheit.
Für Sex und vor allem Kindermachen ist mir Geborgenheit absolut lieber.

Dennis 2000
00
20.1.2012, 19:18

Sie sind aber leicht zu begeistern...;)

Testisl
02
20.1.2012, 08:38

"Je unscheinbarer das Männchen, umso prachtvoller fällt die Laube aus."

Mit jeder derartigen Information verschwimmt der konstruierte Unterschied zwischen Tier und Mensch mehr.
Und das ist gut so.

dieter tiefensteppe
00
20.1.2012, 12:32

naja, kommt auf den menschen an. bei einigen geb ich ihnen absolut recht, da merkt man wohl nur einen unterschied, den gebrauch von reinigungs mitteln. aber es beeindruckt mich, dass so manche überhaupt die verschlusskappe aufbekommen!

W_O_L_F_G_A_N_G
315
20.1.2012, 08:15

Ich würd mal sagen, durch diese optische Illusion entsteht der Eindruck einer Wand.

Der Erfolg liegt nun darin, dass das Weibchen glaubt, nicht mehr nach vorne aus der Röhre herauszukommen.

Also lässt es sich halt rammeln, weil's eh schon wurscht ist.

Knochenmann
01
20.1.2012, 08:13
Hmmm...

sowas müsste auhc mit meinem Penis funktionieren.

muppetbasher
01
19.1.2012, 23:10
Je näher der Ferrari bei der Haustür steht

desto eher das Fräulein beim Bette steht

.... naja, irgendwie ...., aber so könnte es gehen

keywords
00
20.1.2012, 12:30

ins bette geht. steht wrd da ja wohl nicht sie.

Bloch Mohn
00
19.1.2012, 23:05

Kippen würde ich nicht sagen. Da denk ich an ein Auto, dass mit den Vorderreifen in der Luft am Ende eines Steges steht und ins Wasser fallen würde, wenn sich ein Vogel ungünstig niederließe. Jedefalls ergäben sich von einem Moment auf den anderen katastrophale Umstände.

Hier könnte man schreiben, um beim Wort Bilanz zu bleiben: "CO2 Bilanz der Amazonas-Region ausgeglichen!"

Elron Abarth
00
20.1.2012, 10:42
Gerry Mander
00
19.1.2012, 21:34
und die werbung mit der rostlaube?

machen unscheinbare menschliche männchen auch so was ähnliches, oder ist das nur zufall?

wizenstain
00
19.1.2012, 21:19
wundervoll!

ich fühle mich verwandt

bläh! bläh!
00
19.1.2012, 20:08

man sollte mal helle kunstobjekte in der gegend ausstreuen….welchen stil die wohl bevorzugen?

NaturalBornScientist
014
19.1.2012, 20:06
Anders beim Menschen

Beim Homo Sapiens sind eher die Weibchen für optische Täuschungen zuständig...

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