Einserkastl RAU

Zeichen gegen das üble Erbe

Einserkastl | Hans Rauscher, 19. Jänner 2012, 18:16

Die schlagenden Burschenschaften geben wirklich von Generation zu Generation etwas weiter

Warum der Ball des "Wiener Korporationenrings" nicht zum "immateriellen Kulturerbe" gehören soll, ist echt unverständlich. Immaterielles Kulturerbe wird laut Definition "von einer Generation an die nächste weitergegeben und vermittelt den Gemeinschaften ein Gefühl von Identität und Kontinuität".

Die schlagenden Burschenschaften geben doch wirklich von Generation zu Generation etwas weiter, und sei es dumpfester Deutschnationalismus, Verharmlosung des Nationalsozialismus und ein verschlagener Antisemitismus/ Rassismus! Wenn das kein "Gefühl von Identität und Kontinuität" seit mehr als hundert Jahren und mit glorreichen Höhepunkten 1938-45 vermittelt, was dann?

Dieses üble Erbe bleibt uns. Immerhin haben sich jetzt 60 Organisationen zu einer "Aktionswoche gegen Rechtsextremismus" zusammengeschlossen (www.jetztzeichensetzen.at). Es besteht Handlungsbedarf. Die extreme Rechte versucht unermüdlich, in die Institutionen einzudringen und Legitimität zu gewinnen. Bürgerliche wie der oberösterreichische Landeshauptmann Pühringer schicken seltsame Signale: Einerseits lädt er zu einer Zeitzeugenveranstaltung ein, zwei Wochen später hält er die Eröffnungsrede beim "Burschenbundball", wo sich Großdeutschland-Fans treffen. Wirklich alarmierend ist aber, was der Gewerkschafter Willi Mernyi konstatiert: Rechtes Gedankengut ist in der Jugend schick geworden. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.1.2012)

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Der Querdenker
01
24.1.2012, 13:21
Ihre Meinung ist gefragt

Herr Rauscher was sagen sie zu ihrem Kollegen in der Presse? http://diepresse.com/home/mein... m-arbeiten

Gaspar de la Nuit
20
20.1.2012, 19:17
Herr Rauscher, jetzt hörns doch a mal auf...

"Wirklich alarmierend ist aber, was der Gewerkschafter Willi Mernyi konstatiert: Rechtes Gedankengut ist in der Jugend schick geworden." Mernyi ist so manches, Starkstrommonteur, NLP Coach, ORF Publikumsrat. Was er nicht ist? - ein objektiver Berater hinsichtlich demokratiepolitischer Thesen.
1.) Linkes Gedankengut ist mindestens genauso schick, ja noch viel schicker bei der Jugend
2.) Mernyi betreibt auch (nur) Propaganda
3.) Sie übrigens auch
4.) Rechts ist nicht gleich Gaskammer noch gleichzusetzen mit der Verharmlosung der Shoa

Harry Y.
 
00
21.1.2012, 23:39
Aufhören damit

derf ma nitta und nimmer

Herr und Frau Österreicher
 
01
20.1.2012, 20:38

Wären sie im Recht(s), hätte die KPÖ, nicht die FPÖ 30% Stimmenanteil!

"Rechts ist nicht gleich Gaskammer noch gleichzusetzen mit der Verharmlosung der Shoa"..
Da habens recht, aber auch diese kranken Gedanken kommen im Burschenschafter und FPÖ Milieu vor!
Abgesehen davon ist Rassismus, Antisemitismus etc. auch ohne Vernichtungsfantasien krank und antidemokratisch!!!

liberte
01
20.1.2012, 18:48
faszinierend finde ich

das in Deutschland im gesellschaftlichen Konsens absolut kein Interesse an diesen historisch längst überholten Studentenverbindungen besteht und sich da in Österreich eine völlig autarke Entwicklung zeigt - warum das passiert - ja , da sollte man den schwarzen Teil der Regierung fragen ! Falsch verstandenes Traditionsdenken oder intrumentalisierte Provokation ?

Gewitter1
00
20.1.2012, 18:45
Ihre Kommentare, Herr Rauscher, sind eine Wohltat in Zeiten wie diesen!

In diesem Sinne sei darauf hingewiesen wie wichtig es ist, dass am FR,27.1. um 18.30 am Heldenplatz möglichst viele Menschen zeigen, dass sie mit dem rechten Lager nix zu tun haben wollen. Zeigen, d.d. Mehrheit der Bevölkerung GEGEN den rechten Stumpfsinn auftritt!!!!

berger940
00
20.1.2012, 17:39
überkultivierte Waffenstudenten - sind das die?

wurde voriges Jahr als Rechtfertigung (Zucht und Ordnung) so in den Raum gestellt.

Cuca Racha
 
02
20.1.2012, 17:18
"Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen"

Max Horkheimer

untouchable
45
20.1.2012, 15:27

burschi #1: "woooah, ich habs gestern den frauen besorgt!"
burschi #2: "ja die weiber, wie die alle hinter uns her sind."
burschi #1: "wow, du besorgst es den frauen genauso wie ich. wir haben so viel gemeinsam."
burschi #2: "ja komm her, kammerad!"
*schmusen miteinander*
burschi #1: "ooh ja, nimm mich, lebensmensch!"

grog
 
12
20.1.2012, 18:18
und

wenn jemand schwul ist, ist das dann nicht mehr männlich, oder was?

Unterstellung Burschenschafter = schwul um ihr Männlichkeitsgehabe zu karikieren ist genau so blöd wie schlagende Burschenschafter.

byron sully
36
20.1.2012, 14:50

vielen dank! so sehr mir viele kommentare rauschers zu wirtschaftspolitischen fragen auf die nerven gehen, so sehr trifft er beim thema antifaschismus und ns-(nicht)aufarbeitung immer wieder den richtigen ton.

Der Reaktionär
62
20.1.2012, 15:08
Interessant, ich empfinde es gerade andersrum

William Blake II
26
20.1.2012, 17:03
Daher wohl auch Ihr Username

halar
43
20.1.2012, 13:36

Wieso muss man eigentlich so vehement gegen das zusamengehen mit Deutschland sein ?
Reicht das dafür sein alleine schon aus damit man rechtsextrem ist ?

Der Anschluss war schlecht für Österreich damals und ist eindeutig in dieser Form kein Ruhmesblatt aber die grundlegende Idee das Österreich halt mit Deutschland zusammengelegt werden sollte sehe ich noch nicht als rechtsextrem an sondern als eine Meinung der man sein kann oder nicht.

Rechtsextremismus ist eher der Hass gegen die anderen, Ausländer usw.

Herr und Frau Österreicher
 
11
20.1.2012, 17:07

Nein, dass man mit Deutschland zusammengehen will, reicht nicht! Das wollten ja auch die Sozialdemokraten, da is nix dabei (außer vielleicht, dass die Deutschen wohl eher nicht mitmachen würden)...

Aber keine Angst, die Burschen sind schon auch antisemitisch, rassistisch, reaktionär, homophob, sexistisch...

alexander lukacs
01
20.1.2012, 15:46

Es reicht in Zeiten eines vereinigten Europas immerhin dafür ein bissi gestrig zu sein.

Wobei ich sagen muss, zumindest die politische Kultur Deutschlands würde ich mir bei uns wünschen. Dort tritt sogar ab und zu ein Politiker zurück und die FPÖ würde es bestenfalls in ein paar Landtage schaffen und vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Auch wenn das Beobachten, wie ich zugeben muss, auch nicht immer von Erfolg gekrönt ist.

Zelvik
01
20.1.2012, 17:49

Die BRD ist den Burschenschaftern in Österreich ja keine Wahlheimat - der Deutschnationalismus der österr. Burschenschaften ist ja selbst bei den gemäßigteren Burschenschaften in Deutschland verpönt.

halar
00
20.1.2012, 15:59

Naja, Europa ist nicht so ganz vereinigt....da fehlt schon noch einiges dazu.

wurm83
 
23
20.1.2012, 15:16
dann fragen sie die mal WARUM sie den zusammenschluss wollen

wirtschaft? --> unwahrscheinlich seit dem unser BIP höher ist und unsere arbeitslosenquote niedriger würde uns das höchstwahrscheinlich ziemlich schaden...
so weit sinnvoll sind wir ja auch über die EU wirtschaftlich vereinigt...

was bleibt als grund über?:
der grund ist, dass sie wollen, dass das "deutsche/arische blut" unter sich bleibt....

aber sie dürfen mich natürlich gerne vom gegenteil überzeugen und mir einen sinnvollen nicht rassistischen grund für einen zusammenschluss nennen!?

Erstversuch
00
26.1.2012, 15:15
Eine Verbesserung der politischen Kultur.

+800% Vergrösserung des "Heimmarktes".
Bessere Flächenwidmungspläne!

cham bala
01
20.1.2012, 13:29
und selbstverstaendlich

sind frauenverachtung, antifeminismus und homophobie dem herrn rauscher keine zeile wert. auf so manchen "antifaschismus" koennt ich echt verzichten.

w.p. r
00
20.1.2012, 14:34

rauscher äußert sich regelmäßig durchaus kritisch zu gewissen zuwanderer-gruppen ...

toast buster
00
20.1.2012, 14:28

Diese "Werte" werden allerdings auch nicht exklusiv in Burschenschaften weitergegeben.

Harry Y.
 
26
20.1.2012, 12:39
Darf wieder, herzlichst, gratulieren, und danke für die Info,

aber nur mit vier golden stars. Denn schon die Zeit um den ersten Weltkrieg, ja ab 1848, insbesondere ab 1871, war schon von antisemitischer Ideologie und alldeutschem, säbelrasselndem Imperialismus, ja vom Rassenwahn (Lanz-Liebenfels - widerwärtig und dumm wie Brot) regelrecht durchtränkt. Die Popularität von Felix Dahn's 'Kampf um Rom' war ein Signal hiervon.

Also ein glorreicher Höhepunkt auch 1914-1918 (auch wenn das der Franz Josef war, also ein Habsburger); wenngleich es noch keine KZs gab und den Nationalsozialismus nicht als ausgesprochene Ideologie der Mehrheit.

Lesetipp in dem Fall: Brigitte Hamanns "Hitler in Wien".

alexander lukacs
04
20.1.2012, 13:29

Schon richtig, dass sich um die Jahrhundertwende allerhand widerliches Zeugs in Wien herumgetrieben hat, das letztlich Hitlers Nährboden war. Lanz von Liebenfels ist sicher das Urbild von Rassenfanatiker meets Idiot.

Allerdings hat Franz Josef damit sehr wenig zu tun. Schon aus dynastischen Selbsterhaltungsgründen hat er dem Nationalismus wenig abgewinnen können und versuchte auch den Antisemitismus hintan zu halten. Er hat auch Luegers Wahl zum Wiener Bürgermeister ein paar Mal verhindert.

Aber da wir ja immer noch allerhand Gedenkstätten für Lueger haben, zeugt das von der österreichischen Traditionspflege, die Hochquellenwasser, Gas- und Stromwerke höher stellt als antisemitisches Lurchwirken.

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