Früherer Machthaber erwartet Urteil in Kriegsverbrecherprozess
New York - Der ehemalige liberianische Präsident Charles
Taylor, den ein internationales Gericht als ersten afrikanischen
Präsidenten wegen Kriegsverbrechen anklagte, stand
Medieninformationen zufolge auf der Gehaltsliste des
US-Auslandsgeheimdiensts CIA. Die Zeitung "Boston Globe" berichtete
diese Woche unter Berufung auf Dokumente des Pentagon, Taylor habe
über Jahre hinweg eine Beziehung zur CIA unterhalten. Die genaue
Dauer derselben und was Taylor im Einzelnen tat, sei aber unklar.
Angefangen haben soll die Zusammenarbeit mit der CIA in den frühen
1980er Jahren.
Taylor wartet derzeit auf das Urteil in seinem Prozess wegen
Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem
Sondertribunal für Sierra Leone in Den Haag. Im Bürgerkrieg in Sierra
Leone wurden zwischen 1991 und 2001 etwa 120.000 Menschen getötet.
Nach Überzeugung der Ankläger zettelte Taylor den blutigen
Konflikt im Nachbarland an, um sich Zugriff auf sogenannte
Blut-Diamanten zu verschaffen. Taylor soll damals die Rebellen der
Vereinigten Revolutionären Front (RUF) unterstützt und unter anderem
zur Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten beigetragen haben. (APA)