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In der Auseinandersetzung mit Faschismen unterschiedlicher Schattierung und ihrer aktuellen Nachwehen in nostalgischen Formen, die zwischen Verharmlosung und Verklärung schwanken, hat dieses Land noch nie gute Figur gemacht. Mehr als sechs Jahrzehnte hat es gedauert, bis endlich das Gesetz beschlossen werden konnte, mit dem Justizopfer des Austrofaschismus, soweit sie sich für ein unabhängiges und demokratisches Österreich eingesetzt haben, rehabilitiert werden. Nur das Wort "Austrofaschismus" darf dabei als Bezeichnung für die Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur nicht fallen. Weil zumindest der eine noch immer als Säulenheiliger des ÖVP-Klubs auf dessen Abgeordnete herabblicken darf, gelten die zum Teil mörderischen Urteile dieses Regimes nun als "Unrecht im Sinne des Rechtsstaates", wie der ÖVP-Verhandler Fritz Neugebauer sich in Geschichtsklitterung wand und für diese Courage das Lob der Präsidentin des Hauses genoss, die glücklich ist, für diese Rehabilitation noch lebende Adressaten zu finden.
Viel Mut habe Neugebauer besessen, war zu hören. Das relativiert sich zwar leicht im Vergleich zu dem Mut, für den die Kämpfer gegen das "Unrecht im Sinne des Rechtsstaates" mit Todes- und Haftstrafen zahlen mussten, aber wenn schon ein Neugebauer, der allgemein als tapfer, ja geradezu kühn gilt, vor den Klubkollegen seinen Mut zusammenraffen muss, um eine Prise Unrechtsbewusstsein in ihre Sinne zu pflanzen, soll man das nicht kleinreden, sondern halt - loben.
Es wär' nicht Österreich, fiele in die allgemeine Erleichterung über diese heroische Bewältigung alten Unrechts im Sinne des Rechtsstaates nicht die Entscheidung, den Cotillon des internationalen Rechtsextremismus unter der Flagge "Wiener Ball" und in einem Aufwaschen damit zum immateriellen Kulturerbe des Landes zu erklären. Eine Entscheidung, die den Ruf des ohnehin schon vielgerühmten Österreich als Kulturnation in der Welt nur vertiefen kann, schon deshalb, weil die Art, wie sie gefallen ist, als erbliche Kulturbelastung gelten muss: Es ging alles mit rechten Dingen zu. Zur Kulturerbschaft braucht ein Ball eine fünfzigjährige Tradition, eine Eröffnungspolonaise, eine Mitternachtseinlage, und das Wichtigste: Politische Dinge haben dabei noch nie eine Rolle gespielt.
Mit der fünfzigjährigen Tradition haben die unermüdlichen Kämpfer für die deutsche Sache in der Wiener Hofburg keinerlei Problem, nicht einmal mit einer Polonaise. Und wer würde ihnen nicht eine Mitternachtseinlage gönnen, mit Tombola, bei der Strache vielleicht den Diplomatenpass zurückgewinnt, den er einfach braucht, um Österreich international zu vertreten. Dass es sich dabei um den Mummenschanz von Holocaust-Leugnern, Rechtsextremen, Alt- und Neonazis handelt, wird im Fachblatt "Zur Zeit" eben erst überzeugend widerlegt. "Glauben Hysteriker wirklich, daß Damen im Abendkleid und Herren im Frack, Smoking und Uniform Rechtsextremisten sind?"
Da haben wir ganz andere Herrenmenschen in entsprechender Adjustierung in Erinnerung, zu denen ein Neonazi im Frack als Wiener Kulturerbschleicher nur nostalgisch aufblicken kann. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.1.2012)
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Erleben werden wir faule Ausreden, warum die Volksbefragung doch nicht so ausgegangen ist, wie es sich gehört hätte
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Nun ist der Kampf Kanada gegen Niederösterreich eröffnet
genau es leben die kämpfer gegen das unrecht, vor allem die 75% nazis und 20% kommunisten darunter..des weiteren natürlich all jeine, die sich in zivilen gemeindebauten als angehörige einer privatarmee verschanzt hatten um auf polizisten zu schießen...
Was heißt in zivilen Gemeindebauten verschanzen?
Die Leute sind nach Hause gegangen und man hätte Sie dort in Ruhe lassen sollen.
Wenn eine Regierung beginnt, Wohnbauten in denen sich Frauen und Kinder aufhalten, mit Feldgeschützen zu beschießen, dann stellt sich die Frage nicht mehr, welche Seite da im Unrecht war.
http://www.youtube.com/watch?v=fHrLCkPLufk
Nicht ganz aktuell, aber ewig wahr... ;-)))
was heisst glauben ???
das ist gesichertes wissen!
wer es nicht glaubt, kann es doch einfachst selbst rausfinden:
nimm so einen typen vom wkr ball, rein in den mixer, 3 minuten knopf drücken und fertig ist die braune soße!
Der Begriff "Faschismus" ist wissenschaftlich höchst umstritten. Tatsächlich handelt es sich um einen politischen Kampfbegriff, der häufig unreflektiert und inflationär verwendet wird.
Wissenschaltlich korrekt spricht man daher vom "autoritären Ständestaat". Kampfbegriffe
bleiben diversen politischen Agitatoren vorbe-
halten.
das ist wirklich Unsinn. "wissenschaftlich korrekt" impliziert bei Ihnen, dass "autoritärer Ständestaat" politisch "neutral", weil "wissenschaftlich fundiert" ist. Emmerich Talos zum Beispiel argumentiert immer, dass "Ständestaat" eine Selbstbeschreibung ist, deren Inhalt, wegen fehlender Umsetzung der restlichen Stände nicht einmal zu trifft. Der Begriff 'Austrofaschismus' hingehen versucht, stärker die Inhalte und Politikformen in den Blick zunehmen. umstritten ist der Begriff in der Wissenschaft deshalb, weil es Geschichtswissenschaften nicht außerhalb von gesellschaftlichen Verhältnissen und Kämpfen stehen, und die Akteurinnen_Akteure dieser Debatte auch politische Interessen haben oder/und ontologisch nicht im luftleeren Raum schweben.
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