Wien - Im Schnitt 37 Jahre alt sind Unternehmensgründer. Knapp 41 Prozent sind Frauen. Junge Unternehmer schaffen durchschnittlich 2,3 Jobs, 80 Prozent wachsen aber nicht über eine Person hinaus. 70 Prozent überleben die ersten fünf Jahre. Das besagen die Statistiken der Wirtschaftskammer.
Was ebenfalls aus ihnen hervorgeht: Das unsichere konjunkturelle Umfeld hat den Österreichern 2011 die Lust am Gründen genommen. 28.000 trauten sich - um tausend weniger als im Jahr zuvor - neue Dienstleistungen, wie Personenbetreuung, die vor allem Frauen anzieht, nicht eingerechnet.
Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl erkennt dennoch positive Entwicklungen. So habe die Zahl der Übernahmen bestehender Betriebe um fünf Prozent zugenommen, rechnet er vor. Der Anteil an weiblichen Gründern sei stabil geblieben. Dass ein erheblicher Anteil der Wege in die Selbstständigkeit als erzwungen gilt, weist er scharf zurück: Nur jede zehnte Gründung sei Folge von Problemen am Arbeitsmarkt.
Vor Sommer noch soll es finanzielle Erleichterungen für Newcomer geben: Bisher mussten sie die Sozialversicherung in drei Raten nach dem dritten Jahr des Firmenbestands nachzahlen. Künftig sollen sie dafür drei Jahre Zeit haben.
Stark unter der Erwartung blieb die neue Förderung der ersten Beschäftigten der Gründer. Für sie sind anfangs weniger Lohnnebenkosten zu bezahlen. Mit bis zu 10.000 zusätzlichen Jobs wurden gerechnet, 1125 sind es bisher geworden. Markus Roth, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft, bekräftigt den Wunsch nach einfacheren GmbH-Gründungen und neuen Finanzierungsformen. Die drohende Kreditklemme treffe vor allem Jungunternehmer. (vk, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 20.1.2012)