Dürreperiode

Totes Meer vor 125.000 Jahren fast gänzlich verschwunden

19. Jänner 2012, 17:47

Forscher fanden bei Bohrungen rund 250 Meter unter dem Meeresboden dicke Salzablagerungen

Tel Aviv - Das vom Menschen verursachte Absinken des Wasserspiegels des Toten Meeres bereitet den Experten zunehmend Sorgen. Der salzigste See weltweit hat derzeit noch eine Wasserfläche von rund 700 Quadratkilometern, die in zwei voneinander unabhängige Seen geteilt ist. Im nördlichen, natürlichen Becken sinkt der Wasserspiegel jährlich um etwa einen Meter, während er in einem künstlich angelegten Teil an der Südseite wegen der Salzablagerungen steigt. Nun haben Bohrungen eines internationalen Teams ergeben, dass das Tote Meer vor etwa 125.000 Jahren beinahe gänzlich verschwunden ist - damals war allerdings eine andauernde Dürreperiode verantwortlich.

Die Forscher unter der Leitung von Wissenschaftern von der Hebräischen Universität in Jerusalem haben von November 2010 bis März vergangenen Jahres an zwei Punkten gebohrt: einmal in etwa 300 Metern Tiefe in der Mitte des Sees sowie in der Nähe der Küste von Ein Gedi.

In einer Tiefe von etwa 250 Metern unter dem Meeresboden entdeckten die Wissenschafter dicke Salzablagerungen. Dies sei ein Hinweis auf einen Zeitabschnitt, in dem der See fast verschwunden war. Darüber seien schlammige Erdschichten gefunden worden, die auf eine spätere, wasserreichere Zeit hinwiesen.

426 Meter unter dem Meeresspiegel

"Die Befunde wecken Sorge über den gegenwärtigen Zustand des Toten Meeres", heißt es in der Mitteilung der Universität. Heute sei vor allem der Mensch für das Austrocknen des Sees verantwortlich. Der Wasserspiegel liege gegenwärtig bei 426 Metern unter dem Meeresspiegel.

Das Tote Meer wird vor allem vom Jordan gespeist, es hat keinen Abfluss und verliert nur durch Verdunstung Wasser. Es werde aber zu viel Wasser aus dem Fluss - der wichtigsten Süßwasserquelle für Israelis, Palästinenser und Jordanier - abgepumpt, erklärten die Forscher. (APA, red)

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10 Postings
McDuff
01
20.1.2012, 14:55
Superlative

»Der salzigste See weltweit…«
Das Tote Meer ist bei weitem weder der salzigste See (Don-Juan-See/Antarktis, >40%), noch der größte Salzsee (Salar de Uyuni/Bolivien, ca.12.000km²), sondern allenfalls der bei uns bekannteste.

erebos
00
20.1.2012, 14:28

Ich schlage vor, eine Pipeline zum Mittelmehr zu bauen und die Weltmeere anzuzapfen.

Cuca Racha
 
00
20.1.2012, 15:45

Diesen Plan gibt es schon seit Langem, ist aber bisher (wer hätte das gedacht) an der Politik gescheitert.

Charles
00
21.1.2012, 10:59
Blaumilchkanal

Erinnert mich irgendwie an E.K. http://de.wikipedia.org/wiki/Der_... milchkanal

erebos
03
20.1.2012, 14:37

Damit liesse sich sogar Energie gewinnen, bei 450 m Höhenunterschied.

wellenschreiber
53
19.1.2012, 23:15
würde das heute passieren...

...wäre wieder wir mit der bösen Erderwärmung (CO2-Emission) schuld.

verleih nix
00
20.1.2012, 11:57

passiert eh gerade. 1-2 meter des pegels verschwinden jedes jahr in der israelischen gemüseproduktion.

Raphael Hythlodeus
011
19.1.2012, 17:52
kein wunder, dass der wasserspiegel sinkt, wenn die ein loch in den boden bohren!

Cuca Racha
 
01
19.1.2012, 19:43

genau, da hätten sie ja gleich den Stöpsel rausziehen können.

G. B. Corner
01
20.1.2012, 14:16

Erinnert sich hier noch wer an Schindel-Schwinger?
http://www.comicmarktplatz.de/userimage... 201720.jpg

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