"Loyalitätsdienst" gegenüber ORF

Bisheriger Büroleiter Reissnegger bleibt - auf Wunsch von Wrabetz und Redakteuren

19. Jänner 2012, 17:00

Reissnegger: "Angesichts der heiklen Situation finde ich es wichtig, zum Haus zu stehen und Verantwortung zu übernehmen" - Pelinka hat kein ÖBB-Ticket

Wien - Der amtierende Büroleiter von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, Kurt Reissnegger (51), wird seinen Job nun doch noch länger behalten als geplant. Er betrachtet dies als "Loyalitätsdienst", den er im Interesse des Unternehmens und seiner Mitarbeiter gerne übernehme, wie Reissnegger sagte.

"Ich war bereits auf meine neue Tätigkeit eingestellt und habe sie auch schon in Angriff genommen. Angesichts der heiklen Situation, finde ich es wichtig, zum Haus zu stehen und Verantwortung zu übernehmen", sagte Reissnegger, der eigentlich in der Generaldirektion die Aufgaben strategische Planung und medienübergreifende Programmprojekte wahrnehmen hätte sollen. "Wrabetz hat mich gebeten zu bleiben, aber auch viele Redakteure und auch Redakteurssprecher haben deutlich gemacht, dass sie es gut fänden, wenn ich das mache", sagte Reissnegger, der zuvor als Radiojournalist für Ö1 tätig war.

Er sei ein "überzeugter ORF-ler" so Reissnegger. "Daher will ich in einer Phase der Konsolidierung mitwirken."

Die Zukunft seines Beinahe-Nachfolgers Niko Pelinka war nach dessen Rückzug am Donnerstag weiter Gegenstand zahlreicher Spekulationen. Ein Retourticket auf seinen alten Job hat er jedenfalls nicht: Bei den ÖBB schließt man eine Rückkehr aus. Das war bereits klar, seit er sein Arbeitsverhältnis mit Jahresende aufgelöst hatte, hieß es heute auf Anfrage bei der Bundesbahn. Bis 31. Dezember war der ehemalige SPÖ-Stiftungsrat für den Bereich Public Affairs bei den Staatsbahnen zuständig und als solcher ein Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung. (APA)

Ohne Gurt im Ionensturm
01
19.1.2012, 22:39

Genial wenn's so vom Wrabetz geplant gewesen wäre ;-)

Gruber julius
00
19.1.2012, 22:57

Vielleicht haben Sie recht. Um ihn seine Position zu kommen muss man gerissen sein. Und diese Unzulänglichkeit bei der Bestellung hat mich sowieso gewundert.
Entweder, er ist ein ausgeprägter Narzisst mit enormen Machtanspruch (dies wäre natürlich fatal für den Orf) oder er ist nur ein Narzisst der gerissen genug ist eine parteipolitische Bestellung hinter Unzulänglichkeiten in der Bestellung zu verstecken. So oder so ein gefährliches Spiel mit dem Orf.

georg kleb
00
19.1.2012, 22:18

Könnte man dem Laien ein paar Beispiele für "medienübergreifende Programmprojekte" nennen? Ist das in der Art von "Die Sendung brechen wir dann auch auf Internet 'runter, Social Media buttons werden wir auch brauchen", oder wie darf das ein 08/15 Bürger begreifen?

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