SPÖ-Basis

"Die SPÖ macht jeden Schwachsinn mit"

Reportage | 19. Jänner 2012, 18:48
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    Niki Kowall (Mitte), Miriam Broucek (ganz links) und die aufmüpfige Sektion 8: "Viel Potenzial schlummert in der SPÖ - doch man bekommt den Eindruck, dass es niemanden interessiert."

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    Müllarbeiter Steininger: "Keiner weiß, wofür wir stehen."

"Sozialabbau und sonst gar nix": Viele Genossen lehnen das Sparpaket ab - und beunruhigen damit den Kanzler

Linz/Wien - "Ich weiß nicht, welcher Irrsinn alle geritten hat": Jakob Kapeller ringt nach Erklärungen. Obwohl erst Ende zwanzig, ist er von der Partei einiges gewohnt. Der studierte Ökonom hat mitgelitten, als in den Neunzigern der "Neoliberalismus wie eine Bombe einschlug", und sich gegen Alfred Gusenbauers Umfaller in einer "Protestsektion" engagiert. Doch dass die SPÖ die Schuldenbremse schlucke, sagt Kapeller, treffe die Bewegung "ins Mark".

Der junge Uni-Assistent ist nicht der Einzige, der seiner Parteispitze "vorauseilenden Gehorsam" vorhält - gegenüber den Finanzmärkten, der ÖVP, dem deutschen Diktat in der EU. Gerechtigkeit hatte der Kanzler gepredigt, und Schranken für Spekulanten, doch dann kam er mit der Schuldenbremse aus Brüssel zurück. An der Basis hob Murren an, so laut, dass Werner Faymann beunruhigt dem heutigen Freitag entgegenblickt. Da will der rote Arbeitnehmerflügel Schmerzgrenzen für das Sparpaket abstecken.

Der SPÖ-Chef sei aus gutem Grund nervös, meint die Runde im Linzer Wirtshaus Zur Eisernen Hand bei Bier und Kasnock'n: "Wir steigen nicht runter." Blatt vor den Mund muss sich hier keiner nehmen, zumal sich Oberösterreichs Parteichef "Joschi" Ackerl selbst gern an gesinnungsschwachen Genossen in Wien reibt und eine Reformtherapie unter dem an chinesische Revolutionsopern gemahnenden Titel "Morgen Rot" verordnet hat.

"Sozialabbau und sonst nix" bringe die Schuldenbremse, glaubt Baubetriebsrat Helmut Gschiel, die Krisenverursacher blieben ungeschoren. "Wundert euch das?", schallt es von der anderen Tischseite zurück. "Die SPÖ macht doch jeden kapitalistischen Schwachsinn mit", schimpft der Müllarbeiter Gerold Steininger, seit 1967 in der Partei: "Kein Mensch weiß mehr, wofür wir stehen. Ich kenne Sektionen, da glaubst, du bist in der FPÖ." Mit der Selbstfesselung durch die Schuldenbremse, ergänzt Kapeller, entledige sich die SPÖ ihres Stammgeschäfts: gezielte Konjunkturpolitik, um Krisen wie die aktuelle zu überwinden. "Selbst Ratingagenturen checken mittlerweile diese Basics", sagt er.

Zur "Stimme der Vernunft" inmitten gleichgeschalteter Politiker und Medien hat Niki Kowall Standard & Poor's geadelt, als die Agentur vor blindem Sparen warnte. Das Wort des 29-jährigen Volkswirtschafts-Doktoranden zählt viel in den roten Widerstandsnestern, seit er und seine Mitstreiter von der Sektion 8 in Wien-Alsergrund der Mutterpartei mit einer beherzten Kampagne das Glücksspielgesetz abräumten. Lästig sind die Aktivisten, sie tadeln die Asylpolitik als "Schande der SPÖ" und sticheln gegen glatte Karrieristen im Scheinwerferlicht. Ignoriert, so wird auf der Homepage beklagt, werde die "uneitle, schlipslose, aber clevere Parteijugend", die der "alten Tante SPÖ" lehren könne, wieder "das Tanzbein" zu schwingen.

Ein Wurlitzer stünde im Hinterzimmer des Café Winter am Alsergrund bereit, sogar eine Discokugel gibt es. Von der Wand schauen Humphrey Bogart und Fred Astaire, dafür sind die Gesichter am Tisch jung. Akademiker unter 30 dominieren die "Achte", die im Ruf einer "Intellektuellen-Sektion" steht. "Natürlich ist ein IQ von 140 Beitrittsbedingung", witzelt Miriam Broucek, eine Juristin.

Ein Renner unter Gleichgesinnten ist das mit Fakten gespickte Argumentarium, in dem die Sektion 8 die Schuldenbremse zerpflückt - von vagen Berechnungsmethoden bis zum wachstumsabwürgenden Korsett. "Ein ideologisches Instrument zur Zurückdrängung des Staates" sieht Kowall und dahinter "eine dunkle Macht": Die radikale Marktgläubigkeit des "ökonomischen Mainstreams". Wenn es "ein Zentrum des Bösen" gibt, sagt Kowall, "dann ist es die Deutsche Bundesbank".

Haben sich die Österreicher anstecken lassen? "Die SPÖ ist so konservativ, dass ihr auch der Neoliberalismus zu modern ist", winkt Kowall ab. Abgesehen von der Frage, "wie viel ökonomisches Know-how Werner Faymann hat, um in der EU die Diskussion zu führen", sieht er die Wurzel des Übels woanders: "Wenn ein einzelner Mann aus Brüssel mit Entscheidungen heimkommt, die allen Parteibeschlüssen widersprechen, dann ist die SPÖ eine autokratische One-Man-Show."

Der Tunnelblick, der nur tagespolitische Spielchen im Auge habe, sei notorisch, meinen die Kritiker. Weder schmiede Faymann europäische Allianzen, um dem Schuldenbremsenwahn etwas entgegenzusetzen, noch nütze die Parteispitze die Brainpower in den eigenen Reihen. "Viel Potential schlummert in der SPÖ", sagt Broucek. Doch man könne mit den aufwändigsten Konzepten von Pontius zu Pilatus rennen - "und bekommt den Eindruck, dass es niemanden interessiert".

Auf Schadensbegrenzung hoffen die Rebellen, die sich nicht ins Träumereck schieben lassen wollen: Wenn schon Schuldenbremse, dann wenigstens nicht das starre deutsche Modell. Schuldenabbau ja, aber behutsam, ohne Sozialstaat und Wirtschaft in den Keller zu fahren. Und natürlich Vermögenssteuern - der große gemeinsame Nenner der Basis.

Kollektiver Harndrang

Während die Wiener noch auf den Durchbruch der "schweigenden Mehrheit" zählen, schwindet 200 Kilometer weiter westlich die so oft enttäuschte Hoffnung. Die SPÖ verhandle immer schlecht, geben die Linzer zu bedenken, und sie mache sich aus Panik vor Schwarz-Blau erpressbar. Kadavergehorsam fürchtet Jungfunktionär Kapeller. Ehe Aufständler im Parlament gegen Schuldenbremse oder Sparpaket stimmten, sei im entscheidenden Moment die Flucht aufs Klo angesagt: "Da setzt kollektiver Harndrang ein." (Gerald John, DER STANDARD, Printausgabe, 20.1.2012)

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sandor gjalski
03
24.3.2012, 13:36

sektion 8 soll endlich putschen und ausmisten - die parteispitze gehört geköpft - und ersetzt

die basis soll endlich abstimmen und es sollen die bonzen abgewählt werden

Gnoasa
15
22.2.2012, 12:32
SPÖ

ich bin vor jahren ,nach ca 20 jähriger mitglietschaft aus spö und ögb ausgetreten weil ich die dort handelten personen und ihre freunderlwirtschaft nicht mehr aushilt
jetzt verraten sie sogar mit hife des vorbestraften herrn blache die pensionisten und halten der övp die stange
mich errinnert das an den film FREUNDSCHAFT
wer in der partei ist noch vertrauenswürdig???dort haben nur vranitzkis und androsch"s das sagen

Hans Klade2
08
10.3.2012, 18:31

Die Sozialdemokraten in der EU haben am EU-Vertrag mitgewirkt, der eine neoliberale Ausrichtung hat. Damit haben sie sich selbst abgeschafft. "Weniger Staat, mehr privat" ist das neoliberale Motto und "Geld regiert die Welt". D.h. das Leben der Völker in der EU wird jetzt durch das Interesse einer kleinen Schicht von Wohlhabenden, die ihren Reichtum ständig vergrößern wollen, gelenkt. Das ganze vormalige Volkseigentum soll privatisiert werden. Der Arbeiter ist nur mehr der Lohnsklave des Privatunternehmers. Der Staat verarmt und kann keinen sozialen Ausgleich mehr zwischen begünstigten und weniger begünstigten Gruppen schaffen. Das soll das System der Zukunft sein? Das ist ein Rückschritt der gesellschaftlichen Entwicklung um hundert Jahre.

Fraho
04
11.3.2012, 06:31
Bingo!

das kann man uneingeschränkt unterschreiben!

Der Chronist
04
13.2.2012, 18:30

Die SozialdemokratInnen sollten langsam begreifen, dass sie nicht mehr die vulgären, primitiven ArbeiterInnen sind, sondern das das Vulgäre und Primitive sich mehr und mehr bei den sogenannten konservativen Eliten findet - in der eigenen wie auch in anderen Parteien.

BrunoKreisky83
31
28.1.2012, 09:04
Partei-Präferenz?

Ich möchte mal wissen, wieviele der SPÖ-Kritiker hier überhaupt jemals die Spö gewählt haben. Das Interessante ist ja, dass Viele die Grünen wählen- einfach nur deshalb, weil es dort cool ist, kein Mitglied zu sein, weil es dort "stylischer" ist, scheinbar moderner- trotzdem hinter den Mauern der konservativ geprägte "Boboismus" sein Unwesen treibt. Man kann nicht erwarten, dass sich die Positionen verdichten- ausweiten- bei einer Partei- die kontinuierlich an Zustimmung verliert. Selbstverständlich werden da die Parteien (das gilt auch für die ÖVP)unsicherer- versuchen sich leider an veröffentlichten Meinungen, am Zufall des Alltag-Journalismus (das macht die FPÖ im Übrigen auch) usw. zu orientieren- was zu einer Spirale nach Unten führt.

kampfchiwauwau
00

bitte????
das ist genau das, was die spö so unendlich "sympathisch" gemacht hat in den letzten jahren: dieses nicht wahrnehmen wollen, dass sich doch parameter ihrer ausgangspositionen qualitativ in den letzten dreißig jahren verändert haben: sie wollen ihren einfluss, den man ihnen versprochen hat, auch wahrnehmen, natürlich dort, wo sie stehen.
oder wer hat denn nur industrialisierte antworten auf tatsächlich anliegen gegeben? immer wenn es um denken und nachdenken ging, hieß es im besten fall: das ist bürgerlich: nur kleinbürgerlichkeit war das erklärte ziel der sozialdemokratie.
ich bin ehrlich froh, dass sich das ändert und halte den fingerzeig für faul und schon gar nicht mehr populistisch, sondern schädlich.

Konrad Inzinger
00
28.1.2012, 19:34
und:

Laß mich Churchil zitieren: "Die Demokratie ist eine miserable Regierungsform! Aber ich kenne keine bessere..."
Viele gute Leute in allen Parteien haben sich zurückgezogen, weil sie mit diesen billigen Figuren und den leeren Inhalten nicht mehr mitarbeiten konnten - geblieben ist der Abschaum, die Appartschniks, die nur mehr den eigenen (überbezahlten) Posten im Auge haben, die Sesselkleber, die sich auf einen immer kleiner werdenden Rückhalt stützen müssen, also "Macht" verlieren... es entsteht ein Machtvakuum und das wartet auf den starken Mann, sei er "Alexander d. Gr.", "Caesar", "Chlodwig", "Mohamed", "Napoleon", "Lenin" oder "Hitler" - also es ging abwärts ... und was kommt nun?

Konrad Inzinger
04
28.1.2012, 19:25
BrunoKreisky83

Ich bin SPÖ-Mitglied und bleibe das auch, denn ich habe diese Mitgliedschaft aus gutem Grund gegen jene in der katholischen Kirche eingetauscht - und ich wähle die SPÖ auch noch, solange ich es noch einigermaßen kann - aber ich gebe zu, es fällt mir zunehmend schwer und schwerer...
...und wenn ich es nicht mehr kann? Frag mich bitte nicht, ich weiß es nicht...
Das ist mein Land, ich lebe gerne hier - ich bin ein bischen rumgekommen und konnte mich also frei selbst für eine Zukunft hier entscheiden und deshalb wehre ich mich dagegen, daß diese geistige Impotenz meine Heimat zu Grunde richtet...
...und ich bin nicht der Einzige - aber wir sind soooo wenige... zu wenige...

thomas 2
01
26.1.2012, 08:11
leider ist die Partei extrem konsevativ geworden

Konrad Inzinger
06
26.1.2012, 10:04
nein, sie ist nicht konservativ

sondern unpolitisch geworden. Es fehlt ihr die Perspektive, weil ihre Anführer keine Perspektive haben (außer das eigene Fortkommen). Man möchte gern mit den Mächtigen der Welt auf einem Bild sein und hofft, auf diese Weise wieder gewählt zu werden, weil man das Mandat braucht - mangels irgendwelcher Qualifikationen stünde man sonst vor dem Problem, Notstandshilfe beziehen zu müssen. Das ist das Hauptproblem: Wir haben uns eine politische Kaste geschaffen, die nun uns abzockt. Wir haben Politker, die nach der Wirkung in der veröffentlichten Meinung fragen, weil sie gar nicht erkennen,daß die veröffentlichte Meinung nicht die öffentliche Meinung ist - und noch lange nicht die der Wähler.

Eumaios
01
12.3.2012, 11:01

zudem ist die sozialdemokratische Partei aber auch strukturkonservativ. Sie ist keine konservative Partei aus ideologischer Sicht; aber die Unfähigkeit zum Konflikt und die 60 Jahre Proporz führten zu einer Erstarrung, der sozialrevolutionäre angehauchte Reformismus ist vollständig abhanden gekommen und wurde durch ein Sesselkleber- und Besitzstandswahrertum ersetzt.

Analoges gilt im Übrigen für die Grünen, die sich mit ihren "Eltern" SPÖ und ÖVP versöhnt haben und ja nicht mehr auffallebn wollen,, damit die Eltern sie auch nicht als "nicht regierungsfähig" denunzuieren können.

Der Protest und Widerstand wird in diesem Land nur noch von rechts besetzt in Form des Wütenden Spießbürgers.

Resilienzfaktor
02
27.1.2012, 14:24

Stimmt!!!
Was die letzten Zeilen anbelangt, würde ich jedoch eine andere Erklärungsvariante sehen:
Die Spitze der Bundespartei fragt mMn nicht nach de Wirkung der veröffentlichten Meinung (das wäre ja gut, wenn dem so wäre!), sondern sie schaut einfach nur auf die veröffentlichte Meinung und hängt sich da an bzw. versucht sich, an selbige anzubiedern. Dabei sollte sie vielmehr danach trachten, eigene Inhalte zu !!definieren!! und dann in der Öffentlichkeit (nicht nur mittels Inseraten!!) zu verbreiten, sprich im Rahmen ECHT DISKURSIVER Maßnahmen (gäbe REICHLICHST Möglichkeiten dazu!)

Resilienzfaktor
05
27.1.2012, 14:29

Nur: Ein ehrlicher Diskurs mit den Mitmenschen würde nicht nur VALIDE INHALTE brauchen (die finde ich grad fast gar nicht!). Sondern die breite Basis müsste auch polit. gefestigt und gebildet sein - nur so kann jede/r Einzelne/r im persönlichen Gespräch seine Meinung authentisch, aus dem Innersten kommend ausdrücken und ehrlich !!überzeugen!! Nicht, so wie jetzt, die Menschen für blöd verkaufen und ihnen vorgefertigte "Wordings" reinstopfen, weil man Selbstdenker nicht mag (aus Angst, die könnten viell. irgendwann auch selbstreflexiv in der eigenen Partei kritische Perspektiven verlautbaren). DAS k*tzt mich an der völlig misslungenen internen Organisation der SPÖ an (Verantwortung: Rudas, Kräuter).

Resilienzfaktor
02
27.1.2012, 14:37

Und eine letzte Sache, weil sie aktuell ist, sollte auch noch zur Sprache gebracht werden: Das "SPÖ Aktuell", die Mitgliederzeitung, gibts nur mehr online. Völliger Irrwitz! Das einzige Medium, in dem die Partei ihre Standpunkte ungefiltert an die Mitglieder tragen kann (was angescihts der konservativ geprägten Medien entsprechend sinnvoll wäre). Wobei: Der meiste Raum ging eh für völlig durchschaubare Selbstbeweihräucherung drauf (was für ehrliche Mitglieder und FunktionärInnen an der Basis bitter ist, die sich da gerne INFORMATION und kritische, differenzierte Auseinandersetzung rausgeholt hätten...ist nämlich schon arg, wenn politisches Interesse einen stigmatisiert und man an intellektuelle Reservate wie den BSA o.a. verwiesen wird)

kampfchiwauwau
01

na und was bekomme ich so ca alle vierzehn tage nach hause geschickt?
das heißt "SPÖ Aktuell" - habe ich aber, glaube ich gegen einen anerkennungsbetrag abonniert.
und beim durchblättern (geht schneller als online-lesen), darf man sich halt von der seite 3 nicht abschrecken lassen :o - aber es ist natürlich eher eine regierungspostille.

Konrad Inzinger
03
28.1.2012, 19:18
Resilienzfaktor

...laß mich noch einen Aspekt ergänzen: Wenn man den ganzen Tag am Fließband steht oder in einem finsteren Kellerloch einen kaputten Kanal ausbuddelt, dann liest man am Abend nicht mehr (oder kaum, ich weiß das, ich hab dort angefangen) und daher sehe ich den intellektuellen Verfall der Politik besonders dramatisch - da müßte es schon Vordenker geben, denen zumindest eine Handvoll ethischer Grundlagen bekannt ist - und die gibt es nicht mehr.
Die Politik hat eigentlich nur 2 Aufgaben:
Perspektiven erzeugen
und Hoffnung geben
-beides geschieht schon lange nicht mehr und das ist das eigentliche Verbrechen...

Resilienzfaktor
02
31.1.2012, 16:51

Stimmt!
Es ist eine Schande, dass die SPÖ dort wo zeitgemäße Entwicklungen wichtig wären (Organisationsform, Strukturentwicklung, breite Öffnung der Partei,...) nix tut und an überholten Konzepten festhält aber gleichzeitig da, wo man aus der Geschichte lernen könnte, blind, dumm und derrisch ist. Offenbar ist es mittleweile schon vergessen, wie viele Jahrzehnte man dieselbene Forderungen schreien musste und wie lang es gedauert hat ("Empowerment"), bis die junge ArbeiterInnenbewegung die ersten Erfolge feiern konnte (klingt jetzt so pathetisch, aber es ist doch tatsächlich so!)

kampfchiwauwau
00

richtig.
und die sozialdemokratie hat daraus zuerst eine partizipationsbewegung gemacht.

da ging's um den aufbau von partizipativen strukturen - also die schon angesprochene innere und gesellschaftliche demokratisierung.
da wurden z.b. die gewerkschaften aufgebaut und an der gestaltung der gesellschaft mitbeteiligt, es wurden arbeiterkammern als gegenstück zu den ständevertretungen vulgo wirtschaftskammern eingerichtet, es wurden soziale einrichtungen geschaffen und die ökonomische absicherung der menschen in einer zunehmend ökonomisierten welt mit zunehmender schwierigkeit, dass die ökonomisierung auch eine neue form der ausbeutung bedeutete: virtualisierung, kampf um lebenszeiten, lebensräume, lebensausdruck.

Pekir
00
25.1.2012, 10:53
Ich bin absolut gegen ein Sparpaket!

Wenn Österreich dann in Konkurs geht, wandere ich nach Griechenland aus.

Walter J. Ferstl
20
23.1.2012, 20:35
Mitgliederbefragung der Wiener SPÖ:

"Wiener SPÖ-Umfrage: „Unsere Sprache hier ist Deutsch“

Nach einer Mitgliederbefragung hat die Wiener SPÖ für die Integrationspolitik zwei Hauptpunkte festgesetzt: Das „Erhalten der Wiener Lebensart“ sowie „unsere Sprache Deutsch“. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hat zudem mehr Volksbefragungen angekündigt."

http://wien.orf.at/news/stor... s/2518198/

erxxich
00
25.1.2012, 19:58
Ünnötig, weil viel zu spät !!!

Walter J. Ferstl
02
24.1.2012, 10:00

... klingt nach einer Bestätigung der Feststellung des Arbeiters Steininger:

"Ich kenne Sektionen, da glaubst, du bist in der FPÖ."

Konrad Inzinger
02
23.1.2012, 23:12
deutsch?

also - ich rede österreichisch...

Der Chronist
03
23.1.2012, 20:28
"Kein Mensch weiß mehr, wofür wir stehen. Ich kenne Sektionen, da glaubst, du bist in der FPÖ."

Ich musste heute sehr lachen - ein Bekannter zeigte mir eine Mail, die er von seiner SPÖ erhalten hatte, eine Aussendung. Und da steht bezüglich eines Positionspapiers aus den Ergebnisse aus einer Mitgliederbefragung zu lesen:

"Die Wiener Positionen zum Zusammenleben. Es sind Antworten der SPÖ Wien auf Fragen des Miteinanders in der Stadt, es sind unsere Grundregeln für das Zusammenleben in Wien. Und wir zeigen damit auch klar auf, wie fundamental wir uns in unseren Grundsätzen von der Strache-FPÖ unterscheiden."

Ich musste sehr lachen - der letzte Satz liest sich, als habe man den Standard-Artikel gelesen, die Panik bekommen und schnell etwas zusammengeschustert um zu zeigen, dass das alles ja gar nicht stimmt.

Nützt aber nix :-)

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