Zunehmende Abholzung

CO2-Bilanz der Amazonas-Region kippt

19. Jänner 2012, 16:00
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    foto: andre penner, file/ap/dapd

    Illegale Brandrodung in den Außenbezirken von Novo Progresso im nördlichen Bundesstaat Pará. Eine "Nature"-Studie kommt zu der Auffassung, dass die bisher positive CO2-Bilanz des Amazonas-Beckens vor dem Kippen steht.

US-Studie geht davon aus, dass im bisherigen Bollwerk gegen den Klimawandel in Zukunft mehr Treibhausgase produziert als gebunden werden

Washington - Das Amazonasgebiet gilt gemeinhin als Bollwerk gegen den Klimawandel. Nun sieht es so aus, als würde es diese Funktion verlieren. Schlimmer noch: Die Region selbst produziert mehr und mehr umweltschädliche Treibhausgase. Die bisher positive CO2-Bilanz des Amazonas-Beckens sei derzeit dabei zu kippen, stellten US-Wissenschafter in einer im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichten Studie fest. Als Gründe gaben sie Bevölkerungswachstum und die damit einhergehende Abholzung an.

In der Biomasse des Amazonas-Beckens sind etwa 100 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden, mehr als weltweit in zehn Jahren an fossilen Brennstoffen verbrannt wird. Bei Brandrodung von riesigen Waldflächen wird der in den Pflanzen gespeicherte Kohlenstoff als Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre freigesetzt.

CO2-Bilanz im Wandel

Genaue Zahlen für die Entwicklung der CO2-Emissionen im Amazonasraum seien schwierig zu erheben, räumte das Forscherteam unter der Leitung von Eric Davidson vom Woods Hole Research Center im US-Bundesstaat Massachusetts ein. Doch sei die Bevölkerung in dem Gebiet in 50 Jahren von sechs auf 25 Millionen angestiegen; weite Landflächen würden deshalb für Landwirtschaft und Hausbau benötigt. Die CO2-Bilanz des Gebietes - also der Vergleich zwischen dem aus der Atmosphäre durch die riesigen Waldflächen aufgenommenen Kohlendioxid und dem Ausstoß des Treibhausgases in der Region - sei daher im Wandel und das Amazonas-Becken könnte so bald schon zu einem Netto-Emittenten von CO2 werden.

Auch durch den Klimawandel und Wetteränderungen könnte ein Teil aus diesem Kohlenstoff-Speicher freigesetzt werden, warnten die Wissenschafter in ihrem Bericht. Ein Großteil des Regenwaldes halte saisonale oder mäßige Dürre aus, doch diese Belastbarkeit könne überschritten werden und sei in der Vergangenheit bereits überschritten worden. Wo Abholzung im Amazonasgebiet verbreitet sei, verlängere sich der Zeitraum der Trockenheit. (APA, red)

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Posting 1 bis 25 von 27
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byron sully
00
20.1.2012, 14:34

und die brasilianische regierung schaut zu, anstatt rigoros durchzugreifen.

Bernhard Marold
30
20.1.2012, 15:44
Fragen Sie doch mal:

Wem gehört die brasilianische Regierung? Wenn Sie die Antwort haben, brauchen Sie nicht mehr nach dem "Warum" zu fragen.

Grisu der kleine Drache
00
19.1.2012, 22:41

Was ich nicht verstehe: Ein Wald nimmt CO2 auf (Pflanzenwachstum) und gibt CO2 ab (Verrottung von abgestorbenen Pflanzen). In einem stabilen Waldgebiet müsste sich das doch die Waage halten. Wieso also kann der Amazonas-Regenwald netto CO2 aufnehmen?!?

W_O_L_F_G_A_N_G
00
20.1.2012, 10:07

In einem stabilen Wald wird sich immer auf die Fläche bezogen eine gewisse Menge an Biomasse befinden, ob lebendig oder tot. Bleibt diese Menge konstant, so bleibt auch die eingelagerte Menge an CO2 konstant.

Weil nicht SOFORT alles verrottet.

WBR
02
20.1.2012, 08:34
Biomasse > Amazonas > Meer > "End"lagerung

Angeblich transportiert der Amazonas viel Biomasse ab und deponiert sie im Meer, wo zumindest viel Kohlenstoff in organischen Verbindungen erhalten bleibt.
Das kann aber nur einen kleinen Teil der "grünen Lunge Amazonasbecken" ausmachen.
Siehe den Thread in einem älteren Artikel zu diesem Thema:
http://derstandard.at/plink/129... id19813519

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
00
20.1.2012, 08:16

Im grunde haben sie recht, jedoch jemehr Pflanzenmasse vorhanden, desto mehr Kohlenstoff wird gebunden.

1000undeine8
01
20.1.2012, 07:42

zum einen ist das amazonas-becken nicht "stabil" in ihrem sinn (es wird ständig irgendwo abgeholzt oder abgebrannt und es wächst ständig irgendwo sekundärwald nach), zum anderen gibt es sicherlich einen CO2-düngeeffekt. es verbleibt nur rund die hälfte der anthropogenen CO2-emissionen in der atmosphäre, die andere hälfte wird derzeit (noch) zu jeweils ähnlichen teilen von vegetation und ozeanen aufgenommen.

http://ibl.colorado.edu/ciais%201... nce%29.pdf

hlg
00
22.1.2012, 10:54
das "noch" bezieht sich darauf, dass...

in zukunft einfach 100% des co2 umsatzes wieder aufgenommen werden, nehm ich an ;-)

zum einen weil irgendwann angeblich das öl ausgeht und zum anderen weil der co2 gehalt der atmosphäre schon mehrfach zu- und auch wieder abnahm...

im ernst: im amazonasgebiet ist seit millionen jahren regenwald. würde das c dortbleiben, wär dort längst ein berg. wenn man annimmt, dass die flora keine wesentlichen evolutionsschritte in der zeit machte, müsste die biomasse im wald des amazonasbeckens nahezu konstant bleiben. es muss etwas abtransportiert werden von diesem c...

1000undeine8
00
22.1.2012, 12:38

ich spreche nicht von jahrmillionen, sondern von jahrzehnten, in denen waldgebiete nicht unbedingt eine ausgeglichene C-bilanz haben. in den letzten 20, 30 jahren wurde viel gerodet. das holz existiert z.T. noch, während der sekundärwald schon wieder nachwächst. er wird aber erst in jahren bis jahrzehnten seinen endgültigen bestand erreichen. nämlicher zeitrahmen gilt ebenso für andere störungen mit biomasse-verlust (z.B. dürren).

das "noch" bezieht sich auch auf die ozeane, die mit erwärmung und versauerung immer weniger CO2 aufnehmen werden (wobei der zeitraum hier eher im bereich von jahrhunderten liegt).

lässt
00
20.1.2012, 01:24

Vermutung: Die Humusschicht (enthält viel C) wird laufend vergrößert und somit wird CO2 aufgenommen.

hlg
10
20.1.2012, 18:16
vermutung: der amazonas ist nicht deshalb trüb...

weil ein indio aa reingmacht hat....

aleph null
03
20.1.2012, 05:04

Faktum: die Humusschicht ist im Regenwald sehr dünn.

Utrillitn
01
19.1.2012, 20:53
Triste Aussichten

.
7, 8, 9 ,10 ... Mrd. Menschen samt Abzockern.
Das kann nicht gut gehen.

Vorerst werden die Dschungel weltweit dran glauben. Dann die Savannen und Urwälder Afrikas.

Irgendwann wird die Menschheit dafür bezahlen müssen. Vor allem die Nachfahren.

PEACETIME
18
19.1.2012, 19:14
Die Abholzung des Amazonas liegt aber vor allem daran, dass der

Gouverneur vom Amazonas Großgrundbesitzer ist und davon profitiert, wenn er große Landstriche an US-und EU-Firmen verhökern kann, damit die dort zB Soja im großen Stil anbauen können, Gensoja wohlgemerkt, wo tonnenweise Erde hingekarrt werden muss, weil sich der Amazonasboden nicht dafür eignet. Es sind meist westliche Firmen, die von ein paar korrupten und gierigen Brasilianern profitieren.
Das Soja fressen dann im Übrigen auch Österreichs Hühner.
Irgendwann wird zu wenig Wald da sein auf der Erde, sodass irgendwann der Sauerstoff eng wird. Aber Hauptsache, ein paar Gierige haben bis dahin fette Gewinne gemacht.
Ein System, welches darauf ausgerichtet ist, nur auf sich zu schauen, zum Schaden des Anderen, ist zum Scheitern verurteilt.

Erzpiefke
 
11
21.1.2012, 01:24

Denn Unfug mit der Sauerstoffknappheit behaupten nicht einmal die Potsdamer CO2-Ideologen.

Das objektive Faktum, nämlich daß sich Urwald verkleinert. ist korrekt. Bei Linksideologen wie dir könne daran natürlich nur die bösen Kapitalisten und nicht die Bevölkerungsentwicklung schuld sein.

germtag
00
20.1.2012, 11:02
sauerstoff wird nicht eng

eigentlich schön formuliert, bis zu dem punkt mit dem engen sauerstoff.
21% O2 vs 400pmm CO2 -
da hab ich andere sorgen, als sauerstoffknappheit...

lässt
01
19.1.2012, 18:31

Wenn jemand hier in einem Kommentar CO2, bitte. Das mache ich auch. Aber in einem Zeitungsartikel kann man sich schon die Mühe machen tiefzustellen.

Utrillitn
00
19.1.2012, 20:37

Übersetzungsprogramm ?

cygnusxone
30
19.1.2012, 17:39

ja ne is klar. wo anders sehens alle probleme die amis.

A ndreas Bogeschdorfer
01
19.1.2012, 18:54
Primitiv.

Treffenderes fällt mir dazu nicht ein. Auch wir Europäer haben dort unsere Finger im Spiel, wir alle haben irgendwo Dreck am Stecken.

Aber immer mit dem Finger auf die Anderen ("die Amis" oder was auch immer) zu zeigen ist schlicht..siehe oben.

Gianni Agnelli
00
19.1.2012, 18:53

Ja ne is klar, sind ja alle gleich, die Amis. In den USA würden diese Klimaforscher sicher keine negative CO2-Bilanz feststellen, gell!

*facepalm*

Loonquawl
00
19.1.2012, 18:45

"Die Amis" sind keine homogene Masse. Es ist das System das hinkt.

erebos
00
19.1.2012, 19:17

Welches System? Das System sozialer Mensch?

Bitte Bitte
21
20.1.2012, 02:32

Das System, dass 10% der Weltbevölkerung (USA/EU) 63% der Weltressourcen verbraucht und ihr Zinseszins-System ohne zusätzliches Wachstum kolabiert.

Allmählich schaut es so aus, als ob unsere Kultur des Raubens und Mordens das Ende der Fahnenstange erreicht hat.

erebos
00
20.1.2012, 11:01

Überschätzen sie das mal nicht. Es hat nie besser ausgesehen als jetzt. Das Rauben, Morden und Ressourcen vernichten hat schon immer existiert, nur haben wir das Glück, daß seit ca 60 Jahren Demokratien in einem Umfang existieren,, so dass erstmal viele Menschen mehr von diesen Ressourcen profitieren, als je zuvor. Tendenz mittelfristig immer wieder sinkend, aber letzlich entwickelt es sich doch zum Besseren, wie es aussieht.

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