Gründungen gesunken

Junge Wirtschaft plädiert für "GmbH light"

19. Jänner 2012, 15:00

Leitl: Einigung mit SVA über längere Stundung von Beiträgen - Frauenanteil bei Gründern liegt bei 40 Prozent

Wien - Im vergangenen Jahr haben sich in Österreich rund 35.000 Menschen selbstständig gemacht, das waren um 2.000 weniger als im Jahr 2010. Ohne die "neuen Dienstleistungen" - vor allem Personenbetreuerinnen aus dem Ausland - waren es 28.000, um 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Neben dieser unerfreulichen Nachricht gebe es aber auch eine erfreuliche, berichtete Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl am Donnerstag in einem Pressegespräch in Wien. Die Übernahmen bestehender Betriebe hätten um fünf Prozent zugenommen.

Die Anzahl der weiblichen Gründer sei praktisch unverändert geblieben - 9.560 waren es 2010, 9.530 im Berichtsjahr. Frauen hätten einen Anteil von 40,8 Prozent an allen neu gegründeten Personengesellschaften (also ohne GmbH). Österreich habe bei den Gründungszahlen einen besonders hohen Frauenanteil, betonte Leitl. Im Schnitt werden durch jede Neugründung 2,3 Arbeitsplätze geschaffen (inklusive Gründer), der Gründer ist im Durchschnitt 37 Jahre alt.

Warum 2011 weniger Unternehmen gegründet wurden, lässt sich laut Leitl nicht an einem einzelnen Grund festmachen, es liege eher am allgemeinen Umfeld. "Wir sind in Zeiten der Unsicherheit, und da müssen wir natürlich besonders motivieren, diesen Weg der Selbstständigkeit zu gehen." Immerhin hätten die neugegründeten Firmen in Österreich auch durch die Unterstützung der Wirtschaftskammer "eine der höchsten Überlebensraten weltweit". 70 Prozent der jungen Unternehmen gebe es nach fünf Jahren immer noch.

Eine Neuerung soll noch heuer eine spürbare Erleichterung für Firmengründer bringen. Bisher müssten die Jungunternehmer im dritten Jahr nach der Gründung gestundete Beiträge zur gewerblichen Sozialversicherung (SVA) innerhalb nur eines Jahres in vier Teilbeträgen nachzahlen. Ein Gründer mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 3.000 Euro müsste im dritten Jahr über 17.000 Euro nachzahlen - "eine Keule", so Leitl. Darum habe man gemeinsam mit der SVA den Vorschlag erarbeitet, die jungen Unternehmer diese Nachzahlung innerhalb von drei Jahren in zwölf Raten zinsenlos zu bezahlen, das wären in dem Beispielfall pro Quartal 1.400 Euro. Die SVA würde das durch Zinsverlust 500.000 bis 1 Mio. Euro kosten, das sei verkraftbar "und wir werden es daher umgehend machen", versprach Leitl.

"Umgehend" bedeute konkret noch im heurigen Frühjahr, konkretisierte die Bundesgeschäftsführerin des Gründerservice in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Elisabeth Zehetner. Möglicherweise bedürfe es dafür noch einer SVA-Gesetzesnovelle. Profitieren würden davon jährlich rund 35.000 bis 36.000 Jungunternehmer, die von solchen Nachzahlungen betroffen seien.

Markus Roth, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft, wünscht sich vom Gesetzgeber vor allem eine Erleichterung von GmbH-Gründungen. Eine "GmbH light" mit einem geringeren Stammkapital stehe zwar für 2012 im Regierungsprogramm, aber "ich habe bis jetzt noch keine konkrete Zusage gehört, dass unsere 10.000-Euro-GmbH jetzt kommt", sagte Roth. Im Regierungsprogramm stehe auch die Schaffung eines rechtlichen Rahmens, der den jungen Unternehmen mehr Möglichkeiten geben solle, zu Eigenkapital zu kommen. "Es müsste nur mehr umgesetzt werden, vorgenommen haben sie sich 's schon lange, jetzt wär 's der richtige Zeitpunkt", so der Chef der Jungen Wirtschaft. (APA)

Die grausame Realität 2012
00
20.1.2012, 18:22

Mindestkapital heruntersetzen.

Wenn die GmbH pleite geht, zahlen die anderen.

Verantwortung, wie sie die ÖVP meint.

aculus populus
 
00
24.3.2012, 10:19
stimmt nicht

der betrueger macht das auch mit 35.000 ... die meisten aber koennen nicht 35000 einzahlen und dann noch 35.000 investieren um nur das unternehmen zu starten...es geht schwer. das ist das problem

Herrlich1
00
22.1.2012, 17:20

es zeigt, sie haben das Problem wirklich durchschaut. gratulation für diesen einfältigen post.
vielleicht können sie ausführen, was ihr genau Begehr ist?
ich denke vielmehr, dass die Einlage abhängig vom Umsatz festgesetzt werden sollte. Aktuell ist es tatsächlich so, dass die Gesellschaftseinlage 35k beträgt, die sofort nach Gründung wieder aus der GmbH genommen wird. Was bringt das also diese Mindestkapitaleinzahlung?

Lex Barker jun.
01
20.1.2012, 14:16
Diese Nummer kommt 2 x pro Jahr! Passiert ist NIX!

aculus populus
 
00
24.3.2012, 10:18
Und das seit 2006

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