Multiple Sklerose sollte Job nicht gefährden

In den meisten Fällen auch langfristig kein Problem

Wien - Die Multiple Sklerose ist nicht heilbar, aber in vielen Fällen gut behandelbar. Die Diagnose der chronisch entzündlichen Erkrankung von Gehirn und Rückenmark an sich sollte ein Beschäftigungsverhältnis oder gar die berufliche Karriere insgesamt nicht infrage stellen, hieß es am Donnerstag bei einem "Runden Tisch" der MS-Gesellschaft Wien in der Wirtschaftskammer.

In Österreich gibt es rund 12.500 Patienten mit Multipler Sklerose, die bei einem fortschreitenden Verlauf unter anderem auch zu Lähmungserscheinungen führen kann. Karl Vass, Neurologe und Präsident der MS-Gesellschaft Wien: "In den vergangenen Jahren haben sich die Behandlungsoptionen kontinuierlich verbessert. Neue Medikamente haben das Spektrum wirksamer Therapien maßgeblich erweitert und helfen, Symptome und Schübe besser zu kontrollieren." Schwere Verläufe seien relativ selten, bei den meisten Betroffenen verlaufe die Krankheit mild oder könne ausreichend beherrscht werden. Viele MS-Patienten im Berufsleben würden auch weniger Krankenstände als nicht Betroffene aufweisen. Trotzdem hat eine Umfrage unter 1.303 MS-Patienten in Österreich ergeben, dass nur 32 Prozent voll berufstätig sind.

Die Wirtschaftskammer Wien will hier auf einem ganz anderen Weg unterwegs sein. Präsidentin Brigitte Jank: "Die Wirtschaft kann und will sich den Verlust von erfahrenen und gut ausgebildeten Mitarbeitern nicht leisten. Die Betriebe nehmen daher ihre Verantwortung wahr und sind sehr bemüht, chronisch kranke Menschen möglichst lange im Arbeitsprozess zu halten." Speziell in kleineren Unternehmen könne eine erfahrene Kraft nur schlecht ersetzt werden. Am Donnerstag wurden im Anschluss an den "Runden Tisch" zehn österreichische Unternehmen bzw. Behörden für vorbildliche Arbeit in Sachen MS-Betroffener ausgezeichnet (Best Employer Award der MS-Gesellschaft). (APA)

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