Redakteure für Gesetzesänderung - Kurt Bergmann für neue Struktur - BZÖ: "Gibt weitere schwarze, rote und grüne Pelinkas"
Der ORF-Redakteursrat, der die treibende Kraft im jüngsten Kampf gegen parteipolitisch motivierte Postenbesetzungen im ORF war, sieht nach dem Rückzug von Niko Pelinka "zweifellos eine entscheidende Stärkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks" gegeben. Es sei gelungen, "gemeinsam mit einer breiten, wachsamen Öffentlichkeit die Bedeutung eines wirklich unabhängigen ORF eindrucksvoll zu vermitteln". Auch künftig gelte es, dafür Sorge zu tragen, dass "ab nun keinerlei, wie immer geartete, Fortsetzung unternehmensschädigender Postenvergabe mehr möglich sein darf", hieß es in einer Aussendung.
In ihren Protesten sei es den Redakteuren "nie um den Kampf gegen einzelne Personen gegangen, sondern um das System der politischen Packelei" und um die Unabhängigkeit des Rundfunks, so Dieter Bornemann. "Und so werden die ORF-Journalisten auch dafür zu sorgen haben, dass sämtliche geplante - und künftige weitere, notwendige - Strukturänderungen nicht gegen journalistische Interessen stattfinden können", so Eva Ziegler, Redakteursrätin der Landesstudios.
Weiters hoffen die Redakteure, dass es nun zu den "längst überfälligen Änderungen des ORF-Gesetzes" kommt und dass sowohl innerhalb des ORF als auch mit dem Gesetzgeber rasch konstruktive Gespräche geführt werden. Jetzt müsse "die so reichlich frei gewordene positive Energie längst fällige Änderungen" bewirken.
Kurt Bergmann, ehemaliger ORF-Generalsekretär und Mitglied der Plattform "Rettet den ORF", gratulierte den "mutigen ORF-Mitarbeitern" zu ihrem Etappensieg. Allerdings dürfe man nun nicht lockerlassen, sondern müsse vielmehr versuchen, "eine neue Struktur für den ORF durchzusetzen, die derartiges schon von Grund auf unmöglich macht". (APA)