Räumung des Protestlagers vor der St. Paul's Cathedral erlaubt - Demonstranten wollen Berufung einlegen
London - Das Londoner High Court hat die
Antikapitalismus-Demonstranten der Occupy-Bewegung aufgefordert, ihr
Protestcamp vor der St. Paul's Cathedral im Londoner Finanzdistrikt
zu schließen. Laut Britischen Medienberichten zufolge verwies der
zuständige Richter in seinem Urteil am Mittwochnachmittag auf die
Notwendigkeit, Sicherheits- und Hygienebestimmungen auf dem Areal
aufrechtzuerhalten, meldete Kathpress am Donnerstag. Das Camp müsse
zudem abgebaut werden, um Kirchenbesuchern den Zugang zur Kathedrale
zu erleichtern.
Ein Anwalt der Occupy-Bewegung kündigte laut der
Nachrichtenagentur Reuters an, dass man innerhalb der vorgesehenen
Sieben-Tage-Frist Berufung gegen das Urteil einlegen werde. Geklagt
hatte die Stadt London, die das Camp vor der St. Paul's Cathedral
räumen lassen will.
Vor der weltbekannten anglikanischen Kathedrale harren
Antikapitalismus-Demonstranten seit Mitte Oktober in einer Zeltstadt
aus. Unmittelbar nach dem Beginn der Proteste war das Gotteshaus
wegen Sicherheitsbedenken kurzzeitig geschlossen worden, wurde dann
aber wieder geöffnet.
Der Protest führte auch zu einem Streit in der anglikanischen
Kirche über den Umgang mit den Demonstranten. Im Zuge der
Auseinandersetzungen traten der Dekan der Kathedrale, Graeme Knowles,
sowie ein weiteres Mitglied des Kapitels von ihren Ämtern zurück.
Die Kirchenleitung hatte die Demonstranten zunächst wiederholt
aufgefordert, das Camp zu räumen. Später erklärte man, keine
rechtlichen Schritte gegen die Kundgebung einleiten zu wollen,
sondern das direkte Gespräch mit den Teilnehmern suchen zu wollen. (APA)