Höchstlast

60 Prozent des Lkw-Alpentransits fahren über Österreich

19. Jänner 2012, 11:41
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    grafik: apa

Vier der fünf meistbefahrenen Alpenpässe sind in Österreich - Brenner vor Ventimiglia, Schober­pass, Wechsel und Thörl-Maglern

Wien - Kein Land in Europa trägt eine so hohe Last am Lkw-Alpentransit wie Österreich. "Sechs von zehn Lkws, die über die Alpen fahren, nehmen die Route über Österreich. Von den fünf am stärksten befahrenen Routen liegen vier in Österreich", sagt Ulla Rasmussen vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) mit Verweis auf eine Studie des Schweizer Bundesamts für Verkehr. Der VCÖ spricht sich dafür aus, bis zum Jahr 2020 keine neuen Autobahnen und Schnellstraßen zu bauen. Damit könne das Budget um rund fünf Mrd. Euro entlastet werden.

Insgesamt haben fast zehn Millionen Schwerfahrzeuge im Jahr 2010 die Alpen in Österreich, der Schweiz und Frankreich überquert, davon fuhren fast sechs Millionen über Österreich. Während in der Schweiz und in Frankreich in den vergangen zehn Jahren die Zahl der Lkw-Fahrten gesunken ist, gab es in Österreich einen deutlichen Anstieg, rechnete der VCÖ in einer Aussendung vor. Die meisten Lastwagen fuhren im Vorjahr über den Brenner - in Summe 1,85 Millionen Fahrzeuge. Die zweithöchste Belastung weist Ventimiglia (Frankreich/Italien) auf vor dem Schoberpass, dem Wechsel und Thörl-Maglern-Tarvisio.

Auch der Transport auf der Schiene hat zugenommen. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 42,3 Millionen Tonnen Güter mit der Bahn über die Alpen transportiert, ein Drittel (14,4 Millionen Tonnen) über Österreich. Gegenüber dem Jahr 2000 ist die auf der Bahn in Österreich transportierte Gütermenge um zwei Drittel gestiegen, so der VCÖ. Trotzdem sei der Anteil des Güterverkehrs auf der Schiene im Alpentransit deutlich niedriger als in der Schweiz. In Österreich würden 34 Prozent der Güter des alpenquerenden Güterverkehrs auf der Schiene transportiert, in der Schweiz 63 Prozent. (APA)

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Quim Barreiros
00
19.1.2012, 18:18
Hmmm

Kennt sich jemand mit der letzten Version der Wegekostenrichtlinie aus? Mich würde interessieren, ob man die LKW-Maut noch erhöhen kann bzw. wo ungefähr das Maximum laut Richtlinie liegt.

tgaog
00
19.1.2012, 17:08

da soll noch einer gegen semmering und koralm jammern..

hätt mir nicht gedacht das der wechsel und thörl maglern zu den meistbefahrenen übergängen gehören, umso wichtiger, dass semmering und koralm umgesetzt werden

tock tock tock
01
19.1.2012, 16:07

Und wieviel Transitverkehr verursacht Österreich in D, I, .... ?

Pepito Sbazzegutti
41
19.1.2012, 15:42

ich würde einfach die schweiz in die pflicht nehmen. nirgendwo konstruktiv mittun, aber gewinne aus freiem kapital-, personen- und warenverkehr abschöpfen finde ich ungerecht. ich weiß zwar warum das so ist, aber akzeptieren kann ichs nicht.

hiaslbua
00
14.3.2012, 17:18
Die SchweizerInnen sind auch nicht so autoverblödet!

Die ÖsterreicherInnen stecken ihr Geld halt so gerne in nicht-nachhaltige Straßen-/Autobahnausbauten. Natürlich zieht das den Verkehr an.

In der Schweiz wird ganz bewusst der Schienenverkehr ausgebaut, die Schweizer Bahn ist bestens mit anderen öff. Verkehrslinien getaktet. Deshalb hat der durchschnittliche Schweizer Haushalt auch nur 1,05 Autos pro Haushalt. In Ö steuern wir bereits auf das Drittauto zu!
http://www.bfs.admin.ch/bfs/porta... .91920.pdf

Michael B
02
19.1.2012, 17:03
Die Schweiz zahlt ein VIELFACHES von Österreich für ihre Transitpolitik!

Allerdings: Die Schweiz DARF ihre Güter durhc hohe Mautgebühren auf die Bahn ZWINGEN. Das DARF Österreich NICHT. Deswegen wäre ein Brennerbasistunnel hierzulande völlig SINNLOS.
Das Grundübel liegt in der Vorrangstellung des "freien Warenverkehrs um jeden Preis" VOR Umweltschutz und Lebensqualität, abgesichert durch schlecht ausverhandelte EU-Beitrittsverträge Österreichs.
DAFÜR kann man die Schweiz wirklich nicht verantwortlich machen!
Das wissen alle, also auch SIE. Aber es klingt halt so "europäisch", wenn man das wegläßt!

Pepito Sbazzegutti
10
19.1.2012, 17:29

ähm, das meiste was sie mir da großgeschrieben klarmachen wollen, passt inhaltlich nicht wirklich zu meinen aussagen. erstens zahlt die schweiz nur dann ein vielfaches, wenn man nur die bisherigen bahnprojekte beider länder vergleicht. zweitens: das schweizer modell funktioniert nur dann, wenn die restlichen transitländer es NICHT genauso machen. daher mein vorschlag: entweder gleichmäßigere verteilung, oder eben sehr hohe ausgleichszahlungen. verträge sind keine naturgesetze.

Michael B
01
19.1.2012, 17:56
Wenn es alle anderen Länder so machen würden wie die Schweiz,

dann hätten wir in der EU eine um 100% höhere MAUT auf den Straßen, und ganz automatisch würden viele Transporte auf die Schiene verelegt oder überhaupt unterbleiben.
Und was wollen Sie vergleichen, wenn nicht die Ausgaben für die Bahnprojekte? Straßen gibt es hier wie dort.

Pepito Sbazzegutti
00
20.1.2012, 13:15

was heißt "Straßen gibt's da wie dort"? schauen sie sich mal an, was um Wien passiert. auch eine Autobahn durch jedes Tal ist nicht selbstverständlich. daher ist die Überschrift ihres ersten Antwortpostings Blödsinn.

Michael B
00
20.1.2012, 16:54
Was passiert um Wien??

Vor allem: Was passiert um Wien, was den Alpentransit betrifft, und inwiefern sollte man dafür die Schweiz belangen??
Und was hat der Transitverkehr "in jedem Tal" zu suchen??
Man kann schon neidisch auf die Schweiz sein, aber für UNSERE Transitprobleme kann sie wirklich nichts.

Ich bin klug
00
19.1.2012, 16:49
Die Schweiz hat sich verpflichtet, eine gewisse (große) Gütertransitmenge durchzulassen.

Allerdings hat sich die Schweiz dazu entschlossen, auf die Bahn zu setzen (Volksentscheid), während wir bis heute in jedem- wirklich jedem- Bericht zu Bahntunnelprojekten wegen der hohen Kosten zugejammert werden, selbiges Gejammere aber bei Straßenprojekten nicht einsetzt.

Pepito Sbazzegutti
00
19.1.2012, 17:33

ja, eh. gnädigerweise lassens auch was durch. mir gehts um die gesamtverteilung.

anton-aus-tyrol
02
19.1.2012, 15:01
Vergeigt

Hier hat die Verhandlungsdelegation bei den Beitrittsverhandlungen völlig versagt! Jedes Beitrittsland hat sich einige Spezialitäten in die Verträge schreiben lassen (Stichwort Benes). Der Transitvertrag ist ja nicht gerade überraschend abgelaufen. Man hätte sich halt damals bei den Verhandlungen frühzeitig um eine Dauerlösung bemühen sollen...

Michael B
02
19.1.2012, 17:06
Leider war man viel zu sehr auf den Erhalt von "Topfen" und "Marillen" konzentriert,

als sich um SINNVOLLE Transitregelungen und Universitäts-Zugangsregelungen zu kümmern. Man hatte geglaubt (und tut es bis HEUTE), man könne sich in der EU genauso durchwurschteln wie es hierzulande immer schon Tradition war ("Mir wern kan Richter brauchen")
ÜBERASCHENDERWEISE funktioniert das aber in der EU NICHT so.

renatus79
 
00
19.1.2012, 14:17
warum nicht auf schiene?

ganz einfach! die wirtschaftsbetriebe haben von lagerwirtschaft auf "just-in-time-produktion" umgestellt um kosten zu reduzieren.
mit dem zug können höchstens "wertlose" waren wie kohle, cement usw. befördert werden.
vom preisunterschied ganz zu schweigen.
wer glaubt, dass die frächter davon profitieren, hat sich getäuscht, denn der kilometerpreis hat sich die letzten 20 jahre nicht verändert! (damals hat der diesel aber noch 6 Schilling gekostet) der profit ist extrem eingebrochen. (das zum thema: die waren werden teurer, weil die transporte teurer wurden - bullshxx).
der zwang zum freien EU-warenverkehr ist der hauptgrund der CO²-emissionserhöhung, normal sollten die kommenden kyoto-strafen an die EU weiterverrechnet werden.

Chrifa
02
19.1.2012, 15:39
Das ist nicht wahr!

Die Eisenbahn ist ein geradezu klassischer Garant für just-in-time. Für Ganzzüge gibt es Fahrpläne, für Wagenübergänge im Einzelwagenverkehr ebenfalls.
Das ist auch der Grund, warum alle großen Autofirmen für ihre Teiletransporte zu den Fabriken auf die Eisenbahn setzen.
Der große Nachteil der Eisenbahn ist die zweimalige Umladung, wenn der Absender und der Empfänger keinen Bahnanschluss besitzen.

Rapid2011
 
02
19.1.2012, 13:56
Sinnlose Transporte bremsen

Die Lkw-Lawinen sind auch eine Folge einer völlig verkehrten Politik: Der freie Warenverkehr hat in der EU absoluten Vorrang - auch dann, wenn es auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung geht. Die Folge: Produkte werden sinnlos quer durch Europa transportiert, die Umwelt verpestet, die Straßen massiv belastet. Eine Politik, die zerstörerisches Wachstum über das Wohl der Menschen stellt, ist zum Scheitern verurteilt, wie die derzeitige Krise deutlich zeigt.

Nennt mich Loretta
01
19.1.2012, 15:26
Der freie Warenverkehr ist nicht das Problem.

Die viel zu niedringen Transportkosten sind es.

rompitasche
00
19.1.2012, 13:43
der Wechsel ist ein Alpenpass?

wieder was gelernt.

Michael B
00
19.1.2012, 17:07
In den ANDEN liegt er zumindest nicht.

Pepito Sbazzegutti
00
19.1.2012, 15:37

Nachdem die Vorortelinie im Westen Wiens als Gebirgsbahn gilt, ist das nur konsequent.

Ischgl
01
19.1.2012, 13:42
Schweiz als Vorbild

Das ist ein hausgemachtes Problem das man nicht ständig bejammern, sondern lösen sollte. Ist der Transit zu billig für die Frächter? Gibt es Alternatiiven zum LKW? Wenn nicht, wie kann man diese herbeiführen? Stichwort Brenner Basis Tunnel. Österreich subventioniert lieber die Hoteliers und die Bauern, als dass es Geld hierfür bereitstellen würde. Aufgrund der mangelnden Zahlungswilligkeit soll sich dieses Projekt bis 2023 verzögern. Nicht raunzen, sondern die Weichen stellen! Handeln! Dafür werden die Herren und Damen Politiker doch bezahlt, oder??

Alpendollar
04
19.1.2012, 13:37
Ja, ja der Transitvertrag von vor 1995. Das war noch was

und das Nachfolgemodell was es nie gegeben hat und die Politiker haben das Blaue vom Himmel versprochen. Wie immer wenn sie sich mal nicht wirklich auskenne wollen. Hier hat ganz klar die Frächterlobby gewonnen. Geld ist Macht!

Nennt mich Loretta
00
19.1.2012, 15:28
Die Frächterlobby? LOL

Ca. 25 % der österreichischen Frächter-Unternehmen sind defakto bankrott. Die Frachtraten sind seit Jahren im Keller. Mit Transporten lässt sich wirklich nicht die fette Kohle verdienen.

trink joghurt
01
19.1.2012, 12:54

macht nix, dafür brennen wir wegen des verfehlten kyoto zieles länge mal breite......

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