US-Kongress

Die politischen Auswirkungen des SOPA-Protests

19. Jänner 2012, 13:15
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    foto: (c) ap

Immer mehr US-Abgeordnete wenden sich vom umstrittenen Gesetzesentwurf ab - Was ist die Alternative?

Für lange Zeit schien es, dass das umstrittene Anti-Piraterie-Gesetz SOPA ohne größere Probleme den US-Kongress passieren würde. Man nahm sogar in Kauf, die freie Meinungsfreiheit zu beschränken und die Sicherheit des Internets zu untergraben. Allerdings haben die Abgeordneten nicht mit dem Widerstand von Internetgrößen wie Google und Wikipedia gerechnet.

Protest

Nach dem großen Protesttag am Mittwoch, als viele Unternehmen ihre Seiten vom Netz nahmen oder zensurierten, wenden sich immer mehr Abgeordnete von dem Gesetzesentwurf ab. Unter ihnen auch der republikanische Senator Marco Rubio, der die Gesetzesversion des Senats mitgetragen hatte und der konservative Abgeordnete John Cornyn aus Texas. Vergangenen Samstag teilte das Weiße Haus mit, keine Gesetze zu unterstützen, die die Freiheit der Meinungsäußerung einschränken, das Risiko von Cyber-Angriffen erhöhen und das "dynamische, innovative und globale Internet untergraben."

Vorschläge der Lobbyisten

Doch auch wenn der Kongress sich vom vorliegenden Gesetzesentwurf distanziert, er wird etwas gegen die Geschäftemacherei mit urheberrechtlich geschützten Inhalten unternehmen. Die einflussreichen Lobbyisten der Unterhaltungsindustrie schlugen vor, dass Finanzdienstleister wie Visa die Geschäfte mit Seiten einstellen müssen, wenn diese verdächtigt werden, das Urheberrecht zu verletzen.

Außerdem machten die Lobbyisten den Vorschlag, dass verdächtige Seiten aus dem Internet "verschwinden", indem es Suchmaschinen verboten wird, sie zu finden, oder sie die Adressen auf andere Internet-Domains umleiten müssen. Dadurch würde es allerdings schwieriger, Hacker davon abzuhalten, ebenfalls Webseiten umzuleiten.

Gegenvorschläge

Die Internet-Unternehmen müssen nun praktikable Gegenvorschläge präsentieren, wie der Zugriff auf Seiten außerhalb der USA unterbunden werden sollen, wenn diese Urheberrechtsverletzungen begehen. Laut New York Times verbuchen diese Seiten jährlich 53 Milliarden Visits. Das sind mehr als bei Google oder Wikipedia.

Kleiner Erfolg

Der Protest der Bevölkerung und der großen Internetkonzerne hat zumindest bewirkt, dass die Gesetze nicht im Eiltempo durch den Kongress gepeitscht werden. Die Abgeordneten müssen sich nun Gedanken über Auswirkungen auf das gesamte Internet machen, bevor sie ein neues Gesetz beschließen. (soc)

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22 Postings
F S 3
06
20.1.2012, 14:30
Plan B: Gizmodo berichtete gestern, daß "Anonymous" -als Reaktion auf die Fed-Abschaltung der äußerst populären Site "MegaUpload"- ihrerseits diverse Fed-Seiten "angegriffen" haben…

…Darunter waren:

-Motion Picture Association of America
-Recording Industry Association of America
-Universal Music
-EMI
-U.S. Copyright Office
-Department of Justice
-FBI

Der äußerst unpassende Zeitpunkt dieser Aktivitäten im Web deutet darauf hin, daß wir hier eine Art "Operation Northwoods" erleben, wo das US-Regime seinen eigenen Sites attackiert, um dann "Anonymous" dafür verantwortlich zu machen.

Danke, lieber Cass Sunstein! Brilliante Ideeneinfalt!

dr.ban cok
01
20.1.2012, 03:12

eine der wenigen möglichkeiten bei denen unternehmen wie google, youtube etc ihren einfluss im positiven sinne für die bevölkerung ausspielen könnten.

Herman Toothrot
00
22.1.2012, 18:17

youtube ist google.

§126c Verfechter K.ing Leissner
00
19.1.2012, 23:38

Hmmm...

MartinB
00
19.1.2012, 23:04

Stop pipa. Vote for pippa's ass instead.

siliconvalley
01
19.1.2012, 22:15
"The Wikipedia blackout is over — and you have spoken."

"More than 162 million people saw our message asking if you could imagine a world without free knowledge. You said no. You shut down Congress’s switchboards. You melted their servers. Your voice was loud and strong. Millions of people have spoken in defense of a free and open Internet."

http://en.wikipedia.org/wiki/Spec... up?new=yes

Nomad In Time
 
03
19.1.2012, 21:17

soviel einmal zu denen die gerne sagen das demonstrieren/protestieren ja eh nichts bringt.

Man muss aber natürlich darauf achten wie sie (die Industrie/Lobby) es in der Folge versucht durchzubringen. Nachdem es beim ersten Anlauf nicht funktioniert hat heisst ja nicht das es keinen weiteren gibt.

Das ist aber so ein wichtiges Thema, das wir eigentlich alle aufmerksam sein sollten was weiter passiert!

Inconnu
01
19.1.2012, 21:15

und weils so toll war:
Megaupload -->
Am 19. Januar 2012 wurde der Dienst im Zuge von Ermittlungen des FBI abgeschaltet
http://de.wikipedia.org/wiki/Megaupload

Des is so - und nicht anders..
 
01
19.1.2012, 18:16

Die Populisten machen einen Rückzug
Die Lobbyisten suchen eine deckungsgleiche Lösung
Die Internet-Unternehmen wollen irgendwie irgendwen abkassieren
Die ISPs wollen mit dem ganzen nix zu tun haben
Die Abgeordneten fragen ihre Gönner, was sie tun sollen, weil sie das ganze ja sowieso nicht interessiert

..und der User hofft, das es nicht schlimmer wird, als es eh schon ist...

Gott sei Dank (wer?) bin ich nicht in England zu Hause (O.T. aber m.M.n. die best überwachteste Insel) und Gott sei Dank haben dieses mal Google und Wikipedia dagegen gehalten... DIESES MAL!

Der Gesetzesentwurf wird halt in kleinen Portionen über die nächsten Jahre hinweg realisiert ..

Fritz Meyer
01
19.1.2012, 17:26
Die Populisten springen wieder eifrig ab...

nachdem's gemerkt haben, dass SOPA schlechte Publicity bedeutet.

Aber bei der nächsten Gelegenheit stimmen's dennoch dafür, die Lobby wird die Gesetzgebung schon wieder rechtzeitig ausgraben.

Trauen darf man denen auf keinen Fall - die waren vor den Protesten nämlich auch dafür.

Christian Pongracz
02
19.1.2012, 17:21
Laut New York Times verbuchen diese Seiten jährlich 53 Milliarden Visits. Das sind mehr als bei Google oder Wikipedia.

I call bullsh*t.

Marquis de Sade
 
02
19.1.2012, 16:43

die sollen lieber endlich was gegen die Milliarden von Spammails tun. Ach... Moment... da ist ja keine Firma, der Geld entgeht, folglich gibt es kein Interesse, weil keine Lobby da ist.

Dass der unnütze Mailverkehr jährlich Milliarden kostet (Belastung der Infrastruktur und der Aufwand, der durch die Bekämpfung sowie der Produktivitätsverlust), ist scheinbar nicht genug. Da muss wohl jemand etwas davon haben...

STiAT
02
19.1.2012, 16:32

Ich hab mich dazu entschlossen Wikipedia für den totalen Backout was zu spenden, auch wenns genervt hat dass die englische Wikipedia gestern nicht ging :D.

siliconvalley
00
19.1.2012, 22:34

gute Idee. Werde mich anschliessen.

trollpower
02
19.1.2012, 15:55

Hmm eigentlich auch irgendwie schade, so hätte man durch nen kleinen Link millionen von Seiten verschwinden lassen können. orf.at? und hop nen link zu ner torrentseite und schon verschwindets ausm google, nur mal so als Beispiel. Wirklich gedacht hat bei den Gesetzesentwürfen wohl niemand...

Tommy1971
00
20.1.2012, 00:28
nur mal weiterdenken!

eigentlich fände ich das gesetz vielleicht doch ganz toll! auf die seite von sony gehen, dort einen link zu einem urheberrechtlich geschützen produkt der konkurrenz auf einer torrentseite posten und weg sind sie. das ganze macht man dann mit allen seiten, die sich dieses gesetz gewünscht haben. und hop, hop, hop sind sie alle weg.

gleiches bei unliebsamen parteien und anderen gruppierungen: kurzer link, seite weg. innerhalb von einem tag gibt´s dann gar nix mehr.

interessante vorstellung ;-)

echt unglaublich, wie blöd menschen sein können.

PyroTFD
00
19.1.2012, 15:49
SOPA oder PIPA = moderne Hexenjagd

Was kann man gegen sowas machen?
Keine Hexen jagen (in dem Falle keine Copyright verletzer)

Warum? weil es schwer geht auf die schnelle zu entscheiden, ob es heirbei rechtens ist oder nicht!

Freie Meinung1
03
19.1.2012, 15:41
wieso sind hier noch immer so wenige posts?

Ich habe erwartet es gibt nach einer Stunde online, schon mehrere Seiten von Kommentaren! Ich versteh ja nicht warum das so vielen Leuten so am A**** vorbeigeht... Das betrifft jeden Internetuser, und sogar die Standard.at Seite wenn man es genau nimmt! Eine massive Einschränkung der freien Meinungsäußerung steht bevor, sollten die netten Herren im Kongress PIPA und SOPA wirklich in Kraft treten lassen...

Hier ein paar informative Videos:
http://www.ted.com/talks/def... _idea.html

http://www.youtube.com/watch?v=tzqMoOk9NWc

http://vimeo.com/31100268

Kommentator501
 
00
19.1.2012, 15:17

Bin auf eine ganz interessante Internetradio-Diskussion zu dem Thema gestoßen:
http://onpoint.wbur.org/2012/01/18/sopa

Die Frau, die die Copyright-Alliance vertritt ist aber sichtlich inkompetent. Die Diskussion verläuft also eher in Richtung Kontra-SOPA.

Chri_Kn
05
19.1.2012, 13:44

so ein Vorschlag kann doch bitte in einem Rechtsstaat nicht ernst genommen werden

seit wann reicht der Verdacht dass eine Straftat vorliegt aus um einen potentielle Straftäter zu sanktionieren?
Zumindest die Entscheidung eines unabhängigen Gerichtes sollte abgewartet werden.

Charlie Brown
00
19.1.2012, 15:00
angehender Medientechniker
 
01
19.1.2012, 14:22
"seit wann reicht der Verdacht..."

Sie verfolgen diese und ähnliche Thematiken noch nicht sehr lange, oder?

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