Abschreibungen

Flughafen Wien halbiert Dividende für 2011

19. Jänner 2012, 13:18
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    grafik: apa

Der Flughafen Wien hat 2011 mit 21,1 Millionen Passagieren einen neuen Rekord erreicht

Wien - Der Flughafen Wien hat 2011 mit 21,1 Mio. Passagieren einen neuen Rekord erreicht, das entsprach einem Plus zum Jahr 2010 von 7,2 Prozent. Die Abflüge stiegen auf 10,52 Mio. Passagiere. 2012 werde aber wohl nur mehr ein Passagierwachstum von 0 bis 1 Prozent bringen, erläuterten die Flughafenvorstände Julian Jäger und Günther Ofner am Donnerstag in Wien vor der Presse. Gründe seien die schwächelnde Konjunktur und das Sparprogramm der AUA, die immer noch die Hälfte (50,0 Prozent) aller Passagiere am Wiener Flughafen transportiert.

Genaue Geschäftszahlen zum Jahr 2011 wollen die Vorstände erst im März bekanntgeben, schon jetzt kündigten sie aber an, dass die Dividende voraussichtlich halbiert - von 2 Euro im Jahr 2010 - und aus dem Gewinn bedient wird. Ein Euro pro Aktie würde eine Ausschüttung von 21 Mio. Euro bedeuten, der Gewinn wird auch voraussichtlich über 21 Mio. Euro liegen, bestätigte Ofner auf Nachfrage. Der Flughafen hat 2011 Sonderabschreibungen von 74 Mio. Euro verbucht.

Das "Schlüsselprojekt" für 2012 ist die Inbetriebnahme des neuen Piers Skylink, der Anfang Juni starten soll. Der Probebetrieb laufe gut, "erfreulicherweise" habe man zahlreiche - rund 350 - Mängel und Probleme gefunden, die nun bis zum echten Start beseitigt werden. Bis Ende April sollen über 3.000 Testpassagiere den Probebetrieb durchlaufen haben. Der neue Pier ist die Basis dafür, die Kapazität des Flughafens auf 30 Mio. Passagiere aufzustocken, im ersten Jahr ist er aber noch kein großes Geschäft, rechnete Ofner vor: die operativen Kosten werden bei 30 bis 35 Mio. Euro liegen, dazu kommen ein Zinsaufwand von 20 Mio. Euro und Abschreibungen von 40 Mio. Diesen gut 90 Mio. Euro an Kosten stehen erwartete Erträge (für ein gutes halbes Jahr) von 20 Mio. Euro gegenüber.

Personalumschichtung auf den Skylink

Skylink hat dem Flughafen dafür geholfen, schmerzlos mit dem Personalüberschuss umzugehen. 300 bis 400 Mitarbeiter wurden von alten Jobs umgeschichtet auf Skylink, in Summe blieb die Zahl der Mitarbeiter bei rund 4.500 unverändert. Auch 2012 ist kein Wachstum vorgesehen. Der Flughafen wird nun Gebäudeverwaltung abseits der Passagierabfertigung an Externe vergeben. 300 zusätzliche Jobs bringt Skylink im Rahmen der Geschäfte und Restaurants, die dort eröffnet werden. Hinweise auf den Saboteur, der zahlreiche Schäden am Skylink verursacht hat, habe es noch nicht gegeben, aber immerhin auch keine weiteren Schäden.

Insgesamt soll 2012 ein Umsatzplus bringen, die Investitionen werden sich auf 160 Mio. Euro belaufen, kündigten die Vorstände an. Bis 2015 werden nur mehr 590 Mio. Euro statt 650 Mio. Euro investiert. Prominentestes Opfer des Sparstiftes wird die Parkgarage für Limousinen. Das mittelfristige (bis 2020) Wachstumsziel von jährlich vier Prozent bleibt von der Schwäche 2012 unberührt.

Ofner beklagte auch eine starke Unterbewertung der Flughafen-Aktien. Bei rund 28 Euro mache die Börsenkapitalisierung mit 580 Mio. Euro nur rund 70 Prozent des buchmäßigen Eigenkapitals von 800 Mio. Euro aus. Vergleichs-Flughäfen wie Frankfurt, Zürich oder München lägen hier wesentlich besser.(APA)

fasziniert
23
19.1.2012, 10:39
Für eine 3. Piste müssten Wien und Niederösterreich einzahlen statt kassieren

von Umweltschäden und überproportional hohen Gesundheitskosten durch die Konzentration des Flugverkehrs über den Süden Wiens nicht zu reden.

Aber vorsorglich hat ja die Gemeinde Wien schon 2012 sämtliche Gebühren extrem hinaufgesetzt. Womit klar ist, dass die sich die Wiener Steuerzahler die gezielte Vernichtung von Lebensqualität durch den Transitflugverkehr auch noch finanzieren dürfen.

T. Lurker
10
19.1.2012, 13:56
Für so toll konstruierte Zusammenhänge

gibt es von mir - ROT!

T.L.

fasziniert
02
19.1.2012, 17:21
hier braucht man gar nichts konstruieren sondern nur den Hausverstand bemühen

der Eigenkaptialanteil beim Flughafen ist bereits an einem kritischen Wert angelangt. Eine 3. Piste kostet geplanter Weise 1,8 Milliarden - mit der üblichen Baukostenüberschreitung leicht 3 Milliarden Euro.

Jedenfalls ist eine Kapitalaufstockung notwendig, um das Monsterprojekt überhaupt zu finanzieren. Und wenn Wien und Nö ihren Anteil halten wollen, müssen sie mitzahlen. Also einzahlen statt kassieren.

Was eine 3. Piste für den Süden Wiens bedeutet, steht in der Umweltverträglichkeitserklärung des Flughafens. Die Ausrichtung Richtung Wiener Zentralraum garantiert dort und südlich davon eine massive Steigerung des Fluglärms. Das Gebiet ist dicht besiedelt, Fluglärm gesundheitsschädlich, also enorme Kosten für den Steuerzahler!

ulenspygel
01
19.1.2012, 23:12
und nochwas...

Die Marktkapitalisierung an der Börse fiel von 1075 Mio. im Jahr 2010 auf 591 Mio. derzeit.
2008 pendelte die Aktie zwischen stolzen 70 und 80 EUR, Tageskurs heute 27,90 - knapp ein Drittel.

Und da Wien und NÖ zusammen 40 Prozent Anteil halten, tut das in der Bilanz der beiden Länder durchaus weh. Ein Schelm, wer "Tarifanpassung" dabei denkt...

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