Insolvenz in den USA

Fotopionier Kodak ist pleite

19. Jänner 2012, 10:39
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    foto: apa

    Für eine Werbeaufnahme für Eau de Toilette findet am 03.09.1990 in Köln zu Photokina eine Nachkriegskamera von Kodak Verwendung.

Die Digitalfotografie ist mit schuld an der Insolvenz - das US-Unternehmen will unter Schutz des Chapter 11 weiterarbeiten

Rochester - Der Fotopionier Kodak hat nach einem langen Überlebenskampf einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen wolle aber weiterarbeiten, hieß es in der Mitteilung am Donnerstag. Dafür sei eine Finanzierung von fast einer Milliarde Dollar vereinbart worden, die von der Großbank Citigroup zur Verfügung gestellt werden soll. In den USA ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Konzerne mit Hilfe des Gläubigerschutzes sanieren. Kodak hatte einst die analoge Fotografie entscheidend geprägt. Mit dem Wechsel zu digitalen Bildern kam das US-Unternehmen jedoch nie klar.

Über eine Kodak-Insolvenz war bereits seit Monaten heftig spekuliert worden, die ersten konkreten Hinweise gab es schon im Oktober. Eine Serie von Verlustjahren hatte die Bargeldreserven angegriffen. Das rund 130 Jahre alte Unternehmen hatte selbst gewarnt, dass ohne neue Mittel binnen zwölf Monaten das Aus kommen könnte. Kodak sucht jetzt Schutz vor den Forderungen seiner Gläubiger nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts.

Patent-Paket

Kodak setzte vor allem darauf, ein Paket aus rund 1100 Patenten zu verkaufen, um sich das dringend benötigte frische Geld zu besorgen. Ein Deal kam jedoch trotz monatelanger Gespräche nicht zustande. Zuletzt griff Kodak mit einer Serie von Patentklagen um sich. Binnen einer Woche wurden Apple, Samsung, der Smartphone-Spezialist HTC und der Erzrivale Fujifilm verklagt. Nach Einschätzung von Experten versuchte Kodak mit den Klagen, potenziellen Kaufinteressenten die Schlagkraft seines Patent-Portfolios zu demonstrieren.

Die Erfindung des Fotofilms und des Kleinbildformats hatte den Konzern aus der Nähe von New York einst reich gemacht. Kodak war zudem an den Anfängen der digitalen Fotografie beteiligt und hält deswegen auch dort diverse grundlegende Patente.

Kodak brachte 1888 die erste Kamera für Endverbraucher auf den Markt und galt viele Jahrzehnte als eine Ikone der Fotografie. Das Unternehmen mit knapp 19.000 Mitarbeitern hat nun schwer zu kämpfen, weil fast nur noch mit Digitalkameras fotografiert wird. Der Konzern versuchte aber erst nach dem Einbruch im klassischen Geschäft mit Filmen, mit den modernen Kameras eine breite Kundschaft zu erreichen. Seit 2007 schrieb das Unternehmen keinen Gewinn mehr. Der Konzern hat wegen weltweiter Standorte und seiner großen Mitarbeiterzahl hohe Fixkosten. (APA/Reuters)

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Posting 1 bis 25 von 192
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José Atento
00
19.1.2012, 23:47
Unfähige Manager haben Kodak in den Ruin getrieben

SO sollte man es zusammenfassen.

Kodak hatte die Digitalfotografie in den 1970er Jahren sogar mitentwickelt, sie aber dann nicht weiterverfolgt, tja...
So ähnlich wie der IBM Chef Anfang der 1980er Jahre, als dieser meinte, dass der Computer nur eher wenige Sonderanwendungen haben wird.

nik.2008
00
19.1.2012, 21:49

.. wieder eine große Marke. Andere extrem gute Kameras wie Pentacon/Practica (in der DDR gefertigt und entwickelt und ein Exportschlager) wurden bereits Anfang der 90er Jahre von der Treuhand abgewickelt. Diese Geräten waren extrem gut und wurden von den Verandhäusern unter diversen Eigenmarkennamen (Quelle: Revue) auch in Österreich vertrieben.

Heinz Anderle
 
02
20.1.2012, 05:51
"Extrem gut"...

... war aus der Ostzone wegen der mäßigen Qualitätskontrolle und zum Teil minderwertiger Materialien gar nichts, es wurde für Devisen auf "Teufel komm 'raus" produziert, zum Teil im Stasi-Knast, und an den "Klassenfeind" unter den Gestehungskosten verramscht.

Was nützen gegen innere Reflexionen an den Glasoberflächen mehrschichtvergütete Objektive, wenn die Blendenlamellen metallisch glänzen? Nur so zum Beispiel. Zwischen Praktica und Nikon und zwischen Pentacon Six und Pentax 67 lagen Welten.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Heinz Anderle
 
00
19.1.2012, 20:51
Letzte Woche noch eine Schuhschachtel frische Drogerie-Elitechrome erstanden.

Im Gefrierschrank staut es sich, im Gemüsefach wartet ein üppiger Mundvorrat für die nächsten Monate. Das meiste ist freilich Grünfutter.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

##V+##
00
19.1.2012, 20:40
Was Kodak heute fehlt, ist Don Draper

http://www.youtube.com/watch?v=s... ure=colike

eum+f
00
19.1.2012, 20:31
legendär

es tut mir sehr leid um die analoge fotografie.
speziell die mittelformatfilme oder auch kb, oder das fotopapier waren doch recht "schwer" in Ordnung. Wie geht´s mit Super8 weiter?...

danke für die vielen schönen bilder und momente der verganagenen jahre

Berli Jucker
00
19.1.2012, 18:41
31 Jahre nach EUMIG

Heinz Anderle
 
00
19.1.2012, 20:19
Eumig war aber Polaroid auf den Leim gegangen,...

... und die Länderbank mußte die Pleite der Elin-Tochter Klimatechnik stemmen.

(Österreichische Wirtschaft.)

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Florian*
01
19.1.2012, 18:37
Kodak R.I.P.

Deine Materialien waren Spitze, der Portra160 der beste Hautton-KB-Film aller Zeiten!

Gunar Gunarson
23
19.1.2012, 17:38
KODAK, Nokia, ÖVP

RIP !

gewissengewissen
 
00
19.1.2012, 16:26
es gibt Argumente FÜR und GEGEN Freihandel:

http://freihandelwaehrungskrisen.wordpress.com/
(Kodak hat seine MitarbeiterInnen zu wenig in Billig"Wirtschafts"Standorten" rekrutiert ...)

das klingt zynisch und ist auch so gemeint: auch die Republik Österreich kassiert keinen einzigen Cent mehr aus der Tabakregie, die regelmässig Milliarden ablieferte
und
Werkzeugmaschinen Haid produziert nur mehr erfolgreich im Ausland
und
Emco Maier ging es genauso
und
und
und

Heinz Anderle
 
00
19.1.2012, 20:26
Kodak konfektioniert die Filme zum Teil in Mexiko.

Die Herstellung der Materialien selbst ist (oder war) nur nichts für Billiglohnländer, außer es sollte nicht mehr als so etwas wie Orwo werden. Es gab Kodak-Filmfabriken in England, Frankreich, und vor dem Krieg auch in Deutschland und Ungarn (=Forte).

Lucky in China lernte als Kodak-Partner jedenfalls rasch, durchaus ordentliche Farbnegativfilme zu produzieren (und nein, eine "zehn Jahre alte Technologie" wie in China genügt den aktuellen Anforderungen wirklich vollauf.)

Dr. Heinz Anderle, Freeigeist

UnsereIdentitätMimtSimulacraUnserWissenIstDiskursiv
00
19.1.2012, 15:31
Kodak steht vor allem auch für 2 Jahrzehnte schlechte Digitalkameras.

Ein Filmhersteller (hauptsächlich) hatte zwar sehr früh den Wandel der Industrie miteingeleitet, jedoch dann doch nicht die Zeichen der Zeit erkannt.

Der durch den Tunnel blickt
00
19.1.2012, 17:49
Nein.

Irrtum!
Ich habe noch immer eine Kodak DCS Pro SLR n in Verwendung. Vollformat. Sie war eine der besten schon 2004. Im Vergleich mit NIKON D700 ist sie zwar langsamer und kann nur bis max. 320 ASA rauschfreie Fotos erzeugen, aber die Bildqualität bei ISO 200 ist gut vergleichbar mit der Qualität der D700-Files. Zum Nachlesen:
http://www.digitalkamera.de/Kamera/Ca... SLR_n.aspx

UnsereIdentitätMimtSimulacraUnserWissenIstDiskursiv
00
19.1.2012, 23:02
Zum Zeitpunkt 2004 war DSLR kein nennenswerter Markt.

Lesko Powiatem
00
19.1.2012, 14:55
ManDi77
01
19.1.2012, 14:19

Schade. Meine erste Kamera war eine Kodak:

http://www.phule.net/stuff/kod... k-s100.jpg

Hab mich damals als 10 Jähriger sofort begonnen zu fotografieren bis mich dann beim Entwickelnlassen der Schlag getroffen hat. Hab glaub ich für 12 Fotos 140 Schilling bezahlt. Beim Bipa war es dann günstiger aber trotzdem noch ein teures Vergnügen.

Hab die Kamera immer noch und sie sogar letztes Jahr verwendet. Die Fotos sind erstaunlich gut geworden.

felix19
00
19.1.2012, 16:49
alt bist worden!

Höfel
00
19.1.2012, 16:36
Dies

http://camerapedia.wikia.com/wiki/Koda... rownie_127

war meine erste Kamera, etwa 1954. Unser Vater hatte allen 3 Geschwistern je eine aus Amerika mitgebracht. Preislich muß sie also wirklich eine "Volkskamera" gewesen sein. Das Objekt musste natürlich still wie eine Statue sitzen/stehen, sonst wurde nichts aus dem Photo. (-:

Mathias Steinlaus
 
00
19.1.2012, 13:50
Das Unternehmen mit knapp 19.000 Mitarbeitern hat nun schwer zu kämpfen, weil fast nur noch mit Digitalkameras fotografiert wird.

Obwohl Kodak diese digitale Revolte mit-beeinflußt hat, haben die Verantwortlichen nicht schnell genug auf die neue Situation reagiert.

So ist das ja auch heute noch mit der Musik- und der Filmindustrie!

Critikus
10
19.1.2012, 13:50
Kodak - ein trauriger Untergang

Jetzt ist es also amtlich. Die Firma, die die Fotographie revolutionierte, indem sie es jedem möglich machte, Momente in Bildern festzuhalten, ist am Ende.
Aus Negativen von heute werden auch in 100 Jahren bei richtiger Lagerung noch ohne PC-Einsatz leicht Reproduktionen herstellbar sein (Chemiker werden wohl nicht aussterben - Photopapiere werden hoffentlich überleben). Man kann nur mehr hoffen, dass analoges Filmmaterial im Mittel und Großformat weiterhin hergestellt wird - und hoffentlich anders als bei Polaroid (Impossible Project) in gleichbleibender Qualität. Ansonsten werd ich wohl meinen Kühlschrank nochmals mit den gelben Boxen bestücken.

Danke George Eastman für Dein Werk

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
19.1.2012, 14:35
à propos George Eastman:

Die letzte Handlung in seinem Leben, das von wirtschaftlichem Erfolg und dementsprechend aufwendigem Leben gekennzeichnet war, war, mit 74 auf einen Zettel Papier zu schreiben "Meine Arbeit ist getan - wozu warten?" und sich mit seiner Elefantenbüchse ein gewaltiges Bleitrumm durchs Hirn zu schleudern.
An Lakonik nicht zu überbieten.
Und die Pensionsversicherung tät sich freuen.

dakakadu
00
19.1.2012, 17:01
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