Copa del Rey

Barça quält Real im Bernabeu

Tom Schaffer, 19. Jänner 2012, 00:51

Katalanen gewinnen in Madrid nach frühem Rückstand - Puyol und Abidal erzielen im Hinspiel die Treffer für Blaugrana - Pepe-Auszucker bleibt vorerst unbestraft

Im Viertelfinale der Copa del Rey, dem spanischen Fußballpokal, kam es am Mittwochabend zur vierten Ausgabe des Clasicos in dieser Saion. Nach zwei Spielen in der Supercopa und einem Aufeinandertreffen in der Meisterschaft empfing Real Madrid im Hinspiel vor über 80.000 Zusehern den FC Barcelona. Die Gäste siegten in einer nur streckenweise hochklassigen, aber mit unfairen Höhepunkten gespickten Partie mit 2:1 (0:1).

Auf Spompanadeln verzichtete Real-Coach Jose Mourinho diesmal im Vorfeld, nicht jedoch auf Überraschungen in der Aufstellung. In der Stunde vor dem Match trendete "Hamit Altintop" auf Twitter als weltweites Spitzenthema. Der türkische Teamspieler kam rechts hinten zu seinem erst vierten Saisoneinsatz. Er hatte bis zu diesem Spiel erst 27 Einsatzminuten in der Liga auf seinem Konto. Erst zum vierten Mal bot Mourinho außerdem einen Dreiersturm bestehend aus den Herren Cristiano Ronaldo, Gonzalo Higuain und Karim Benzema auf. Und auch für die "Mesut Özil vs. Kaka"-Streitigkeiten im derStandard.at-Forum hatte "The Special One" in seinem 4-3-3 nichts übrig. Beide saßen zu Beginn auf der Bank. Dafür war Ricardo Carvalho erstmals nach seiner Verletzung zurück in der Innenverteidigung. Bei Barcelona war am Feld alles wie zu erwarten. Wie immer im Pokal spielte Pinto statt Victor Valdes im Tor.

Das Spiel dürfen die Gäste machen

Real überließ Barça von Beginn an den Ball, stichelte aber immer mit schnellen Kontern in die Problemzonen der Gäste. Für Entlastung sorgten außerdem immer wieder Phasen, in denen das Weiße Ballett geführt vom kämpferischen Ronaldo sehr hohes Pressing ausübte. Ebendieser Portugiese sorgte nach elf wenig spektakulären Minuten auch für einen plötzlichen kollektiven Freudenausbruch im Santiago-Bernabeu-Stadion. Cesc Fabregas wurde in der Vorwärtsbewegung der Ball geraubt, Benzema jagte einen steilen Pass auf Ronaldo, und der schoss die Haut nicht allzu platziert, aber flach und scharf an Pinto vorbei. 1:0 für Real.

Nach 15 Minuten fand Barcelona den höheren Gang und attackierte noch früher den Spielaufbau der Madrilenen. Eine Fülle von Chancen war die Folge. Erst entschärfte Iker Casillas einen Schuss von Andres Iniesta (14.). Dann köpfelte Alexis einen Zuckerheber von Fabregas an die Stange (16.). Wenig später scheiterte Lionel Messi mit einem versuchten Lausbubenstreich ebenso an Casillas, als dieser grandios zu einem scharfen Schuss ins kurze Eck tauchte (25.). Real konnte nur mit Kontern Gefahr andeuten, spielte diese aber nie erfolgreich zu Ende. 

Kurz vor der vollen halben Stunde verzog Iniesta noch eine Chance aus fünf Metern, nach einer seiner raren schlechten ersten Ballberührungen. Es folgte noch ein Ausflug von Casillas, um einen Angriff per Kopf zu klären (33.), dann kehrte allerdings Ruhe ein. Die Gastgeber bekamen die Zone rund um den eigenen Strafraum besser in den Griff - da halfen Barcelona auch die 69 Prozent Ballbesitz nichts. Pep Guardiola sah zur Pause um ein Jahr gealtert aus, aber fairerweise sei bemerkt, dass der gute Mann ja auch seinen 41. Geburtstag feierte.

Verdienter Ausgleich, auszuckender Pepe

Nach der Pause verstummte das Bernabeu-Stadion bald zu größeren Teilen, denn Carles Puyol verwandelte einen der zahlreichen Eckbälle für Barcelona per Kopf zum hochverdienten 1:1-Ausgleich (49.). Fünf Minuten später hätte es auch schon die Führung der Blaugrana geben können, denn nach einem Pass von Iniesta hob Fabregas das Leder elegant zurück zu seinem Teamkameraden, und dessen Volley knallte an die Kreuzlatte. Wenig später gelang aber auch den Madrilenen ein Stricherl in der Alusektion der Statistiker-Zählbucher. Eine sehenswerte Spielverlagerung von Lass Diarra, eine herrliche Flanke von Altintop auf Benzema, und dessen Kopfball krachte an die Stange. 

Die Partie wurde - wie es sich für einen Clasico bedauerlicherweise mittlerweile zu gehören scheint - immer ruppiger. Nach einer an sich harmlosen ersten Hälfte waren bis zur vollen Stunde schon Pepe, Coentrao, Busquets und Pique mit Gelb verwarnt. Auch Alexis hätte sich mit zwei entsprechenden Fouls eine solche Karte längst verdient gehabt. Theatralik und versteckte Fouls kehrten ein. Nach 68 Minuten folgte Jose Callejon (neben Özil zuvor für Diarra und den harmlosen Higuain gekommen) in den Block des bis dahin gut pfeifenden Referees. Eigentlich hätte aber Pepe zu diesem Zeitpunkt aus dem Stadion fliegen müssen. Nach Callejons Foul nutzte er die Ablenkung des Schiedsrichters, um Messi mit voller Absicht auf die Hand zu treten. Es war die wohl dreckigste Aktion des bisherigen Fußballjahres und eine Tätlichkeit, die der spanische Verband besser noch mit einer ausgiebigen Sperre belohnen sollte.

Abidal macht das Licht aus

Den darauffolgenden Freistoß nutzte Barça beinahe als Racheakt. Doch der von der Verteidigung vernachlässigte Busquets köpfelte den Ball nur ans Obernetz. Besser machte es sein Kollege Eric Abidal nach 77 Minuten. Ein wundervoller Heber von Messi zum genau richtigen Zeitpunkt über die Abwehr ließ dem Franzosen viel Zeit. Die nutzte dieser, um das Leder an Casillas vorbeizuschieben und die Gäste - fast schon vorentscheidend für das Cup-Duell - in Führung zu bringen. Hoch verdient wohlgemerkt, weil Real bis zu diesem Zeitpunkt viel zu wenig in das Spiel nach vorne investierte.

Mourinho nahm bei seinem finalen Wechsel Pepe runter (Estaban Granero durfte aufs Feld), vermutlich um eine Rote Karte zu vermeiden. Während Madrid in den letzten zehn Minuten vergebens versuchte, noch zu Chancen zu kommen, nutzten die Abwehrchefs Puyol und Carvalho die Schlussphase der immer wieder ruppig und unfair geführten Partie noch für das Sammeln von Gelben Karten. Insgesamt waren es schlussendlich sieben vom immer großzügiger werdenden Schiedsrichter Cesar Muniz Fernandez, der um seine Aufgabe nicht zu beneiden war. Auch Guardiola brachte seine drei Wechsel noch im Spiel unter. Xavi, Alexis und Fabregas machten für Thiago, Adriano und Cuenca Platz. Die kamen so auch noch zu ihrer Siegprämie, denn all dies spielte keine besondere Rolle mehr.

Barcelona bleibt für Real zumindest in direkten Duellen eine Nummer zu groß. (tsc, derStandard.at, 19.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 629
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
Franky A
00
22.4.2012, 02:37

gest

dersalner
153
21.1.2012, 18:01
würd ich mich zwischen Pepe, dem Ausraster, und Sergio "der Schrei" Busquets, dem Rassisten, entscheiden müssen würd ich mich für Pepe entscheiden.

Der Rest der Welt hat den Rassisten anscheinend lieber, wie man an den Reaktionen erkennen kann.

JohnPaul1
23
22.1.2012, 19:08

Schon wieder zu viel gesoffen (am Nachmittag) :-)

Mr. Inho
 
23
22.1.2012, 11:25

mimimi, ich bin Real Fan. Und kein Mensch hat den Busquets lieber!

Ersetze noch das "ich" in deinem Posting durch "mou" oder bist da gestern zufällig alleine drauf gekommen.

PsDa
01
22.1.2012, 13:54
Wahrscheinlich hat Mou nur unreflektiert vom salner abgekupfert

PsDa
12
21.1.2012, 18:25
Heut' schon Mourinho gelesen?

"¿Dudáis de Pepe y no de uno que hizo un comentario racista?"

MarcoMadre
35
22.1.2012, 00:28

solche schwachsinnigen kommentare fallen auch nur mou ein. pep macht das einzig richtige: er ignoriert den arroganten schnösel. er ist ihm halt nicht nur an der seitenlinie überlegen, vor allem auch abseits vom fussballplatz.

Mr. Inho
 
10
22.1.2012, 11:37

Auf dem Platz, neben dem Platz und abseits vom Platz. Aber den Mou muss man einfach lieber haben, von Typen wie Mourinho und Hoeneß, die immer wieder mal für eingängige Wortspenden gut sind, lebt der Fussball!

Cooler Postingname
31
22.1.2012, 12:00

lieber ist mir einer wie der Mou, der auch unangenehme Sachen anspricht und Fragen stellt, die sich ganz Fussballeuropa stellt, aber nicht bescheisst, als ein aalglatter Möchtegernphilosph der vom guten fairen Spiel redet und hintenrum Nandrolon junkt. Taten > Worte

opherus
00
22.1.2012, 20:06
Und wie schauts mit PayPal aus? :-)

Cooler Postingname
00
23.1.2012, 10:31

haha, servus :)

Mr. Inho
 
03
22.1.2012, 12:15

Das ist 10 Jahre her und betrifft den Spieler, ich bin nur froh dass die Sache bei Guardiola aufgearbeitet wurde. Bei anderen, bsp. Zidane, wüsste man zwar dass sie in den 90ern bei Juve gedopt haben, wie halt mehr oder weniger alle, die italienischen Gesetze und herrschender Denkmalschutz verhindern eine Aufklärung. Visca Pep, untersucht, verhandelt, freigesprochen! Hala Zidane, untersucht, Aussagen vorhanden, unter den Tisch gekehrt!

Schon klar, unangenehme Sachen wie "wenn Pepe sagt es war keine Absicht, dann war's auch keine". Wenn schon unangenhem, dann bitte bei sich selbst beginnen und net andere anpatzen weil sich einer eurer Psychoverteidiger zum x-ten mal nicht zu benehmen wusste.

Cooler Postingname
61
22.1.2012, 12:36

"bitte bei sich selbst beginnen und net andere anpatzen"

und dann 100 Worte über Zidane posten...
Der sich übrigens auch nicht bis über jede Peinlichkeitsgrenze hinweg als Möchtegernphilospoh und Speerspitze des Fairen geriert. Bei Zidane weiss jeder, was er ist, ein begnadeter Kicker, aber immer für einen Blödsinn zu haben. Bei Pep verhält es sich aber so, dass er von den geistig benachteiligten fast schon für die Mariaerscheinung von Sampedor gehalten wird, obwohl er (der Mensch, nicht der Spieler oder der Trainer) ein Cheater par excellence ist - "10 Jahre her" zieht auch nicht, er war ja keine juvenile 22 mehr, wo er alle beschissen hat

Mr. Inho
 
13
22.1.2012, 13:03

Du hast das Thema eröffnet, eigentlich ging's hier grad um den clasico von vor 3 Tagen, Pepe und Mou's peinliche Wortmeldung sowie Pep's löbliche Antwort.

Aber gut, tu dich mit dem Mou zamm, schreibst am a mail, nach der nächste catenaccio Niederlage oder wenn der Pepe das nächste mal einen Pepe hinlegt soll er einfach Guardiolas Dopingvergehen thematisieren, oder, noch besser, alle mal drann erinnern dass Rijkard annodazumal den Rudi angspuckt hat, und, wenn alle Stricke reißen, Maradona und den König.

Cooler Postingname
41
22.1.2012, 13:29

das Thema, "Glorifizierung eines Cheaters" wurde nicht von mir sondern von einem wie oben beschriebenen Typ auf den Tisch gebracht, dann hast du dich auch noch auf einen Vergleich eingelassen und dann erst ich.

Rijkard kann ich übrigens bestens verstehen, wer hätte das nicht gemacht bei Völler?

Mr. Inho
 
13
22.1.2012, 13:50

nein nein nein nein nein, das Thema "cheaten" hast du eröffnet, schau nach, um das geht's bei uns in weiterer Folge hauptsächlich, wieso auch immer.

Wirst dich wohl damit abfinden müssen dass Guardiola glorifiziert wird, sölle gibt's, die wirst nicht bekehren. Ich wüsste aber nicht, was man Pep dem Trainer vorwerfen könnte, deshalb hipp hipp, ein echtes Vorbild. Mal schauen wie's wird wenn er verliert. Mou hingegen hat einen anderen Weg gewählt, er muss sich aufführen um erfolgreich zu sein (Glück mit den Unparteiischen war auch notwendig vor jetzt wieder mit dem anfängst).

Wenn man mit sowas ein Problem hat sollte man die ganze Märchengeschichte "Profisport" meiden ;)

Mr. Inho
 
00
22.1.2012, 14:08

Jetzt ist eh schon alles wurscht, das Kartenhaus bricht zusammen, war ja erwarten dass Jose mit seiner Bunkermentalität bei Real untergehen wird

http://www.goal.com/en/news/1... ing-ground

H_I
00
22.1.2012, 14:26

Ich würde zwar nicht alles glauben, schließlich bringt Marca da einige Interna die doch etwas konstruiert wirken zu Papier, dass es möglicherweise krieselt konnte man jedoch schon an manchen Kommentaren über die Taktik nach dem Spiel heraushören.

Mr. Inho
 
01
22.1.2012, 12:25

Aber gut, wiedermal clasico verloren, wiedermal gespielt wie ein Aufsteiger (freu mich schon drauf wenn in 1-2 Wochen was vom Madridier Risikofussball daherschreibst, haha), wiedermal hat sich einer eurer Ungusteln daneben benommen, wiedermal steht Mou in der Kritik, hey, wieso reden wir nicht einfach von Barcelona, die verblendetsten madridistas werden schon anspringen, 2x unrecht ergibt recht!

MarcoMadre
01
22.1.2012, 12:05
ahahaha

lächerlich, wie immer.

dersalner
31
21.1.2012, 18:30

von "dudar" keine Spur. Das Urteil wurde bereits gefällt. Jetzt legt man halt Berufung ein.
Busquets stand nie vor Gericht.

andreas reichl
00
22.1.2012, 10:14

welches urteil wurde denn leicht gefällt???

H_I
11
21.1.2012, 19:51
"mucho morro"...hahaha,

und hält sich dabei die Hand vor, das ich nicht lache. Mucho morro bewies in diesem Fall der FC Barcelona.
Passt aber nicht ins in Stein gemeißelte Bild der Saubermänner und wird folglich klammheimlich unter den Teppich des ewigen Vergessens gekehrt.

dersalner
21
21.1.2012, 20:02

dort passiert halt alles hinterhältig, für Schiedsrichter und die Öffentlichkeit erst, wenn überhaupt, auf den zweiten Blick sichtbar. Wir stellen uns eindeutig zu dumm an, muss man leider auch sagen. ;)

Mr. Inho
 
01
22.1.2012, 11:29

Der Schiedsrichter konnte es zwar sehen, er hat aber entschieden nichts zu unternehmen wie der Pepe eine Tätlichkeit begeht, nicht das erste mal übrigens. Von dem her stellt ihr euch zwar blöder an, kommt aber trotzdem damit durch.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 629
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.