Wiens erste U-Bahn-Fahrerin

Pionierin im Kampf gegen Kupferdiebe

Michael Simoner , 18. Jänner 2012, 20:16
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    foto: standard/newald

    Claudia Polaschek war vor 20 Jahren Wiens erste U-Bahn-Fahrerin und hat heute in der Leitzentrale das Sagen

Zwanzig Jahre nach ihrem Öffi-Debüt kämpft Karrierefrau gegen Kupferdiebe

Wien - Wenn Claudia Polaschek den halbkreisförmigen Kommandoraum der U-Bahn-Leitstelle betritt, pfeift manchmal irgendwer das Bootsmannsignal, das auf der Brücke der Enterprise immer Captain Kirk ankündigt. Das respektvolle Sound-Zitat ist durchaus angebracht. Dass sie hier in Erdberg, wo alle relevanten Infos des U-Bahn-Betriebs zentral zusammenlaufen, einmal das Sagen hat, hat sich Claudia Polaschek nie erträumt, vielmehr hat sie es sich gezielt erarbeitet. Vor genau 20 Jahren, am 20. Jänner 1991, war sie Wiens erste U-Bahn-Fahrerin. Heute trägt sie als einzige Frau den Titel Obermeisterin und ist für das gesamte Personal und die Betriebsanlagen der U2, U3 und U6 verantwortlich.

Kampf gegen Kupferdiebe

Doch auch in ihrem Traumjob gibt es Klingonen: Als sie Mittwochfrüh in den Dienst kam, wurde ihr - wieder einmal - ein Kupferdiebstahl gemeldet. Unbekannte hatten in der Nacht zuvor auf der Linie U6 im Abschnitt zwischen Philadelphiabrücke und Tscherttegasse Signalkabel entwendet. Nach einem Notbetrieb im Schritttempo musste die Strecke später für die Reparatur mehrere Stunden unterbrochen werden. Erst vergangenes Wochenende und davor im November hatten Diebe mehrere hundert Meter U-Bahn-Kabel mitgehen lassen.

Seit Monaten ist auf dem Weltmarkt die Nachfrage nach Kupfer größer als das Angebot, was die Preise nach oben (aktuell 8218 US-Dollar pro Tonne) und in Wien organisierte Diebesbanden in den Untergrund treibt. Regelrechte Trupps montieren und transportieren die Kabel sehr schnell ab. Wie schon die ÖBB ersetzen auch die Wiener Linien die Kupferkabel durch andere, weniger wertvolle, aber auch gut leitende Metalle.

Gegen 14 Uhr gab Claudia Polaschek wieder eine lückenlose U6 frei. Wahrscheinlich hatte darauf auch schon eine ihrer Nachfolgerinnen gewartet, denn heute wird immerhin jeder sechste U-Bahnzug von einer Frau gefahren. (Michael Simoner, DER STANDARD Printausgabe, 19.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 49
1 2
3dGeist
00
21.1.2012, 16:17

Wie kämpft sie nun gegen Kupferdiebe?
Sind die Methoden so geheim das sie hier nicht genannt werden dürfen?

§126c Verfechter K.ing Leissner
00
27.2.2012, 21:23

Sie kaempfen indirekt, indem sie das Kupfer durch andere, weniger wertvolle (aber auch gut leitende) Metalle ersetzen ;)

tan48
00
19.1.2012, 16:00

Als ich mal in New York war gab es einen längeren Ausfall der U-Bahn, weil zwei Kupferdiebe regelrecht "gegrillt" worden waren und erst aus den Leitungen gekratzt werden mussten.
Sowas habe ich bei uns noch nie gehört, machen wir irgendetwas anderes als die Herren in Übersee oder sind bei uns die Diebe einfach nur geschickter?

E Pie
 
00
30.1.2012, 17:32
die lehre macht´s ....

politisch verfolgt
013
19.1.2012, 14:31
"Vor genau 20 Jahren, am 20. Jänner 1991"

wir haben nicht mehr 2011, sondern 2012.
guten morgen.

ama2deus
00
20.1.2012, 17:42

tja, irren ist menschlich.

ich hab auch mal meiner schwester am 1.1. zum vermeintlich 12. geburtstag gratuliert, der eigentlich der 13. war :)

Briefmarkenkleber
12
19.1.2012, 14:24
Kupferdiebe

"Kupferdiebe"im Tite.
"Kupferdiebe" in der Einleitung.
"Kupferdiebe" im ersten Zwischentitel.

Sowas schafft es in die Printausgabe. Aber nur in Österreich. Und da nue in derSandart.

Baka Gaijin
00

Ja, sollte doch "KupferdiebInnen" heißen.

Schwedenbombe
 
13
19.1.2012, 12:13
hat sich der Autor

in die Dame verliebt oder was ist nun die Aussage des Artikels, dass es in Wien Klingonen gibt?

Gummibam aus Surinam
011
19.1.2012, 14:17
Das waren keine Klingonen!

Kupferkabel im Finstern fladern ist viel zu unehrenhaft. Die Täter handelten eher im Auftrag der Ferengi.

nebenerwerbsposter
12
19.1.2012, 12:35

ist ja auch eine fesche - gönnen sie ihm doch eine leise verehrung!

flux.
026
19.1.2012, 11:31
und was genau

is jetzt so pioniermäßig an ihrem "kampf gegen die kupferdiebe?"

ich les in dem lieben aufsatz nur von (no-na) konsequenzen, sprich erneuern der kabel...

Montgomery McFerryn
01
19.1.2012, 15:17

In dem Artikel geht es nur darum das auch Frauen Chef sein können. Warum man das immer wieder schreiben muß als ob das was besonderes ist versteh ich ja auch nicht ganz aber naja.

Richard Ebner
314
19.1.2012, 13:05
Na, sie ist eine Frau. Da ist doch alles gleich ...

... viel besser.

As b
01
19.1.2012, 10:21
Verstehe es nicht.

ich verstehe nochimmer nicht wirklich wie und wo die ganau das kupfer entwenden, vorallem so das es keiner bemerkt währenddessen.

aber schon klasse, es reisen leute nach österreich um uns das kupfer aus den leitungen zu klauen, ich plane auch bald mal einen diebstahlsurlaub, aber wohin ?

PepiOnkel
02
19.1.2012, 11:35
Genauere informationen werden ja nicht bekannt gegeben

aber es dürfte sich ev. um die erdungskabel handeln die entlang der Schienen gehen und kein Potential führen, also gefahrenlos berührt werden können.

Nur was diese Dame GEGEN den Diebstahl macht? Nichts wie man sieht und liest.

Faeryl
125
19.1.2012, 11:34

wieso wird eigentlich immer angenommen, dass kupferdiebe nur aus dem ausland kommen? oder sind sich österreicher zu fein für die "harte" arbeit?

fischkopp
06
19.1.2012, 15:40

"Regelrechte Trupps montieren und transportieren die Kabel sehr schnell ab."
Im Rudel klauen ist nicht des Österreichers Revier.

Helmut Hromadnik21
 
10
19.1.2012, 20:33
........"Im Rudel klauen ist nicht des Österreichers Revier."......

Genau, das ist das revier der ausländer, wollen sie wohl sagen !
Ich sehe, sie bekommen bald BUMSTIS ehrenzeichen für verdienste um das deutsche reich verliehen.

Helmut Hromadnik21
 
41
19.1.2012, 14:56

An der anzahl roter balken erkennt man den erfolg von "BUMSTIS" HETZE!

Rammst
12
19.1.2012, 12:12
...kupferdiebe nur aus dem ausland kommen?

würden sie eine wette dagegen plazieren?
wohl kaum wenn sie herr ihrer Sinne sind

Resi Tupfer
58
19.1.2012, 08:44
Lösung: Formsignale

Diese Diebereien müssen den Dieben unschmackhaft gemacht werden, indem man gänzlich auf wertvolle Buntmetalle verzichtet.
Die Lösung heißt Formsignale! Diese werden vermittels Hebelstellwerke gestellt. Die mechanische Verbindung erfolgt über diebswertlose Stahlseile. So könnte in Kontrollräumen die Stellung der Semaphore erfolgen.

Würde sich sogar an diesen Signalleitungen finsteres Gesindel zu schaffen machen, dann genügte ein kleines Glöckchen, welches durch den mechanischen Zugriff der Langfinger den Stellwerksbeamten darauf aufmerksam machte.Selbiger könnte sofort mit einer Fahrraddraisine zum Ort des Geschehens ausrücken. Natürlich erst nach Sperrung der Strecke für die Züge!
Die Polizei brauchte die Übeltäter nur noch abholen!

Resi

WJM
02
19.1.2012, 13:10

Wie wäre es mit speziell gezüchteten U-Bahn-Hunden, ad könnte man doch auf die bewährten Grubenhunde zurückgreifen!

Stuff
01
19.1.2012, 15:24
Ihre Ideen sind gut, weil 100 Jahre alt aber sie

werden wegen Personalmangels gerade abgeschafft. Is halt so.

Resi Tupfer
00
19.1.2012, 14:25
Gute Idee!

Darf ich den Leithund dann Kraus nennen?
Oder wollen sie sich gar einen Ka°rl mit mir machen?

Resi

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