Noch keine Angaben über Kaufpreis oder Verbleib der Mitarbeiter - Palmers-Verkauf davon nicht betroffen - Römer: Gespräche mit mehreren Interessenten laufen
Wien/Lyon - Die französische Palmers-Tochter Lejaby hat
einen neuen Eigentümer. Ein Konsortium bestehend aus Alain Prost, dem
ehemaligen Geschäftsführer des Wäscheherstellers La Perla, und dem
tunesischen Produzenten Isalys übernimmt Lejaby, teilte Palmers
Mittwochabend in einer Aussendung mit. Max W. Römer, Vorsitzender des
Aufsichtsrates der Palmers Textil AG, hält diese Variante für Lejaby
in der derzeitigen Situation für "eine gute Lösung". Lejaby sei somit
in einem "sicheren Hafen" gelandet. Was mit den rund 450
Beschäftigten in Frankreich passiert, wisse man nicht, sagte eine
Palmers-Sprecherin auf Nachfrage. Auch über die Höhe des
Kaufpreises oder die Strategie der neuen Eigentümer war vorerst noch
nichts in Erfahrung zu bringen.
Auf den Palmers-Verkauf habe der Verkauf von Lejaby keinen
Einfluss, betont Römer: "Derzeit laufen Gespräche mit mehreren
internationalen Interessenten, die sich an Palmers beteiligen wollen.
Diese Gespräche laufen gut und sind nicht von der Situation bei
Lejaby betroffen." Zuletzt hieß es, dass der Verkauf von Palmers im
ersten Quartal 2012 abgeschlossen sein soll. Interesse hat bisher
unter anderem der italienische Strumpfhersteller Calzedonia
angemeldet. Auch der Einzelhandels- und Immobilien-Unternehmer Jamal
Al-Wazzan, der bereits Schöps kaufte, soll sich für Palmers
interessieren. Er soll gemeinsam mit seinem Partner Joachim Knehs,
übrigens einem Ex-Palmers-Vorstand, bieten.
Palmers hat den französischen Wäschehersteller Lejaby im Jahr 2008
vom US-Bekleidungskonzern Warnaco (u.a. Calvin Klein) übernommen.
Lejaby hatte zum Zeitpunkt der Übernahme strukturelle Probleme, das
Unternehmen produzierte damals noch in Frankreich. Drei der vier
Konfektionsbetriebe wurden geschlossen, für die 200 betroffenen
Mitarbeiter wurde ein Sozialplan erarbeitet. Die Kosten dafür
beliefen sich auf 13 Mio. Euro. In der Aussendung heißt es heute:
"Ein im Jahr 2010 zur Sanierung eingeleiteter Sozialplan erforderte
mehr Zeit und Geld, als vorhergesehen. Dazu kamen im Jahr 2011
Schwierigkeiten mit Hauptlieferanten aus Tunesien, die von den
Auswirkungen des arabischen Frühlings betroffen waren, und die sich
nachteilig auf die Umsätze von Lejaby auswirkten." Im November 2011
schlitterte Lejaby in die Insolvenz, im Dezember wurde das
Insolvenzverfahren eingeleitet.
Eigentümer der Palmers Lejaby Holding sind Quadriga Capital (56
Prozent), Lead Equities (18 Prozent) und 21 Centrale Partners (23
Prozent). (APA)