Bieterkonsortium

Palmers-Tochter Lejaby geht an Prost/Isalys

18. Jänner 2012, 20:02
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    foto: apa/robert jäger

    Max Römer, Aufsichtsratschef der Palmers Textil AG: "Lejaby ist in einem sicheren Hafen gelandet."

Noch keine Angaben über Kaufpreis oder Verbleib der Mitarbeiter - Palmers-Verkauf davon nicht betroffen - Römer: Gespräche mit mehreren Interessenten laufen

Wien/Lyon - Die französische Palmers-Tochter Lejaby hat einen neuen Eigentümer. Ein Konsortium bestehend aus Alain Prost, dem ehemaligen Geschäftsführer des Wäscheherstellers La Perla, und dem tunesischen Produzenten Isalys übernimmt Lejaby, teilte Palmers Mittwochabend in einer Aussendung mit. Max W. Römer, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Palmers Textil AG, hält diese Variante für Lejaby in der derzeitigen Situation für "eine gute Lösung". Lejaby sei somit in einem "sicheren Hafen" gelandet. Was mit den rund 450 Beschäftigten in Frankreich passiert, wisse man nicht, sagte eine Palmers-Sprecherin auf Nachfrage. Auch über die Höhe des Kaufpreises oder die Strategie der neuen Eigentümer war vorerst noch nichts in Erfahrung zu bringen.

Auf den Palmers-Verkauf habe der Verkauf von Lejaby keinen Einfluss, betont Römer: "Derzeit laufen Gespräche mit mehreren internationalen Interessenten, die sich an Palmers beteiligen wollen. Diese Gespräche laufen gut und sind nicht von der Situation bei Lejaby betroffen." Zuletzt hieß es, dass der Verkauf von Palmers im ersten Quartal 2012 abgeschlossen sein soll. Interesse hat bisher unter anderem der italienische Strumpfhersteller Calzedonia angemeldet. Auch der Einzelhandels- und Immobilien-Unternehmer Jamal Al-Wazzan, der bereits Schöps kaufte, soll sich für Palmers interessieren. Er soll gemeinsam mit seinem Partner Joachim Knehs, übrigens einem Ex-Palmers-Vorstand, bieten.

Palmers hat den französischen Wäschehersteller Lejaby im Jahr 2008 vom US-Bekleidungskonzern Warnaco (u.a. Calvin Klein) übernommen. Lejaby hatte zum Zeitpunkt der Übernahme strukturelle Probleme, das Unternehmen produzierte damals noch in Frankreich. Drei der vier Konfektionsbetriebe wurden geschlossen, für die 200 betroffenen Mitarbeiter wurde ein Sozialplan erarbeitet. Die Kosten dafür beliefen sich auf 13 Mio. Euro. In der Aussendung heißt es heute: "Ein im Jahr 2010 zur Sanierung eingeleiteter Sozialplan erforderte mehr Zeit und Geld, als vorhergesehen. Dazu kamen im Jahr 2011 Schwierigkeiten mit Hauptlieferanten aus Tunesien, die von den Auswirkungen des arabischen Frühlings betroffen waren, und die sich nachteilig auf die Umsätze von Lejaby auswirkten." Im November 2011 schlitterte Lejaby in die Insolvenz, im Dezember wurde das Insolvenzverfahren eingeleitet.

Eigentümer der Palmers Lejaby Holding sind Quadriga Capital (56 Prozent), Lead Equities (18 Prozent) und 21 Centrale Partners (23 Prozent). (APA)

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