Verhaltensforschung

Hunde mit der Ruhe eines Zen-Meisters

18. Jänner 2012, 18:27

Genveränderungen und Neurotransmitter tragen zu Aufmerksamkeitsdefiziten bei Tieren bei

Budapest - Wie lernt Fido zu folgen, und warum sind manche Hunde konzentrierter und folgsamer bei einer Aufgabe als andere?

Biologen und Ethologen an den Semmelweis- und Eötvös-Loránd-Universitäten gingen der Frage auf den molekularen Grund. Sie wollten feststellen, welche genetischen Faktoren beim Zustandekommen unterschiedlicher Verhaltensformen eine Rolle spielten.

Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass Herr und Hund von ähnlichen evolutionären Prozessen geformt wurden und gewisse funktionale Verhaltenseigenschaften teilen. Daher könnten die Tiere als Modell für das Studium der ererbten Basis von menschlichem Verhalten und dessen Abweichungen dienen.

Im Speziellen ging es dem Budapester Team um die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS oder ADHD), eine psychische Störung, die im Kindesalter beginnt und da bis zu 10 Prozent der Population betreffen kann. Sie zeichnet sich durch große Impulsivität und mangelnde Konzentration aus. Die Verhaltensforscherin Enikö Kubinyi und ihre Mitarbeiter entwickelten eine Skala, Dog-ADHD RS, die entsprechende Verhaltensmuster beim Tier misst, zum Beispiel Herumstreunen während einer Aufgabe.

104 deutsche Schäferhunde wurden auf dieser Skala und auf einer zweiten, die speziell Impulsivität misst, beurteilt, während sie bestimmte Aufgaben durchführen mussten.

Die Ergebnisse verglichen die Forscher mit der DNA der Tiere. Ihr besonderes Augenmerk galt einem Gen - Tyrosin-Hydroxylase (TH) -, das in Pilotversuchen mit dem mehr oder weniger unruhigen Verhalten der Hunde in Zusammenhang zu stehen schien. Das Gen ist wichtig bei der Erzeugung von Dopamin und Noradrenalin, Neurotransmittern, die die emotionalen Reaktionen und die Konzentrationsfähigkeit bei Tieren wie bei Menschen beeinflussen. Variationen von TH bewirken die Erzeugung unterschiedlicher Mengen der Transmitter.

Die 37 Schäferhunde, die verkürzte TH hatten, zeigten die größten Schwierigkeiten, ihre Impulse zu kontrollieren. Lange Versionen des Gens bewirkten, dass die Hunde die Impulsivitäts-Tests "mit der Ruhe eines Zen-Meisters" bewältigten. Als nächstes, so die Autoren im Beitrag in der "Public Library of Science", soll der Zusammenhang mit anderen hündischen Eigenschaften bzw. die Anwendbarkeit auf menschliche ADHS untersucht werden. (mf/DER STANDARD, Printausgabe, 19. 1. 2012)

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16 Postings
Der Lykanthrop
00
teutsche schäferrhunde sollen

auch nicht anderrren gehorrchen, sie sollen anderre hunden gefäälligst beherrrschen!!! ;o)

quick mouse
010
19.1.2012, 16:54

Thyrosinhydroxylase ist kein Gen, sondern ein Enzym, wie all die anderen -asen auch. Wer's genauer wissen möchte: http://de.wikipedia.org/wiki/Tyro... ydroxylase
Das angesprochene Gen ist möglicherweise jenes, das für die Synthese dieses Enzyms kodiert.
Was unter "Wissenschaft" veröffentlicht wird, sollte zumindest die Basics korrekt wiedergeben, denke ich. Auch wenn's jetzt rot für Besserwisser setzt...

belgma
 
00
24.1.2012, 11:22

nö ... mich hats auch zsamm krampft!

l1bertine
00
24.1.2012, 22:42
mich auch

;)

Kahuna
00
19.1.2012, 22:12
Nein, gruen von mir

LCD
06
19.1.2012, 10:27

Ruhige folgsame und brav lernende menschliche Arbeitssklaven sind der Industrie sicher wilkommen.

Promille Prolet
00
31.1.2012, 10:28
glaub i net

"franzi steh auf, du kommst zu spät zur schicht"

"mir doch wurscht"

zipfühhhh....

higgs - wozu?
00
19.1.2012, 09:44

die ruhe des zen meisters ist aber doch eher was ganz anderes - es bezieht sich auf das "in sich selbst ruhen", in seinem zentrum, dem sogen. hara, auf die fähigkeit den dualismus unseres wesens, das gleichzeitig ein individuum und teil eines ganzen (natur) ist in sich zu vereinen, und nicht als widerspruch zu verstehen - das hara ist eine senkrescht verlaufende mittellinie mit versch. vitalpunkten, der wichtigste, liegt etwas unterm bauchnabel, im schwerpunkt des körpers, und gilt in den östlichen philosophien als das zentrum der seele und des willens, als energiezentrum und als verbindung zwischen individuum und natur.
ein zen meister ist wie ein ruhiger see, der alles exakt wiederspiegelt ohne es durch vorurteile etc. zu verzerren

Nick Tameer
00
21.1.2012, 13:48
Sub cingulo

"... der wichtigste [Vitalpunkt] liegt etwas unterm bauchnabel, im schwerpunkt des körpers, und gilt in den östlichen philosophien als das zentrum der seele und des willens, als energiezentrum und als verbindung zwischen individuum und natur"

Ja, doch, hat was.

Mathias Mendez
08
18.1.2012, 20:45

Jetzt fangen die bei Hunden auch schon an.

Schläfriges Verhalten = Ruhe eines Zen-Meisters
Bewegung = ADHS

strangerinastrangeland
 
05
18.1.2012, 21:11

Demnächst werden sie den Hunden auch noch Ritalin füttern.

Anastasia Birnstingel
01
24.1.2012, 10:37

lach... ja, war auch mein erster Gedanke!!!!

Jack Joker
04
19.1.2012, 00:41

und im dritten Schritt wird es dann unters Salz gemischt, damit jeder mit einer ausreichenden Dosis versorgt wird ;)

strangerinastrangeland
 
00
20.1.2012, 10:52

Mein leicht paranoider Verstand hat das kurz erwogen und für nicht machbar befunden.

Ritalin muß ziemlich genau und individuell dosiert werden und gebt schon bei moderater Überdosierung unangenehme Nebenwirkungen.

Mit der Salzaufnahme ist das nicht hinzubekommen.

werwolfi
03
18.1.2012, 19:48

Das Foto - Xaver! Entzückend...

fraxs2
00
19.1.2012, 11:41

ja! beides antzückend: xaver, der name und xaver, der hund.

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