Arnulf Rainer beschenkt Münchner Pinakothek

18. Jänner 2012, 18:19

"Hauptwerke aus dem Privatbesitz": 40 Gemälde und 70 Arbeiten auf Papier

München  Der österreichische Maler Arnulf Rainer schenkt der Münchner Pinakothek der Moderne 40 Gemälde und 70 Arbeiten auf Papier. Es handle sich um "Hauptwerke aus dem Privatbesitz des Künstlers aus den frühen 50ern Jahren bis heute", teilten die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen am Mittwoch mit. Die Pinakothek beherberge damit die größte Rainer-Sammlung außerhalb Österreichs.

Der Generaldirektor der Staatsgemäldesammlungen, Klaus Schrenk, sagte, Rainer habe einen entscheidenden Beitrag zur Abstraktion in der Kunst ab 1950 geleistet. Er nehme "dieses großzügige Geschenk mit großer Dankbarkeit und Freude an".

Die 110 Werke wurden vor zwei Jahren zum 80. Geburtstag des Künstlers in der Ausstellung "Arnulf Rainer. Der Übermaler" in München gezeigt. Die Schenkung soll am 23. Jänner mit einem Festakt mit dem bayerischen Kunstminister Wolfgang Heubisch gefeiert werden. Die Laudatio soll Werner Hofmann, der ehemalige Direktor der Hamburger Kunsthalle und Weggefährte Rainers,  halten. Martin Kusej, Intendant des Residenztheaters München,  soll aus Rainers Schriften lesen.  (APA)

museabuse
00
19.1.2012, 10:36
Bravo, aber...

...es stimmt nachdenklich, dass in Ö keine Institution einem der weltweit bekanntesten österreichischen Künstler nur annähernd die gebührende Wertschätzung entgegen bringt. Museen in anderen Teilen der Welt (D, F, US) haben Rainers Relevanz sehr wohl und sehr früh erkannt und bemühen sich um entsprechende Sicherung, Aufarbeitung und Vermittlung des Werkes - die Pinakothek der Moderne beweist dies. Das Arnulf Rainer Museum in Baden zeigt zwar gut gemachte Ausstellungen, verfügt aber weder über eine nennenswerte Sammlung noch Archiv und stellt dem Besucher eine wenig vollständige Bibliothek zum Oeuvre Rainers zur Verfügung. Sehr schade! Aber Hauptsache die Albertina widmet dem deutschen Expressionismus aus deutscher Sammlung eine große Show.

Engel Bert
00
20.1.2012, 15:34

Das Arnulf Rainer Museum in New York eröffnete 1993 und wurde 1996 geschlossen.

Ronja Räubertochter
00
23.1.2012, 13:50
"Eine ewige Hypothek?"...

könnte diese Schenkung für die Pinakothek sein, vermutet die "Süddeutsche".

(http://www.sueddeutsche.de/O5q38b/42... thek.html)

museabuse
01
24.1.2012, 10:13
Museologie falsch verstanden...

...leider hat die Dame der Süddeutschen keine Idee von musealen Sammlungen. Kein Museum kann und darf nur Hauptwerke sammeln. Das Inventar ist der Schatz einer Institution und die darin enthaltenen Konvolute bilden die Grundlage für Forschung und Vermittlung. Je umfangreicher ein Werk eines Künstlers archiviert werden kann umso besser ist es zu überblicken. Dabei sind für zukünftige Kunsthistoriker auch Doubletten, Editionen und Sekundärmaterialien wichtige Dokumente, wenn diese vielleicht auch nur Zeugnis der Produktivität eines Künstlers sind. Auch Leihgaben lassen sich so besser realisieren, wovon wieder Besucher anderer Häuser profitieren. Und gesammelt wird schließlich für die 'Ewigkeit' und nicht für Artikel in Tageszeitungen.

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