Höhere Mehrwertsteuern

Frankreich eifert Deutschland nach

Stefan Brändle, 18. Jänner 2012, 17:34

Frankreichs Präsident Sarkozy benutzt den Verlust des Triple-A, um Druck auf die Gewerkschaften zu machen. Er will die Arbeitskosten senken

Paris - Starke und rasche Entscheidungen seien nötig, meinte Nicolas Sarkozy gestern, Mittwoch, im Anschluss an ein Treffen mit Sozialpartnern, das er kurzfristig in "Krisengipfel" umgetauft hatte. Nach dem Verlust des AAA-Ratings bei Standard & Poor's suchte Sarkozy den Eindruck einer prompten Reaktion zu vermitteln.

Er will Frankreich wettbewerbsfähiger machen. Die französischen Arbeitsabgaben seien seit 2000 um zwanzig Prozent gestiegen, in Deutschland im gleichen Zeitraum hingegen nur um sieben Prozent, meinte der Staatschef zur Begründung. Damit verliere Frankreich gegenüber seinem "Hauptwettbewerber" ständig an Boden - und damit an Arbeitsplätzen.

Die Arbeitslosigkeit nähert sich in Frankreich nach vielen Jahren wieder der Zehn-Prozent-Schwelle. Drei Monate vor den Präsidentschaftswahlen ist dies für Sarkozy politisch ebenso gravierend wie die Rückstufung durch S&P. Der Staatschef erklärte deshalb, er wolle mit diversen Maßnahmen die Teilzeitarbeit stärken. Dies soll Entlassungen vermeiden, wenn ein Unternehmen seine Produktion nur vorübergehend zurückfahre.

Stellt eine Kleinfirma umgekehrt jugendliche Stellensuchende ein, wird sie von allen Arbeitsabgaben befreit. Damit will Sarkozy die Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen, die in Frankreich Ende 2011 fast 24 Prozent betrug. Auch für die Langzeitarbeitslosen lanciert er einen Eingliederungsplan. Zu diesem Zweck werden in den Arbeitsämtern 1000 Beamte eingestellt - durch Umlagerung, nicht durch die Schaffung zusätzlicher Stellen.

Über die Beschäftigungsmaßnahmen hinaus will Sarkozy aber auch strukturell in die Wirtschaftsabläufe eingreifen. So sollen die Sozialabgaben der Arbeitgeber sinken, um den Wettbewerbsverlust gegenüber Deutschland zu korrigieren. Um den Rückgang der Staatseinnahmen zu kompensieren, soll im Gegenzug die Mehrwertsteuer von derzeit 19,6 Prozent um einen oder zwei Punkte angehoben werden.

Der Anführer der Gewerkschaft CGT, Bernard Thibault, lehnte die Maßnahme gestern als "unsozial" ab: Die Arbeitnehmer litten darunter, da ihre Löhne nicht stiegen, während sie eine Steuer ohne jegliche soziale Progression besonders hart treffe.

Sarkozy sprach sich am Mittwoch nicht offen zu dieser Steuerreform aus. Er erklärte aber, dass er sich noch vor Monatsende - zweifellos via Fernsehen - an die Franzosen wenden werde, um diesen Schritt zu erklären. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer wäre sehr unpopulär; nicht nur die Linksopposition, sondern auch ein Teil der Sarkozy-Partei UMP lehnt sie ab.

"Kamikaze-Präsident"

Der konservative Staatschef will aber damit paradoxerweise die Präsidentschaftswahlen im April gewinnen. "Sarkozy setzt darauf, dass ihn eine unpopuläre Maßnahme als mutig erscheinen lässt", kommentiert die Zeitung "Libération". Auch andere Pariser Medien meinen, Sarkozy wolle so abgesprungene Rechtswähler zurückgewinnen, während er auf der Linken ohnehin keine Stimmen machen könne. Allerdings sei das Vorgehen sehr riskant, schätzt Libération, die Sarkozy deshalb "Kamikaze-Präsident" nennt. (Stefan Brändle, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 19.1.2012)

Oddo Wolf
04
18.1.2012, 23:21
Servas Nico. Wir sind ganz allein da. Hab mir immer schon gewunschen mit Dir unter 4 Augen zu reden.

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Ein paar Tage nach Abflug der in Libyen (von Richtern aus der Rebellenhochburg) verurteilten Krankenschwestern, bist schon in Tripolis auf Gaddafis Türtacke gestanden. Wolltest der Erste sein, wie im vergangenen Jahr. Freundschaftliche Worte und von einer großen gemeinsamen Zukunft hast Du ihm ins Stammbuch geschrieben. Weißt noch - im großen Zelt im Palastgarten. Und die Gaddafi Familie hat Deinen Wahlkampf finanziert.

Du wolltest ihn Tod sehen, daß war mir sehr bald klar. Muammar, ein hochinteligenter, sensibler Mensch, aber ein großes Maul das sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Erinnere Dich an seine UNO-Reden oder wie er den Saudiprinz vor der arab. Liga und der Welt zur "Sau" gemacht hat. Hab mich dabei köstlich amüsiert. ff>

Oddo Wolf
04
19.1.2012, 00:07
Wenn aus Libyen nicht bald richtig Öl fließt ...

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Hab mich mit dem Bewertungssystem von S&P beschäftigt. Da wird Wald, Wiese und Wasserquelle bewertet. Wenn die Geburtenrate ansteigt wird das ebenso positiv, wie ein erfolgreiches Immigrationsprogramm. Bei Dir Nicolas Bonaparte, habens ein paar libysche Ölquellen eingerechnet, aber zu wenig. Geht alles viel zu langsam. Warum? Ein paar grün-kriminelle Antidemokraten boykottieren alles? Die haben Dir Dein AAA und den Wahlkampf versaut. Du mußt jetzt für das "Große Ganze" Opfer bringen. Für den Eurobond braucht man die Roten um mit der 2/3 Mehrheit die nationalen Verfassungen zu kippen. Den neo-sozis schmierens Honig ins Maul. Die träumen schon von der Globula Sociale und einer Datsche auf den Seyschellen.
Geh nicht nach Elba. Eher nördlich.

Oddo Wolf
04
19.1.2012, 01:05
Bist noch da, Sarkozy? Tief am Grund des Herzen hat doch jeder so eine Art warmes Licht *** Ich versuchs anders...

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Du verabscheust doch auch Leute die Lügen. Wegen der Lügen eines israel. Politikers hast du Dich bei Obama beklagt. Auch ein Freund mit afrik. Wurzeln (ned amoi dran denken).
Und Dein algerischer Freund Malek sagt, daß alle anderen 163 Beobachter den Assad beim Zivilistenabschlachten decken und sich gegen ihn verschworen haben. Die arab.Liga sagt, Malek war fürs Homs-Team geplant, aber dann nicht dabei und kann das, was er erzählt gar nicht erlebt haben. Malek war 2 Tage in Paris und hat sich in Syrien 6 Tage am Hotelzimmer eingesperrt. Der algerische Außenminister Mourad Medelci sagt: Schuld an der zunehmenden Gewalt seien vor allem DESERTEURE.

"Bitte Nicolas, red dem Malek ins Gwissen."

Alternativ zu Elba: Shetland Island vielleicht.

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