Vier Jahre Puls 4

"Politik ist zum größten Teil ORF-konzentriert"

Interview | 18. Jänner 2012, 17:40
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    foto: apa-foto: georg hochmuth

    Markus Breitenecker steigt 2012 mit Puls 4 in die Filmproduktion ein.

Nur wenn sie sich vom ORF schlecht behandelt fühlt, kümmere sich Politik um Privatfernsehen, sagt Puls-4-Chef Markus Breitenecker

STANDARD: Angesichts der Turbulenzen im ORF dürften Sie mit Händereiben gar nicht fertig werden?

Breitenecker: Ich bitte um Verständnis, dass ich zu internen Büroangelegenheiten des ORF nicht Stellung nehmen möchte.

STANDARD: Als Mitbewerber wird Sie das Tun am Küniglberg aber nicht kaltlassen?

Breitenecker: Besser als der ORF-interne Protest kann man es nicht sagen. Ich will dazu aber wirklich nichts sagen. Wir können gerne über das Thema Unabhängigkeit der ORF-Programme reden, aber nicht anlassbezogen.

STANDARD: Dann reden wir über Unabhängigkeit.

Breitenecker: Da stellt sich die Frage, worin sich staatliches von öffentlich-rechtlichem Fernsehen unterscheidet. Letzteres sollte politisch und wirtschaftlich unabhängig sein. Daher unsere berechtigte Forderung, dass der ORF partei- und werbefrei sein soll. Ein Verfahren zur Ununterscheidbarkeit zwischen öffentlich-rechtlich und privat läuft. Was ist zu erwarten?  Das Gesetz fordert einen Unterschied zwischen öffentlich-rechtlichen und Privat-TV Wir sehen aber diesen Unterschied nicht. Wenn im ORF in der Primetime Pornoqueens auftreten: Wo ist dann der Unterschied? Was sollen die Privaten dann machen?

STANDARD: Im Moment sieht es nicht danach aus. Haben Privatsender überhaupt noch Verbündete in der Politik?

Breitenecker: Gute Frage, die Antwort ist: nein. Unser einziger medienpolitischer Rückhalt sind die Zuschauer, die sukzessive vom öffentlich-rechtlichen zu uns Privaten wandern. Dadurch bekommen wir Gewicht. Die Politik ist zum größten Teil nach wie vor ORF-konzentriert.

STANDARD: Wieso gelingt es so wenig, die Politik für Privatwirtschaft zu begeistern?

Breitenecker: Nur wenn sich eine Partei vom ORF besonders schlecht behandelt fühlt, werden taktische Aussagen - nicht Handlungen - im Sinne der Privaten gemacht. 

STANDARD: Zu Puls 4: Sind Sie nach vier Jahren mit dem Image des Senders zufrieden?

Breitenecker: Wir werden bei den Menschen als viertes österreichisches Vollprogramm wahrgenommen, haben aber noch keine klare Zuordnung zu einer bestimmten Zielgruppe. Wir arbeiten also auch weiterhin daran, unser Markenziel zu erreichen: ein junges, urbanes, weibliches, österreichisches Vollprogramm.

STANDARD: Ein "Topmodel" wirft Puls 4 Knebelverträge vor: imageschädigend oder -fördernd?

Breitenecker: Es gibt keine Knebelverträge. Es freut uns, dass es Berichterstattung gibt, und Gossip-Skandälchen sind willkommen. Wir können versichern, dass alles, was in dem Format passiert, echt ist - es gibt kein Skript, nach dem die Models reden müssen.

STANDARD: Programmhöhepunkte?

Breitenecker: Als erster österreichischer Privatsender steigen wir mit dem Kinofilm Body Complete und der TV-Komödie Unter Umständen verliebt in die Produktion ein. Nach Austria's next Topmodel beginnt Millionär sucht Frau. Mit der Champions League haben wir die Königsklasse des Fußballs.

STANDARD: Ihr Marktanteilsziel?

Breitenecker: Vier Prozent sind das mittelfristige Ziel. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 19.1.2012)

MARKUS BREITENECKER leitet Vermarktung und Programm von ProSiebenSat.1 in Österreich, die er aufbaute, und Tochter Puls 4 und ist Mitglied des Privatsenderverbands VÖP.

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15 Postings
Oliver Daniel
00
15.2.2012, 16:05
Puls 4 wurde zur Zahlung von 15.000 € verurteilt

http://derstandard.at/132850763... verurteilt

Christina84
00
20.1.2012, 14:36

das einzige was man auf puls 4 anschaun kann ohne ständig mit pixel-bildern und schwachsinn konfrontiert zu sein is sowieso ihre kochsendung mitn oliver. die schaut auch qualitativ hochwertig aus.
und sex and the city natürlich :) (aber das is ja auch keine eigenproduktion...)

Benton Fraser
01
20.1.2012, 09:40

Puls 4 ... Intensivstationsfernsehen

september
00
19.1.2012, 15:47

hans wurst

Franz Weinpolter aka Franz Ehm
11
19.1.2012, 11:46
wen meint er mit pornoqueens? die dolly und...?

peinliche aussage von einem erwachsenen menschen (der tv produziert).

und nicht glauben, dass die anderen medien und sender unabhängig wären. sie wollen halt den eindruck vermitteln und bashen den orf.

Markus Müller, Media in Progress
32
19.1.2012, 11:11
bitte mehr davon!

man kann ja von puls4 und den anderen privaten halten, was man will. aber im sinne einer funktionierenden demokratie und der dafür nötigen medienfreiheit und meinungsvielfalt brauchen wir mehr solche leute, die sich dafür einsetzen, dass es mehr als nur den staatlichen und politisch gelenkten monopolsender gibt. jedes mal wieder bravo!

Kuh Yvonne
13
19.1.2012, 11:00

Und was ist denn Puls 4? Ein reiner Kommerzsender mit Masserverblödung inklusive, zumindest was die Eigenproduktionen betrifft. Dazu kommen die eigenartigen, unqualifiziert wirkenden Moderatoren - nicht zum Anschauen/Zuhören. Wer recherchiert dort eigentlich?
Irgendwie hat man das Gefühl, da wird der Einheitsbrei einer Nachrichtenagentur serviert. Der Nachrichtenkommentar dazu taugt auch bestenfalls für Schwachsinnige. Alles wirkt sehr, sehr billig. Sagt eigentlich schon alles, wenn ein Hr. Chris Stephan überhaupt moderieren darf. Der schlägt sogar den Heinzl im negativen Sinn.

erkelteter tiger
11
18.1.2012, 22:27
hat man bei

einigen sendern den eindruck, dass die "nachrichten" für blödis gemacht werden,

kommt bei puls 4 und atv der verdacht auf, dass die von blödis gemacht werden

aber manuela raidls talk ist für einen privaten ganz ok

die exfrau vom rathausmann
 
11
19.1.2012, 16:54

Mein Tag beginnt manchmal mit Cafè Puls - das ist schon ziemlich besch...euert. Die "Infos", die Protagonisten, die Inserts, die Newsticker - überall Fehler, Peinlichkeiten, Schwachsinn; richtig grauslich. Und ja - den Raidl-Talk finde ich auch ok!

Dissident
 
02
18.1.2012, 21:44
Breitenecker sagt schlicht die Wahrheit.

Die österreichichen Politiker haben sich bis heute nicht für privaten Rundfunkt (TV und Hörfunk) interessiert. Sonst hätten sie nicht erst Mitte der 90er-Jahren auf Druck ein grottenschlechtes Regionalradiogesetz gemacht, und auch das nur, weil der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Republik wegen der Missachtung des Rechtes auf Meinungsäußerungsfreiheit (§13 Staatsgrundgesetz; Art. 10 EMRK) verurteilt hat. Kaum mussten die damals Regierenden das Monopol zähneknirschend kippen, kamen sie beim Start der Privatradios angeschleimt, um sich als Ermöglicher neuer Medien feiern zu lassen. Dabei sind sie in ihrer ORF-Fixiertheit unintelligent: Der ORF baut immer mehr ab, die Privaten legen - insgesamt - ständig zu. Lemminge eben.

Sigmund_Marx
01
18.1.2012, 22:21

der orf baut von 40 % auf 36 % ab, puls 4 ev. von 3,6 auf 4 % auf. so deppert sind sie dann halt auch nicht, um zu checken, wo man immer noch masse erreicht.

V995
02
18.1.2012, 21:34
wer schaut eigentlich puls 4?

ich753
01
19.1.2012, 14:48

ich:
http://www.puls4.com/content/s... tikel/8285
http://www.puls4.com/tv/show/id/24207921

ja, einige Sendungen auf Puls4 (und ATV) sind niveaulos, aber ich hab vor kurzem einmal 'direkt das Magazin' (orf eins) gesehen, bei dieser Sendung würden sich wohl selbst Puls4 Fersehmacher fragen ob das nicht unter Pul4 Niveau ist.

Sigmund_Marx
01
18.1.2012, 20:06

"Wenn im ORF in der Primetime Pornoqueens auftreten: Wo ist dann der Unterschied? Was sollen die Privaten dann machen?"

Bei den Privaten frisst die selbe Pornoqueen im Dschungel Würmer.

Besen Ding
 
01
19.1.2012, 10:04
Na da ham'S doch eh die Differenzierung zwischen "öffentlich-rechtlich" und "privat"

Im öffentlich rechtlichen tanzen die Pronoqueens und im privaten tun's Würmer essen!

Also wer sich da noch aufregt und behauptet, es gäbe keinen Unterschied - ich weiss nicht!

Merke: Tanzen = öffentlich rechtlich, grausliges Zeugs essen = privat. So einfach geht das!

;-)

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