Förderzusage bleibt Muss

RWE hält an Nabucco fest

18. Jänner 2012, 17:29

Bedingung: Verbindliche Zusagen von Förderländern

Essen - Der deutsche Energieversorger RWE ist weiter an dem Bau der Nabucco-Pipeline, die Erdgas aus dem Kaukasus nach Zentraleuropa befördern soll, interessiert. Das "Wall Street Journal" hatte am Dienstag gemeldet, dass das Interesse RWEs schwindend sei und man einen Ausstieg prüfe, um Finanzengagements insgesamt zu senken: "Wir freuen uns über alle Lösungen, die unser eigenes finanzielles Engagement möglichst gering halten", wurde Unternehmenschef Jürgen Großman zitiert.

RWE stellte nun aber klar, dass man weiter am Importziel für kaspisches Gas und somit an der Pipeline festhalten wolle. Der Konzern betrachtet Nabucco als strategisches Projekt. "Wir glauben, dass wir unsere Wachstumschancen in Europa finden", so Großmann, der Ende Juni sein Amt an den Niederländer Peter Terium abgeben wird.

Bevor mit dem Bau begonnen werden kann, erwartet sich RWE fixe Lieferzusagen von Aserbaidschan, das seine Zusage ursprünglich bereits zum Ende 2011 angekündigt hatte.

Die jüngsten Entwicklungen sind ein weiterer Teil der Unsicherheiten um die Realisierung des Pipeline-Projekts, an dem auch die OMV federführend beteiligt ist. Der ursprünglich geplante Baubeginn 2011 konnte nicht eingehalten werden; die Kosten von acht Mrd. Euro werden sich laut Experten verdoppeln. (APA; DER STANDARD; Print-Ausgabe, 19.1.2012)

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