Niederländische Forscher beobachteten auf Sumatra mehrfach, wie die Menschenaffen Jagd auf Loris machten
Ein Orang-Utan nebst potenziellem Beutetier.
Fleischbeilagen auf einem im Großen und Ganzen vegetarischen Speisezettel: Das kommt im Tierreich öfter vor, als viele glauben würden. Erst kürzlich kursierte ein Video vom einem fleischfressenden Panda im Netz. Was nicht allzu erstaunlich ist, außerdem kehrte er der Kamera den Rücken zu, was das Video eher wertlos machte.
Nun jedoch gibt es neues Material von einer Spezies, die gemeinhin im Ruf steht, kein Wässerchen trüben zu können. Orang-Utans ernähren sich zum allergrößten Teil von Früchten und Blättern. Man weiß, dass sie bei Gelegenheit auch Insekten und andere Kleintiere verzehren - damit ist es aber offenbar nicht getan. Niederländische Forscher melden mehrere Fälle, in denen Orang-Utans auf Sumatra dabei beobachtet wurden, wie sie auf die Jagd gingen. Und zwar nicht auf Insekten, sondern auf weitläufige Verwandte: Loris nämlich, kleinwüchsige Primaten, die zu ihrem Pech ausgesprochen langsam sind. Die Orang-Utans warfen die Loris aus den Bäumen und töteten sie durch einen Biss in den Kopf - gar nicht so viel anders also als die Affen-Jagden, die man von Schimpansen kennt. Ein Video der Fleischmahlzeit finden Sie hier:
--> New Scientist: "Vegetarian orang-utans eat world's cutest animal"
Die begleitenden Studienergebnisse wurden im Fachmagazin "International Journal of Primatology" präsentiert:
--> "Behavioral, Ecological, and Evolutionary Aspects of Meat-Eating by Sumatran Orangutans (Pongo abelii)"
(red)