"Wiener Ball"

UNESCO will WKR-Ball als Kulturerbe neu prüfen

18. Jänner 2012, 16:09

Entscheidung soll Anfang Februar fallen - Öllinger fordert Rücknahme von Entscheidung

Wien - Der Wirbel um den Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) hat die UNESCO veranlasst, den "Wiener Ball" als immaterielles Weltkulturerbe grundsätzlich neu zu prüfen. Nach derStandard.at-Recherchen führt die UNESCO den WKR-Ball auf einer Liste für "immaterielles Kulturerbe". "Im Sinne der Grundprinzipien der UNESCO werden wir die vom Fachbeirat eingereichte Bewerbung des 'Wiener Balls' als immaterielles Kulturerbe einer genauen Prüfung bzw. Revision unterziehen und Anfang Februar zu einer Entscheidung kommen", kündigte die Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission, Eva Nowotny, am Mittwoch via Aussendung an.

"Wesentlich ist es festzuhalten, dass es beim Kulturerbe 'Wiener Ball' keinesfalls um einzelne Bälle geht, sondern um die Tradition bzw. das Format des Wiener Balls an sich", so Nowotny. So sei der Philharmoniker-Ball im Verständnis des Kulturerbes genauso ein Wiener Ball, wie es beispielsweise der Kaffeesiederball. Grundsätzlich stellte die Präsidentin fest, dass es Ziel der UNESCO sei, "durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Nationen in Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit beizutragen".

Indes meldete sich auch der grüne Nationalratsabgeordnete Karl Öllinger empört zu Wort: "Die Entscheidung, den WKR-Ball als Teil österreichischen Kulturerbes anzuerkennen, kann nur ein geschmacksloser Faschingsscherz sein." Immerhin seien Vertreter von fünf Ministerien und aller neun Bundesländer an dem Beschluss beteiligt gewesen. Die Entscheidung gehöre sofort zurückgenommen.

UNESCO-Schutz laut FPÖ "absolut verdient"

Für die FPÖ ist der UNESCO-Schutz für den Ball des Wiener Korporationsringes (WKR) als immaterielles Weltkulturerbe "absolut verdient". "Das ist völlig logisch, denn wie bei allen anderen edlen Bällen in der Hofburg versammeln sich dort Stützen der Gesellschaft und erhalten durch das traditionsbewusste gemeinsame Feiern eines Balles ein Stück klassischer österreichischer Gesellschaftskultur für die Zukunft", meinte Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner in einer Aussendung am Mittwoch.

Unterreiner empfiehlt der UNESCO, "sich vom aufgeregten politisch motivierten Gezeter einiger Gruppen nicht beeindrucken zu lassen, die mit Hilfe des Medien-Megafons versuchen, einen völlig falschen Eindruck von einer der bedeutendsten gesellschaftlichen Veranstaltungen Österreichs mit hochstehenden internationalen Gästen zu erzeugen". (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 74
1 2
josefwurst
02
19.1.2012, 21:01

ist doch toll, dass der typisch österreichische fremdenhass von offizeller stelle anerkannt wird ...

galiontariaho
13
19.1.2012, 09:02
"versammeln sich die stützen der gesellschaft"

man sollte nicht vergessen, dass auch die kanalisation stützende elemente benötigt... insofern hat er recht, dass dort wos etwas braun is und stinkt auch stützen notwendig sind und die sind eben beim ball der bälle für die rechtsradi*alen.

Harry Y.
 
02
19.1.2012, 14:14
"Stützen der Gesellschaft" versammelten sich dort!!!

AHAHa! AHAhaha!!

"Wir zahlen schließlich auch Einkommenssteuer!"??
"Auch der Herr Michael Müller!"?

Genauso "wie bei allen anderen EDLEN Bällen IN DER HOFBURG": hier werden der Life-Ball (und sogar der Opernball!), alle sonstigen karitativen Veranstaltungen dezent und subtil ausgeklammert.

Witzig.

conf imar
06
19.1.2012, 08:19
auf der UNESCO Liste , nein

Nur um das festzuhalten. Österreich hat keine einzige Stätte auf der offiziellen Liste der UNESCO, die heute aus 267 Elementen besteht - siehe: http://www.unesco.org/culture/i... 311&cp=AT. Die Liste die hier immer angesprochen wird ist eine rein österreichsiche Liste und die Stätten wurden noch nicht bei der UNESCO vorgeschlagen. Es ist eine "nationale" Liste.

Also nicht auf die UNESCO schlagen...

Harry Y.
 
00
19.1.2012, 15:11

Die Organisation ("Nationalagentur für das immaterielle Kulturerbe") arbeitet innerhalb der österreichischen UNESCO-Kommission. Sie wird gefördert von 3 Bundesministerien.

Prof.Dr.Tyler Durden
111
19.1.2012, 07:34
Die Dame von der FPÖ hat mich überzeugt

Ich war skeptisch den Ball von der Liste zu streichen, nach dem Statement der Kultursprecherin bin ich nun für die Streichung.

klaus dona
61
19.1.2012, 06:32
schon interessant

dass jetz so eine Aktion kommt. Zuerst nimmt Unesco Palastina auf, jetz sowas.

Was führen die im Schilde?

Guigui
04
19.1.2012, 10:43

Ja, da merkt man, dass die FPÖ keine Beziehungen zu Palästina pflegt. Ganz im Gegensatz zu Saddam-Irak und Gaddhafi-Libyen.

ifschleife
13
19.1.2012, 08:54
sie sehen zusammenhhänge die mir (noch) verborgen sind

bitte artikulieren, danke

gottisttot
12
19.1.2012, 12:28

Ich vermute es geht in die Richtung Palästina ist gegen Israel, am WKR tummeln sich Leute ohne Berührungsängste zu Neonazis, also versucht die UNESCO Juden zu schaden.

Weltverschwörungs-101 :-)

< Bananenrepublik Österreich >
25
19.1.2012, 06:01
Weg mit der UNESCO-Kommission

Wir können und wolln uns das nimma leisten!

Das ist eh nur ein weiteres Spetzi Versorgungsinstitut.

onlooker
00
19.1.2012, 10:26
werden diese leute auch dafür bezahlt?

site:°~+*-||!#.\>
17
19.1.2012, 03:17

Österreich ist hoch verschuldet und bastelt an einer Schuldenbremse.

Da wäre es doch naheliegend, die Österreichische UNESCO-Kommission aufzulösen, die sich offensichtlich nur mit absolutem Schwachsinn, wie dem Kulturerbe von Nazi- und Kaffeesiederbällen beschäftigt.

Dieser Verein dient ohnehin nur dazu, pensionierten Diplomaten, Bundes- und Landesbeamten zu einem gut bezahlten Nebenjob zu verhelfen.

Präsidium:

Botschafterin i.R. Eva Nowotny

http://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Nowotny

Prof. Manfred Nowak

Doz. Barbara Stelzl-Marx

Und viele andere Beamte:

http://www.unesco.at/unesco/pr... sidium.htm

picadilly
00
19.1.2012, 10:20
Andererseits...

...sind Leute wie Nowotny oder Nowak (zur Erinnerung - das war der mit der Mission in Griechenland und wie die die Asylanten behandelt haben) absolut unverdächtig der ideologischen Nähe zur FPÖ.

Veniamin Kostitsin-Teterin II
24
19.1.2012, 03:37
ein ball mag fuer sie ein schwachsinn sein

wiener philharmonikerball oder kaffeesiederball gehoeren sehr wohl zu wiener geschichte und kultur.

eigentlich auch der wkr-ball, allerdings nicht in der form, zu der es herangefuehrt wurde.

ich verstehe die prosteste gegen den wkr ball in der gegenwaertigen form. sinnvoller waere es sich diesen ball anzueignen, anstatt sich stur dagegen aufzustemmen.

eine tradition ist nicht per se schlecht, und auch die korporationen sind nicht per se zu demonisieren.

eine entnazifizierung des wkr balls wuerde ich positiver sehen, als ein pauschalierendes "alle wkr-ball besucher sind nazis"

bloody-nine
 
02
19.1.2012, 12:03
"entnazifizierung des wkr-blls"

wäre das nicht in der verantwortung der veranstalter?

karnickel
02
19.1.2012, 12:16

Wenn man diesen Ball entnazifiziert, bleibt nichts übrig.

onlooker
02
19.1.2012, 10:37
dieser "ball" der die gsnzen rechten recken von ganz europa

anzieht wie das licht die motten, sollen eine wiener tradition sein? sie können dies rechten nennen wie immer sie wollen, aber ein extrem rechter ist ein extrem und bleibt auch ein extremer rechter, versuchen sie hioer nicht etwas runter zu spielen, dass eine schreckliche fratze aufzeigt, diese märsche in ungarn gegen die roma sind kein zufall, sondern sehr sorgsam geplant, zu sorgsam

Pefo
28
19.1.2012, 08:24

Als ich in London lebte, Teterin,

habe ich einen Herrn kennengelernt, der einst in Simbabwe lebte und dort Sklaven hielt. Für ihn war dies eine Tradition, die letztendlich zur Hegemonie Großbritanniens (1688-1792 und 1815-1914), somit zur Pax Britannica, führte.
Für ihn, und er war sehr gebildet, war das Andenken daran eine zu erhaltende Tradition.
Ich denke, es ist ein Verbrechen, Menschen als Sklaven auszubeuten, daher diese Denkweise verabscheuungswürdig. Es ist aber die gleiche Denkweise, die Einteilung in Übermenschen und Untermenschen, die man auf jeder Kneipe hört.

Selbst gegen kath.-öst. Verbindungen wird gesungen: "Hussa, hussa, schieß die Sau, hussa, hussa, Sch€iß CV!"

Und das nennen Sie erhaltungswürd

1688 ? 1792 & 1815 191

AnnaWintour
31
19.1.2012, 09:09
Ja, und der CV bringt auf seinen Fuxenfahrten...

...den Leuten bei: Dummheit hat keinen Namen, Dummheit hat drei Farben: schwarz-rot-gold.
Was in Anbetracht dessen, dass diese Farben in erster Linie die Farben der Urburschenschaft sind, die nach damaligen Vorstellungen sehr weit links saß (im Paulskirchenparlament, und von diesem kommt unsere heutige Einteilung in rechts und links), und in Anbetracht der Tatsache, dass inzwischen ausnehmend viele deutsche Staatsbürger in Österreich leben (die BRD hat ihre Farben von der Urburschenschaft, NICHT umgekehrt!), nahezu Verhetzung ist.

Pefo
01
19.1.2012, 11:53

Also, Wintour,

Sie scheinen zu viele Fuxenfahrten in die Wachau mitgemacht haben.

Sie schreiben, dies seien "die Farben der Urburschenschaften", also ist es, Ihrer Ansicht nach, "nahezu Verhetzung", die Urburschenschaften als dumm zu bezeichnen.

Schlafen Sie sich mal aus!

AnnaWintour
10
19.1.2012, 13:10

...ausserdem bin ich hellwach. Und kenne mich in der Materie aus, was man von Ihnen offenbar nicht behaupten kann. Sie kennen nur Fragmente und Halbwahrheiten, die gleichen Elemente, die das Grundgerüst für Straches Populismus bilden.

Pefo
01
19.1.2012, 16:30

Schön für Sie, Wintour,

daß Sie hellwach sind. Da können Sie mir nämlich erklären, welche Wahrheiten mir "am Grundgerüst des Strache-Populismus" entgangen sind.
Es würde mich tatsächlich freuen, wenngleich vor allem überraschen, auch am Strache etwas Positives sehen zu können.

AnnaWintour
11
19.1.2012, 13:09

Nein, ich habe geschrieben: Die Farben der Urburschenschaft. Da gab es nur eine. Und diese war stark christlich orientiert und nichtschlagend. Ihre Mitglieder saßen im Paulskirchenparlament ganz links, weil sie für Demokratisierung (die ganz extremen sogar für eine Republik) und die Einigung Deutschlands waren. Als sich das Paulskirchenparlament dann auf ein vereintes Deutschland mit dem Preußenkönig als Kaiser geeinigt hatte, wollte er sie nicht, "Weil daran der Gestank der Revolution klebte".
Ich finde das nicht dumm. Und ich bin nun einmal der Ansicht, dass es an Verhetzung grenzt, die Fahne eines Nachbarlandes (egal als welches) als DIE Dummheit schlechthin darzustellen. Vor allem wenn man die Entstehungsgeschichte derselben kennt.

Pefo
01
19.1.2012, 16:26

Wenn man Ihr Posting, Wintour,

durchliest, kommt man zum Schluß, daß Sie die Ansicht des Preußenkönigs nicht dumm finden, die Demokratisierungsbestrebungen abzulehnen, weil ihnen der Gestank der Revolution anklebte.

Ich verstehe zwar auch den Adel, der aus Eigennutz das Volk nicht mitreden lassen wollte, Sie aber müssen verstehen, daß ich Ihnen demnach nicht trauen kann, wenn Sie offen demokratische Ziele ablehnen.

Übrigens, könnten Sie präzisieren, welche CV-Verbindung Fuxenfahrten unternimmt, bei denen die deutschen Farben verächtlich gemacht werden?

Auch mir erscheinen Fahnenverbrennungen uä lächerlich, würde sie aber nie mit den Verbrennungen vergleichen, die die Idole der Schlagenden während ihres tausendjährigen Reiches betriebe

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 74
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.