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Cybersuizid Generation
Verspürst du den Drang loszulassen? Frei zu sein? Die Stärke der Anonymität zu spüren? Jemand anderes sein zu können, nicht mehr gefangen in deinem Körper? Dir eine neue Identität aufzubauen?
William, Eva, Emily, Jack und Jim sind auf den Geschmack gekommen. Sie brauchen nichts voneinander zu wissen. Nur dass sie im selben Alter sind, in derselben Stadt wohnen und vor allem, anders sind. Deswegen haben sie ihn gegründet, den Chatroom: "Die verdammten Rechthaber".
Denn hier sind sie frei und können ihre Sorgen vergessen. Doch wenn verschiedenste Persönlichkeiten auf unsicherem Terrain wie dem Internet zusammen treffen, wird aus dem sonst so harmlosen Zeitvertreib plötzlich bittere Realität.
Gerald Maria Bauer inszeniert in diesem Jugendstück ab 13 Jahren fabelhaft die Flucht vieler Jugendlicher in eine Scheinwelt, ein realitäts- und zeitnahes Thema.
Bühnenbild sowie Lichteffekte unterstreichen perfekt die Spannung der Dialoge sowie Mimik und Gestik der Schauspieler. Der Regisseur hatte bei seiner Tätigkeit einen schlichten Raum vor Augen, abgetrennt durch eine Wand, die bildlich verschiedene Chaträume voneinander trennen soll. Außerdem sollte das Bühnenbild eine trügerische Gemütlichkeit vortäuschen.
Besonders die Musik, die punktgenau in passenden Momenten eingesetzt wird, hilft die Situationen und Gedankengänge der "User" besser zu verstehen und nachzuempfinden.
Aus dem exzellenten Ensemble sticht in der zynischen Rolle des William Luzian Hirzel hervor. Vor allem seine erschreckend manipulierenden Dialoge verstören den Zuseher.
Mit Chatroom, einem überzeugenden und topaktuellen Stück ist dem Theater im Zentrum erneut ein Glücksgriff gelungen. Besonders empfehlenswert für Schulklassen, da Cybermobbing und soziale Netzwerke tagtäglich präsent sind. Sophie Maier
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