Großbritannien

Richard Dawkins vs. Kreationisten 1:0

18. Jänner 2012, 16:56
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    foto: ap photo/akira suemori

    Richard Dawkins war in Großbritannien erfolgreich - ein Kollege fragt sich derweil, warum er kein US-amerikanisches Pendant hat.

London versagt Schulen, die pseudowissenschaftlichen Unterricht anbieten, die Förderungen

Vor ein paar Monaten berichteten wir, dass sich Naturfilmer-Legende Sir David Attenborough der Initiative "Teach evolution, not creationism!" angeschlossen hat, die einer befürchteten Ausbreitung des Kreationismus und seiner Light-Version "Intelligent Design" im britischen Schulsystem Einhalt gebieten wollte (hier die Nachlese mit reger Forumsdiskussion). Einen ebenso prominenten Unterzeichner fand die Initiative erwartungsgemäß im Evolutionsbiologen Richard Dawkins. Als bekennender Atheist und Autor von Büchern wie "Die Schöpfungslüge" rückte er natürlich besonders in den Fokus des Interesses.

Das gilt auch jetzt, da die Initiative einen ersten wichtigen Erfolg eingefahren hat: Das britische Unterrichtsministerium hat sein Förderungssystem geändert. Schulen, deren Unterricht wissenschaftlich oder historisch belegten Fakten widerspricht, können die Förderungen entzogen werden. Womit einem expliziten Wunsch der "Teach evolution, not creationism!"-Initiative nachgekommen wurde, auch wenn es aus dem Ministerium hieß, dass nicht der Druck der Wissenschafter der Anlass für die Änderung gewesen sei. Mehr dazu hier:

--> The Guardian: "Richard Dawkins celebrates a victory over creationists"

"Druck von Wissenschaftern", sowas gibt's? In den USA können diejenigen, die pseudowissenschaftliche Lehren aus dem Schulunterricht fernhalten wollen, angesichts solcher Möglichkeiten nur mit Neid über den Atlantik schauen. Wie es der streitbare Biologe Paul Zachary Myers in seinem beliebten Blog "Pharyngula" tut:

--> Pharyngula: "What's the matter with the United States?"

(red)

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rudolf schladming
 
00

good news!

Rahoul
42
26.1.2012, 19:46
Har har ...

Dawkins vs. Kreationisten ist im spirituellen Bereich ähnlich einem Fußballmatch Rapid Oberlaa vs Dinamo Ottakring.
Unterklassiger Amateurkick zwar, aber beide haben trotzdem Fans...

Black Widdow
23
25.1.2012, 13:37
Was mich an den Kreatonisten uns sonstigen Gläubigen so stört

ist dieser missionarische Eifer, mit dem sie immer wieder versuchen, Andersdenkende zu bekehren.
Sie sollen glauben, was sie doch wollen und selig werden damit, an Schulen und öffentlichen Bildungseinrichtungen jedoch hat so ein Unsinn nichts verloren.

oas
14
22.1.2012, 01:50
"Du sollst dir kein Bildnis machen, von deinem Gott!"

Reicht das nicht schon? Atheistischer geht's doch gar nicht mehr…

relatio subsistens
10
22.1.2012, 14:36

Guter Punkt! Nicht umsonst wurden etwa die ersten Christen von ihrer religiösen Umwelt als Atheisten bezeichnet.

Nick Tameer
00
25.1.2012, 02:32

Daran habe ich erhebliche Zweifel. Von wem?

Von den Juden? Allenfalls als (ketzerische) Sekte. Flavius Josephus erwähnt frühe (Juden-)Christen und deren innerjüdische Verfolgung, berichtet aber nichts von Atheismusvorwürfen. Da das Bilderverbot aus dem jüdischen Glaubens stammt, wäre das auch reichlich absurd gewesen.

Von den Heiden/der römischen Obrigkeit? Die nahm zwar durchaus die Ablehnung des Kaiserkults übel, also die Leugnung einer bestimmten Gottheit, was aber etwas anderes ist, und hielt das Christentum zunächst auch nicht unzutreffend für eine Spielart des Judentums.

relatio subsistens
00
25.1.2012, 11:41

Die Römer. Diese Info findet man sogar über Google ...

relatio subsistens
00
25.1.2012, 09:21

Die Christen wurden von den Römern als Atheisten bezeichnet, weil sie die römischen Staatsgottheiten ablehnten und auch den Kaiserkult nicht mitmachten.

Das ist aber natürlich ein anderer Antheismusbegriff als heute. Die religionskritische Stoßrichtung bleibt allerdings erhalten.

Nick Tameer
00
25.1.2012, 19:59

"... als heute. Die religionskritische Stoßrichtung bleibt allerdings erhalten."

Bis "heute" stimme ich zu, zumal ich es ja auch vorher schon gesagt hatte. Den letzten Satz verstehe ich aber nicht. Wenn von Standpunkt einer Religion eine andere abgelehnt wird, richtet sich das doch nicht gegen Religion überhaupt.

relatio subsistens
10
25.1.2012, 20:22

"Wenn von Standpunkt einer Religion eine andere abgelehnt wird, richtet sich das doch nicht gegen Religion überhaupt."

Diese Aussage setzt die These voraus, dass der christliche eine Religion unter anderen sein. Ich teile diese These nicht.

Der christliche Glaube hat deshalb eine religionskritische Stoßrichtung, weil er voraussetzt, dass keine geschaffene Qualität (z.B. Leistung oder Wohlverhalten im kultischen oder moralischen Sinn) jemals Gemeinschaft mit Gott ermöglichen kann (wegen der Einseitigkeit der Geschöpflichkeitsrelaion). Genau dies behaupten aber viele Religionen (und auch ein degeneriertes Christentum selbst).

Der Glaube kritisiert Religion verstanden als "Heilstechnologie".

pox vobiscum
00
26.1.2012, 21:00

Die christliche Religion ist eine unter vielen anderen weil sie wie jede andere Religion auf hochspekulativen (Wunsch)Vorstellungen beruht, die weder veri- noch falsifizierbar sind, wodurch sie aber auch nicht gerade haltbarer werden.

Nick Tameer
00
26.1.2012, 20:19

Zweifellos ein origineller Ansatz, aber ich kann allenfalls definieren, wo unter dem Gesichtspunkt der Selbstverteidigung meine praktische Toleranz gegenüber Religion aufhört, sehe mich ansonsten aber nicht in der Lage, die Geschäfte eines Heilliges Offiziums in partes infidelum wahrzunehmen und etwa über bessseres und schlechteres Christentum zu richten.

methinks there is much reason in his sayings
02
22.1.2012, 20:30

dafür wurden und werden die christen bis heute von den mohammedanern als polytheisten bezeichnet; wegen der dreifaltigkeit.

so hat jeder seinen eigenen irrtum.

Dr Stänkerer
212
21.1.2012, 05:54
Was erwarten wir von Schulen?

Gute Schulbildung kann Kinder zum Fragen, Forschen und Experimentieren ermutigen, ihnen Lust am Lernen und Wissen vermitteln, und ihr Sinne für logische Argumente und unbeweisbare Behauptungen schärfen.
Religionsunterricht tut das Gegenteil: Er lehrt, daß Glauben ohne den Funken eines Beweises tugendhaft ist, das Forschen nicht Not tut weil "Gott" die Antwort auf alle Fragen ist und daß man Menschen, die behaupten, seinen Willen zu kennen, blind gehorchen muß.
Welche dieser gegensätzlichen und vollkommen unvereinbaren Bildungsphilosophien wappnet unsere Kinder besser für ihr Leben? Welche ist besser geeignet, unserer Zivilisation zum Überleben zu verhelfen?

tieger
00
21.1.2012, 00:24

"Der Sinn des Boten ist die Botschaft. ...
Ein jeglicher Organismus hat nur eine Aufgabe: den Code weiterzugeben, sonst nichts. .....Gib den Code weiter, und die wirst eine Weile leben... Gerät ein großer Schwarm Ratten in ein Labyrinth, so wird - mag es auch noch so verwirrend sein - irgendeine Ratte zum Ausgang gelangen; und genau auf diese Weise ist die Biogenese zum Code gelangt...."
Golem XIV

Penelope11
120
20.1.2012, 18:28

Mir wurde heute von einigen 16-jährigen islamischen Gymnasiasten empört erklärt, ich beleidige sie und ihre Religion, weil ich gesagt hatte, meiner Ansicht nach sei es naiv, die Evolutionstheorie völlig abzulehnen. Diese Kinder und Jugendlichen werden in den Wiener Moscheen und von den islamischen Religionslehrern genau im Sinne des Kreationismus unterrichtet und glauben den Schmarrn fanatisch. Wer dem widerspricht, müsste eigentlich - nach ihrem Verständnis - sterben, weil er (in dem Fall sie, nämlich ich) ja den enzig wahren Glauben angezweifelt hat. Mir macht das große Sorgen und Angst, da eine fanatische, toleranzlose Parallelgesellschaft gezüchtet wird. Da sind die amerikanischen Kreationisten ein Lercherlsch.... dagegen!!!

chezgarando
40
22.1.2012, 05:30
ich weiß nicht was an ihrer aussage alles stimmt

aber eines sicher nicht: die amerikanischen kreationisten sind die mächtigste gruppe der realitätsverweigerer...alles andere als lärcherl...

Gendo
01
23.1.2012, 09:50

In Punkto macht und einfluss mögen die amerikanischen Kreationisten wohl ein größeres Potental haben. Dafür sind sie (zumindest zur Zeit) in der Wahl ihrer Mittel nicht so brutal wie ihre geistigen Brüder im Islam.
Beispiel aus den USA:
http://www.youtube.com/user/Thun... 8rKF-F3KbA

chezgarando
00
31.1.2012, 05:53
im moment nicht

aber das liegt glaub ich eher an den umständen

die haben das potenzial zu genausoviel brutalität...eigentlich sogar mehr, weil sie mehr budget haben

hulkjr
00
26.1.2012, 10:08
beide die gleichen deppen

relatio subsistens
174
20.1.2012, 17:25

Es gibt nicht die Spur eines Gegensatzes zwischen Evolutionstheorie und christlichem Glauben. Der us-amerik. Kreationismus ist Unsinn, weil man sich Gott wie ein unter Begriffe fallendes "Superwesen" denkt. Geschöpflichkeit bedeutet in Wahrheit, dass (nachweislich) nichts ohne Gott sein kann. Und das gilt natürlich dann auch für die Evolution.

Dieser Text räumt mit Missverständnissen auf:

http://www.peter-knauer.de/70.pdf

aana
00
26.1.2012, 13:58
klassisches zirkuläres Denken

In dem Wort Geschöpflichkeit liegt die Definition drin, die dann bewiesen werden soll, nämlich, dass nicht ohne Gott existieren kann. Das Wort Beweis hingegen verlangt in unserer modernen Begrifflichkeit: Logik, Prüfung durch Tests, Wiederholbarkeit der Tests, Herausgabe der Quellen, Knsistenz der Beweisführung etc. Nicht gehört dazu: Viele andere haben das so gesagt, daher wird´s schon stimmen! Auch die Phlogistontheorie ist einmal von vielen behauptet worden.

relatio subsistens
10
26.1.2012, 14:28

Wenn Sie unter "zirkulärem Denken" verstehen, dass man zunächst eine Behauptung aufzustellt, für die man dann anschließend ein Argument bringt, haben Sie Recht.

LOL!

metall81
12
25.1.2012, 07:13
Geschöpflichkeit bedeutet in Wahrheit, dass (nachweislich) nichts ohne Gott sein kann.

Dann führen'S mal den Nachweis!

Black Widdow
24
24.1.2012, 15:39
Auch wenns noch so salbungsvoll geschrieben ist

bleibts ein religiöses Pamphlet. Das alte Lied: Wer nichts weiß, muss alles glauben.
Die Evolution passiert und das ohne Lenkung und Ziel.
Götter sind eine Erfindung des Menschen.

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