Namen des Grauens

Wenn Horst-Kevin und Klara Malvine mit dem Auto fahren

18. Jänner 2012, 16:02

Schlimme Kindernamen sind das Thema eines Blogs

Ein deutscher Blog, der erst seit Jahresbeginn online ist, sammelt die Auswüchse seltsamer Namenswünsche von Eltern. Die Betreiber der Seite "Chantalismus. Achtung - Kinder mit schlimmen Namen an Bord" fragen: "Wenn Kinder die Eltern für die Namensgebung verklagen könnten, würden sie?", und fordern die Besucher auf, Fotos von besonders seltsamen Kindernamen einzusenden. Nachnamen und Nummernschilder werden allerdings nicht veröffentlicht, auch über Namen, "die ihren Ursprung offensichtlich in fremden Kulturen haben", werde man sich nicht lustig machen, da man davon keine Ahnung habe. Der Zuspruch zu dem Blog ist hoch, schon am 14. Jänner freute man sich über den 500. Follower.

Auffällig ist, dass immer mehr Kinder Doppelnamen bekommen: Aufkleber mit Klara Malvine, Horst-Kevin, Savannah-Julienne oder Tamsyn Tinette bevölkern die Autos manch stolzer Eltern im Nachbarland, die Brüder Justin-Celvin und Damien-Price freuen sich über die Geburt von Schwester Leesha-Payton.

Ein User hat gleich eine ganze Sammlung aus einem Stadtanzeiger in Thüringen eingesandt: Samantha Leonie und Jolina Xanthia werden sich wohl noch öfter über die Namenswahl ihrer Elten ärgern. Ob diese wohl die Studien gelesen haben, nach denen die Namensgebung diverse Nachteile - von Bewerbungen über Assoziationen zur Attraktivität - bringen kann? (red, derStandard.at, 18.1.2012)

--> Sind Sie mit Ihrem Namen zufrieden?

--> Link zu chantalismus

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der_Mann_von_der_Straße
 
11
23.1.2012, 17:48

Die Argumente bezüglich Kleingeist stimmen – trotzdem finde ich sollten Eltern nur Namen auswählen, die sie auch aussprechen können. Was bei Chantale- Cheyenne vielleicht nicht zutrifft.
Also - im Interesse eures Kindes: Wenn Ihr Chianti und Lamborghini nicht aussprechen könnt, dann vielleicht doch lieber einen heimischen Namen.

bibliothekar
00
22.1.2012, 21:07

Die redaktion darf sich schämen.

Quintus Beckloeffel
01
20.1.2012, 13:41
Namen sind Gewohnheitssache.

Interessant, wie verbreitet die Ansicht sind, dass gewisse Namen an sich (also allein aufgrund ihres Wortlautes) lächerlich sind.

Und eine Generation später sind genau die Namen, die heute kein Ziel für spöttische Angriffe zu bieten scheinen, der Inbegriff der Lächerlichkeit.

hansi goldach
 
02
20.1.2012, 12:32

man sollte die möglichkeiten der namensgebung erwei-
ternd in betracht ziehen. z.b. apfel(m), birne(w), hut(m),
traktor(m), schlange(w), usw. um das geschlecht
de(r)(s) namensträger(I)(s) eindeutig, leicht und sofort
erkennbar zu machen wären doppelamen genial. z.b.
ei-diode müller(w), handtuch-frosch meier(m). usw.

Herbert Prikopa1
01
20.1.2012, 12:27

Nach dem Doktortitel legt er auch die Adelsbezeichnung ab und startet mit modernisiertem Namen neu durch:

Chaz Ted Marisol Nicholas Gian Jamie Flupke Franjo Joey Sly Guttenberger

Lectrice
04
20.1.2012, 11:16

Hier kommt so schön das "nach oben kuschen (kommt übrigens von coucher) und nach unten treten" raus. Kevin Kostner ist gut - klar, der ist ja weltbekannt, muss ja gut sein, aber Kevin xxxx wäre plötzlich arg, weil is jo a Prolo. Und dann macht ein Kevin auch noch einen Mag. - na so was aber auch, der ist ja nur die Hälfte wert, alleine schon durch den Vornamen entwertet.

Eigentlich zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Eine spiessbürgerlich-geistige Unterschicht möchte sich hier offenbar von eine finanziellen "Unterschicht" abheben und merkt nicht, dass sei keinen Deut besser ist.

UnXund
00

ein kevin macht in österreich keinen magister, maximal eine meisterprüfung :D

Archi
24
20.1.2012, 17:48
blödsinn!

kevin kostner ist ok, weil kevin eben im angloamerikanischen sprachraum ein üblicher name ist. kevin müller ist lächerlich, weil sich da offensichtlich bloß ein paar bildungsferne proleten den anstrich von internationalität geben wollen....

dajonny
10
20.1.2012, 14:23

Host-Kevin ist aber wirklich schlimm...

Herbert Prikopa1
10
20.1.2012, 12:15

Über die Motive des Hohns mag man streiten. Aber die Argumentation ist falsch. Wobei auch darüber mag man streiten.

Bei Kevin Kostner würd ich mal folgendes Namensfindungsmotiv annehmen:

Kevin Kostner: irischer Abstammung
Kevin: Name irischer Herkunft.

alexanderletten
 
10
20.1.2012, 12:02

Jetzt verwechseln Sie aber etwas.
Nicht Kevin und Michell sind Objekt der Bewertung(bzw sollten es nicht sein), sondern deren Schöpfer.

Es kann durchaus konstruktiv sein, dass man über die vermeintliche Kreativität bei der Namensgebung innerhalb eines fragwürdigen Trends diskutiert.

Lectrice
00
20.1.2012, 12:14
Es geht darum, dass ein Kevin Kostner OK sein soll ein Kevin Hintermayer aber nicht. Wir bewundern die oben (Kostner könnte durchaus als dt. Name

gesehen werden) und treten auf die unten (Unterschicht).

Wir können eh diskutieren - die Menchen geben ihren Kindern trotzdem den Namen der ihnen gefällt und mir ist es egal wie ein Kind heisst. Ist es schlecht erzogen (und damit meine ich nicht die Dinge die Kinder so ausprobieren und neugierig sein), dann ist es mir egal wie es heisst.

Früher konnte man mit Namen noch relativ gut die soziale Schicht, Nation usw. eingrenzen. Das funktioniert heute nicht mehr. Die kath. Kirch darf sich als Verein weiter weigern nichtkath. Namen zu taufen - das Standesamt muss da den Rahmen weiter setzen und darf nur anstössiges ablehnen

samba cat
00
20.1.2012, 12:37
"Früher konnte man mit Namen noch relativ gut die soziale Schicht, Nation usw. eingrenzen"

aber genau das wirfst du den "nach-unten-tretern" doch vor?!
denn natuerlich erkent man am namen die soziale schicht. schantall-schakelin vs. theresa-katharina, deutlicher als heute geht es kaum. gilt btw in anderen laendern genauso (katherine vs. chardonnay).

Naivasha
00
22.1.2012, 16:02
Chardonnay?

Prost!

Lectrice
01
20.1.2012, 12:49

Können's nicht. Bauern, Adel u. Bürgertum war schon immer Konservativ, aber das hat heute in der Öffentlichkeit nicht mehr die Bedeutung wie früher.

Und geistige "Unterschicht" finden's n der Oberschicht genauso, auch wenn's die klass. kath. Namen taufen.

Man versucht heute alles künstlich einzuteilen, weil die Unterschiede zunehmend fallen und zu kontrollieren - funktioniert aber ohnehin nicht.

samba cat
00
20.1.2012, 13:08
wenn du ernsthaft

behauptest, es gaebe keine sozialen schichten??, wieso wirfst du den psotern hier dann vor, "nach unten" zu treten?
deine argumentation ist jenseitig. die grosse mehrheit der befragten wuerde die wohngegend oder das haushaltseinkommen einer theresa-katharina bzw. schantall-schaklin voellig unterschiedlich einschaetzen. dass menschen generell und daher auch eltern jeder bildungs- und einkommensstufe feste trotteln sein koennen, steht doch sowieso ausser streit.

Herbert Prikopa1
00
20.1.2012, 12:29

Wenn ein Name in einer Region sozial geächtet ist: welche Motive bleiben den Eltern, ihr Kind so zu nennen?

Lectrice
01
20.1.2012, 12:48

Meine Mutter wollte mir keinen Bauernnamen geben, sondern meiner hat ihr gefallen. Mein Vater - nun glücklicherweise hat er sich in dem Fall nicht durchgesetzt.

In den 60ern war das in dem Kaff in dem ich aufwuschs ein nogo. Heute kräht selbst dort kein Hahn mehr danach.

metalwoman
00
23.1.2012, 18:49

Das kenn ich. Ohne meine Mutter hieße ich auch Kathl oder Liesl. Aber die Kevins und Jaquelines sind in meinem Heimatdorf noch nicht angekommen. Da sind Camilla und Laura noch am exotischsten.

Lectrice
00
24.1.2012, 22:36

Nachdem meine Schwägerin in F Jacqueline heisst und ich noch so manch andere Freundin mit den angeblichen Prolonamen habe, amüsiert mich die Diskussion hier ganz besonders.

Auch weil ich damals so a neumodisches Zeigs war ;-).

libera
00
20.1.2012, 15:37

mir ging es ebenso
kam einmal der kreisky nach dem kirchenbesuch auf wahlreise in unseren ort, sagt er:
alle, die maria/karl heißen, sollen vortreten
sind viele vorgetreten und haben ein 100 g tafel schokolade bekommen
nie hab ich meine eltern so gehaßt, weil ich nicht maria geheißen hab, nur maria als 2. namen, das hab ich mich allerdings nicht sagen getraut
also: bin ich um die schokolade umgefallen
heute bin ich froh, daß ich einen selteneren namen habe

Heinz Anderle
 
00
20.1.2012, 18:52
Auch eine Art, den Reformbedarf zu ermitteln.

(Ich glaube aber nicht, daß bei Kevins und Tschakelines noch etwas zu reformieren ginge.)

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Capt. Clarence Oveur
00
20.1.2012, 11:10
samba cat
00
20.1.2012, 12:10
so jemanden

kannte ich auch mal.
indischer vorname + uroesterreichischer nachname dazugeheiratet. aber sie waren gluecklich :-)

Greyarea
 
01
20.1.2012, 09:51
aphrodite du pottsau! komm aus der sandkiste

irgendwo in berlin...

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