Benzinkrise und Chaos im Zentrum Kairos

18. Jänner 2012, 13:24

Warteschlangen vor Tankstellen - Zusammenstöße am Tahrir-Platz zwischen Demonstranten und Straßenhändlern

Kairo - Korruption und Gerüchte über eine angebliche Preissteigerung haben in Ägypten eine Benzinkrise ausgelöst. An vielen Tankstellen in Kairo und in der Provinz gab es am Mittwoch keinen Treibstoff zu kaufen. Die langen Warteschlangen vor den Tankstellen setzen die ohnehin umstrittene Übergangsregierung von Ministerpräsident Kamal al-Gansuri weiter unter Druck.

Die regierungsnahe Kairoer Tageszeitung "Al-Ahram" zitierte Ölminister Abdullah Ghorab am Mittwoch mit den Worten: "Die Benzinkrise wird binnen 24 Stunden gelöst sein." Die Regierung habe begonnen, große Mengen Treibstoff an die Tankstellen zu liefern. Auslöser der Krise seien Gerüchte über den geplanten Abbau von Subventionen für Benzin und Gas. Diese entbehrten jedoch jeder Grundlage. Andere lokale Medien berichteten, die Behörden hätten in mehreren Provinzen Fälle von Korruption in der Lieferkette entdeckt. Beispielsweise sei in der Provinz Rotes Meer eine größere Menge subventionierter Treibstoff abgezweigt und auf dem Schwarzmarkt verkauft worden.

Demonstration am 25. Jänner geplant

In der Nacht auf Mittwoch war es auf dem Tahrir-Platz in Kairo zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen einer Gruppe von Dauerdemonstranten und Straßenhändlern gekommen. Auf dem Platz wollen sich am Mittwoch kommender Woche hunderttausende Menschen versammeln, um an die "Revolution des 25. Jänner" zu erinnern, die im vergangenen Jahr den Sturz von Langzeitpräsident Hosni Mubarak bewirkt hatte. Bei einigen der von verschiedenen Gruppen geplanten Kundgebungen auf dem Platz soll es auch um die Unzufriedenheit mit den aktuellen politischen Verhältnissen gehen.

Der 83 Jahre alte Ex-Präsident erschien am Mittwoch erneut vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hat wegen der Tötung von 846 Demonstranten während der Proteste damals die Todesstrafe für den ehemaligen Staatschef gefordert. Das Urteil in dem Prozess, in dem auch Mubaraks Söhne und weitere Ex-Funktionäre angeklagt sind, wird für Ende Februar erwartet. (APA)

Jülyet Ksantopulo
00
25.1.2012, 13:52

Ich wünsche mir Mubarak zurück.

salman
 
04
18.1.2012, 20:36

Das Hauptproblem in Ägypten ist die schwere Armut von vielen Millionen Menschen bei massiv steigenden Lebensunterhaltskosten, dazu die extreme Nahrungsmittelabhängigkeit, Staatsschulden usw.

Egal wer Ägypten in Zukunft führen wird - neben den Militärs, die ihre Privilegien nicht freiwillig abtreten werden - er wird einen laaangen Atem brauchen.

wings
34
18.1.2012, 18:08
Korruption! Schau, schau!

Ich dachte das gab's nur unter Mubarak und damit ist jetzt Schluss! Wo doch die frommen Brüder nun alles kontrollieren! LOL!

anders and
 
13
18.1.2012, 22:25

der Fall ist viel zu frisch, um ihn den Muslimbrüdern zuordnen zu können - mit deren Kontrolle über den ägyptischen Staat ist es noch nicht sehr weit her.

Die größte Ordnungsmacht sind noch immer die ägyptischen Streitkräfte, die man sich eher als riesigem Wirtschaftskonzern mit massivem Werksschutz denn als Armee vorstellen sollte.

http://www.welt.de/print/wam... ee-AG.html

Aahn
11
18.1.2012, 14:43

ich denke , dass in der jetztigen situation die grenze zwischen erfolg und totaler misserfolg enormst-klein ist. entweder sie schaffen den sprung in die demokratie ( welche bei einer strenggläubigen muslimischen regierung schon sehr bald wieder abgeschaffen wird) oder sie stürzen gleich direkt sofort ins chaos, mit bürgerkrieg aufgrund von nicht durchgeführter demokratie und misserfolges der protestbewegung letzten jahres

Zorro, der Rächer der Enterbten
11
18.1.2012, 13:54
Demokratie ist halt ein teures Gut!

Also nur nicht jammern!

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