Unis

Verpflichtende Studienberatung kommt erst 2015

18. Jänner 2012, 12:58

Frist der voraussichtlich letzten Voranmeldung endet in zwei Wochen

Wien - So richtig einig sind sich SPÖ und ÖVP zwar noch nicht, Fakt ist aber: Die verpflichtende Studienberatung kommt vorerst nicht. Laut Wissenschafts- und Unterrichtsministerium wird das diesbezügliche Gesetz frühestens 2015 in Kraft treten. Bis dahin gewähre man sich gegenseitig "eine Frist für weitere Überlegungen", heißt es aus dem Büro von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP). Die Voranmeldung, die für das Sommersemester noch zwei Wochen lang läuft, wird jedenfalls fallen.

Mitte November hatte das Wissenschaftsministerium nach Verhandlungen mit der Universitätenkonferenz (uniko) und der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) sowohl die im Wintersemester 2011 erstmals verpflichtende Voranmeldung als auch die für Herbst 2012 angedachte verpflichtende Studienberatung verworfen.

Ausbau der Beratung statt Verpflichtung

Die uniko hatten einen Verordnungsentwurf zur Studienberatung "vehement" abgelehnt und "an seiner Sinnhaftigkeit und seinem Nutzen gezweifelt". SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied pochte jedoch weiterhin auf eine Verpflichtung, schließlich würden sich derzeit 60 Prozent der Studenten für nur zehn Prozent der Fächer entscheiden. Aus ihrem Büro heißt es nun, man habe sich in dem Punkt auf eine Aufschiebung bis 2015 geeinigt, bis dahin wird die Studienberatung weiter wie geplant ausgebaut.

Ein klares Ja zur Einigung von Wissenschaftsministerium, uniko und ÖH kommt von Schmied indes in punkto Abschaffung der Voranmeldung. Für das Sommersemester ist sich das zwar nicht ausgegangen, ab Herbst 2012 sollen sich Studenten aber definitiv nicht mehr verpflichtend für ein Studium voranmelden müssen, wie ein Sprecher Schmieds bestätigt. Eine endgültige Zustimmung zum vorliegenden Gesetzesvorschlag - inklusive der geplanten Vorverlegung der Inskriptionsfrist - sei jedoch noch nicht erfolgt, "es fehlen noch ein paar Detailpunkte, die derzeit verhandelt werden". Laut Töchterle könne eine Vorverlegung der Inskriptionsfrist auf den 5. September für das Wintersemester und auf den 5. Februar für das Sommersemester "ein bedeutendes Mehr an Planbarkeit bringen".

Ein letztes Mal die ungeliebte Voranmeldung

Die uniko hat am Mittwoch in einer Aussendung die Studenten auf die in zwei Wochen endete Voranmeldefrist hingewiesen. Wer an einer der 21 Universitäten im Sommersemester ein Studium beginnen will, muss sich bis 31. Jänner vorab registrieren. "Es bleibt zu hoffen, dass dieses Gesetz im Sommersemester zum letzten Mal angewendet wird und ab Herbst 2012 die allseits gewünschte Neuregelung der Inskription zum Einsatz kommt", so Rektorenchef Heinrich Schmidinger. (APA)

NONE
00
31.1.2012, 10:16

Ein Versuch junge Menschen entmündigen zu wollen.

Die wissen schon vorher das studieren nicht "Zucker lecken" sein wird. Wieso danach noch Propaganda durch "Beratung" dazu? Das Geld könnten sie für die Verbesserung der Qualität des Studiums anderweitig einsetzen.

an kog
01
20.1.2012, 08:54

Und welche Leute mit welcher Ausbildung sollen diese Beratung machen?
Leute die man übrigens nur zu Beginn des Semesters benötigt?

Wegen Undurchführbarkeit wird es am Ende ein Computertest sein, den man von zu hause aus machen kann.
Am Ende bekommt man einen Dreiervorschlag:
Nr. 1: eines der Studien die gefüllt werden sollen (MINT-Fächer).
Nr. 2: eines wonach die Wirtschaft gerade schreit (kann sich täglich ändern).
Nr. 3: vielleicht ein ähnliches wie das was man eigentlich will.

Got Your Nose!
02
19.1.2012, 17:25
hatte ich zwar schon gepostet, aber es passt so gut

Berater:"hallo, liebe studierwillige!"
jugendliche:"hallo, berater!"
Berater:"du zuerst. was denkst du dir denn, wofür du geeignet zu sein glaubst?"
jugendlicher:"ich wünsche mir mit menschen zu arbeiten und interessiere mich auch sehr für naturwissenschaften. eine lange ausbildung schreckt mich nicht ab, ich bin es gewohnt für meine ziele zu arbeiten. am liebsten wäre mir humanmedizin."
Berater:"hm. in meiner studienplatzplanungsmappe steht du bist nicht dafür geeignet, sondern für ein lehramtsstudium auf chemie. ist das nicht auch was?"
jugendlicher:"aber mein traumbeuf ist..."
Berater:"so gefällt mir das! zur inskription für chemie gehts hier entlang!"
Jugendlicher:"aber...!"
Berater:"wachen! abführen!"

Internetgenerationler
 
02
19.1.2012, 02:09
Wie darf man sich das dann konkret vorstellen?

Zehntausende gehen zu irgendwelchen Vorträgen, schreiben dabei eine Stunde lang SMS und holen sich danach den Wisch, dass sie sich eh brav beraten haben lassen?

Oder wird das eine echt qualitätsvolle Beratung mit persönlicher Stärken- und Interessenanalyse sowie einem Gespräch mit jemanden, der einem auch etwas über Fächer erzählen kann, die allgemein wenig bekannt sind?

Ich befürchte stark, dass es die erstgenannte Option wird. Denn für die zweite wird wohl kaum das Geld aufgestellt werden.

Gschisti Bohawiczek
03
18.1.2012, 20:05
eine VERPFLICHTENDE "Beratung" ist keine Beratung.

Sondern ganz was Andres.

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