Der Kampf der Regierung gegen Überhitzung trägt Früchte: Die Preise für neue Wohnungen fielen zu Jahresende weiter, die Nachfrage bleibt aber hoch
Peking - Der Kampf der chinesischen Regierung gegen eine Überhitzung des heimischen Immobilienmarktes zeichnet erste Erfolge. Die Preise für neue Wohnungen fielen im Dezember den dritten Monat in Folge. Sie kosteten um 0,3 Prozent weniger als im Vormonat, teilte das Statistikamt am Mittwoch in Peking mit. Die Preise gingen demnach in 52 von 70 Städten zurück, in 16 weiteren stagnierten sie. Den stärksten Rückgang gab es mit 1,9 Prozent in Wenzhou an der Ostküste, das sich bei vermögenden Unternehmern großer Beliebtheit erfreut.
Eine Rekordzahl unverkaufter Wohnungen und die vielen noch im Bau befindlichen Projekte dürften die Preise weiter drücken, erwarten Experten. Viele rechnen in diesem Jahr mit einem Minus zwischen 10 und 20 Prozent.
Weiter starke Nachfrage
Die Zentralbank hatte mehrfach die Zinsen nach oben geschraubt und damit Hypothekenkredite verteuert. Auch zwang sie die Banken dazu, mehr Geld bei ihr zu hinterlegen. Wegen der Konjunkturabkühlung hat die diese Reserveanforderungen zuletzt aber gelockert, damit die Banken wieder mehr Geld in die Wirtschaft pumpen können. "Wenn die Regierung ihre Maßnahmen gegen eine Überhitzung des Immobilienmarktes jetzt lockert, dann werden die Preise wieder nach oben gehen, denn die Nachfrage ist noch immer sehr stark", warnte Analyst Ge Haifeng von der Beratungsfirma China Index Academy.
Die Regierung hat angekündigt, ihren Kampf gegen Immobilienspekulationen in diesem Jahr fortzusetzen. "Wir sind gerüstet", sagte der Chef des Statistikamtes, Ma Jiantang. (Reuters)