Lawrow betont Ablehnung jeglicher Sanktionen gegen Damaskus
Moskau - Im Streit um eine mutmaßliche Waffenlieferung an Syrien hat Russland seinen Handel mit dem arabischen Land verteidigt. "Wir halten es nicht für nötig, uns zu erklären oder zu rechtfertigen, weil wir weder internationale Vereinbarungen noch Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats missachten", sagte Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch in Moskau. "Wir betreiben lediglich Handel mit Syrien, der nicht durch internationales Recht verboten ist."
Lawrow reagierte damit auf heftige Kritik aus den USA, nachdem vor rund einer Woche auf Zypern ein Schiff aus Russland abgefangen worden war. Medienberichten zufolge entdeckten Zollbeamte bis zu 60 Tonnen Munition und Sprengsätze an Bord, woraufhin die Weiterfahrt vorerst gestoppt wurde. Als die Reederei zusicherte, nicht nach Syrien zu fahren, durfte der Frachter wieder auslaufen. Das Schiff hielt laut der Reederei aber dann doch an seinem Kurs auf Syrien fest und steuerte die syrische Hafenstadt Tartus an.
Haltung des Westens "einseitig"
Russland steht wegen seiner ablehnenden Haltung zu westlichen Sanktionen gegen Syrien in der Kritik. Im UNO-Sicherheitsrat legte das Land einen eigenen Entwurf vor, der dem Westen aber nicht weit genug geht. Moskau sieht die Verantwortung für das Blutvergießen in Syrien sowohl bei der Regierung als auch bei der Protestbewegung. Lawrow bezeichnete die Haltung des Westens am Mittwoch erneut als "einseitig". Die Angriffe der "bewaffneten extremistischen Opposition auf Regierungsgebäude, Krankenhäuser und Schulen" dürften nicht verschwiegen werden, sagte Lawrow.
Der Außenminister betonte zudem erneut, Russland werde gegen Sanktionen und die mögliche Entsendung von Truppen nach Syrien sein Veto bei der UNO einlegen. "Für uns ist die rote Linie klar gezogen. Wir werden keinerlei Sanktionen unterstützen." Die Entsendung von Truppen arabischer Staaten war von Katar angeregt worden. Syriens Staatschef Bashar al-Assad sieht sich seit vergangenem März Protesten gegenüber, die blutig niedergeschlagen werden. Im UNO-Sicherheitsrat herrscht Uneinigkeit über ein Vorgehen gegen die syrische Führung, um das Blutvergießen zu beenden. (APA)