Nach unklarer Schiffslieferung

Moskau verteidigt Handel mit Syrien

20. Jänner 2012, 10:03

Lawrow betont Ablehnung jeglicher Sanktionen gegen Damaskus

Moskau - Im Streit um eine mutmaßliche Waffenlieferung an Syrien hat Russland seinen Handel mit dem arabischen Land verteidigt. "Wir halten es nicht für nötig, uns zu erklären oder zu rechtfertigen, weil wir weder internationale Vereinbarungen noch Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats missachten", sagte Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch in Moskau. "Wir betreiben lediglich Handel mit Syrien, der nicht durch internationales Recht verboten ist."

Lawrow reagierte damit auf heftige Kritik aus den USA, nachdem vor rund einer Woche auf Zypern ein Schiff aus Russland abgefangen worden war. Medienberichten zufolge entdeckten Zollbeamte bis zu 60 Tonnen Munition und Sprengsätze an Bord, woraufhin die Weiterfahrt vorerst gestoppt wurde. Als die Reederei zusicherte, nicht nach Syrien zu fahren, durfte der Frachter wieder auslaufen. Das Schiff hielt laut der Reederei aber dann doch an seinem Kurs auf Syrien fest und steuerte die syrische Hafenstadt Tartus an.

Haltung des Westens "einseitig"

Russland steht wegen seiner ablehnenden Haltung zu westlichen Sanktionen gegen Syrien in der Kritik. Im UNO-Sicherheitsrat legte das Land einen eigenen Entwurf vor, der dem Westen aber nicht weit genug geht. Moskau sieht die Verantwortung für das Blutvergießen in Syrien sowohl bei der Regierung als auch bei der Protestbewegung. Lawrow bezeichnete die Haltung des Westens am Mittwoch erneut als "einseitig". Die Angriffe der "bewaffneten extremistischen Opposition auf Regierungsgebäude, Krankenhäuser und Schulen" dürften nicht verschwiegen werden, sagte Lawrow.

Der Außenminister betonte zudem erneut, Russland werde gegen Sanktionen und die mögliche Entsendung von Truppen nach Syrien sein Veto bei der UNO einlegen. "Für uns ist die rote Linie klar gezogen. Wir werden keinerlei Sanktionen unterstützen." Die Entsendung von Truppen arabischer Staaten war von Katar angeregt worden. Syriens Staatschef Bashar al-Assad sieht sich seit vergangenem März Protesten gegenüber, die blutig niedergeschlagen werden. Im UNO-Sicherheitsrat herrscht Uneinigkeit über ein Vorgehen gegen die syrische Führung, um das Blutvergießen zu beenden. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 65
1 2
odrr
11
20.1.2012, 11:25
syrien/iran

"abgefangen" ist gut.
die chariot lief in limassol ein um aufzutanken.
angaeblich wurden waffen entdeckt.
die reaktion von lawrow ist eigentlich ziemlich bestaetigend.
mit dem versprechen der reederei und des kapitaens, nicht nach syrien,sondern jetzt nach iskenderun zu fahren, wurde das schiff freigegeben.
und da liegt der fehler im EU-hafen limassol.

russland staerkt assad und achmadinejad, das ist nicht punktuell,sondern seit jahren der fall.

"der westen" staerkt die demonstranten und aufstaendischen.

auch die offiziell "zurueckhaltenden" chinesen warnen nun iran bzgl. hormuz, sind aber nicht bereit bei dem erdoelboykott mitzumachen.

laengerfristig gesehen, haben sich die positionen und fronten einzementiert.

02515151541
12
20.1.2012, 10:43
wohl keine schlagzeile wert...?

In Geneva yesterday, Minister of Health, Dr. Wael al-Halaqi, declared that the armed terrorist groups' attacks caused the martyrdom of 12 Medical staff including doctors, nurses, injury for 25 staff members, and inflicted damage on 12 hospitals, 43 health centers, and 76 ambulances.

Harry Meier
 
01
19.1.2012, 18:08
Vielleicht betrachtet man das Problem Syrien einfach

.. mal nicht aus der Sicht der Amis und der Sicht der Russen sondern einfach nur aus der Sicht der Menschenrechte. Dann wird auch jeder noch so extrem Rechte oder Linke zugeben müssen, das die Menschenrechte in Syrien mißachtet werden.

Leckereien
12
19.1.2012, 21:41
Oh Harry

Ganz Objektiv,

verteile ich an Kinder genügend Zündhölzer so brennt bald die Schule.

verteile ich Erwachsenen die einer unterdrückten Minderheit angehören genügend Waffen und auch noch ein gemeines Versprechen, so brennt bald das ganze Land.

Don Corleone1
01
19.1.2012, 09:53
uiuiuiuiui

der bericht geht wohl - wie das gestrige interview - vielen "amerika nicht wohlgesonnenen" (vielleicht gehts ja diesmal durch die zensur) gegen den strich.

am besten ist mE die rechtfertigung: die amerikaner machen das, also darfs russland auch (ein übel ist gleichzusetzten mit einem anderen?!)
wo bleibt da der objektivismus werte Userinnen und User?

zum speiben...

Don Corleone1
01
19.1.2012, 09:39
uiuiuiui

das passt den amis-hassern - genau wie das gestirge interview - ja gar nicht ins weltbild...

die lustigste begründung: die russen dürfen das, die amis machens ja auch... (ein übel ist also mit einem anderen gleich aufzuwerten)
wo bleibt da der objektive bewertungssinn werte Damen und Herren?

Mometan kommts mir so vor, als ob ich auch ins krone forum gehen könnte, da sind wahrscheinlich auch lauter so gscheidbolzen die auch alles und jede verschwörung wissen.

zum ankotzen......

diamant
62
19.1.2012, 08:23
Sehe ich da nicht das 'imperialistische Konzept', er ist ein Bastard, aber eben unser Bastard durchschimmern?

Wie kann sowas den edlen Moskauern Demokratielenkern nur passieren.....

Harry Meier
 
00
20.1.2012, 15:20
Tschetschenien ?

notsostandard
10
19.1.2012, 05:02
I'd like to see more Sanktionen gegen die Sanktionen

hamaca reservada
30
19.1.2012, 01:28

gibts im mittelmeer nicht felsen, die so aus dem wasser ragen? da wohnen schöne frauen drauf, denen ist langweilig.
außerdem soll sturm kommen - russische frachter sind bekannt inmobil und rostig --- aber mit meinen beziehungen zum petrus, mhm, keine chance.

supermike
311
18.1.2012, 23:38
Moskau sieht die Verantwortung für das Blutvergießen in Syrien sowohl bei der Regierung als auch bei der Protestbewegung.

Bravo - villeicht sollten unseren "Qualitätsmedien" auch mal darüber nachdenken nicht immer so einseitig zu berichten.
Aber villeicht gibts dann wieder weniger staatliche Subventionen und Anzeigengelder...

Honzo1122
42
19.1.2012, 08:35

Eh, und damits noch mehr Blutvergiessen gibt, muss noch Nachschub geliefert werden.
Durch die Deserteure gelangt dann dieser zur
FSA bzw hat die FSA Sympathisanten in der Armee, die die FSA beliefern bzw die an die FSA verkaufen.
Russland beliefert faktisch beide Seiten.

Helicopterman
00
19.1.2012, 07:58
Stimmt eh alles,

aber warum liefern die Russen dann dem Regime noch zusätzliche Waffen und Munition? Solche Maßnahmen tragen ja wohl alles andere als zum Friedensschluß bei.

Human factor
21
19.1.2012, 09:44
"aber warum liefern die Russen dann dem Regime noch zusätzliche Waffen und Munition?"

Bestehende Verträge werden erfüllt. Und solange es keine Sanktionen gibt liefern sie halt. Ob uns das nun passt ist eine ganz andere Frage.

Aca Rankovic
422
18.1.2012, 18:33

USA liefern Waffen an Saudi Arabien, Russland an Syrien. Wo ist das Problem?

Honzo1122
91
19.1.2012, 08:33

Sie haben wohl noch nicht mitbekommen, was in Syrien derzeit geschieht und wozu Waffen eingesetzt werden?
Scheuklappen?

sanginius
110
18.1.2012, 20:58

die Berichterstattung in den "freien" Medien macht den Unterschied

Dhimmi
73
18.1.2012, 18:49
Kommst wirklich nicht von alleine drauf?

NONE
31
19.1.2012, 02:09

Er hat eine einfache Feststellung getroffen und danach eine einfache Frage gestellt.

Du hast das nicht.

maulwurfmeister
014
18.1.2012, 20:49
Von wem ist die Protestbewegung in Bahrain blutig Niedergeschlagen worden?

mit welchen Waffen?
(von Saudi Arabien mit westlichen Waffen)
Wieso darf in Bahrain nicht protestiert werden?

Vielleicht fragte Ihr Vorredner deswegen nach dem "Problem"?

Und sie können Ihm doch bestimmt ein paar gute Argumente liefern, odr?

egal9
313
18.1.2012, 19:44

Entweder ist beides ok, oder beides ist nicht ok.

Nur die Waffenlieferungen der einen zu kritisieren, ist Heuchelei.

Und innenpolitisch und gesellschaftlich ist Saudi Arabien weit schlimmer als Syrien (vor dem Aufstand).

insertnamehere
 
22
18.1.2012, 20:57
"Nur die Waffenlieferungen der einen zu kritisieren, ist Heuchelei."

Ich find ja beides Schei**e und finde, man hätte auch und grade den Saudis SCHON LÄNGST (wenn nicht von Anfang an) die Freundschaft kündigen bzw. verweigern sollen.

egal9
12
18.1.2012, 21:04

Das hätte möglicherweise die Glaubwürdigkeit gerettet, ja.

Ob Dhimmi das allerdings auch so sieht?

Aber natürlich wissen die USA auch woher ihr Öl kommt.

Letztendlich landet man bei allem Geschwafel von Menschenrechten und Demokratie doch wieder bei Öl, Rohstoffen und gesostrategischen und politischen (in Zusammenhang mit China und Russland) Interessen. Syrien steht auf dem Weg zum Iran einfach im Weg.

Deswegen ist in Syrien nicht alles Gold, was glänzt, aber auch nicht umgekehrt.

insertnamehere
 
02
18.1.2012, 21:20
"Deswegen ist in Syrien nicht alles Gold, was glänzt, aber auch nicht umgekehrt."

Es is eine "ganz normale" nahöstliche Despotie, nicht mehr und nicht weniger.

Weniger religiös durchgeknallt wie die Saudis oder der Iran, dafür mit am Herrscherclan, der bei Widerspruch ZIEMLICH rabiat wird (siehe zB Massaker von Hama).

Wahnsinnig viel glänzt da also eh nicht.

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