5,5 Milliarden weniger

Wertpapier-Vermögen der Österreicher gesunken

18. Jänner 2012, 12:06

Wien - Durch die Kursverluste auf den Aktienmärkten ist das Wertpapier-Vermögen der österreichischen Privathaushalte im dritten Quartal 2011 um 5,5 Mrd. Euro auf 94 Mrd. Euro gesunken und lag damit Ende September auf dem Niveau von Ende März 2010. Insgesamt fiel das Geldvermögen der Haushalte nach Berechnungen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) auf 466 Mrd. Euro - ein Rückgang um 0,5 Prozent seit Dezember 2010. Die Sparquote war nach wie vor gering, die Vermögensbildung in Höhe von 1,5 Mrd. Euro daher unterdurchschnittlich, geht aus den am Mittwoch veröffentlichten OeNB-Zahlen hervor.

Von Jänner bis September 2011 investierten private Haushalte insgesamt neu 7,1 Mrd. Euro in Finanzanlagen. Das war um 0,6 Mrd. Euro mehr als im Vergleichszeitraum 2010. Wie schon im ersten Halbjahr investierten private Anleger in Bankeinlagen mit 0,8 Mrd. Euro im dritten Quartal bzw. 2,8 Mrd. Euro kumuliert von Jänner bis September 2011 deutlich stärker als 2010. Dabei nahmen die Haushalte für die meisten Einlagenprodukte eine negative Realverzinsung in Kauf. Sie wählten bei der Neuveranlagung entweder täglich fällige Produkte oder Einlagen mit einer Bindungsfrist von bis zu maximal einem Jahr. Einlagen mit längeren Bindungsfristen wurden hingegen abgebaut.

Deutlich geringeres Interesse als an Einlagen hatten private Anleger an Wertpapieren. Trotz einem überproportional hohen Erwerb von inländischen Bankanleihen im ersten Semester blieb der Nettoabsatz mit insgesamt 0,7 Mrd. Euro in den ersten drei Quartalen um mehr als 1 Mrd. Euro unter dem Vergleichswert für 2010.

Die größten Bewertungsverluste waren bei inländischen Aktien und Investmentfonds mit 3,4 Mrd, Euro von insgesamt 5,5 Mrd. Euro im dritten Quartal 2011 zu verzeichnen. Zum Vergleich: im dritten Quartal 2008 (mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers) betrugen die Kursrückgänge 5,8 Mrd. Euro. Von Jänner bis September 2011 machten die Kursverluste netto 7,3 Mrd. Euro aus.

Ebenfalls geringer als in den ersten drei Quartalen 2010 waren die Erhöhungen der privaten Ansprüche aus Lebensversicherungen und gegenüber betrieblichen und überbetrieblichen Pensionskassen 2011 in Höhe von 1,8 Mrd. Euro. Insbesondere im Lebensversicherungsgeschäft gingen die Prämien zurück, während sich die Auszahlungen erhöhten. Diese Entwicklung sei auch vor dem Hintergrund der Verwendung von Lebensversicherungen als wesentlicher Tilgungsträger für endfällige Kredite zu sehen, so die Interpretation der OeNB-Experten.

Die Neuverschuldung der privaten Haushalte erhöhte sich - nach einer sehr schwachen Kreditausweitung 2009 und 2010 - wie schon im zweiten auch im dritten Quartal 2011 mit rund 0,9 Mrd. Euro. Die Wohnbaukredite machten 1,1 Mrd. Euro aus. Insgesamt kam es im dritten Quartal zu einem Anstieg der Nettoverschuldung. Private Haushalte hatten Ende September Kreditschulden in Höhe von 162,6 Mrd. Euro, davon entfielen rund 106,9 Mrd. Euro auf Wohnbaukredite. (APA)

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16 Postings
DirtyHarry
11
29.1.2012, 12:29
Wertpapier-Vermögen gesunken -

da wird es dann nichts mit den tollen Steuereinnahmen aus der Aktienkursgewinnneidsteuer.

Mickey Leitner
00
30.1.2012, 09:16
Doch...

.
Wenn früher das WP-Vermögen 10 war, und die Abgabe 0, dann ist es jetzt auch mehr, selbst wenn das WP-Vermögen 0,1 ist - weil ja etwas von 0,1 mehr ist, als 0 von 10, nicht wahr?!

ukn5adh2
00
24.2.2012, 13:42
Nein

Es wird ja nicht das Vermögen besteuert, sondern die daraus resultierenden Gewinne.

Gewinne gibts keine, also 0,1 von 0.

Mostbluzza
10
19.1.2012, 08:34
diese topinvestoren würden wohl auch

nichts dagegen haben, wenn wir jährlich 1% des (sowieso sinnlos angelegten) Luft "Vermögens" in Papiermaterialien (noch euro genannt, später in gewichtseinheiten gemessen) zwangsbesteuern.

wieviel ist ein unternehmen denn wert, deren kurs fällt und fällt, trotz gewinnen die zins- und schuldenlast fast erdrückt? Klar wurde ja auch investiert das geld, frage man aber nicht wo und wofür und mit welcher negativ rendite für wieviele jahre, weil die märkte tot sind.

eine aktie in euro, grübel...

der aktienbesitzer-grossteil würds gar erst im dezember merken wenn der depotauszug kommt (der eh nicht gelesen wird).
und obs konto dann minus 10% oder -11% ausmacht ist mehr als egal. wird eh brav nachbezahlt mit versteuertem geld - monatlich

sociovation
10
18.1.2012, 20:15
Kein Problem

Der Staat zahlt eh 9% Prämie auf Pensionsfonds...
*rofl*

Prophet
01
27.1.2012, 21:05
Wissen Sie wovon Sie reden?

9% staatliche Prämie auf die jährliche Einzahlung war einmal. Es sind schon lange nur mehr 8,5% auf die jährliche Einzahlung.

Auf die Laufzeit gerechnet fällt die Prämie überhaupt nicht ins Gewicht.

Das tolle daran ist, dass die Investition im Aktienanteil einer Wette gleichkommt.

Keine Chance auf Absicherung in turbulenten Börsenzeiten. Zum Pensionsantritt wird der Aktienanteil verkauft - egal wie der Kurs steht.

Ein staatlich gefördertes Sparprodukt, welches in erster Linie der Wirtschaftsförderung dient.

Die Kapitalgarantie, sollte diese schlagend werden, ist ein massiver Realverlust. Jahrzehnte langes sparen ohne Verzinsung. Ich habe meine schon lange prämienfrei gestellt.

José Atento
00
23.2.2012, 01:14
Das nächste Proiblem

werden nicht die Aktienanteile sein, sondern sind die großen Stasatsanleihen- Anteile.

Dann wird es richtig unangenehm werden.

das ist fix
16
18.1.2012, 18:14
Na da

schaut es schlecht aus mit den Erträgen aus der Aktienkursgewinnneidsteuer.

Mickey Leitner
20
30.1.2012, 09:23
Nicht verstanden?!

.
Warum sollte sich diese Steuer nun nicht mehr "auzszahlen"? Weil ein bisschen weniger in Aktien angelegt wird?

Mal nachdenken: früher Aktiengewinnsteuer (ab 1 Jahr) = 0. Jetzt = 25%.

Wieso also, sollte sich das nicht auszahlen?

Da 0 von wieviel auch immer, immer 0 bleiben wird, wohingegen 25% von wie wenig auch immer (>0), immer mehr als 0 sein wird...

Ergo, wird sich die Steuer so lange "auszahlen" als mindestens ein Stück der kleinsten Geldeinheit in Aktien angelegt wird, und diese zumindest ein marginales Plus machen!

das ist fix
00
11.2.2012, 13:17

nichts verstanden:

früher haben die langfristanleger keine kursgewinnsteuer bezahlt, sondern nur die trader

jetzt werden alle über einen kamm geschoren, und das ist schlecht

Mickey Leitner
00
30.1.2012, 09:19
Nicht verstanden

Walter Bimini
00
18.1.2012, 16:54
keine gute zeit für papiere jeder art in der finanzwelt

José Atento
00
23.1.2012, 09:41
Richtig

Sachwerte, ja, aber all den Papierschrott vergessen.

Aktien dürften noch viele Jahre günstig bleiben oder noch viel günstiger werden.
Real (inlfationsbereinigt) sind da weiterhin ziemliche Verluste zu erwarten.

cgau
00
19.1.2012, 16:12
ansichtssache

so gehen halt die meinungen auseinander.
andere leute sind wiederum der ansicht, daß "die zeit" ziemlich günstig ist, um aktien zu kaufen, weil auch die aktien von recht soliden firmen derzeit ziemlich günstig sind.

Prophet
00
27.1.2012, 21:21
Wer Ahnung hat

für dem machen sicher auch Aktien Sinn, um sein Vermögen im Falle des Falles zu retten.
Große Firmen, welche auch einen €-Crash überstehen können sind sicher eine gute Option.
"Otto normal Verbraucher" wird wahrscheinlich damit überfordert sein und auf die Nase fallen.
Da sehe ich auch Gold und Silber mögliche Optionen, wobei ich persönlich sehr stark zu Silber tendiere. Am besten gebrauchte Münzen (Mwst. frei)
Sollte die Anleihen Blase platzen - bin ich mal gespannt, wie viel dann die klassischen Lebensversicherungen auszahlen können.

Walter Bimini
02
19.1.2012, 20:23
man kann diesen leuten nur viel glück wünschen.

denn das werden sie brauchen.

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