EU-Parlament in Straßburg

Ungarns Premier Orbán will Gesetze "schnell und einfach" korrigieren

18. Jänner 2012 19:54
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    Orbán: Die Schwierigkeiten hätten nichts mit der ungarischen Verfassung zu tun

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    Orbán und Kommissionspräsident Barroso - ein Herz und eine Seele? Derzeit vermutlich eher nicht.

Orbán sieht in einem IWF-Kredit gut angelegtes Geld, Ungarn sei ungleich stärker als Griechenland

Berlin - Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán ist bereit, der EU im Streit um die von Brüssel angestrengten EU-Vertragsverletzungsverfahren entgegenzukommen. Orbán hat bei der EU-Parlamentsdebatte in Straßburg am Mittwoch zugesagt, die "Probleme schnell und einfach zu korrigieren". Die EU-Kommission würde bei ungenügender Antwort aber nicht vor weiteren Schritten zurückschrecken, so Behördenchef Jose Manuel Barroso. Orbán solle die Dinge "klar und eindeutig regeln".

Angesprochen auf die finanzielle Lage des Landes sagte der Fidesz-Chef, "wir brauchen kein Geld von der EU, das wollen wir gar nicht. Aber wir wollen Sicherheit, Garantien, dass unser Anleihenmarkt in der EU funktionieren kann".

Ungarn ist nicht Griechenland

Orbán geht es nicht darum, "einfach billiges Geld zu bekommen". Ungarn habe eine 16-prozentige Flattax, "das ist eine durchaus richtige Sache und wir müssen selbst wieder auf die Beine kommen. Wir zahlen lieber ein bisschen mehr, um uns Kapital auf den Märkten zu beschaffen, als uns in Abhängigkeit zu begeben". Dennoch würde er sich über ein Darlehen des IWF freuen.

Die Wirtschaftsdaten würden Ungarn kreditwürdig machen, das Land sei in keiner finanziell bedrohlichen Situation: "Es stimmt einfach nicht, zu behaupten, dass Ungarn nicht in der Lage ist, Anleihen zu platzieren." Einen IWF-Kredit sieht er in Ungarn auch besser angelegt, als in Griechenland. Es sei falsch, dass etwas finanziert werde, was sich überhaupt nicht lohnt, weil sich das Empfängerland nicht anstrenge. "Ich möchte nicht, dass man Ungarn so sieht. Wir wollen stark auftreten auf den Finanzmärkten", gab sich Orbán selbstbewusst.   

Entgegenkommen bei Zentralbank

Gleichzeitig schwächte Orbán die Kritik der EU-Kommission ab. Die Umgestaltung Ungarns nach der kommunistischen Ära sei rasch gegangen, "bei dem schnellen Tempo halten wir es für natürlich, dass es auch Streitfragen gibt und geben soll". Jedenfalls hätten die Schwierigkeiten nichts mit der ungarischen Verfassung zu tun, so  Orbán. Bisher sei "kein einziger Paragraf der ungarischen Verfassung rechtlich beanstandet worden".

Entgegenkommen signalisierte Orbán vor allem bei dem von Brüssel beklagten Eingriff in die Unabhängigkeit der ungarischen Zentralbank. In diesem Fall gebe es nur "in einem Punkt Streit mit der Kommission", so Orbán, nämlich dass der Präsident der Nationalbank den Eid auf die ungarische Verfassung leisten müsse. "Wenn wir in der einzigen Frage nachgeben müssen, kann man in Zukunft darüber diskutieren", tönte der ungarische Premierminister. In der "Bild"-Zeitung schilderte er den Sachverhalt so: "Wir werden uns in diesem Fall der Macht beugen, nicht den Argumenten."

Die zwei anderen Vertragsverletzungsverfahren betreffen die Altersgrenzen-Herabsetzung der Richter und Staatsanwälte sowie die Unabhängigkeit der Datenschutzbehörde. Barroso betonte nach dem Parlamentsauftritt des ungarischen Premierministers, "wir bitten die ungarischen Behörden, Korrekturen vorzunehmen". Auch der dänische Europaminister und EU-Ratsvorsitzende Nikolai Wammen unterstützte die Kommission. Alle EU-Staaten hätten die Regeln der Verträge einzuhalten, "das gilt für Ungarn genauso".

Eigenlob von Leistungsbilanz bis Roma-Rechte

Orbán sparte vor dem EU-Parlament nicht mit Eigenlob. Ungarn habe in den letzten Jahren "enorm viel geleistet und wir sind stolz darauf". Erstmals gebe es einen stabilen Haushalt, die Leistungsbilanz sei positiv, rechtsextreme paramilitärische Organisationen seien abgeschafft worden, womit Minderheiten wie die Roma, aber auch die jüdische Gemeinschaft geschützt sei. Die "Umgestaltung Ungarns erfolgte aufgrund europäischer Werte. Wir stützen uns auf bewährte Praktiken der EU-Staaten und auch auf die Grundrechte der EU".

Der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP), Joseph Daul, hielt sich mit Kritik an seinem Parteifreund Orban zurück. Das ungarische Volk habe Orban mit einem klaren Auftrag gewählt, alle Bande mit der Vergangenheit abzuschneiden und das Land zu reformieren. "Orban wird beweisen, dass auch er zu diesen (europäischen; Anm.) Prinzipien und Werten steht", so Daul. Der neue Vorsitzende der Sozialdemokraten im EU-Parlament, Hannes Swoboda (SPÖ), zeigte sich hingegen enttäuscht. Es gehe um den Geist, den Orban ausstrahle. "Sie wollen Macht über Ungarn ausüben." (red/APA, derStandard.at)

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László
19.01.2012 13:05
Hehe, viel posten und schreiben über Sachen die man nicht versteht ist typisch hier zulande!!!

Ich wette alle die die so laut kritisieren, haben die neue Vergasung (sind nur 46 seiten) nicht gelesen,
Haben keine Ahnung über die ungarische Sprache Kultur, Menschen und ihre Sorgen.
Über ein Buch zu reden das man nicht gelesen hat, das ist typisch links ;) Ausnahmen gibt es natürlich überall.
Hauptsache viel reden, Causescu hat es damals sogar 8 stunden lang gemacht über die Imperialisten, Kapitalisten Schweine geredet, ohne eine Ahnung zu haben was überhaupt Kapitalismus ist.
Darum seit ihr alle herzlichst eingeladen über uns unsere geschiehte und Kultur mehr zu lesen (möglichst Unabhängige quellen), und danach könnt ihr posten was ihr wollt, aber zu erst informieren.

florian nussbaumer2
20.01.2012 18:16
Über ein Buch zu reden das man nicht gelesen hat, das ist typisch links

gewagte These. Zigaretten nicht ordentlich ausdämpfen, Kühlschranktür immer offen lassen, Klobrille nicht runterklappen, auch typisch links?

elf*assa
20.01.2012 12:05

Ungarisches Temprament, Stolz ect. hat mit immer sehr gefallen. Auch Sissi ist dem erlegen.

Nur hier geht es um mehr. Will Ungarn auch die unangenehmen Seiten eines EU-Beitrittes mittragen oder nicht. Hat es die Reife oder hat sie es nicht? Orban glaubt noch immer er könnte zweigleisig in den Abgrund fahren.
Zuviel Paprika verdirbt nicht nur das Gulasch.
Siehe Berlusconi`s Abgang...

Der Hund von den Simpsons
19.01.2012 11:50
An Ungarn kann man sehen, ...

... wie Österreich unter einer Strache-Regierung ausschauen würde.

King of Cowards
19.01.2012 11:59

Nicht ganz, denn uns Österreichern uns Österreicherinnen wäre das alles viel zu wurscht.

Cavaliere Austriaco
19.01.2012 13:11
mir nicht

bei haider-schüssel hab ich mich zurückgehalten und fand die demos zT überzogen.

bei strache wär ich ganz sicher täglich demonstrieren.

Ibsen
19.01.2012 14:56
Demonstrieren am Nationalfeiertag, aber wohin? Fidesz reserviert die Innenstadt...kein Platz für Oppositionsdemos?

http://pusztaranger.wordpress.com/2012/01/1... lfeiertag/

Bagolyvár
25.01.2012 22:38
In Wiener Neustadt

Ecke Millöckerg.Zehrergasse gibt es noch Platz zum opponieren.

Ibsen
26.01.2012 09:07
Sehr witzig...

higgs - wozu?
19.01.2012 11:07

"ich sehe den untergang eines jeden staates, wenn das gesetz nicht über den herrscher bestimmt, sonder der herrscher über das gesetz" - plato

und mehr braucht man zur überschrift nicht zu sagen, und der eigenschaft unserer "gesetze", daß man sie ändern kann wie eine hausordnung.

Handsome Bob
19.01.2012 11:00

Die schnellste und einfachste Lösung wäre sein Rücktritt.

Jede andere schnelle und einfache Lösung klingt nach Pfusch, um Zeit zu kaufen.

Flann O'Brien.
19.01.2012 10:48

Skurril wieder mal der Auftritt Ewald Stadlers, der allen Ernstes meinte, die EU wolle in Ungarn wieder die "Sozialisten und Marxisten" an die Macht bringen. Ein Jammer, dass ausgerechnet dieser Mann mit dem intellektuellen Horizont eines christlichen Fundamentalisten einen österreichischen Platz im EU-Parlament einnimmt.

Roter Baron
19.01.2012 10:44
ohja schnell

oder gschwind gschwind wie man bei uns sagt
schüssles putschregime hat auch so rumgenudelt,
die folge 50% aller gesetze von blauschwarz sind vom österr. vfgh aufgehoben worden.

viel spass ihr ungarn !

roter baron

QUMI
19.01.2012 10:44
Ich hoffe doch, dass diesem Herrn NIEMAND auch nur einen Meter über den Weg traut!!

1116er
19.01.2012 10:39
da kommt einer in unser land und stellt einen dauervisum/asyl-antrag

er stellt auch einen antrag auf einbürgerung.

doch kaum ist das alles erledigt, hält er sich nicht an unsere gesetze und übliche gebräuche. er ist auch recht goschert und hält sich für oberschlau.
also arbeitet er nicht sondern lebt vom sozialsystem...

wie tönt es dann in unserem land?
wie tönt es dann vor allem aus braunen unterhosen?

orbans ungarn hält sich nicht an eu-recht und an in der eu übliche gepflogenheiten.
orbans ungarn hält die hand auf.
orban reisst die pappn auf (und frisst auf dem 'amt' brav kreide).

wie tönt es dann in unserem land?
wie tönt es dann vor allem aus braunen unterhosen?

brauner nationalismus tötet selbst die letzte hirnzelle!

Der Nasenbär
19.01.2012 10:34

Orbán sieht in einem IWF-Kredit gut angelegtes Geld, Ungarn sei ungleich stärker als Griechenland.... ich hoffe wirklich, wirklich das Ungarn stärker ist als Griechenland, wenns die Ungarn nämlich erwischt bricht das unseren Banken das Genick...

QUMI
19.01.2012 10:43

Blösdsinn. "Unsere" Banken haben das schon alles 2010 und 2011 abgeschrieben. Was übrig bleibt ist ein "geordneter" Rückzug.

1116er
19.01.2012 10:27
"wir brauchen kein Geld von der EU, das wollen wir gar nicht. Aber wir wollen Sicherheit, Garantien, dass unser Anleihenmarkt in der EU funktionieren kann".

da besteht keinerlei unterschied!

auf so einen schwachsinn fallen die ungarn herein? denn einzig an die kann das ja gerichtet sein.

dann wären die ja noch blöder als die ösis mit den haider-sprüchen.
hurra, wir sind nicht mehr europameister bei den deppen!

daily comment
19.01.2012 10:20
wenn es nicht in die falsche Richtung gehen würde,

würde man sich ein ebenso energisches Handeln auch für Österreichs Politiker wünschen!

chem
19.01.2012 10:03
Na erst einmal abwarten was der Orban wirklich macht ;-)

(.) (.)
19.01.2012 10:00
Früher hat Moskau den Ungarn diktiert was zu tun ist

heute tut es Brüssel.

1116er
19.01.2012 10:28

der austritt aus dem warschauer pakt war nicht leicht und nicht ratsam.

aus der eu geht das flott und ohne größere probleme.

wenn ungarn nicht mitmachen will, dann sollen sie halt auch nicht mitnaschen!

Don Quixote1
 
19.01.2012 12:30
"mitnaschen"

Seit der "Wende" wurde alles, was Ungarn zu bieten hatte privatisiert, an Konkurrenz verkauft, als exportierendes Land unmöglich gemacht und in einem reinen Abnehmerland umgewandelt.
Leute, die ein Bruchteil dessen verdienen als ihre westlichen Kollegen und Preise zahlen müssen die teilweise sogar höher sind als in Westeuropa, als "Mitnascher" zu bezeichnen ist genauso präpotent, wie die Behauptung, dass die Wirtschaft für die Leute da sei.

(.) (.)
19.01.2012 11:51

Albanien ist 1968 aus dem Warschauer Pakt als Protest gegen die Intervention in der CSSR ausgetreten.

Probleme gab es dabei keine.

higgs - wozu?
19.01.2012 10:22

diktieren kann immer nur einer, einer von dem alle abhängig sind weil alle sein "produkt" brauchen, oder zu brauchen glauben, einer der dieses produkt nahezu kostenlos unendlich vermehren und dann sauteuer verkaufen kann, einer der ein monopol auf die herstellung dieses produktes besitzt, und somit all jene die es verwenden wollen in geisselhaft hält - moskau? weit gefehlt - dieses produkt ist staatenlos, es hat keine antionalität, ist keinem staat dieser welt unterstellt und handelt vollkommen kosmopolitisch - das produkt nennen wir liebvoll "geld" und den hersteller kennen wir als inhaber der geldrechte.
soviel zu moskau, brüssel, washington, berlin oder anderen vermeintlich schuldigen

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