Multimillionär

Romney zahlt nur 15 Prozent Steuern

18. Jänner 2012, 06:14

Der Republikanische Präsidentschaftsbewerber will seine Unterlagen offenlegen

Charleston - Unter wachsendem gesellschaftlichem Druck hat der Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner, Mitt Romney, die Offenlegung seiner Steuererklärung angekündigt. Der Multimillionär räumte am Dienstag vor Journalisten in South Carolina ein, dass er nur rund 15 Prozent Einkommenssteuer zahle. Bei einem Wahlkampfauftritt in Florence versprach Romney die Veröffentlichung der Unterlagen für 2011, sobald diese vollständig seien. Der Stichtag für die Steuererklärung in den USA ist gewöhnlich der 15. April.

In einer TV-Debatte am Montagabend war Romney einer Antwort auf die Frage ausgewichen, ob er seine Steuerunterlagen öffentlich machen werde. In Florence erklärte er nun, dass die Bürger ein Interesse an seinen Finanzen zeigten. In der Vergangenheit haben Präsidentschaftskandidaten in den USA ihre persönlichen Finanzen traditionell offengelegt. Romneys Vermögen wird auf bis zu 250 Millionen Dollar (195 Mio. Euro) geschätzt.

Steuervergünstigungen unter Bush

Romney erklärte seine geringe Steuerlast damit, dass sein Einkommen überwiegend "aus in der Vergangenheit gemachten Investitionen" stamme. Der Politiker erwarb sein Vermögen in den 1980er und 1990er Jahren als Chef der Investmentfirma Bain Capital. Während Kapitaleinkünfte in den USA nur mit 15 Prozent besteuert werden, liegt die Steuer auf Lohneinkommen bei bis zu 35 Prozent. Wie viele andere wohlhabende US-Bürger profitiert der Ex-Gouverneur von Massachusetts von den unter Ex-Präsident George W. Bush eingeführten Steuervergünstigungen.

Das Weiße Haus wertete den Wirbel um Romneys Steuererklärung als Beleg für die Debatte um die wachsende soziale Ungleichheit in den USA. Sprecher Jay Carney betonte, Präsident Barack Obama vertrete die Ansicht, dass die Reichen "ihren gerechten Anteil" zahlen müssten. Es sei unfair, wenn Millionäre nur 15 Prozent Steuern zahlten, während die Abgaben für Menschen mit einem Jahreseinkommen von 50.000 oder 75.000 Dollar viel höher seien.

Romney hatte die ersten beiden Vorwahlen der Republikaner in Iowa und New Hampshire gewonnen und gilt als aussichtsreichster Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei. Meinungsforscher sehen ihn auch bei der nächsten Vorwahl in South Carolina am Samstag vorne. Einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung des Gallup-Instituts zufolge sprachen sich 37 Prozent der Republikaner in den USA für Romney als Kandidaten aus. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 39
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Enrico Knaak
00
19.1.2012, 12:46
Romney unter Druck? Kaum Wirkung bislang.

Dass ein Steuersatz von 15 % bei einem jährlichen Einkommen in zweistelligem Millionenbereich viel zu niedrig ist, bedarf kaum einer Debatte. M.E. ist dies nichts anderes als die gewollte Folge der dort praktizierten Elitenherrschaft.

Aber die Frage, ob und in welchem Umfang staatliche Umverteilung stattfinden sollte und wann diese zu weit geht, würde den Rahmen dieses Forums sprengen.

Der Sache nach geht es hier darum, Romney als abgehobenen Superreichen zu zeichnen und dessen Wirtschaftskompetenz in Zweifel zu ziehen. Dass die Kritiker insoweit im Glashaus sitzen, sei nur am Rande erwähnt.

Entscheidend ist, dass die Attacken bislang keine Auswirkungen auf Romneys Führung haben.

Gewinnt er South Carolina, ist er durch.

peter schmidt
 
00
20.1.2012, 15:38
Naja er hat in South Carolina von + 12-14 Prozent auf minus 2-5 abgebaut.

Ein bisserl Wirkung zeigt das ganze schon. Vor allem hat er einen taktischen Fehler gemach tmit dem dirty campaigning gegen Gingrich zu beginnen. Einer seiner Pluspunkte zuvor war, dass er nicht so untergriffig und gehässig war wie viele von den sozialkonservativen. Ausserdem hat er offenbar Gingrich jetzt so richtig scharf gemacht. Und dieser ist ihm intellektuell und bei Debatten überlegen.

Er wirds wahrschienlich trotzdem in den moderateren Bundesstaaten gewinnen aber beschädigt ist er.

Wäre alles nicht notwendig gewesen. Gingrich hatte eigentlich eher eine Spasskandidatur am Laufen und ist plötzlich ein ernsthafter Gegner. Schwerer Fehler das ganze.

Walter KURTZ
 
40
19.1.2012, 13:05

Manche sehen nach einer starken Debattenperformance von Gingrich einen Aufschwung bei ihm. Glaube ich aber nicht so ganz...

15% Steuern zu niedrig - siehe den von mir unten geposteten Link: eher zu hoch. Für ein Investment trägt man Risiko. Mal abgesehen, daß ein Großteil der "Kapitalerträge" durch die Inflation weggefressen werden. Und Dividenden wurden schon einmal versteuert.
Aber der Neid ist halt ein Hund. Lieber alle ein Stück ärmer, als daß ein paar reicher sind...

Satzende
11
19.1.2012, 17:47
ja klar

und weil die inflation sooo viel weggemampft hat sind auch nur gesch.200 mio übrig.die sollten seine kontonummer herzeigen dann kann ich ihm ein bisschen was überweisen

Mostbluzza
11
19.1.2012, 16:40
reden wir von oder von ...

25% auf kapitalerträge wie bei uns sind okay, das tut keinem weh.

15% auf s vermögen pro jahr, gibts ja nirgends, also auch auf den zuwachs. das ist halt a bissl wenig, zumal die leistung dahinter eher gering ist (ja trotz risko usw), warum:

weil die geldschwemme dafür sorgt, dass die renditen und erträge immer steigen. jetzt doch auch - in wahrheit bei den grossen vermögen. raten sie mal. das istkeine leistung, dass geld immer schneller immer mehr wird, die krise eskaliert, die preise für immos und rohstoffe explodieren .... sehen sie es mal so.

ausserdem hat romney einen gutteil seiner kohle gleich auf caymans verbracht weils dort wärmer ist, die 15% us prozenterl waren wohl auch noch zu hoch .... ?

elendes pack auf den scheiterhaufen

StringerBell
11
19.1.2012, 15:54

mhm, sehr clever - wenn Arbeit mit 35% (in Ö bis 50%) versteuert wird - und das reichste % mit wie Romney 200 Millionen knappe 15% - der brauchts ja, oder?
Im übrigen ist das genau der Grund für die wirtschaftliche Talfahrt - Immer groteskere Vermögen wachsen rasant während 90% um immer weniger arbeiten müssen - immer mehr Spielkapital drängt in immer sinnlosere Finanzprodukte und wird dort hofiert während die Nachfrage zusammenbricht.
Ich glaube SO haben weder Smith noch Mises oder sonst wer die Marktwirtschaft gemeint...

Otto Ottinger
 
00
19.1.2012, 10:36
na und? Failmann hat überhaupt noch nie steuern gezahlt

Wienbär
00
19.1.2012, 12:53

Wer ist Failmann?

Walter KURTZ
 
20
19.1.2012, 10:17

Romney zahlt in eta 15% Steuern? Noch immer zuviel

http://blog.american.com/2012/01/a... -too-high/

Reich sein muss sich lohnen!
04
18.1.2012, 12:58
53% (!) gesetzliche Abgaben auf Einkommen aus Arbeit, 25% bei Kapitalerträgen in Österreich:

76.739,54 € Bezahlung (durch Arbeitgeber)
18.243,90 € Dienstgeberanteil
58.495,64 € Brutto-Gehalt
36.000,00 € Netto Einkommen

76.739,54€ x 0,47 = 36.000 € Nettoeinkommen
76.739,54€ x 0,53 = 40.671 € gesetzliche Abgaben

Belastung bei einem Einkommen von 3.000€ Netto p.m. 53%.
Bei 1.650€ sind es 45%, bei 1.000€ 33%.

Quelle: http://www.bmf.gv.at/service/a... _start.htm
"Dienstgeberanteil" nicht vergessen. In Österreich gibt es ein Brutto vorm Brutto.

(Ergänzung, da meine Zahlen weiter unten angezweifelt wurden.)

Mostbluzza
00
19.1.2012, 16:44
und dann gehen mal einkaufen

sind gleich wieder 20% beim finimin.

fahrens mal tanken, dann blechens gleich mehrfach mwst, möst, ....... fürs geliebte auto noch nova, versi-steuern, mwst sowieso.

10% bleiben uns, der gute alte zehent, wenn mans nicht in papiergeld sondern in "ware" sehen würde, wie zum beispiel in der währung "netto-öl".

Pippi Hendl
00
18.1.2012, 18:07
Apples and Oranges

In den USA gibt es die Arbeitgeberabgaben genauso, die belaufen sich so im Schnitt um 50-100% des Bruttogehaltes.

Wenn der durchschnittliche Arbeitnehmer in den USA bis zu 35% Steuern zahlt, dann sind das 35% des Bruttogehalts. Allerdings ist auch diese Info nicht ganz korrekt, nachdem diese 35% nur die "Tax bracket" bezeichnen, also dieser Prozentsatz nur auf einem Bruchteil des einkommens angewandt wird. Da gibt es einen gewissen Basisfreibetrag, die naechsten xxxx$ des Einkommens werden dann mit 20% besteuert, die naechsten xxxxx$ mit 22% usw. Die Durchschnittsabgaben vom Bruttogehalt fuer Arbeitnehmer in den USA ist eher so 15-20%.

Wienbär
00
19.1.2012, 12:56

50% - 100% des Bruttogehalts? Auch ohne Taschnrechner habe ich den schweren Eindruck, dass bei 100% des Bruttogehalts nicht wirklich viel übrig bleibt! Nix, nix, nix!

Pirx2
17
18.1.2012, 09:40
Die markant niedrigere Besteuerung ...

... von Kapitalerträgen ist leider weit verbereitet. Sie ist aus Sicht der Gleichbehandlung eigentlich verfassungswidrig. Hier hat ein kleine Gruppe der Beölkerung (die Vermögensbesitzer) ihre Partikularinteressen durchsetzen können, mit fatalen Folgen für den Arbeitsmarkt der Habenichtse.

Dass die Kapitalerträge zudem überproportional zugenommen haben, das macht die Sache doppelt schlimm.

Man stelle sich vor: diejenige kleine Gruppe der Bevölkerung, die z.B. die Staatsschulden finanziert, erhält ihr Einkommen (auch aus Arbeitseinkommen-Steuerngeldern, notabene) zu privilegierten Konditionen.

VS.
14
18.1.2012, 11:10
Genau so ist es (auch in Österreich) - Reiche werden geschont, alle anderen belastet

Wer von Zinsen lebt, zahlt 25% - egal wie hoch das Einkommen, ohne Progression.
- Wer bekommt viele Zinsen? Reiche mit viel Geld zum Anlegen.

Wer sein Geld in einer Stiftung hat, zahlt 12,5%.
- Wer kann sich eine Stiftung leisten? Nur Superreiche.

Wer von Arbeit lebt, ist dagegen hoch belastet. Selbst der niedrigste Steuersatz (bis 25.000 im Jahr) liegt bei 36,5%.
- Wer muss von Arbeit leben? Wir alle.

Der Anteil der Einkommensteuern am Gesamtaufkomen wächst seit Jahrzehnten, weil Unternehmen und Reiche erfolgreich ihre Steuern drücken.

Fazit: Wer von Arbeit lebt, blecht, wer von Reichtum lebt, ist fein raus. Und das, wo Vermögen immer ungleicher verteilt ist.

Also: Vermögen belasten, Arbeit entlasten! In den USA, in Ö und weltweit.

byron sully
11
18.1.2012, 15:12

genauso ist es. hinzu kommen dinge, auf die gar keine steuern anfallen. auch die körperschaftssteuer ist vergleichsweise ungeheuer niedrig.

Pirx2
00
18.1.2012, 11:26
"Arbeit lohnt sich nicht."

Und soll sich auch nicht lohnen, sagt die Politik.

Das macht das Leben der Vermögenden zusätzlich billiger. Weniger Stuern und billigere Löhne - die beste aller Welten für die Happy Few.

NONE
00
18.1.2012, 09:18

Er will halt sein Vermögen behalten.

Blöd ist hier nur der der Steuern zahlt.

Oder glaubt das die Milliardäre Gesetze gegen sich selbst beschliessen würden.

Korruption funktioniert.

Immer.

TrueFalse
03
18.1.2012, 09:11
Chef der Investmentfirma Bain Capital

Ja daran merkt man das Romney sicherlich die Interessen des kleinen Bürgers vertreten wird...

Reich sein muss sich lohnen!
33
18.1.2012, 07:52
Ist in Österreich nicht anders

Einkommen von 1.000€ Netto p.m. 33% gesetzliche Abgaben.
Einkommen von 1.650€ Netto p.m. 45% gesetzliche Abgaben.
Einkommen von 3.000€ Netto p.m. 53%(!) gesetzliche Abgaben.
(Bei höheren Einkommen fällt die Belastung wieder langsam ab.)

Kapitalerträge: 25% Abgaben.

Mostbluzza
00
19.1.2012, 16:52
ganz klar wird die sache

aus der sicht des AG und nicht des AN, weil die ja subjektiv ist (was ich nicht seh, geht mi nix an).

logischer ist die sache sofort so:

die kosten eines arbeitsplatzes (und somit die motivationen einen zu schaffen oder einen abzuschaffen)

also was kostet dieser job, diese funktion bzw. was ist sie "wert":

dann sind wir bei z.b. Euro 105.000 die der AG dafür hinlegt, um diese Leistung des AN zu erhalten.
Blöderweise erhälte der aber auf sein Konto nur
51.000 netto im jahr (der staat dafür 10k sv, lst 22k, AGAbgaben nochmal 21k).

wir sehen, der Staat hat vom job mehr Einnahmen als der Arbeitnehmer (54k gegen 51k).
und dann wundert sich der AG vielleicht, dass der AN nur "für" 54k hackelt ... solls ja auch geben.

Sebulon
00
18.1.2012, 12:19
Für alle die keine Ahnung haben!

http://onlinerechner.haude.at/bmf/brutt... chner.html

bei 3000 € netto (5150 brutto) sins "nur" 41,7 % Abgaben!
Viel, ja! Aber nicht übertreiben

Sebulon
01
18.1.2012, 12:58

der Dienstgeberanteil ist wie der Name schon sagt vom Dienstgeber abzuführen nicht vom Dienstnehmer!
Das sind Kosten für den Dienstgeber, was hat das mit dem kleinem Dienstnehmer zu tun?

Reich sein muss sich lohnen!
10
18.1.2012, 13:31
Und btw:

Alle gesetzlichen Abgaben sind vom Dienstgeber abzuführen.
Oder bekommen sie den Brutto-vorm-Brutto-Lohn überwiesen und überweisen dann monatlich ans Finanzamt?

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